6 Fragen an Susanne Mierau… eine Familienbegleiterin.

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendetwas mit Babys und Kindern zu tun haben, immer die gleichen Fragen stellen. Dieses mal mit Susanne Mierau, Familienbegleiterin und Mutter von zwei Kindern. 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, das zu machen, was Du machst?

Dass ich irgendwas mit Kindern machen wollte, wusste ich schon sehr früh, schon in der Schulzeit. Nach dem Abitur habe ich dann Kleinkindpädagogik studiert und bin dabei immer mehr in die Richtung Elternberatung gelangt. Bei einem Praktikum habe ich dann eine GfG-Familienbegleiterin kennen gelernt und dann war ich mir sicher: Das möchte ich auch machen.

Bis zur Ausbildung zur Familienbegleiterin hat es dann aber doch noch eine Weile gedauert. Erst habe ich die Weiterbildung zur Babymassagekursleiterin gemacht, dann zur Stillberaterin, dann habe ich mein Diplom erlangt und mich erst einmal für einen „sicheren“ Arbeitsplatz an der Uni entschieden, bevor ich mich doch endlich für die Weiterbildung entschieden habe. Aber seit ich Kurse gebe, war klar, dass das wirklich eine meiner Lieblingsaufgaben ist. Es ist toll, Familien auf ihrem Weg begleiten zu können, zu unterstützen und zu sehen, wie sie sich entwickeln. Es ist immer wieder eine sehr bereichernde Arbeit.

Susanne Mierau, wie wird man Familienbegleiterin?

Die Weiterbildung zur Familienbegleiterin bietet die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, Familienbildung und Frauengesundheit (GfG) an. Es ist eine sehr umfangreiche und intensive Weiterbildung, an der – im Gegensatz zu vielen anderen Weiterbildungsmöglichkeiten zur Elternbegleitung wie beispielsweise bei PEKIP – auch Menschen teilnehmen können, die nicht vom Grundberuf her schon Pädagogen, Sozialarbeiter oder Erzieher sind. Es gibt ein Hauptseminar, in dem man Gruppenleitungs- und Gesprächsführungskompetenzen erwirbt und viel Fachwissen rund um Schwangerschaft, Geburt, Elternschaft. Dazu kann man dann so genannte Module besuchen und so die Qualifikation zur Geburtsvorbereiterin, FABEL-Kursleiterin, Stillberaterin, Babymassagekursleiterin oder auch Kursleiterin für Rückbildung/Neufindung erlangen. So kann man ganz individuell zusammenstellen, welches Angebot man gerne später machen möchte.

Neben dem Besuch der Weiterbildungswochenenden muss man auch Hausaufgaben erledigen, sich mit anderen Weiterbildungsteilnehmerinnen austauschen, Fragebögen beantworten und natürlich in anderen Kursen hospitieren.
Es ist eine tolle Weiterbildung, in der man durch viel Selbstreflektionsanteil auch noch einmal sehr viel über sich selbst lernt.

 Welche Fragen werden dir als Familienbegleiterin am häufigsten gestellt?

Ich arbeite vorwiegend als Geburtsvorbereiterin und FABEL-Kursleiterin. In den Geburtsvorbereitungskursen ist wohl die häufigste Frage: „Wie fühlt sich eine Wehe an?„. In den FABEL-Kursen, die ja über das ganze erste Jahr laufen und manchmal auch noch im zweiten als FABEL-Maxi, gibt es ein ganz breites Spektrum an unterschiedlichen Fragen, die von den Eltern kommen.

Das mit Abstand häufigste Thema ist aber über all die Jahre, die ich nun schon Kurse gebe, immer das Schlafen: Wann schlafen Babys durch? Wann können Babys überhaupt durchschlafen? Ist mein Kind irgendwie unnormal, weil es mit 9 Monaten noch immer nicht durchschläft? Aber natürlich gibt es auch viele Fragen zum Stillen, zur Ernährung und zur Bewegungsentwicklung – eben alles, was Eltern so in der ersten Zeit interessiert. Manchmal sind auch die Themen Sexualität und Partnerschaft nachgefragt.

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Ich habe zwei Kinder. Meine Tochter ist vier Jahre alt, mein Sohn 6 Monate alt. An den beiden Geburten hat mich am meisten die Kraft überrascht, die in mir schlummerte und das Gefühl danach, dass mir im Leben nichts mehr was anhaben kann, weil ich einfach Kinder geboren habe. Im Alltag bin ich immer wieder davon überrascht, wie viel ich von meinen Kindern lernen kann und wie sehr sie mir helfen, mich neu zu entdecken. Und am Muttersein von zwei Kindern hat mich überrascht, dass wirklich jedes Kind anders ist – trotz gleicher Eltern.


Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Zeit ist wichtig: Zeit für die Kinder und Zeit für sich und den Partner. Und im Alltag sind es ganz einfach gute Schuhe, die jede Mutter braucht für die tausend Gänge, die man jeden Tag hat. Und ein Tagebuch, in das man ganz kurz aufschreibt, wie es einem geht. Denn das zeigt auch in stressigen Zeiten: Es kommen immer wieder gute Zeiten!
Und wer viele Fragen um das erste Lebensjahr hat, dem empfehle ich auch einfach gerne das Buch, das ich mit einer lieben Kollegin Doris Niebergall, ebenfalls Familienbegleiterin, zusammen geschrieben habe: „Fabelhaft durchs erste Babyjahr. Der gute Start für Eltern und Babys: Bewegung und Bindung, Spiel und Spaß

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden. Als Eltern haben wir viel zu tun und es ist oft nicht einfach. Aber es hilft sehr, wenn man einfach immer wieder neu startet und sich sagt: Gut, das war jetzt blöd oder das ist gerade anstrengend, aber es ist nur eine Phase. Denn es IST wirklich immer nur eine Phase!

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dich Susanne, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

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Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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By | 2016-10-30T23:39:07+00:00 25. April 2013|Categories: Ich schreibe|Tags: |2 Comments

About the Author:

Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

2 Comments

  1. SorayaLovesLife 26. April 2013 at 10:13 - Reply

    Auch wieder ein schönes Interview!

  2. […] denen ich vor zwei Jahren Anfing zu folgen. Im letzten Jahr beantwortete ich ihr “6 Fragen an eine Familienbegleiterin” und lese immer mal wieder bei ihr im Blog hinein. Als dreifache Mutter mit einem […]

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