Liebling, die Windeln sind alle

Michelle hat mich auf Instagram gefragt „Wie geht ihr eigentlich mit drei Kindern einkaufen, wenn sich bei mir schon eins auf den Boden schmeißt?“

Wir haben keinen Ess-Wochenplan. Das mal vorneweg gesagt. Vermutlich durch den Schichtdienst des Mannes unterstüzt habe ich es noch nicht geschafft einen solchen Plan aufzustellen geschweige denn durchzuhalten. Wir sind beide „Spontanesser“ und dank eines gesunden BMI (wenn man denn an das Konzept glauben mag) nicht darauf angewiesen uns besonders zu ernähren. Daher können wir wunderbarerweise alles essen was wir wollen und Motti isst dankbarerweise alles mit. Zum Teil auch Sachen bei denen wir denken das sie die gar nicht mögen würde: Grünkohl zum Beispiel.

Wir wohnen so das wir nur einen einzigen, recht teuren Supermarkt in der Nähe haben. Für preisgünstige Märkte muss man ins Auto steigen und ein bisschen fahren. Das ist kein Problem wenn man zu zweit ist:

Kind 1-3 anziehen (Motti zieht sich glücklicherweise allerhöchstens die Schuhe wieder aus), Baby A und Baby B in Maxi Cosis (bei uns liebevoll „Schleppis“ genannt) und dann ab zum Auto. (Wir wohnen in einer Art Hochhaus – mit Fahrstuhl).
Wenn man alleine ist ist das ganze schon eine Spur aufwändiger:
Kind 1-3 anziehen und die Babys in die Schleppis schnallen. Dann Wickeltasche über die Schulter werfen, Haustür auf und erstmal alle Kinder ins Treppenhaus bekommen. Tür abschließen. Ein Kind im Schleppi und Motti an der Hand die Treppe zum Fahrstuhl runterbringen. Motti wartet dann beim Baby bis ich die fünf Stufen wieder hoch bin, den anderen Schleppi geholt habe, und wieder neben ihr stehe. Dann kommt meist schon der Fahrstuhl und ich greife mir wieder beide Schleppis während Motti ganz selbstständig in den Fahrstuhl läuft und sich so hinstellt das ich mühelos in den Fahrstuhl komme.

Unten dann alle wieder aus dem Fahrstuhl raus, einen Schleppi abstellen, Motti die Haustür aufhalten, warten bis sie draußen steht, dann selber mit den Maxi Cosis durch die Tür. Draußen müssen dann zwei Stufen gemeistert werden. Das kann Motti noch nicht ohne eine Hand zur Hilfe zu haben, also wieder einen Schleppi abstellen. Dann ist freie Bahn bis zur Straße an der wir meistens das Auto parken (einen Opel Zafira -7 Sitzer- #someonewillask). An der Straße ist Motti glücklicherweise nicht das Kind, welches ungebremst auf die Straße rennt, sondern sie hört sehr gut und rennt auch nicht blitzartig auf dem Bürgersteig. Es hilft natürlich ungemein wenn man nicht am A** der Heide parken musste. (Manchmal leider trotzdem unvermeidbar).

Beim Auto angekommen, müssen alle Kinder ins Auto und DANN geht es erst richtig los zum einkaufen.

Falls ihr mal eine Frau in meiner Lage sehen solltet: Es hilft nicht wenn man einfach vorbei geht und sagt:“Oh da haben Sie aber schwer zu tragen!“ Ja, danke das weiß ich auch. Fragen ob man mir helfen kann ist besser. Denn egal wie sehr man sonst die Zähne zusammenbeißt und sagt:“Dankegehtschon!“ manchmal ist man schon an dem Punkt an dem man gerne mal einen Schleppi weniger tragen würde.

Beim Supermarkt gibt es zwei Optionen:

  • Wir sind zu zweit
  • Ich bin alleine

Fall 1:
Wir holen 2 Einkaufswagen, setzen Motti in einen und auf die „Ladefläche“ kommt Baby A. Auf die Ladefläche von Wagen 2 kommt Baby B. Die Einkäufe kommen irgendwie drum rum.

Fall 2:

Möglichkeit A: Alle Kinder sind auf der Strecke in den Tiefschlaf gefallen.
Super! Ich husche schnell selber rein und lasse Rabenmutterartig alle Kinder im Auto (mache ich nicht wenn es draußen mehr als 20*C hat). Dann gehe ich allerdings nicht groß einkaufen sondern renne nur schnell durch den Drogeriemarkt und werfe Windeln, das nötigste und Geld aufs Laufband.

Möglichkeit B: Die Babys sind im Tiefschlaf, Motti ist wach.
Auch super! Dann schnappe ich mir Motti, renne schnell durch den Drogeriemarkt und werfe Windeln, das nötigste und Geld aufs Laufband.

Möglichkeit C: Alle sind hellwach.
Dann gehe ich nicht alleine einkaufen und habe ein Problem, sollten die Windeln wirklich alle sein.

Auf dem Rückweg dann die ganze Aussteigesituation wieder andersrum: Schleppis und Kind aus dem Auto, zum Fahrstuhl, hochfahren, hoffen das das Kind nicht grade heute beschließt ALLEINE Treppen steigen zu lernen, dann Tür auf, alle durch die Tür und drei Kinder ausziehen.

Das ist doch bei euch nicht anders, oder?

Ps. Motti schmeißt sich in Supermärkten glücklicherweise nicht auf den Boden (noch nicht), und bleibt dankenswerterweise auch im Sitz sitzen. Oder rennt selber mit ihrem kleinen Einkaufswagen durch die Gänge. Sie lässt sich dabei glücklicherweise mit Komandos und manchmal ein bisschen mitlenken durch die Gänge und zur Kasse dirigieren.

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By | 2016-10-30T23:39:05+00:00 8. Januar 2014|Categories: Familienleben, Ich schreibe|17 Comments

About the Author:

Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

17 Comments

  1. noise 8. Januar 2014 at 12:55 - Reply

    Wow! Die Einkäufe plus Schleppis plus Motti dann ins Haus zu befördern wird Teil 2? 😉
    Aber Hut ab vor dir.

    • Kat 8. Januar 2014 at 13:13 - Reply

      @noise, Ach so schwer ist das nicht. Sind wir alleine bleibt alles im Auto (abgesehen von den Windeln vielleicht) und der Mann muss es hochbringen wenn er zu Hause ist. Sind wir zu zweit bringen wir erst die Kinder hoch und dann läuft Mr. Strandfynd noch ein zweites Mal für die einkäufe.

      Spannend wars als Motti noch nicht laufen konnte: Da hatte ich dann auch noch zusätzlich Motti aufm Arm.

  2. Steffi 8. Januar 2014 at 14:24 - Reply

    na hut ab! wahnsinn. schon mit einem maxicosi in der hand schlepp ich mich manchmal halb tot. sobald man kinder hat sieht man wie kinderUNgerechnet gebaut wird oder wie unhöflich manche leute sind.

    • Kat 9. Januar 2014 at 00:36 - Reply

      @Steffi, Ich sage Motti manchmal das sie nicht trödeln soll, weil Mami sonst Orang-Utan Arme bekommt.

      Mit Zwillingswagen ist ganz viel Kinderungerecht gebaut.

  3. Betty 8. Januar 2014 at 22:17 - Reply

    Respekt. Wenn ich dich treffen würde, ich würde dir sicher tragen helfen. Aber sicher auch nur, weil ich weiss, wie schwer 1 Schleppi schon ist. Gut, das Motti so lieb ist. Ich wünsche dir das eure Situation, also mit 3 Minis, weitesgehend so entspannt bleibt, da Motti das spürt, das es eine besondere Situation ist. Mein kleiner Rabauke hat mir schon alleine öfters den Schweiss auf die Stirn getrieben. Und schlecht hören kann er auch gut 😉
    Liebe Grüsse!

    • Kat 9. Januar 2014 at 00:38 - Reply

      @Betty, Vielen lieben Dank für die guten Wünsche. Ich hoffe auch das es weiterhin so entspannt bleibt.

      Wie alt ist dein kleiner Rabauke denn jetzt?

      • Betty 9. Januar 2014 at 10:25 - Reply

        @Kat, er wird am 29.2 2 Jahre, irgentwie 😉 (also in diesem Jahr eigentlich nicht)

  4. Jassy 9. Januar 2014 at 01:40 - Reply

    Auweia 😉
    Ich kann zum Glück mittlerweile auf die Kindergartenzeiten ausweichen um einzukaufen und vermeide es tunlichst mit allen dreien ein Geschäft zu betreten. Man sollte ja meinen es wir einfacher wenn sie sich selbständig durch den Laden bewegen…aber nein. Du glaubst gar nicht was wir alles GANZ DRINGEND brauchen 😉 so schnell kann ich die Sachen alle gar nicht wieder zurück räumen wie sie im Wagen landen. Zwischendrin noch einen Wutanfall vom jüngsten weil der im Wagen sitzen muss und nicht mit den großen Brüdern den Laden erobern darf….da fehlt am Ende die Hälfte des Einkaufs und ich würd mich am liebsten mit den Fäusten trommelnd auf den Boden werfen 😉

    • Kat 10. Januar 2014 at 00:01 - Reply

      @Jassy, Auweia! Du sagst es! Mit Jungs sind es bestimmt tonnenweise Süßigkeiten und Spielzeug. Hier wird es bestimmt Klimbim und Naschkram. Obwohl Motti schon immer ganz aufgeregt auf die Tortelini mit Karviarfüllung gezeigt hat.
      Und ein „Mädchen“überraschungsei wollte sie letztens auch uuuunbedingt (gabs nicht).

  5. Judy 9. Januar 2014 at 13:19 - Reply

    Oh ja, ich erinnere mich noch, wie schwer schon ein „Schleppi“ (cooles Wort) war…
    Mittlerweile läuft der Beberich ja gottseidank auch, aber eben nicht immer dahin, wo ich will. Ich möchte mir das gar nicht vorstellen, wie das dann erst wird, wenn Eure alle drei laufen können 😀 Entspannung für Deine Arme, aber sonst so… LOL

  6. Judy 9. Januar 2014 at 13:21 - Reply

    Ach so ja: Wochenspeiseplan gibt’s hier auch nicht. Hatten wir noch nie, und wir können zum Glück auch essen, was wir wollen^^

    • Kat 10. Januar 2014 at 00:02 - Reply

      @Judy, Mir hat heute im Supermarkt eine Dame erzählt das sie früher ihre Kinder mit so „Hundeleinen“ vor dem Laden festgebunden hat. Auweia!

  7. Mamamulle 13. Februar 2014 at 19:19 - Reply

    Oh die Kinder im Auto lassen das könnte ich nicht. Hätte Angst, dass sie sich einschreien, irgendwas passiert oder dass sie geklaut werden. Hab da wirklich kein gutes Gefühl bei, nicht mal beim Tanken oder so :/

    • Ivi 18. Juni 2015 at 08:01 - Reply

      Danke, dass Du es geschrieben hast, ich habe es mich nicht getraut zu schreiben, aber ganz groß gedacht. Ich lasse meine Kinder nie im Auto. Vielleicht ist das, weil ich in der Großstadt aufgewachsen bin mit wachsender Kriminalität, aber alleine im Auto….neeeee, da hätte ich viel zu viel Schiss, dass die Kinder geklaut werden (zumal bei uns gerade viele „Zugezogene“ herumtreiben).

      LG Ivi

  8. Marie 2. April 2014 at 11:42 - Reply

    Oh Mann, dass stelle ich mir mehr als anstrengend vor!
    Ich Gedanke mich ja schon, wenn ich das eine Kind im Schleppi schleppen muss. ^^
    Bin aber auch Tragetuch verwöhnt.
    Vielleict wäre dass ja für euch auch eine Alternative?
    Also, zumindest einen Zwilling (auf dem Rücken?) in einem Tuch/einer Tragehilfe dabei zu haben? 🙂

  9. Urte 17. Juni 2015 at 21:24 - Reply

    Ist ja verrückt. Ich finde ja schon einen Schleppi irre schwer. Hut ab!

  10. […] Früher war fast alles besser. Zumindest für meine Nerven. […]

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