Haben wir bald keine Hebammen mehr?

Am Samstag den 8. März war ich auf einer ErMahnwache in Hamburg. Diese soll zum Zweck haben, unsere Politik daran zu erinnern das es JETZT Zeit ist zu handeln und nicht nur wischiwaschi und blah blah zu sagen. Denn wenn es so weitergeht wie bisher, dann stehen unsere Hebammen (ja unser aller Hebammen!) vor dem aus, da würde nicht einmal ein höheres Gehalt helfen. Geburtshilfe wie wir sie bisher kennen wird nicht mehr möglich sein. Dann gibt es nur noch… ja was eigentlich? Vielleicht müssen wir dann alle wieder Mutti fragen (die bei den meisten von uns auch keine Ahnung hat, denn selbst sie hatte ja eine Hebamme) oder wir müssen uns wieder wie vor langer Zeit alle auf unser Kräuterweiblein im Dorf stürzen und sie nötigen auch ohne Versicherung zu arbeiten. Wenn was schief geht klagen wir sie einfach der Hexerrei an und verbrennen sie. Ist ja auch einfacher als eine Versicherung, oder eine Politik die sich schert.

(Ihr merkt ich bin bei diesem Thema etwas *hust* gereitzt, und das nicht, weil ich meine eigene Hebamme nach den Kaiserschnitten so überdurchschnittlich häufig gebraucht hätte, sondern einfach WEIL DAS NICHT GEHT! Wen rationalisieren wir denn als nächstes weg? Altenpfleger? Sollen mal schön die Familien das wieder selber machen, neben der Vollzeitstelle und der Rentenvorsorge versteht sich, das medizinische Fachwissen und das Talent einen alten Menschen zu pflegen ohne ihm irgendwann ins Gesicht zu springen, das ist ja quasi angeboren das ist ein Urinstinkt -wie das Kinderkriegen oder so… äähh Moment….)

Nachdem mein Timing das Auto dem Ehegatten zu überlassen das dämlichste schlechthin war, entschied ich mich mit den drei Kindern ALLEINE mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hamburg rein zu fahren. An einem Samstag. Was bedeutet das wir etwa eine Stunde unterwegs sind, wenn wir alle Anschlusszüge bekommen und auch überall hinein passen. Ich zweifelte an meinem Verstand, aber ich wollte einfach etwas tun und nicht untätig rumsitzen wie man es viel zu oft macht. Also alle Kinder angezogen und mit dem Zwillingswagen an der einen und dem Mottilein an der anderen Hand ab zur Busstation.

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Der Bus kam, der Bus kostete Geld, der Bus verfuhr sich auf der Strecke zum Bahnhof im Nachbarort. (Noch nie erlebt sowas.) Wir erreichten durch interaktives Busmitlenken den Zielbahnhof, stiegen in den Fahrstuhl und dann in die UBahn und kamen tatsächlich an. Alle vier.

(Gut am Jungfernstieg gibt es keine Aufzüge die einem irgendwie weiterhelfen, ist nicht barierrefrei sagt der HVV (danke auch!) und ich hätte dann halt bis Station Pipapo fahren sollen und dann mit Kleinkind an der Hand laufen. Tschakka. Egal also mit dem Wagen und dem Kind auf dem Arm irgendwie die Treppen hoch und durchatmen.)

 

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Am Rathausmarkt trafen wir uns dann mit Frau Suutje, Frau Frische Brise und Feizaosgequake (alle drei wirklich, wirklich nett muss ich sagen, wobei ich Frau Frische Brise ja schon mal auf einer Lesung von Isa getroffen hatte und daher schon kannte.) und schlossen uns den Ermanhnern an. Bomben Wetter, bombenmäßig durchhaltende Kinder und leider hat man nichts verstanden, weil zu leise gesprochen wurde.  Aber wir waren da! Und vielleicht hat uns da oben doch jemand gehört. Weil man uns die Hebammen klaut.

Die Petition die es braucht damit die Politik zuhören muss, könnt ihr hier unterschreiben (-> klick!)

By | 2016-10-30T23:39:03+00:00 13. März 2014|Categories: Familienleben, Sachen machen mit Kindern|1 Comment

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Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

One Comment

  1. Herzmutter 14. März 2014 at 08:32 - Reply

    Hey Kat, toll daß du dich für die Hebammen einsetzt und das mit drei Kleinkindern… uff! Ganz ehrlich, ich hätte mir das nicht zugetraut und ich hab nur eins 😛 Respekt hoch drei!! Und daß sich noch der Bus verfährt: da denkt man echt heute ist der ultimative Scheißtag oder? 🙂 Hoffe die Demo hat was gebracht…

    Liebe Grüße, Janina

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