6 Fragen an… eine Erzieherin.

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, wird eine neue Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendetwas mit Babys und Kindern zu tun haben, immer die gleichen Fragen stellen. Dieses mal mit Frau Frische Brise, Mutter von vier Kindern und Erzieherin. 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, das zu machen, was Du machst?

Wie ich auf die Idee gekommen bin, Erzieherin zu werden? Eigentlich wusste ich das schon immer. Schon als Kind. Ich war ziemlich sensibel und bin in der DDR schon sehr früh in die Krippe gekommen. An den Kindergarten kann ich mich noch in vielen Details sehr gut erinnern. Es war ein ziemlich strenges System. Wir haben viel gelernt, aber wir mussten auch sehr früh lernen, zu funktionieren. Und wie ich da während der Mittagschlafzeit auf meiner Pritsche lag, dachte ich so bei mir, dass doch die Arbeit mit Kindern sehr viel Spaß machen muss. Wenn ich Erzieherin wäre, würde ich das alles ganz anders machen. Und dann war das einfach klar.

Jetzt arbeite ich schon viele Jahre in Grundschulen im Vormittagsbereich. Ich bin im Unterricht dabei und unterstütze Schülerinnen und Schüler beim Lernen. Das macht mir viel Freude. Die Arbeit mit einem Lehrerkollegium ist sehr interessant. Und wenn mir die wildesten Rabauken auf dem Pausenhof in die Arme fallen, dann weiß ich, ich habe etwas richtig gemacht.

Wie wird man Erzieherin?

Als ich 1994 meine Ausbildung in Berlin begonnen habe, habe ich zunächst 2 Jahre die Berufsfachschule für Sozialpädagogik besucht. Während dieser Zeit wurden die Grundlagen für die soziale Arbeit gelegt und ich bekam Einblick in die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und habe selber in der Altenpflege in einer Sozialstation gearbeitet. Nach dieser Zeit konnte man sich entscheiden, welchen Schwerpunkt man hinterher in seiner Ausbildung wählt.

Nach den 2 Jahren Berufsfachschule haben sich 2 Jahre Fachschule für Sozialpädagogik angeschlossen. Ich wurde ausgebildet in Pädagogik, Psychologie, Medienpädagogik, Recht, Musikerziehung, Kunst und Bewegungserziehung. Das ist mir alles sehr leicht gefallen, da es genau meinen Neigungen und Interessen entsprach (und immernoch entspricht). Während dieser Zeit absolvierte ich Praktika in den unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen. Durch Besuche der Studierenden untereinander bekam ich einen guten Einblick in alle möglichen Kitakonzepte. Am Ende dieser 2 Jahre habe ich mein Examen geschrieben. Das waren schriftliche und mündliche Prüfungen in allen Fächern und Arbeitsberichte aus meinen Praktika.

Nach den 2 Jahren Fachschule für Sozialpädagogik lag noch ein Anerkennungsjahr vor mir. In dieser Zeit habe ich in zwei unterschiedlichen Einrichtungen wie eine vollwertige Erzieherin gearbeitet. Mit Früh- und Spätdiensten, Elternabenden und Reisen. Mir wurde Verantwortung übertragen und mir hat das sehr gefallen. Über meine Arbeit musste ich umfangreiche Berichte schreiben. Das war ganz schön aufwendig. Und das alles mit einer Möhre von Computer 😉

Nach bestandenem Examen und erfolgreich absolvierten Anerkennungsjahr durfte ich dann von der Behörde meine Urkunde abholen und mich fortan „staatlich anerkannte Erzieherin“ nennen.

Als ich mit meiner Ausbildung fertig war, wurde diese in Berlin reformiert. Die Zugangsvorraussetzungen wurden geändert.

Welche Fragen werden dir als Erzieherin am häufigsten gestellt?

Hm. Das sind hauptsächlich Fragen zum Tagesablauf des Kindes: hat es gegessen? Hat es geschlafen? Aber auch: wie kommt es mit anderen Kindern klar? Was hat es gespielt? Und ganz oft: wo sind die Hausschuhe? Wo ist die Brille? Wo ist die Federtasche? …

Die Eltern interessiert halt das Leben des Kindes außerhalb der Familie und sie möchten ein Stückchen davon erfahren. Ich bin quasi ihr Fenster zum Tag ihres Kindes.

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Beim ersten Kind war es die Fremdbestimmtheit. Das war ziemlich schwierig.
Mittlerweile überrascht mich eigentlich, wie gut ich damit klarkomme und wie gut ich trotzdem noch ICH sein kann. Mutter sein ist nur EINE Facette meines Lebens.
Und manchmal denke ich: Huch, ich bin tatsächlich erwachsen!


Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Concealer gegen Augenringe,
tolle Musik auf die Ohren,
bequeme Schuhe,
ein gutes Kopfkissen und eine gute Matratze,
Lavendelöl von Weleda,
ein Termin in der Woche, der nur Dir gehört, egal, ob Schwimmen oder der Stricktreff

 Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Ihr macht nichts falsch!

Ihr seid die einzigen und besten Eltern für Euer Kind.
Seid ehrlich, lustig und ruhig auch mal sauer.
Aber vor allem: bleibt gelassen. Die Zeit mit den Kindern ist viel zu schnell vorbei.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dich Frau Frische Brise , dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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By | 2017-06-25T17:03:24+00:00 11. April 2013|Categories: Ich schreibe|8 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

8 Kommentare

  1. Frische Brise am 11. April 2013 um 18:37 Uhr- Antworten

    Danke, ebenfalls 🙂

  2. SorayaLovesLife am 11. April 2013 um 23:32 Uhr- Antworten

    Tolles Interview! Hat Spaß gemacht, zu lesen! 🙂

  3. Steffi am 12. April 2013 um 11:08 Uhr- Antworten

    Hallo liebe Kat!
    Eine schöne Interviewreihe hast du da ins Leben gerufen! Gefällt mir gut 🙂
    Liebe Grüße!

    • Kat am 12. April 2013 um 12:24 Uhr- Antworten

      @Steffi, Vielen Dank für das Lob, ich hatte aber auch eine ausgezeichnete Interviewpartnerin.

  4. Micha am 12. April 2013 um 11:10 Uhr- Antworten

    Sehr spannend zu lesen auch in Kombination mit Frische Brises Erinnerungen an die eigene Kindergartenzeit.

    • Kat am 12. April 2013 um 12:25 Uhr- Antworten

      @Micha, Dankesehr. Ich habe Frau Frische Brises Eintrag auch grade gelesen und kann dir nur zustimmen..

  5. Sven am 15. April 2013 um 14:56 Uhr- Antworten

    Schönes Interview eines meist unterschätzten Berufs!

  6. Mona am 15. April 2013 um 22:56 Uhr- Antworten

    wow wie interessant. ich mache auch eine ausbildung yur Eryieherin und kann einige der antworten gut nachvollziehen. Weiterhin eine schoene Schwangerschaftszeit wuensche ich dir!!

Kommentare