6 Fragen an Frau Kassiopeia… eine Tagesmutter.

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, wird eine neue Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendetwas mit Babys zu tun haben, immer die gleichen Fragen stellen. Dieses mal mit Frau Kassiopeia , Mutter von sechs Kindern und Tagesmutter.
 Frau kassiopeia, blogprinzessin

Frau Kassiopeia, Wie bist Du auf die Idee gekommen, das zu machen, was Du machst?

Ich glaub, das ist wirklich die schwierigste Frage. Eine Freundin von mir, war schon lange vor mir Tagesmutter. Es war aber nie groß Thema, ich hatte das zwar im Kopf, aber eher so abgespeichert und das das ja eigentlich eine gute Idee für mich wäre.

Als es so problematisch wurde ein fünftes Kind zu bekommen, brauchte mein Herz etwas anderes. Ein Ziel. Etwas realistisches. Dazu muss man vielleicht wissen, dass ich 2004 Mutter geworden bin bevor ich eine Ausbildung machen konnte. Ich wusste einfach nie, was ich werden möchte, jobbte hier und da und hatte ein tolles Jahr an der Fachoberschule für Sozialwesen bevor ich mit unserem ersten Kind schwanger wurde. Es hat mich eigentlich nie groß gestört. Aber in Anbetracht dessen, das ein Partner Vollzeit arbeiten gehen muss, damit die vier Kinder zu Hause finanziell versorgt sind, wusste ich für mich käme nur etwas „Kleines“ (im Umfang) in Frage. Zudem wollte ich den Kindern nicht schon so viel zumuten, wie Fachabitur ein Jahr lang oder ähnliches und ob wir noch ein Kind bekommen könnten, wusste ich auch einfach nicht.
Und die Ausbildung war überschaubar. Es war toll zu sehen, wie wir als Paar jongliertem, um die frühen Kursabende zu wuppen. Ich hab das auch ganz straff durch gezogen in einem 3/4 Jahr und war dann überglücklich, als ich dann mittlerweile höchstschwanger mein Zertifikat in den Händen hielt.
Dann passierte nichts. Ich bekam Emil und wollte nicht anfangen zu arbeiten. Ich hatte Angst vor Überforderung, ganz stark sogar. Dann sah ich so kleine Einjährige auf dem Spielplatz und musste tief einatmen, weil die so süß waren. Sicherlich ein anstrengendes und forderndes Alter, aber eben auch wunderschön der Gedanke Teil dieses kleinen Lebens zu sein.
Und dann durch Zufall ein Frauenabend beim Italiener und ich höre nur am Ende des Tisches, die Schlagworte: „erstes Jahr Elternzeit um, Arbeiten wollen, Tagesmutter suchen“ und da ich die Mama kannte und sehr gern mochte, wurde das irgendwie angegangen, auch wenn das nicht ganz die Zeiten waren, die ich mir vorgestellt hatte zu arbeiten. Aber ich wollte das so unbedingt, da überlegte ich mir eine Lösung und das klappt bisher doch sehr gut, auch wenn es sehr anstrengend ist. Und da sind wir nun, fast 2 Monate nach Arbeitsstart 🙂

Wie wird man in deinem Bundesland Tagesmutter?

Da muss ich genau überlegen. Ich schrieb hier in Bayern, bei München eine Bewerbung mit Foto. Man benötigt ein Praktikum, was ich nicht mehr leisten musste, weil mir mein Praktikum von der Fachoberschule anerkannt wurde, dann das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis für beide Elternteile, es folgt ein Besuch des Jugendamtes zu Hause, (vor dem Termin war ich unheimlich nervös) und ein anschließendes Gespräch, ein Erste Hilfe Kurs am Kind wird gebraucht und drei Blöcke Unterricht. Wobei Bayern soweit ich weiß mit den Stunden hintendran ist und gerade aufstockt. Ich mache quasi im Juni meinen vierten Block. Zudem fällt mir ein, muss man jährlich 15 Stunden Weiterbildung machen.

Welche Fragen werden dir als Tagesmutter am häufigsten gestellt?

 Wie viele Kinder ich betreuen würde und wie alt die wären.

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Ganz ehrlich, ich könnte an dieser Stelle schreiben wie unendlich tief die Liebe zu meinen Kindern ist und das ist sie, sehr sogar. Aber das hat mich nicht überrascht.

Was mich wirklich überrascht hat und vielleicht ist das ja wahnsinnig naiv gewesen: Wie viele Entscheidungen wir als Eltern fällen müssen. Immer im Hinterkopf, ob das jetzt wirklich die richtige Entscheidung (für das jeweilige Kind) ist. Das sind große Entscheidungen wie OP ja oder nein, welche Schule soll mein Kind besuchen, oder aber andere wie „impfen ja oder nein oder was genau“ oder aber ganz simpel: „Muss ich damit jetzt zum Arzt? Oder hab ich alles im Griff?!“ Selbstgespräche, die man so oft führt. Souffleurlos quasi. 🙂
Naja und in unserem Fall wohl auch, dass wir so „viele“ Kinder haben wollen. 🙂


Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Puh, ich hab jetzt zwei Tage überlegt, was man wohl unbedingt braucht. Gemeint ist wohl die erste Zeit mit Baby, aber da geb ich keine Ratschläge, jeder braucht was anderes, entweder Tragetuch oder Kinderwagen, der eine will einen Wickeltisch, der andere tut das auf dem Boden oder sonstwo immer es geht, der eine schwört auf Pampers, der andere auf abhalten, das lässt sich ja endlos weiter führen. Jeder braucht was anderes.

Ich brauchte Orte und kleine Dinge, zum Beispiel in der Schwangerschaft. Eine Ort oder eine Ecke wo meine Vorfreude sich kanalisierte. Oder eben mit Dingen, wie einem Kuscheltier, einem bestimmten Kleidungsstück oder einer Decke… die ich an mein Herz drückte.
Als Mama von älteren Kindern, würde ich sagen, man muss wohl immer arg auf sich Acht geben. Zeit für sich haben, das kann ein Hobby sein oder ein Treffen mit einer Freundin, das die Seele streichelt, alles was unsere Akkus wieder aufläd. Das sollte immer ein Must-have sein, dass man weiß wer man ist, ein Bild von sich im Kopf hat, das man mag, größtenteils. Das geht nicht jeden Tag. Umso wichtiger sich eben ab und zu diese Inseln zu suchen, Miniurlaube vom Alltagswahnsinn. 🙂

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Das ist auch ne fiese Frage 🙂 Denn wenn ich jetzt sage, man sollte das alles -diese Kinderjahre- möglichst genießen, setzt man wohl schon gestresste Eltern noch mehr unter Druck und das mag ich überhaupt nicht.
Aber was mir immer wieder auffällt wie viele frische Eltern versuchten den Status Quo zu halten. Aber das geht mit einem Kind oft nicht mehr. Schon gar nicht mit einem Baby. Obwohl das mit einem Baby wohl eher gelingt, als mit mehreren Kindern. Aber wenn es geht, sich vielleicht auf das Abenteuer Elternsein einlassen, sich treiben lassen und gucken wo man ankommt, nicht Idealen hinterher jagen, von Freizeit und Schlafzeiten, aber auch gucken was passt zu uns. Brauchen wir Struktur? Oder ist uns Struktur zuviel Stress? Was sagt mein Kind? Das lernt man aber auch. Man wächst da zusammen und rein und das ist schlau gedacht von der Natur.
Eigentlich kann man ja nur alles falsch machen 🙂 Also lieben und festhalten, aber ich verhaspel mich da schon wieder in diese Tipps, man solle sich „mal entspannen“. Dann halte ich mich lieber an den Tipp eines lieben Psychotherapeuten für Kinder: „Lachen!“ sagte der. Spass haben mit den Kindern, sich die Zeit schön machen. Leider verliert man zu oft genau das im stressigen Alltag und möchte nur den Tag noch rumbringen.

Die Zeit die man zusammen hat geniessen, weil man sie schön gestaltet so oft es nur geht, das ist mein Tipp. Und da muss eh jeder schauen, was ihm da gut tut.
Das ist auch irgendwie mein Ziel für dieses Jahr geworden. Ich bin ja eh schon so ein im Jetzt- und- Hierleber und die Zeit, die ich habe, möchte ich mit schönen Dingen füllen. Deswegen bin ich froh, wenn wir Freunde besuchen und besucht werden, zusammen basteln und Spielen, Ausflüge machen. Familienleben eben.
(Neben Zeit, die man für sich braucht, sich allein und als Paar.)

Und jetzt fallen mir doch viel mehr Dinge ein, die ich noch schreiben könnte, aber ich mach hier mal Schluss. 🙂

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dich Frau Kassiopeia, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

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Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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By | 2017-06-25T17:03:26+00:00 28. März 2013|Categories: Ich schreibe|Tags: |7 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

7 Comments

  1. SorayaLovesLife 28. März 2013 at 18:21 - Reply

    Schönes Interview! Sympathische Antworten!

    • Kat 29. März 2013 at 22:57 - Reply

      @SorayaLovesLife, Ja das fand ich auch. Hat sie alles ganz klasse beantwortet!

  2. Peggy 10. April 2013 at 13:43 - Reply

    Hey, das ist echt ein tolles Interview geworden. Vielleicht eine hilfreiche Info für andere angehende Tagesmütter: Hier kann man gut nachlesen, wie man Tagesmutter wird und was man dabei so beachten muss http://go.betreut.de/magazin/other/Checkliste_Happykidz.pdf

    • Kat 10. April 2013 at 19:08 - Reply

      @Peggy, Vielen Dank für dein Lob. Die Checkliste habe ich mal freigeschaltet, weise aber ausdrücklich darauf hin das es in jedem Bundesland andere Voraussetzungen gibt Kindertagespflegeperson zu werden.

      • Peggy 17. April 2013 at 15:46 - Reply

        @Kat, Ja, da hast du natürlich recht. Als erster Anhaltspunkt ganz gut, aber selbstverständlich muss man sich selbst immer noch mal ausfürhlicher informieren, wenn man gerne Tagesmutter werden möchte 😉

  3. Patrizia 5. Oktober 2013 at 19:57 - Reply

    Ein sehr interessantes, aber vor allen Dingen auch informatives Interview. Vielen Dank fürs Teilen.

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