6 Fragen an… eine Lehrerin.

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendetwas mit Babys und Kindern zu tun haben, immer die gleichen Fragen stellen. Dieses mal mit Schokoschade, Lehrerin von 18 quirligen Erstklässlern und Mutter von einer Tochter.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, das zu machen, was Du machst?

Das war irgendwie „vorprogrammiert“. Ich komme schlichtweg aus einer Lehrerfamilie…meine Eltern, Großeltern und Tante sind Lehrer. Ich bin also schon ganz früh mit dem Thema Schule und Lehrer in Kontakt gekommen. Ich war als Kleinkind mit auf Klassenfahrten, habe total fasziniert den Stapel Hefte durchgeblättert die zu Hause lagen und natürlich habe ich schon ganz früh in Rollenspielen „Lehrer“ gespielt.

Damit war mein „Schicksal“ besiegelt. Nein im Ernst, ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen als den Ärzten, Verkäufern, Politikern, Lehrern, Handwerkern etc. von morgen das Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen.

Wie wird man Grundschullehrerin?

Ich habe nach meinem Abitur 4 Jahre lang an einer Universität studiert und schließlich mein 1.Staatsexamen abgelegt. Dann musste ich noch 2 Jahre lang an einer Schule mein Referendariat machen, welches ich mit dem 2.Staatsexamen abgeschlossen habe. Schon während des Studiums legt man sich auf seine Fächerkombination fest. Ich habe Germanistik, Mathematik, Sachkunde und Religionswissenschaft/Philosophie studiert. Somit darf ich Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Ethik/Philosophie bis Klasse 6 unterrichten. Allerdings ist es in der Grundschule nicht selten, dass man für andere Fächer eingesetzt wird wie z.B. Werken/Kunst oder Schulgarten.

Inzwischen gibt es wohl aber das Lehramtsstudium nicht mehr mit dem Abschluss „Staatsexamen“ (zumindest an meiner Uni), sondern dies ist ein Bachelor-Studiengang geworden und das Referendariat wurde auf 1 Jahr verkürzt.

Welche Fragen werden dir als Lehrerin am häufigsten gestellt

Oh, das sind schrecklich viele und es kommt natürlich auch an aus welcher Blickrichtung ich das betrachte. Die Erstklässler fragen mir tagtäglich Löcher in den Bauch…;-) Elternfragen sind häufig Sorgenfragen. Irgendwie beginnt mit der Einschulung in Deutschland der „Ernst des Lebens“ und ein Kind muss dann häufig nur noch „funktionieren“ sowie in den Lehrplan passen. Somit sind Eltern häufig einfach nur verunsichert. Die häufigsten Fragen sind dann:

  • Wie lange wird es dauern bis mein Kind lesen kann?
  • Warum gibt es keine Noten in den ersten beiden Jahren?
  •   Was heißt offener Unterricht?

 Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Das sind viele Kleinigkeiten, wie z.B. wie schön doch ein Sonntagmorgen um 5 Uhr sein kann (vorher nie erlebt, zumindest nicht als Aufstehzeit;-)), wie faszinierend die Alltagsdinge sein können, die man als Erwachsener gar nicht mehr sieht (z.B. war meine Tochter sooo fasziniert von Schatten oder wir haben uns stundenlang Regenwürmer angesehen…toll!).

Außerdem hat mich überrascht, dass es tatsächlich den Mutterinstinkt gibt. Ich erkenne schon 2 Tage vorher, wenn meine Kleine was ausbrütet (da schüttelt mein Mann noch ungläubig mit dem Kopf…;-))

Natürlich gab es auch weniger schöne Dinge, die mich überrascht haben. Wie z.B. wie viele Sorgen man sich doch um jemanden machen kann.


Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Das ist definitiv „Zeit“. Ich bin in der glücklichen Lage schon relativ früh am Tag wieder zu Hause zu sein und kann somit wirklich Zeit mit meinem Kind verbringen. Dafür arbeite ich dann abends noch weiter, wenn meine Tochter schon schläft.

  • Ein absolut praktisches Must-have ist ein Geschirrspüler…nie wieder ohne!
  • Die gespeicherte Nummer der Giftzentrale im Telefon (und andere wichtige Nummern) kann auch helfen. 😉
  • Außerdem sollte dringend und wirklich immer Schokolade im Haus sein! 😉

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Die wichtigsten Personen in den ersten Lebensjahren eines Kindes sind die Eltern. (Thema: Urvertrauen!) Das Kind muss weder permanent bespaßt werden, noch braucht es große Geschenke. Viele Eltern werden mit Ratschlägen, Tipps und guten Meinungen überhäuft. Die müssen aber nicht richtig sein, man sollte seinen eigenen Weg finden und gehen! Wir haben einen teuren Kinderwagen zur Geburt bekommen. Unsere Tochter hat die ersten 6-7 Monate den Wagen gehasst, sie hat nur geschrien darin…ergo: ich habe sie getragen…7 Monate lang für mehrere Stunden am Tag! In einer Kleinstadt war das ein Novum und es kamen so Kommentare wie: „Ein Kind schreit nur im Wagen, das gab es ja noch nie…alle Kinder lieben doch den Kinderwagen.“ Eben nicht! Zu Beginn war ich ob dieser Aussagen auch verunsichert und habe immer wieder versucht sie an den Wagen heranzuführen. Allerdings hat dann doch irgendwann mein Mamainstinkt gesiegt. Also hab ich die Leute reden lassen und bin auf mein Kind eingegangen. Ich glaube, dass ist mit das Wichtigste, dass ein Kind ernst genommen wird (auch wenn es noch ganz klein ist).

Seid einfach da für euer Kind, und zwar dann „am meisten wenn sie es am wenigsten verdient haben!“

Aus Lehrersicht kann ich nur einen Tipp geben. Man kann gar nicht früh genug mit dem Vorlesen beginnen. Leider können nämlich viele Kinder nicht mehr richtig zuhören (also über einen längeren Zeitraum).

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dich Schokoschade, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

[wc_box color=“info“ text_align=“left“]

Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

[/wc_box]

By | 2017-06-25T17:03:24+00:00 8. Mai 2013|Categories: Ich schreibe|Tags: |1 Comment

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

One Comment

  1. Steffi 19. Mai 2013 at 21:01 - Reply

    Hallo! Das ist ja eine gute Idee mit den 6 Fragen. Da ich selbst Lehrerin bin, hab ich das Interview interessiert gelesen. Grüße, Steffi

Leave A Comment