„Das muss man sich leisten können“
Geld, leisten können, betreuungsgeldDiesen Satz höre ich ganz häufig wenn es um die Tatsache geht, dass meine Kinder keinen

Kindergarten besuchen. Häufig wird dann von der betreffenden Person weiter angeführt, dass sie es ja auch gerne so handhaben würde wie wir, aber das ginge nicht weil ….[hier bitte individuelle Gründe einfügen, wieso man sich die Betreuung daheim wirklich nicht leisten kann]. Ich glaube in ganz bestimmten Situationen ist das auch so. Wenn man alleinerziehend ist zum Beispiel oder in einer Großstadt mit exorbitanten Wohnraumpreisen lebt. Es gibt bestimmt noch viele weitere Ausnahmen.

Kann man sich das wirklich nicht leisten?

Manchmal glaube ich aber eher dass es eine Frage des Wollens/Müssens ist. Am Anfang unserer Reise mussten wir alle drei Kids zu Hause betreuen. Inzwischen müssten wir es vielleicht nicht mehr, schließlich gibt es am neuen Wohnort einen anderen Kindergarten und der hat vielleicht andere Konditionen als der alte. Ich weiss es nicht. Fakt ist dass wir uns darüber am neuen Wohnort gar nicht mehr informiert haben, weil unser Familienleben ziemlich schön ist so wie es ist. (Übrigens lagen die Kids auch noch nie bei einer U-Untersuchung irgendwo hinter ihren in den Kindergarten gehenden Altersgenossen.)

Ich komme aber ab vom eigentlichen Punkt. Dem Argument des „Es sich leisten können“s. Wir wohnen zur Miete, haben nur einen Hauptverdiener und teilen uns ein Auto. Wir sind also definitiv nicht Krösus, und haben trotzdem die Entscheidung getroffen dass wir es uns „leisten“ können. Vermutlich weil wir auf materielle Dinge verzichten, was uns nicht schwer fällt, es ist einfach unsere Lebensart. Keiner von uns hat das Verlangen teure Markenkleidung oder Schuhe zu besitzen. Das eine Auto reicht uns. Ich glaube generell sind wir wohl eher sparsame Menschen. Wir gehen nicht zum Essen aus und die nächsten Konzert-Arenen oder Opernhäuser sind 40km weit weg. Schulden hat auch keiner von uns. Wir zahlen kein Haus ab und machen keine teuren Reisen. Ja, wir machen Abstriche. Nein, sie sind für unser Empfinden nicht schmerzhaft.

Ich habe keine Ahnung wie es bei anderen Familien ist die so leben wie wir, aber ich vermute mal dass auch dort das Geld nicht auf Bäumen wächst. Nach ein bisschen googeln weiß ich jetzt dass das was wir leben „Selbstbetreuung“ heißt, dass es wohl eine „Selbstbetreuer-Szene“ gibt, und dass dort so gut wie alle auch ähnliche Abstriche machen wie wir.

Dogmen sind unbedacht

Fremd sind mir dennoch trotzdem jegliche Dogmen von beiden Seiten. „Kinder können nur im Kindergarten soziales Miteinander lernen.“ „Kinderbetreuung gehört ausschließlich in die Hand der Eltern.“

Das finde ich kurzsichtig und nicht unbedingt zutreffend. Dann müssten  ja Generationen von Menschen soziale Volltrottel gewesen sein und es wäre ein echtes Wunder dass wir es bis zur Erfindung des Berufs Erzieher geschafft haben. So oder so steht und fällt die Betreuung für mich immer mit den betreuenden Personen.
Auch ist eine Betreuung zu Hause nicht unbedingt gut nur weil man Mutter oder Vater des Kindes ist. Genauso kann ein Kindergarten ungeeignet (für diese oder jene Familie) sein wenn dort etwas grundlegend schief läuft oder das Kind sich dort einfach nicht wohl fühlt oder die Eltern sogar ausgelacht werden weil sie bindungsorientiert leben.

Im Endeffekt möchte ich euch eins mit auf den Weg geben: sich „Selbstbetreuung“ (oder wie man den Wunsch, seine Kinder selbst zuhause betreuen zu wollen, auch immer nennen mag) nicht leisten können, ist kein KO-Kriterium. Es ist machbar, wenn man bereit ist Abstriche zu machen. Es ist wie bei allem, was mit dem Kinderkriegen und Aufziehen derselben zusammenhängt: man muss den Mut aufbringen und springen. Das Schwimmen klappt dann schon. 😉

Wie immer gilt, macht das was für eure Familie passt und wie ihr glücklich seid, das ist sowieso das beste für Kinder.

PS. Ich will übrigens nicht ausschließen das meine Ansichten anders wären, wenn wir  damals (2013) einen Kitaplatz (Kitaplätze) bekommen hätten. Mit passenden Betreuungszeiten und so.  Ich würde also meine Kinder nicht um jeden Preis NICHT in die Kita schicken.

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  • Eine Liste von Fragen die uns auch ständig gestellt werden findet ihr hier.
  • Weitere Infos gibt’s auch hier  (wobei ich persönlich die Seite schon recht dogmatisch finde).