Anzeige

6 Fragen an eine Stillberaterin der Stillberatung La Leche Liga

Elisabeth ist Stillberaterin bei der La Leche Liga, einer Stillberatung.

stillberatung

Wie bist Du auf die Idee gekommen, das zu machen, was Du machst (Also Stillberatung)?

Grundsätzlich war für mich schon immer klar, dass ich mein Kind richtig stillen werde. Meine Mama hat mir immer erzählt, dass das sehr schön sei und gar kein Problem, denn sie hatte mich auch gestillt, was in der stillfeindlichen Zeit damals ja eher schwierig war. Also war ich sehr positiv an die ganze Sache herangegangen. Als ich dann einen Milchstau hatte, bin ich an eine sehr kompetente Frau und Mutter aus unserer Gegend geraten, die als Stillberaterin für La Leche Liga arbeitete Sie hat mich auf so eine liebe und einfühlsame Weise beraten, dass ich davon sehr begeistert war. Etwas später startete sie bei uns auch eine Stillgruppe, die ich besuchte.

Diese Treffen, in denen die verschiedensten Themen rund um das Stillen (u.a. Beikost, Stillen im Alltag, Stillschwierigkeiten etc.) besprochen wurden, haben mir sehr gut getan. Ich traf andere Mütter, konnte mich austauschen und wurde bestärkt im nicht immer ganz einfachen Stillalltag. Ein Jahr später bekam ich mein zweites Kind und mit diesem besuchte ich dann wieder eine Stillgruppe. Da konnte ich schon auf einen reichen „Stillerfahrungsschatz“ zurückblicken und es wuchs die Idee in mir, diesen weiterzugeben  junge Mütter zu bestärken, Informationen weiterzugeben, mit Ammenmärchen rund um das Stillen aufzuräumen.

Wie wird man Stillberaterin bei La Leche Liga?

Stillberatung bei La Leche Liga beruht auf dem Prinzip „Hilfe von Mutter zu Mutter“. Daher sind die Grundvoraussetzungen, Mutter zu sein und mindestens ein Jahr Stillerfahrung zu haben. Außerdem sollte man in dieser Zeit, wenn möglich, eine LLL-Stillgruppe besuchen und sich da auch bereits aktiv einbringen. Möchte man gerne Stillberaterin werden, beginnt nun eine gegenseitige Kennenlernzeit. Man bespricht mit der LLL- Beraterin der Gruppe die grundsätzlichen Ideen von LLL und die eigene Motivation, Stillberaterin zu werden.

Man lernt die Aufgaben und Verantwortlichkeiten kennen, die auf einen zukommen. So kann man zunächst für sich selbst einschätzen, ob dieses Ehrenamt mit der eigenen Familie vereinbar ist. Und die LLL- Beraterin kann einschätzen, ob die interessierte Mutter für die Tätigkeit geeignet ist. Die Mutter erhält ein Empfehlungsschreiben der LLL- Beraterin und reicht dieses mit ihren Bewerbungsunterlagen bei der Ausbildungsabteilung von LLL ein.

Wird die Bewerbung angenommen, beginnt man mit einer Ausbilderin einen persönlichen Briefwechsel. In diesem werden die eigene Schwangerschaft, Geburt, Stillerfahrung, das Leben mit Kind und das Muttersein reflektiert. Diese Aufarbeitung hilft einem, später als Stillberaterin Abstand von den eigenen Erfahrungen nehmen zu können, um sich möglichst gut in die Situation einer anderen Mutter einzufühlen. Zusätzlich erarbeitet man sich Stillwissen anhand von (Fach-)bücher, Informationsmaterial und Selbstüberprüfungsbögen.

Man besucht Fortbildungstreffen, Kommunikationskurse und übt Beratung und Gruppenleitung. Parallel dazu arbeitet man weiterhin aktiv in der Stillgruppe mit und übernimmt dort nach und nach die Aufgaben einer LLL- Beraterin. Für Frauen, die keine Stillgruppe in Ihrer Nähe haben, gibt es auch Sonderregelungen.

Alle Stillberaterinnen bei LLL arbeiten ehrenamtlich in ihrer Freizeit, d.h. sie bekommen dafür kein Geld und machen das neben Beruf und Familie.

Welche Fragen werden dir in der Stillberatung am häufigsten gestellt?

Das kann man nicht so pauschal beantworten. Oft gibt es Fragen oder Unsicherheiten in Bezug auf das Trinkverhalten des Kindes, wie man feststellen kann, ob die Milch reicht oder wie man die Milchbildung weiter anregen kann. Die abendliche Unruhe, die oft bei sehr jungen Babys vorkommt, ist auch häufig ein Thema, genau wie das nächtliche Stillen. Natürlich sind auch die Probleme, die von vielen stillenden Müttern gefürchtet werden wunde Brustwarzen, Milchstau und Brustentzündungen immer wieder ein Thema in der Beratung. An dieser Stelle ist auch Vorsorge ein wichtiger Punkt, denn idealerweise kommt es gar nicht erst zu diesen Problemen.

Deshalb möchte ich gern auf den kostenlosen Downloadbereich auf www.lalecheliga.de verweisen, der sehr wertvolle Infoblätter unter anderem zu Themen wie „Wunde Brustwarzen“ oder „Anlegen und Stillpositionen“ bereithält. Wir haben auch einen kleinen Webshop, der zu verschiedensten Themen rund ums Stillen, Muttersein und Erziehen gut ausgewählte Literatur bereithält. Mütter stillen unterschiedlich lange. Wir beraten daher auch sehr gern bei Fragen zur Beikost, dem Stillen von älteren Kindern oder wie man Stillen und beruflichen Wiedereinstieg zusammen vereinbaren kann.

Jede Mutter kann jederzeit bei Problemen eine La Leche Liga Stillberaterin kontaktieren. Ist es ein sehr dringendes Problem, dann sollte man sich nicht scheuen, eine Stillberaterin aus der Telefonliste der Homepage auszuwählen und direkt anzurufen. Viele Stillberaterinnen sind berufstätig und haben Familie, d.h. kann es auch sein, dass ein AB oder ein anderes Familienmitglied sich meldet oder die Stillberaterin sich nur kurz die Telefonnummer notiert und zurückruft.

Eine andere Möglichkeit, Hilfe zu bekommen, gibt es über die E- Mailberatung (www.lalecheliga.de). Hier antwortet dann eine Beraterin innerhalb weniger Tage. Wo die nächste Stillgruppe in Eurer Nähe stattfindet, findet Ihr unter dem Menüpunkt „Stilltreffen“.

 Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Vielleicht, dass einen das Elternsein mehr verändert, als man je geglaubt hätte. Ich konnte plötzlich Ansichten verstehen, die mir früher fremd waren oder über die ich gelacht hatte. Es hat mich überrascht, wie stark das Baby im Mittelpunkt unseres Lebens steht und wie das, was vorher wichtig war, in den Hintergrund gerückt ist.

Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

(Den Mut zum )Selbstvertrauen. Dass sie Ihren eigenen Gefühlen und Instinkten vertrauen, dass sie spüren, was für sie und ihr Kind das Richtige ist. Nur jede Mutter selbst kann das für sich entscheiden. Heutzutage werden viele junge Mütter mit einer Flut von ungefilterten Informationen überschüttet und wissen am Ende gar nicht mehr recht, was sie eigentlich wollen.

Und ein paar liebe Menschen, die nicht nur gute Ratschläge verteilen, sondern echte Unterstützung bieten im emotionalen wie im praktischen Sinne (mal was kochen oder einkaufen o.ä.).

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Kinder zu haben ist das größte und schönste Abenteuer des Lebens. Es ist nicht immer leicht, das ist klar, aber es geht auch viel zu schnell vorbei. Genießt es und versucht das eine oder andere Mal die Welt mit den Augen der Kinder zu sehen da merkt man erst was man so verlernt hat zu sehen.

 An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dich Elisabeth, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

By | 2017-06-25T17:03:26+00:00 17. November 2012|Categories: Ich schreibe|Tags: |6 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

6 Kommentare

  1. […] Bisherige Teilnehmer: Elisabeth, Stillberaterin […]

  2. […] Elisabeth, Stillberaterin […]

  3. […] Elisabeth, Stillberaterin […]

  4. 6 Fragen an › Blogprinzessin am 25. April 2013 um 20:26 Uhr- Antworten

    […] Elisabeth, Stillberaterin […]

  5. […] Elisabeth, Stillberaterin […]

  6. Doula › Blogprinzessin am 22. Juli 2013 um 15:59 Uhr- Antworten

    […] Elisabeth, Stillberaterin […]

Kommentare

Anzeige