So hier ist er nun, mein allerletzter Eintrag in mein persönliches Schwangerschafts“tagebuch“. Mehr oder weniger fing ja alles damit an das ich den Blog von Mrs. Elch verfolgte, dann ihren Schwangerschaftsblog und mir dachte. „Wenn ich schwanger bin will ich sowas auch.“. Ich wurde schnell schwanger, und tippte mit vollem Wissen vom Herzpapa den ersten Eintrag. Im Kopf die ganze Zeit ein „Oh mein Gott!!! Oh mein Gott!! Oh mein Gott!!!“ Geflutet von Glück.

Jetzt schließe ich mit einer Art Geburtsbericht nun dieses Kapitel, denn es beginnt ein neues, spannendes Abenteuer: Das Leben als eigene kleine Familie.

Es begann damit, das ich am 29.5. gegen 18:00Uhr dachte…irgendwas stimmt da nicht, irgendwas ist anders als die letzten Tage. Also informierte ich den Papa über diese Veränderung, und gab den Befehl das wir heute Abend einen Abstecher ins Krankenhaus gewonnen hätten. Nicht das unsere Hebamme am nächsten Tag (Allerletzter GVK Termin „Neugeborenen Pflege und Schnacken mit lecker Essen“) anmeckert wieso wir nicht ins Krankenhaus gefahren seien. Also verschoben wir das Nudelsalat machen auf später, warfen noch schnell (profilaktisch) die Krankenhaustasche ins Auto und fuhren entspannt los.
Schließlich würden wir ja beide heute Nacht wieder zu Hause sein, und in eigenen Betten schlafen. Nur zur Kontrolle hinfahren.

Im Krankenhaus wurde erst ein CTG geschrieben, welches völlig unauffällig war. Dann warteten wir auf den diensthabenden Arzt. Wir warteten. UND WARTETEN. Ich wurde inzwischen etwas maulig, hatte echt Hunger und wollte ENDLICH wieder nach Hause oder zumindest wissen ob ich zur Beobachtung dableiben muss. Der Papa hatte sich seinen Feierabend nach einem 10 Stunden Dienst auch anders vorgestellt.

Irgendwann kam dann der diensthabende Arzt, nennen wir ihn der Einfachheit halber McSexy, und ich wurde untersucht. Soweit so gut…eigentlich alles mehr oder weniger „normal“, mein „anders“ bestätigte sich, allerdings nicht Besorgniserregend aber halt auch nicht zu ignorieren in der 38. Schwangerschaftswoche.
Danach machte McSexy einen Ultraschall und schaute nach Motti. Die saß wie zu erwarten war, weiterhin mit ihrem Popo nach unten und mit ihrem Köpfchen unter meinen Rippen. Seit einigen Tagen stand „Wo ist das Köpfchen?“ auch gar nicht mehr zur Diskussion, weil man es einfach SOFORT ertastet hat.

Motti gings gut, Fruchtwasser war auch noch da, allerdings statt zwei nur noch ein kleines Depot.

„Es sieht alles gut aus, aber es sieht so aus als könne es demnächst zu einem spontanen Blasensprung kommen, und mit viel Pech hätten Sie dann schon ein Füßchen im Geburtskanal stecken. Wann genau war noch ihr Stichtag?“
-„16.6.12“
„Und ihr Termin zum Kaiserschnitt, wegen Beckenendlage?“
-„11.6.12“
„Ja, also dann machen wir den Kaiserschnitt jetzt etwas früher!“
-„Wann früher?“
„Heute noch!“

O.O!!!!!!!!!!!!!

Es war zu dem Zeitpunkt etwa um 22Uhr.

„Ich kläre Sie gleich nochmal auf, dann unterschreiben Sie mir ein paar Formulare, werden OP fertig gemacht und dann kommen Sie in den OP.“
-„Wir werden also heute oder morgen Eltern?“
„Ja…. Das schaffen wir heute noch.“

[Hier bitte absolute Aufregung einsetzen.]

Wir bekamen unser Aufklärungsgespräch, eine Hebamme brachte mir ein sexy Krankenhaushemdchen, einmal darunter komplett nackig machen, Thrombosesöckchen an und dann schoben mich die Hebamme und mein Mann auch schon in Richtung Operationssaal.
Im Vorbereitungsraum warteten schon zwei Anesthesisten auf uns, einer der so jung und locker flockig drauf war, das es mich nicht wundern würde wenn der Twittert, Bloggt oder „irgendwas mit Medien“ macht XD.
Ich wurde noch einmal über die Risiken einer Spinalanesthäsie aufgekärt und auch was gleich passieren würde. Ein piekst zwischen Wirbelfortsatz X und Y, und dann würde die Betäubung anfangen zu wirken.

Gesagt getan. Danach machte sich auch der zukünftige Papa OP-fein. Ich hatte ja (nein, nicht wirklich, aber die Idee finde ich lustig) auf ein ähnlich sexy Hemdchen gehofft, aber er kam nur in schnöden OPkittelgrün zurück. Mit Häubchen.
Dann gingen schon die OP Türen auf, ich erkannte unter einer der Mützen, verborgen hinter einem Mundschutz McSexy, und wir fingen an.
Es wurde ein Sichtschutz aufgebaut (Mein Kommentar:“Das Tuch ist ja gar nicht blau oder grün, wie im Fernsehen.“), ein Blasenkatheter gelegt und die Damen und Herren auf der anderen Seite fingen an zu arbeiten.

Ich habe gehört das eine „natürliche Geburt“, Stellenweise unbeschreiblich ist, hier kommt mein unbeschreiblicher Teil: Ich kann beim besten Willen nicht erklären wie es sich anfühlt „Obenrum“ alles mitzubekommen und „Untenrum“ nicht.
Der Herzpapa war die ganze Zeit an meiner Seite und hielt meine Hand, aber ehrlichgesagt erinnere ich mich nicht daran was wir miteinander gesprochen haben, ich glaube ich habe immer nur Statusupdates gegeben wie mein Körper auf was reagiert und ob ich irgendwas bemerke.

Gefühlte drei bis fünf Minuten später spürte ich einen Ruck, mein Bauch war plötzlich unglaublich leicht, und die Ärzte sagten:“ Ihr Mädchen ist da.“

29.5.2012 um 23:42Uhr.
Aus Motti wird Marja, aus uns wird Mama und Papa.

Marja wurde mir/uns gezeigt und schnell bei der U1 untersucht, wir hörten sie jedenfalls kräftig schreien. Dann wurde sie uns auch schon gebracht und mir auf die Brust gelegt. Meine Arme durfte ich aus den Halteschalen nehmen und streichel, riechen und immer wieder völlig verwundert sein, das dieses kleine Menschlein nun tatsächlich geboren war.
Ich erinnere mich nur noch das der Papa immer wieder murmelte:“Wir sind jetzt Eltern.“. Die längste Zeit des zusammennähens waren der Mann und Motti auch bei mir, dann nahm die Hebamme sie irgenwann mit, es müssten wohl irgenwelche Sachen mit ihr gemacht werden.
Ich war völlig entspannt (mit tausend Litern Glückshormonen, Mamagefühlen, Ungläubigkeit und Adrenalin geflutet), und lies mich weiter zusammenflicken. Scherzte mit dem OP Team noch das sie bitte nix im Bauch vergessen sollen.

Dann wurde ich soweit entkabelt, wie möglich und in einen Aufwachraum geschoben. Bekam Schmerzmittel und Apfelschorle und dann kamen auch schon Papa und Motti herein.

Jetzt begann unsere Familienzeit.