Halb Tier, halb Pflanze. Hausbesichtigung


„Sehr gepflegtes neu renoviertes Einfamilienhaus zu vermieten. Kommen Sie zur Hausbesichtigung.“

Das stand in der Anzeige, auf die wir uns heute ein Haus angeschaut haben. Es wäre sehr in der Nähe gewesen und Mr. Strandfynd hätte sogar zu Fuß zur Arbeit laufen können.

Es lag an DER Hauptverkehrsstraße des Ortes. Selbst an einem Sonntag stand man hinterm Haus und hörte den Verkehr rauschen, dann bretterte ein Flugzeug über unseren Kopf und ein Mann schleppte Möbel in den Garten. Wir fragten ob wir hier richtig seien. Das war der Fall. Daraufhin bat man uns hinein und zeigte uns die Küche. „Die (abgeschrammelte) Eckbank, bleibt die drin?“ „Nein, das kommt alles raus. Auch die Schränke, die Arbeitsplatte und Waschmaschine und Co. Außer Sie wollen die kaufen?“ (Äh nein, eigentlich nicht.)

Dann zeigte man uns das Wohnzimmer, wo es an der Wand zwar eine Heizung gab, man aber anscheinend den ganzen Winter schon mit einer Propangasflasche mit Heizaufsatz geheizt hatte. Daneben der größe Flachbildschirm den ich außerhalb eines Elektrofachgeschäfts je gesehen habe. Im Obergeschoss gibt es drei klitzekleine Kinderzimmer, die ansprechenderweise völlig verschimmelte Ecken hatten (schwarz!) und in denen der „liebevoll“ verlegte PVC sich wellte, sowie ein Badezimmer in dem anscheinend der Waschbeckenabfluss so verstopft war das man das Abwasser mit einem Schlauch in die Dusche leiten musste. (Den bröckelnden Putz und das verschimmelte Velux Fenster muss ich nicht erwähnen oder?)

Tür

Wir waren noch nie so schnell aus einem Haus wieder draußen. Wärend wir vom Grundstück fuhren, verbrannte der Vormieter lustig Kram im „Garten“ (der eher aussah wie ein Erdbebengebiet: einmal komplett umgewühlt, keine Latten mehr am Zaun, sondern nur noch morsche Pfosten etc. Wer weiß was da schon alles in den Boden gesickert ist und was passiert wenn man da Blümchen pflanzen würde. Halb Tier, halb Pflanze.)

Fazit: Ähh, nein. Danke. So wollen wir nicht wohnen.

PS: Der Titel stammt von meiner wunderbaren Schwiegermutter, danke dafür an dieser Stelle!

PPS: Der Spaß hätte 920€ kalt gekostet.

By | 2017-06-25T17:03:23+00:00 16. März 2014|Categories: Familienleben, Haussuche|2 Comments

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Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

2 Comments

  1. sommerelfe 17. März 2014 at 08:37 - Reply

    O.o
    Habt ihr mal gefragt, wo denn das „neu renoviert“ war? Das ist ja echt ne Unverschämtheit!

  2. Judy 18. März 2014 at 22:39 - Reply

    Hallelujah!

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