baden

Frau Brüllen hat gefragt:“ Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?

 Das Baby baden. Das mache ich.

 

7:50 Uhr: Ich wache auf. BÄMM -Stille- BÄMM -Stille- BÄMM.
Jemand schlägt mir ihr Knistertuch ins Gesicht. Ich drehe mich zu ihr um und murmele: „Grmpfgrfmpf“. Ich meine „Mama ist noch ganz doll müde!“.

Das interessiert das Tochterkind allerdings weniger und sie dreht sich glucksend zu mir um, um mit der Präzision eines Gehirnchirurgen ihre Hände innerhalb von Sekunden in meinen Haaren zu verankern. Rupf. Reiß.(In ihrer Welt ist das streicheln, nehme ich an. Zumindest „streichelt“ sie die Katze auch immer so.)

Ich öffne vorsichtig ein Auge. Nur um es in Sekundenschnelle wieder flatternd zufallen zu lassen. Glucks. „MamMamMam“ tönt es aus dem Schnütchen. Mist. Ertappt. Dann muss ich jetzt wohl wirklich wach werden. Wie spät ist es eigentlich? Wie viele Minuten bis Mr. Strandfynd zu Hause ist? Ich schnappe mir mein Handy und lese:“ Komme eine Stunde später heim, muss eine Überstunde machen, bringe aber gleich Selter und Brötchen mit.„. Och…. Nungut.

Ich schlage dem Baby vor, dass wir den Tag doch mit einem ausgiebigen Bad in der Badewanne beginnen können und unterstreiche mein Vorhaben mit dem Babyzeichen für „baden“. Das Mädchen schaut zustimmend. Wir nehmen also zusammen ein Bad und ich merke mal wieder wie kalt für mein Empfinden Badewasser in Kindertemperatur ist. Brr. Nachdem wir ausgiebig geplanscht haben und ich dem Mädchen erklärt habe, dass meine quietschblaue Shampooflasche kein geeignetes Spielzeug ist, verlassen wir das Badezimmer wieder.
Ich wickle das Baby und ziehe uns beide an.
Dann gehen wir in die Küche, das Mädchen wird in ihren Wipper gesetzt, und ich entscheide spontan dass ich Mr. Strandfynd heute gerne mit einem Waffelfrühstück überraschen will. Schmeiße die Kaffeemaschine an und kümmere mich um den Waffelteig und lege los. Genau in diesem Moment kommt auch Mr. Strandfynd durch die Tür und begrüßt ausgiebig seine beiden Liebsten.

Weil das Frühstück noch nicht ganz fertig ist, schicke ich den Mann und das Baby erstmal ins Wohnzimmer und bereite das restliche Frühstück zu. Wir essen dann alle zusammen am großen Esstisch im Wohnzimmer und Mr. Strandfynd und ich tauschen uns über die Neuigkeiten aus. Danach reibt sich das Menschlein schon müde die Augen, so dass wir alle beschließen dass Mr. Strandfynd noch schnell unter die Dusche springt und wir dann alle im Bett eine Runde kuscheln.
Das Menschlein schläft ein, und wir auch. Ich dauermüde durch die Schwangerschaft, Mr. Strandfynd wegen seinem Nachtdienst.

14:00Uhr:
Der Postbote klingelt an der Tür und ich nutze die Gelegenheit um ein bisschen hauselfend durch die Wohnung zu springen bevor Marja ihr Mittagessen bekommt.
Nach dem Mittagessen schreibe ich der Herzprojektfreundin eine Nachricht, ob sie nicht Lust hat spontan auf einen Kaffee vorbeizukommen. Da sie aber bis 15:00Uhr nicht antwortet, besschließe ich kurzerhand das Menschlein zu schnappen und noch eine Runde (mit dem Buggy) durch das Dörfchen zu ziehen. Frische Luft schadet ja nicht. Wärend wir uns anzogen schrgibt die HPF zurück dass sie sich auf den Weg machen würde, ich antworte ob wir uns nicht im Dörfli treffen wollen. Wollen wir.

Also zuckeln Marja und ich mit dem Buggy im Schwangerenschleichtempo ins Dörfchen, während Mr. Strandfynd noch einmal für seinen Nachtdienst vorschläft. Wir schauen uns derweil ein bisschen bei Ernstings F*mil* um, finden aber nur eine Strumpfhose. Dann müssen wir auch schon wieder den Rückweg antreten, denn ich hatte Mr. Strandfynd versprochen dass wir so gegen 16:00Uhr wieder daheim sind, damit er uns nochmal sieht bevor er wieder los muss.

16:15Uhr: Wir erreichen das traute Heim wieder, das Menschlein nun sehr sehr müde und weinend. Mr. Strandfynd übernimmt das Ausplünnen und den Windelcheck, während ich ein Müsli esse. Dann schäkert er noch ein bisschen mit seiner Tochter rum bis es nun wirklich allerletzter Drücker ist und er wieder zur Arbeit muss. „Noch ein Kuss und dann ist Schluss, weil…“.

17:00Uhr: Ich fange an Marjas Abendbrot vorzubereiten und ziehe ihr den Schlafanzug an. Sie reibt sich die Augen und ich beschließe dass sie eh nochmal aufwacht und wir auch dann Abendbrot essen können. Ich lege sie also in unser Familienbett, setze mich daneben, sie kuschelt sich an und ist weg. Ich lese noch ein paar Blogeinträge und schlafe dann auch fast ein.

18:00Uhr: Das Menschlein wacht wieder auf, wir wechseln eine Windel und ich hole den Abendbrei aus der Küche. Während des Essens frage ich sie immer wieder mit Untermalung von Babyzeichen ob sie „noch mehr“ essen möchte oder ob sie etwas „trinken“ möchte. Sie „antwortet“ mir das ein bisschen zu „trinken“ jetzt nicht schlecht wäre. Ich Rabenmutter habe es natürlich in der Küche vergessen und muss es erst holen, was ich ihr sage. Sie weint nicht als ich das Zimmer verlasse und trinkt gierig als ich wieder am Tisch sitze. So einfach kann es gehen.

Als wir fertig sind, mache ich das Babyzeichen für „fertig“ und zeige ihr ihre leere Breischüssel. Sie sagt:“oh!“. Dann frage ich sie ob sie schon „müde“ ist, oder ob wir noch ein bisschen „spielen“ wollen. Sie wedelt hektisch mit den Armen, und hoppst fast aus ihrem Stuhl. Ich werte das mal als „spielen“.

18:45Uhr – ca- 19:45Uhr: Wir spielen zusammen auf dem Wohnzimmerfußboden und ich entdecke dass unser Mädchen sich sehr wohl fortbewegen KANN, wenn sie es denn will. Auf dem Bauch um 360 Grad und sogar rückwärts robben kann sie, wenn sie denn will. Ich bin beeindruckt. Trotzdem werde ich so langsam schlapp und auch das Menschlein scheint nicht mehr ganz die fitteste zu sein. Also schnappe ich mir das Glockenspiel und spiele „Alle meine Entchen“, gerne würde ich das Sandmännchenlied spielen, aber das kann ich nicht. Marja wird unterdessen ganz ruhig und schaut und lauscht gebannt.
Ich singe:“…Wollen jetzt schlafen gehen, sagen auf Wiedersehen…“ und fange an das Spielzeug und das Baby vom Boden zu klauben. Wir machen noch einen Windelcheck, putzen die Zähnchen und ich lege sie hin. Sie spielt noch ein wenig mit meinen Haaren, und nuckelt an ihrem Schnulli. Ich sage ihr das ich sie liebe und singe „Eine dicke Regenwolke“ für sie. Dann ist sie weg.

20:30Uhr: Feierabend. Ich fange an diesen Blogeintrag zu tippen.