Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendetwas mit Babys und Kindern zu tun haben, immer die gleichen Fragen stellen. Dieses mal mit Dorothee Gaupp, einer Doula.

doulaWie bist Du auf die Idee gekommen, das zu machen, was Du machst?

Begonnen hat eigentlich alles mit der Schwangerschaft und Geburt meines ersten Sohnes. Schon im Geburtsvorbereitungskurs hat mich die Neugier auf alles rund um das Thema gepackt.

Die erste Geburt hat mich dann eiskalt erwischt. Trotz intensiver Vorbereitung war ich nicht auf die Schmerzen vorbereitet und ich fühlte mich auch sehr allein gelassen. Es wäre schon gewesen, wenn man mich wirklich ernst genommen hätte. Hier hätte ich eine Doula gebrauchen können!

Nach der Geburt meiner Tochter (1993) habe ich von Doulas in Amerika gelesen. Mittlerweile hatte ich schon einige Schwangere im Bekanntenkreis unter meine Fittiche genommen (ich weiß nicht, ob sie das so toll fanden…) und so entstand der Wunsch selber Doula zu werden.

Zwei weitere Kinder und persönliche Veränderung hat es noch gebraucht, dann habe ich die Ausbildung zur Doula begonnen.


Wie wird man Doula?

In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten sich ausbilden zu lassen.

Die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung bietet seit 2006 die Ausbildung zur GfG-Doula® (https://gfg-bv.de/geburtsvorbereitungfamilienbildungfrauengesundheitgfg-doular.html) an. Mittlerweile gibt es drei Ausbildungsstandorte (Berlin, München, Ruhrgebiet). An 8 Wochenenden beschäftigen die Frauen sich intensiv mit ihrer eigenen Motivation, Grundkenntnissen über Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, aber auch Gesprächsführung und der Organisation ihrer Selbstständigkeit. Zusätzlich werden Inhalte im Literaturstudium erarbeitet und verschiedene Praktika, wie Kurs- und Geburtshospitationen ergänzen die Ausbildung.

Ausserdem gibt es noch die Möglichkeit der Ausbildung bei Melanie Schöne in Kooperation mit dem Verein Doulas in Deutschland e.V. und DONA International . Nähere Infos dazu auf der Seite von Doulas in Deutschland e.V. (https://doulas-in-deutschland.de/index.php/doula-ausbildung)


Welche Fragen werden dir als Doula am häufigsten gestellt?

  • Du bist was?!
  • Wo ist der Unterschied zur Hebamme?
  • Was kostet das?

Vielleicht eine kurze Antwort darauf: Ich bin Doula- Geburtsbegleiterin. Doulas haben keine medizinische Ausbildung, im Gegensatz zur Hebamme. Wir halten Händchen, sorgen für angenehme Rahmenbedingungen und hoffentlich die nötige Ruhe und Gelassenheit. Außerdem bin ich während der ganzen Geburt anwesend und unterliege keinem Schichtdienst.

Die Begleitung einer Doula während Schwangerschaft und Geburt kostet um die 500 Euro. Dazu gehören mind. 2 Treffen und die Rufbereitschaft vor der Geburt, die Begleitung der gesamten Geburt und 2 Treffen nach der Geburt.
Eltern, die sich diesen Betrag nicht leisten können, haben die Möglichkeit sich den den Verein Doulas in Deutschland zu wenden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat
werdenden Eltern mit geringem finanziellen Spielraum eine kostenlose Doula-Geburtsbegleitung zu ermöglichen.

Alle anderen Fragen empfehle ich im persönlichen Gespräch mit der Doula zu klären.

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Mich hat am meisten überrascht mit wie wenig Schlaf man auskommen kann. Meine ersten drei Kinder kamen schnell hintereinander und in den ersten Jahren war immer eines nachts unruhig. Trotzdem habe ich es überlebt…

Ich habe vorher auch nicht gewusst, dass man für so ein kleines Wesen so viel Liebe empfinden kann. Und mit jedem weiteren Kind wurde sie immer größer.

Wahnsinn finde ich auch, dass man da mit einem Menschen ein ganz enges Band hat, dass ein Leben lang nicht reißen wird.

Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Ein gutes Netzwerk. Es gibt so vielen Schnick-Schnack, den man sich kaufen kann, aber gute Beziehungen sind unbezahlbar. Jemand, der einem auch mal den Rücken frei hält, wenn die Zeit gerade stressig ist. Eine gute Freundin, die einem mal das Kind abnimmt, damit man duschen oder mal durchatmen kann, die einen Topf Suppe oder eine Tüte Brötchen vorbei bringt, wenn man nicht ans Essen gedacht hat.

Vor ein paar Jahren war mein Mann beruflich einige Monate in Lübeck und ich somit in der Woche alleine. Es tat so gut, Hilfe von lieben Menschen zu haben und nicht alles alleine schaffen zu müssen!

Wenn es dann doch noch etwas zu kaufen sein soll: ich finde eine Tragetuch absolut unverzichtbar. Gut gebunden hat man die Hände frei und das Bedürfnis des Babys nach Körperkontakt befriedigt.

Welchen Tipp möchtest du anderen Eltern auf den Weg geben?

Naja, wie ich schon oben sagte: Sucht Euch Gleichgesinnte!

Außerdem: Genießt die Zeit! Die Kleinen sind so schnell groß (meine Tochter ist gerade ausgezogen….). Besonders die ersten Moment kommen nie so wieder. Nehmt vieles mit Gelassenheit, aber seid trotzdem verlässlich. Und habt immer eine Kamera griff bereit für die kuriosen Situationen!

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dich Doro, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

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Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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