Besieg deine Angst – Schwanger mit Zwillingen

Whats your superpower?“Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger.”

Wir schauten etwas verblüfft und naja, der Schwangerschaftstest zu Hause hatte es schon gesagt, aber trotz Stillpille schwanger? Das schaffen nur Trottel die zu doof zum Verhüten sind …dachte ich. Mein Arzt erklärte mir, dass es einen ganz geringen Prozentsatz an Frauen gibt bei denen dies ohne Einnahmefehler passieren kann. Verantwortlich ist eine Hormonunverträglichkeit welche die Stillpille so wirksam wie Smarties macht, das dumme ist nur: Ob man diese Unverträglichkeit hat merkt man erst..: Wenn man wieder schwanger ist.

Wir waren wieder schwanger. Ein paar Wochen später zeigte sich dann der nächste Knüller:” Da ist das Herzchen, das schlägt ganz prima. Oh und da… da könnte noch eins sein. Dich kennen wir noch nicht.” WIE WAS DA KÖNNTE NOCH EINS SEIN? WIE DICH KENNEN WIR NOCH NICHT?? Der Arzt klärte mich auf das es vermutlich Zwillinge werden. Dass man dies aber in einem anderen Raum – der grade belegt sei – noch an einem besseren hochmodern Ultraschallgerät abklären müsste.

Long Story short: Baby A und Baby B wurden am 28.Mai 2013, einen Tag bevor Motti ein Jahr alt wurde, geboren. 8 Wochen zu früh, mit einem Zwillingstransfusionssyndrom. Das hätte alles viel schlimmer ausgehen können, ist es aber nicht, und wir sind unendlich dankbar für unsere drei Mädels.

Jetzt nach mehr als einem Jahr, denke ich ist es ein guter Zeitpunkt Resümee zu ziehen. Wie war es denn das erste Jahr mit 3 unter 2?
Es war alles in allem nicht so schwierig und anstrengend wie man sich das so vorstellen mag: Aber einige Schwierigkeiten hatten wir schon. Angefangen mit der Suche nach einem bezahlbaren Auto in das drei Kindersitze passen. Da fanden wir dann mit der Hilfe der Verwandschaft den Opel Zafira (7 Sitzer). Das Auto welches es möglich macht auch mal das Patencousinchen mitzunehmen oder den Zwillingswagen in den Kofferraum zu schmeißen. Ich will euch nichts vormachen, der ist dann voll,  RANDVOLL aber es geht.
Eine weitere Schwierigkeit war dass Motti zu dem Zeitpunkt, als die Babys geboren wurden, noch nicht laufen konnte. Das hieß einen Schleppi rechts, einen Schleppi links und Motti auf dem Arm tragen. Das ist nicht ohne und ganz sicher auch nicht zu empfehlen, egal ob Kaiserschnitt oder nicht. Aber, es ging nicht anders. Die Alternative wäre gewesen die Wohnung nur zu verlassen, wenn der beste aller Ehemänner zu Hause ist. Oder einfach so lange bis Motti läuft nicht mehr vor die Tür zu gehen. Mit einem Kleinkind auch keine Option. Augen zu und durch. Als sie dann sicher laufen konnte, war das eine riesige Erleichterung. Jetzt schleppen wir auch noch, aber nur noch zwei von drei Kindern.

Stillen kann man auch Zwillinge, da ich aber noch ein Kleinkind rumwuseln hatte, entschied ich mich dagegen. Fläschchen kann man im Notfall wegwerfen und Motti retten. Ein an der Brust angelegtes Kind kann man nicht mal so fallenlassen. Ein weiterer Vorteil war, dass man mit Hilfe einer Decke oder eines Stillkissens die Kinder (im Notfall) sich auch mal eine kurze Weile lang selber füttern lassen konnte. Ich sag nur Pipi machen. Oder mal an die Tür gehen wenn es klingelt. Steinigt uns ruhig. Aber wir haben es gemacht und bisher haben die Zwillinge keinen Schaden davon getragen. (Steinigungsberechtigt sind nur die, die auch schon 3 Kinder in 364 Tagen bekommen haben.)

Schlaftechnisch ist es fast wie mit nur einem Kind, würde ich sagen. Es gibt Phasen in denen man recht gut schläft und Phasen in denen man als Zombie mit extremer Laune durch die Wohnung geistert. Alles eine Phase und mit mehr als einem Jahr kann ich sagen: sie schlafen 70% der Nächte durch! Yeah!

Hilfe hatten wir nur durch die Oma, welche einmal in der Woche Motti zum Motti-Oma-Tag abholt. In den ersten Monaten haben wir das naheliegendste gemacht: Geschlafen. Ich will aber niemandem den Mut nehmen das man es nur mit Oma schafft. Nein, ich denke man schafft es auch alleine. Nachts aufgestanden ist Oma auch nicht ????
Wir waren so organisiert, das neben drei Kindern, einem Vollzeitjob im Schichtdienst es mir möglich war nach 6 Monaten Pause meine Ausbildung zur Tagesmutter wieder aufzunehmen.

Ich hatte inzwischenmal – rein aus Interesse – bei der Krankenkasse mich  erkundigt ob mir eine Haushaltshilfe zustehen würde. Dort sagten sie mir: Nein, das wäre nur der Fall, wenn ich mir ein Bein brechen würde oder so. Ich müsste völlig ausgenockt im Bett liegen. Aber die Sachbearbeiterin empfahl mir die Organisiation Wellcome, dort bieten Ehrenamtliche an gegen eine geringe Gebühr zu Helfen.

Für alle schwangeren Zwillingsmamas und Zwillingspapas da draußen, oder Einlingseltern mit geringem Abstand zum Geschwisterkind:
Habt keine Angst! Ihr schafft das! Ihr schafft das weil eure Kinder euch ausgesucht haben und ihr die besten Eltern für eure Kinder seid die man sich vorstellen kann. Es wird anstrengend. Ihr werdet manchmal auf dem Zahnfleisch gehen. Ihr werdet weinen und schreien.  Aber ihr werdet es schaffen! 

Wir glauben an euch!

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By | 2017-06-25T17:03:21+00:00 17. Juli 2014|Categories: Familienleben, Ich schreibe|18 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

18 Comments

  1. Glueckskindl 19. Juli 2014 at 14:51 - Reply

    Ihr könnt echt sehr stolz auf euch sein. Man kann sich sowas gar nicht vorstellen, aber man wächst da vermutlich echt hinein.

    • Katarina 19. Juli 2014 at 22:15 - Reply

      Hallo Glückskindl,

      Erstmal: Herzlichen Glückwunsch zum Weltmeisterbaby! Ich hoffe es geht euch allen gut!
      Ja, ich nehme an da wächst man wirklich rein. Oder anders: Man hat ja dann plötzlich drei Kinder statt einem, das muss dann gehen auch gerne mal „irgendwie“ statt „perfekt“.

      Alles liebe,
      Katarina

  2. Clara 19. Juli 2014 at 19:48 - Reply

    Hi, dass du keine Haushaltshilfe bekommen hast verstehe ich nicht. Ich hab es auch nach meinem Kaiserschnitt interessehalber versucht (1. Kind wohlgemerkt!) und sofort genehmigt bekommen. Zwar nur 2 Wochen lang, glaub 20 Std oder so aber immerhin!
    lg Clara

    • Katarina 19. Juli 2014 at 22:19 - Reply

      Hi Clara,

      Wie toll das du eine Haushaltshilfe bekommen hast! 😀
      Vermutlich ist es von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich wann was bewilligt wird. Ich hatte z.B eine Dame die eher zum Ende der Schwangerschaft hin zu uns kam, allerdings mehr für die Kinderbetreuung. Da machte uns aber Motti einen Strich durch die Rechnung, die extrem Fremdelte und die Dame nicht leiden konnte.
      Ich konnte sie auch nicht mehr leiden, als sie mir sagte ich solle mein fremdelndes, zahnendes Kind doch medikamentös Ruhigstellen damt sie nicht so weint.

      Ich hoffe deine Dame war qualfizierter…
      Alles liebe,
      Katarina

      • Clara 20. Juli 2014 at 20:47 - Reply

        Meine Güte! Es gibt doch echt arrogante Unsympathen!! Ja, ich hatte echt Glück und es war echt super die ersten 2 Wochen weder Wäsche noch sonst irgendwas im Haushalt machen zu müssen, obwohls ehrlich gesagt echter Luxus war… Aber wenns die Kasse zahlt…! 🙂
        Alles Gute und liebe Grüße!
        Clara

  3. Hanna 10. August 2014 at 22:36 - Reply

    Krasse Geschichte. Finde ich. Also vorstellen könnt ich mir das gar nicht. Aber richtig schön, dass ihr das alles so gemeistert habt und du auch nach 6 Monaten deine Ausbildung weiter machen konntest. Respekt!

  4. Sven 13. August 2014 at 19:39 - Reply

    Hallo Ihr 5,

    Hut ab vor der Kraft. Die braucht man. Es gibt lange Durststrecken, aber es gibt dann auch viele Momente, die ich als „Zwillingsbonus“ verbuche…

    • Katarina 17. August 2014 at 13:50 - Reply

      Hallo Sven,
      ja das sehe ich ganz genauso! 😀 Zwillinge sind super!

  5. Martina 4. September 2014 at 22:50 - Reply

    Respekt, drei Kinder so dicht beisammen. Das ist sicherlich ganz schön stressig. Ich und mein Mann sind noch am Probieren für das erste, aber wer weiß, vielleicht überraschen uns auch Zwillinge!

  6. Katrin 19. Februar 2015 at 10:27 - Reply

    Halleluja! Ich habe gerade ständig zwischen lautem Lachen und Oh Himmel-Ausrufen geschwankt und will euch einfach nur gratulieren, dass ihr das scheinbar alles ziemlich cool wuppt. Auch wenns bestimmt mal schwierig ist. Werde in Zukunft, wenn ich bei meinen zwei, die einen eigentlich total entspannten und jedes Recht auf Gestresstsein soeben verlorenen Altersabstand von zweieinhalb Jahren haben, mal wieder nicht weiß wo oben und unten ist. Macht also weiter so, ich wünsche euch alles alles Gute!

  7. sufo2 19. Februar 2015 at 10:28 - Reply

    Wow! Ich ziehe meinen Hut vor dir!
    3 Kinder in 364 Tagen das ist nicht ohne.
    Ich kann mir fit vorstellen, dass es so mache Tage gab, an denen es schlimm war.
    Ich gebe ja schon auf dem Zahnfleisch wenn meine beiden sich ohne Ende anzicken und brüllen und die sind 4 Jahre auseinander. Aber man muss immer sehen, dass man allen Kindern gerecht wird. Egal wie klein oder groß der Unterschied zwischen ihnen ist.
    Danke das du hier den Lesern Mut machst.
    Liebe grüße

  8. Meike 19. Februar 2015 at 11:46 - Reply

    Ich habe es mit einem leichtem Schmunzel gelesen… Unsere Zwillinge ( auch in der 32. Woche geboren und auch Mädels ) werden dieses Jahr 18! Kind drei und vier kam dann allerdings mit etwas Abstand ( 5 und 8 Jahre ). Es ist wirklich alles eine Frage der Organisation. Aber glaub mir, bei mir lief es bei den Zwillingen ähnlich ab. Und eine Haushaltshilfe habe ich trotz Kaiserschnitt auch nicht bekommen…

  9. Ines 19. Februar 2015 at 12:47 - Reply

    Ich habe im November Zwillinge bekommen und meine Tochter war dem Zeitpunkt 18 Monate. Du sprichst mir so aus der Seele. Ich finde uns in vielen Teilen deines Artikels wieder. Auch die Situation mit der Flasche und dem Stillkissen. 😉 Es geht manchmal eben nicht anders. Und du hast Recht man schafft es auch alleine, mein Mann kommt nur am Wochenende(montage) und die Oma arbeitet noch Vollzeit. Danke für deinen tollen Artikel! Das baut einen auf 🙂

  10. Teilzeitmutter 19. Februar 2015 at 21:01 - Reply

    Wow. Respekt! Ich finde, deine Geschichte macht echt Mut. Man wächst eben doch mit seinen Aufgaben. Aber was bitte ist ein Zwillingstransfusionssyndrom?
    LG!

    • Katarina 19. Februar 2015 at 21:04 - Reply

      Hallo Liebes,
      Danke!

      Ich habe mal eben gegoogelt (und bin echt froh das bei uns das mit dem Zwillingstransfusionssyndrom erst raus kamen als die Babys schon auf der Welt waren).

      http://de.wikipedia.org/wiki/Fetofetales_Transfusionssyndrom

      „Lustigerweise“ sahen unsere auch aus wie Schneeweißchen und Rosenrot auf dem Beispielbild.

      • Teilzeitmutter 19. Februar 2015 at 22:03 - Reply

        Puh, schön, dass alles gut ausgegangen ist. Und danke für die Info. Wieder ein Risiko mehr, dass man am liebsten gar nicht kennen würde…

  11. Jules 28. Februar 2015 at 20:03 - Reply

    DANKE für deine Story und die aufmunternden Worte!!! Das nimmt mir wirklich die immer mal wiederkehrende Angst. Bin voraussichtlich im September in fast der gleichen Lage wie du, da sollen meine Zwillinge auf die Welt kommen und meine kleine Tochter ist dann gerade mal 15 Monate… Denke schon, dass das ne Herausforderung wird, aber du hast mir Mut gemacht 🙂

  12. Jennifer Vollmer 29. Juni 2015 at 21:07 - Reply

    wow Respekt! Ihr könnt super stolz auf euch sein. Mir war es ja manchmal mit meinen 2 (2&4) Jahre schon zuviel.
    Wir wünschen Euch viele weitere schöne Jahre mit den 3 Mäusen ❤️

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