Wie reagiert meine Katze auf das Baby?

Ich wurde über Twitter gefragt ob ich nicht ein bisschen darüber schreiben könnte, wie unsere Katze auf das Baby reagiert (hat). Da ich mir diese Frage vor der Geburt von Motti auch schon gestellt hatte, beantworte ich sie nur zu gerne.

Welche Vorbereitungen haben wir getroffen?
Zum einen haben wir/ich die Katze ganz bewusst an der Schwangerschaft teilhaben lassen. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, aber wenn man weiß das Katzi hier bis zur Geburt gelebt hat wie Gräfin Koks, dann versteht man vielleicht das man auch sein Haustier an das Kind gewöhnen muss.
Also habe ich die Katze in der Schwangerschaft nicht vom Bauch gescheucht, sondern sie ganz aktiv „mitbrüten“ lassen. Rankuscheln und anschnurren deutlich erlaubt.

Zum anderen war es der Katze bei uns nicht verboten sich die ganzen neuen Babymöbel anzuschauen. Wobei ich hier betone: ANSCHAUEN. Anschauen und anschnüffeln, aber NICHT im Stubenwagen liegen oder im Kinderbett und Laufstall eine runde vor sich hin ratzen.
Das war uns ganz wichtig, nicht das Isi denkt:“Alles meinsmeinsMEINS, das doofe Baby muss hier raus!„.

Wie waren die ersten Tage zu Hause?
Die ersten zwei Tage nachdem Motti und ich wieder da waren, war Isi komplett durch den Wind. Hat noch mehr aufmerksamkeiterregenden Scheisselkram gebaut als sonst schon, ist wie eine Irre durch die Wohnung gedüst und hat uns mit jeder Pore ihres Katzendaseins erklärt: „Was soll das denn jetzt?„.

Wobei ich dazu sagen muss, das sie auch eine sehr schwere Woche hatte: Mr. Strandfynd fällt immer nur mal kurz zur Tür rein, wirft Futter in die Katze und verschwindet wieder zur Arbeit. Frauchen lässt sich die ganze Zeit nicht blicken, die treulose Tomate.
Und dann…als Herrchen endlich wieder länger zu Hause ist und dann auch noch Frauchen mit im Schlepptau hat, dann ist da dieses DINGS.

Es riecht nicht wie Herrchen, es riecht nicht wie Frauchen, macht unberechenbare Bewegungen und dazu noch Geräusche. Das allerschlimmste: Herrchen und Frauchen legen es nicht in die Ecke und knuddeln und wuddeln die Miezekatze sondern KÜMMERN SICH AUCH NOCH DRUM.

VERRAT. MEUTERREI. ELENDIGES PACK!

Wie läuft es jetzt?
Nach fast drei Wochen hat Isi ihren Frieden mit Motti gemacht, wenn ich stille möchte die Katze meistens mit auf meinen Schoß oder setzt sich daneben und kuschelt sich an. In den Stubenwagen ist sie bisher noch gar nicht gehüpft und auch den Laufstall und andere Babysachen lässt sie in Ruhe.
In 99% der Zeit ignoriert sie das quiekende, zappelnde DINGS, springt höchstens mal auf und geht weg, wenn ihr Motti eine Oktave zu hoch kreischt. 😉

Was hat nun geholfen aus der verrückten Scheisselkramkatze wieder einigermaßen sie selbst zu machen?

Kuscheln, streicheln, am Baby (unter Aufsicht!!!!) schnuppern lassen, und auch der Tempelkatze Zeit geben sich an das neue Familienmitglied zu gewöhnen. Nicht verlangen das es „sofort perfekt läuft“.

By | 2016-10-30T23:39:14+00:00 18. Juni 2012|Categories: Ich schreibe|4 Comments

About the Author:

Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

4 Comments

  1. Pienznaeschen 18. Juni 2012 at 11:19 - Reply

    DANKE, genau so einen Bericht brauchte ich gerade im Moment wo wir beginnen die Katzenmädchen aus dem Schlafzimmer zu quartieren … es geht alles und wenn ich das so lese, dann habt ihr es ganz wunderbar hin bekommen und ich nehm Euch als Vorbild und mache es einfach genau so nach. Nochmal danke.

  2. Judy 18. Juni 2012 at 11:35 - Reply

    Meine Schwester hat einen ziemlich großen Hund und die hatten eigentlich auch keine wirklichen Probleme. Irgendwie hat der gleich seinen Beschützerinstinkt auf das Baby mit gemünzt. Er hatte aber auch Kurse zur Ausbildung bereits als Welpe und junger Hund, genau dahingehend.

    Wir haben noch kein Haustier, und wenn da mal eines einziehen sollte, dann ist das Baby ja schon da. Von daher…

    Aber Ihr habt das wohl auch super hinbekommen 🙂

  3. Kami 18. Juni 2012 at 14:33 - Reply

    Vielen Dank 🙂 ja, ich hab jetzt auch erstmal die Kinderzimmertür offen und werde schauen, dass die beiden sich nirgendwo breitmachen, aber schauen dürfen sie. Sonst ist es ja umso interessanter, wenn sie gar nicht rein dürfen. ich denke, ins schlafzimmer werde ich sie trotzdem lassen, da sie jetzt eigentlich nur beim Mann unter der Decke schlafen, wenn überhaupt im Bett. Und da die beiden so panisch sind, was Geräusche etc. angeht, glaube ich auch nicht dass sie sich freiwillig auf das baby legen. Neulich bin ich nachts aufgewacht und hatte eine schnurrende Katze neben meinem bauch, mit der Pfote auf dem Bauch <3 so lieb!
    Ich bin jedenfalls gespannt, und ich denke, es wird bei uns genauso unproblematisch werden (aber wie du schon sagtest, auf Wunder hoffen wird hier auch keiner ;))

  4. Frau Bauchwohnung 19. Juni 2012 at 23:33 - Reply

    Wirklich spannend, sowas mal zu lesen! (: Danke für’s teilhabenlassen! <3

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