Motti ist noch etwas klein um richtige Freunde zu haben, aber das hier geht in die Richtung. Ich weiß nur nicht ob ich das gut finde.

Gestern waren wir das erste Mal richtig auf dem Spielplatz. Natürlich waren wir früher schon mal mit dem Patencousinchen auf dem Spielplatz, aber eben nicht richtig, weil Motti weder krabbeln noch sitzen noch sonst irgendwas konnte.

Gestern war also endlich der doofe Schnee weggetaut und sogar etwa 17*C. Sommer. Oder so ähnlich. Ich beschloss also das wir das ausnutzen müssten und steckte kurzerhand das Kind in die neu erworbene Matschkleidung und wir gingen zu Spielplatz A hinterm Haus, dort angekommen setzte ich sie in die Sandkiste und…

Freunde

…dort saß sie dann erstmal eine Weile. Dieses komische Zeug unter ihrem Hintern, könnte das mal bitte jemand wegmachen? Wo ist denn hier der Teppich? Wieso sitzen wir hier? Was soll denn DAS?

Nach einer Weile gesellte sich ein etwa 7-jähriger Junge zu uns, rote Haare und augenscheinlich ganz in Ordnung. Er tobte wild über den Spielplatz und Motti beobachtete alles ganz genau. Was der schon alles konnte. Wow. Stehen, laufen, rutschen, runterplumpsen, buddeln…. irgendwann setzte er sich auch in die Sandkiste und fing an ein Loch zu graben.
Motti schaute interessiert zu. Dieser Junge berührte dieses Zeug FREIWILLIG??? Vielleicht ist es ja doch gar nicht so schlimm?

„Ich glaube sie ist die ideale Freundin für mich“, sagte der Junge.
„Wieso?“, fragte ich nach, „Weil du buddeln kannst und sie nichts macht?“
„Genau.“ „Habt ihr eine Schaufel?“
„Nein, noch nicht. Es ist ihr erstes Mal im Sandkasten und wir haben bisher keine gebraucht.“
„Hmmm…oder vielleicht ein Auto? Ich habe viele Autos und der Spielplatz bei unserer Wohnung ist viel toller, da kann man viel mehr machen. Wollen wir mal hingehen? Kann sie schon laufen?“
„Nein, sie kann noch nicht selber laufen, aber sie übt fleißig. Wieso nicht, wir können ja mal gehen.“

Daraufhin gingen wir einen Häuserblock weiter, und in der Tat, der Spielplatz war zwar (aus meiner Sicht) nicht größer, aber gepflegter. Wir setzten uns wieder in die Sandkiste und nachdem der Junge wieder anfing zu buddeln und Motti Sand hinhielt zum spielen, traute sich mein tapferes Töchterlein dann doch dieser „Natur“ mal eine Chance zu geben:

freunde

„Ich heiße Marvin. Wie heißt sie?“
„Marja.“
„Wie „Biene Maja“? Und wie heißt du?“
„Kat.“
„Hat sie auch einen Papa?“
„Ja!“
„Und wie heißt der?“
„Mr. Strandfynd“.
„Aha. Wollen wir jetzt mit meinen Matchboxautos spielen?“
„Wieso nicht!?!“

Da rannte der Rotschopf schon wie von der Tarantel gestochen zur Haustür, klingelte und wartete bis seine Mama ein Fenster öffnete.

„Mama, kannst du mir ganz viele Autos runterschmeißen?“
„Wieso das?“, rief seine Mutter.

So kam es das Motti ihr erstes Matchboxauto ganiert mit Sandkastensand ableckte und feststellte das der Sandkasten doch gar nicht so doof war wie gedacht.