Muss mein Kind alleine im Kinderbett schlafen?

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schlafgut

Wir sitzen am Abendbrottisch und die letzten Happen sind in drei kleinen Mündern verschwunden. „Soo jetzt ist Badewannenzeit!„, verkünde ich. J. schmeißt ungerührt ihre Brotstückchen auf den Boden, S. versucht nach der Gabel der großen Schwester zu angeln und Motti hüpft aufgeregt auf ihrem Stuhl auf und ab. Beim Wort Badewanne fängt sie an sich an der Hose rumzuzerren (Mist! Wieso bin ich noch so klein!) und möchte am liebsten sofort in die Wanne springen. „Motti Wanne! Mama, bisschen Faum* auch! Und Robbe und Wal** auch!

Ich helfe allen drei Kindern aus ihren Kleidern und setze sie in die Badewanne. „Pu mal Mama! S. spritz und nass!“ Motti übergießt ihre Schwester mit Wasser und hat Glück das es S. ist die da so nah bei ihr sitzt, J. hätte das alles nämlich gar nicht lustig gefunden.
Wasser ist okay, wenn man darin in Ruhe gelassen wird und nicht bei so kindischen Sachen mitmachen muss wie „nass spritzen“.

Nach einiger Zeit wollen alle drei aus der Wanne, es wird sich abgetrocknet, Windeln angezogen und der Reihe nach Zähne geputzt. „Motti auch Zähne putzen und Hände waschen auch!“. Danach bringe ich die kleinen in ihre Betten, gebe ihnen ihre (Wasser-)Flaschen, einen Kuss und gehe aus dem Zimmer. In 9 von 10 Fällen schlafen sie innerhalb von 10min ein. Wenn nicht dann höre ich sie quatschen und giggeln bis es immer ruhiger wird.

schlafen

Mit Motti dagegen ist das etwas anderes. Sie kann/möchte nicht „alleine“ im Kinderzimmer einschlafen. Wir haben vieles versucht (schreien lassen war nicht darunter) aber nichts funktionierte so das wir alle zufrieden waren. Mal war das Kind völlig aufgelöst, mal war ich nach stundenlangem rumsitzen im Kinderzimmer mit den Nerven am Ende, mal wiederum machten sich alle Kinder im Kinderzimmer wieder gegenseitig so wach, das niemand schlafen konnte. Papa braucht es im Moment übrigens gar nicht zu versuchen, dann ist hier der Teufel los.

Doch im Moment haben wir wieder eine Lösung gefunden die allen passt und die für uns funktioniert: Ich/Wir  bringen die Babys ins Bett und lege mich mit Motti dann auf unser „großes Bett“, entweder es wird noch ein Buch vorgelesen oder aber sie sagt gleich das sie kuscheln will. Dann kuscheln wir und spätestens nach einer halben Stunde ist auch Motti eingeschlafen.In Nachtdienstwochen lasse ich sie auch da liegen, denn mal ehrlich wieso soll ich mir den Stress machen sie dann ins Kinderzimmer zu tragen nur damit ich sie Nachts dort entweder wieder aufsammeln muss, oder sie sowieso ins Bett geklettert kommt? In regulären Wochen schläft sie kuschelnd ein und ich trage sie dann in ihr Kinderbett.

Von dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ halte ich (und auch mein Mann) nichts. Es kann einfach nicht gut sein, wenn die Urinstinkte des Kindes missachtet werden. Die Autorin selbst sagt das ihr Buch für Eltern ist die „schnell, effektive Lösungen wolle, weil sie selber übermüdet sein.“

Das mag ja alles sein, aber sollte man da nicht zurückstecken statt das Kind zwingen etwas zu tun was absolut gegen seine evolutionsbiologische Herkunft ist?

Scheinbar nicht.

In Foren wird geschrieben „Soll man denn Ihnen deswegen aber alles durchgehen lassen? Soll schon ein kleines Kind oder Baby selbst entscheiden, was mit ihm geschieht, nur weil es weint? Natürlich soll man auf seine Bedürfnisse eingehen, aber es gibt Grenzen. “ und „Ich verstehe die harte Kritik an dem Schlaftraining wirklich nicht. Wie gesagt, man sollte es schon sanft machen und das Kind nicht einfach schreien lassen, sondern entweder anfangs ganz da bleiben oder immer wieder rein gehen und trösten, zeigen das man da ist. Alles andere ist wirklich grausam. Aber zum Teufel nochmal, wenn die Kinder mal weinen, dann ist das nicht immer gleich der Untergang der Welt oder seelische Grausamkeit. Kindern müssen auch Grenzen gesetzt werden und damit umgehen zu können müssen sie auch lernen! Sonst werden sie es später sicher nicht leichter haben. Jeder weiß, dass man nicht immer das haben kann, was man will und dass das immer auch das beste für einen ist.

(Quelle: hier. Will ich eigentlich nicht verlinken, mache es aber ob des Copyrights.)

Natürlich bin ich nicht blöd und war auch schon mehr als ein mal an dem Punkt an dem ich so gut wie ALLES gemacht hätte damit ich etwas mehr Schlaf bekomme. Ich finde auch nicht das jeder der o.g Schlafprogramm mit seinen Kindern gemacht hat per se ein schlechter Mensch ist und keine gute Mutter oder Vater. Man muss das alles im familiären Kontext betrachten: Jemand der darauf zurückgreift weil er sonst seinem Kind wegen Übermüdung aus dem Fenster werfen würde,hat meiner Meinung nach noch immer nicht den besten aller Wege gewählt; ABER er ist noch immer besser als schlagen/vernachlässigen und und und. Trotzdem empfehle ich jedem der in dieser Situation ist (also eine die man allgemein als „völlig am Ende“ bezeichnen würde)  sich jemandem anzuvertrauen, sei es nun der Partner oder ein Hausarzt. Denn es gibt nicht unbedingt jemanden der Nachts vorbeischaut, aber es gibt ehrenamtliche die einen Tagsüber etwas entlasten damit man da mal ein bisschen Schlaf bekommt.

Ich habe zwei Bücher im Hinterkopf die ich euch gerne zu dem Thema empfehlen (Affiliate Links) möchte:

Auch Susanne macht sich darüber Gedanken. Und ich habe auch schon mal darüber gebloggt. Wie ist die Schlafsituation bei euch? Seit ihr zufrieden so wie es grade ist?

einschlafen

 

*Faum= Schaum
**Robbe und Wal sind Badewannenspielzeugtiere

By | 2017-06-25T17:03:21+00:00 25. Juli 2014|Categories: Bücher, Ich schreibe|18 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

18 Kommentare

  1. Judy am 26. Juli 2014 um 11:59 Uhr- Antworten

    BabyChief war zum Glück schon immer ein „guter Schläfer“. Von Anfang an. So richtig ECHT übermüdet, dass wir nur noch Zombies waren, waren wir noch nie. Klar hat er mal Phasen, wo man länger zum Einschlafen am Bett sitzen muss, und er schläft auch nicht längst jeder Nacht im eigenen Bett durch – dann holen wir ihn eben zu uns. Aber so wirklich echt an der Grenze waren wir noch nicht, daher kann ich da auch nicht wirklich mitreden. Klar ist es etwas härter, seit auch ich wieder arbeite, da merkt man es halt dann mehr, wenn er doch mal nachts ne Stunde mehr rumturnt, als bei uns dann gleich weiter zu schlafen. Aber ist alles im Rahmen.
    Von daher sind wir bisher zufrieden. Man weiß natürlich nicht, was noch kommt 😉

  2. Mamamulle am 30. Juli 2014 um 23:23 Uhr- Antworten

    Mia braucht im Moment zwar ewig zum Einschlafen, steht ein paar Mal wieder auf, weil sie Pipi muss, ABER sie liegt überwiegend in ihrem Bettchen und erzählt fröhlich, bis sie irgendwann wirklich einschläft ^^ nachts kommt sie meist rüber zu uns ins Bett gekuschelt. Früher brauchte sie auch immer eine Einschlafhilfe/Person, dann gings irgendwann ohne.

  3. Yvonne am 4. Dezember 2014 um 17:18 Uhr- Antworten

    Ja, das liebe Ein- bzw. Durchschlafthema. Wer kennt es nicht… 🙂
    Wir handhaben es gerade so, dass Mama oder Papa mit (meist Mama) 🙂 mit unserem Spatz gegen 19 Uhr ins Elternbett gehen. Nochmal stillen, dann schlafen. Babyphone an und sobald sich im Laufe des Abends etwas tut, geht einer von uns zügig hin, legt sich daneben, steckt den Nuppi rein und dann wird weitergeschlafen (zu 95% klappt das so). Wichtig: Wenn euer Kind aufwacht und/oder schreit, hat es Angst, Bauchschmerzen oder irgend ein anderes Problem. Es will niemanden ärgern macht das auch nicht absichtlich! Also liebe Eltern, habt Geduld, Geduld, Geduld und guuuute Nerven. 🙂

  4. Sandra am 6. Juli 2015 um 20:07 Uhr- Antworten

    Super geschrieben.!!!

  5. Annemarie Bongardt am 5. Januar 2016 um 07:44 Uhr- Antworten

    Liebe Katarina,

    Applaus und vielen Dank für diesen netten und ehrlichen Bericht!

    Unsere Tochter ist heute neun und hat von Geburt an nicht gut bis gar nicht nachts geschlafen. Es sei denn sie wurde durch die Gegend getragen:-)
    ich weiss heute nicht mehr wie, aber wir haben diese Zeit überstanden.

    Die Vorstellung, dass ein neugeborenes Kind bereits zum Leidwesen seiner Eltern „seinen Willen“ durchsetzen will ist mir so was von zuwider, da könnte ich kotzen – sorry…

    Wir haben angenommen dass unser Kind die Nähe braucht und tun das heute noch.
    Ja, sie schläft noch in unserem Bett, aber man merkt dass die Zeit bald vorbei ist – und zwar von ganz alleine!
    Ich verstehe auch das Problem daran nicht, es gab ein paar Nächte mit Fuss im Gesicht oder Ellbogen im Rücken, in denen ich schlecht geschlafen habe, aber das hätte ich auch wenn ich alle zwei Stunden ins Kinderzimmer hätte rennen müssen.

    Und Entschuldigung, aber wer seine „Zweisamkeit“ lediglich im Elternbett ausleben kann, der könnte auch direkt drauf verzichten;-)

    Unsere Tochter kommt jetzt alleine mit dem Wunsch in ihrem bett zu schlafen und man merkt wie sehr sie das gerade beschäftigt. Ich finde es spannend das zu erleben und freue mich für sie über diesen Schritt.
    Auch wenn ich weiss, dass das ganz schön komisch sein wird;-)

    Gebt euren Kindern die Nähe, die sie brauchen. Grenzen sollte man an anderen Stellen setzen als;-)

  6. Vielohrhase am 6. Februar 2016 um 23:49 Uhr- Antworten

    Hat eigentlich irgend jemand der Kritiker das viel gescholtene Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen? “ überhaupt gelesen? Schnell ist die Rede vom „Schreienlassen“, dabei sind 1000 Ratschläge beschrieben, damit man das gar nicht erst machen muss. Ich habe es so satt, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich bei allen drei Kindern Schlaftraining gemacht habe. Und ja, sie schlafen super und ich bin darüber sehr froh. Tut mir leid, das sagen zu müssen.

  7. Bettina am 20. April 2016 um 21:26 Uhr- Antworten

    Wir schlafen zu 4 im Zimmer. Anders geht es irgendwie nicht und so sind alle zufrieden. Zum einschlafen muss einer von uns kurz dabei sein. Durchschlafen tut unser 2 1/2 auch nicht. Aber vielleicht liegt das auch an den ops die er als spaltkind sehr früh ertragen musste.
    Die bücher muss ich mal lesen.
    Lg,
    Bettina

  8. Rebecca am 23. Oktober 2016 um 00:11 Uhr- Antworten

    Jaja, das kennt doch fast jeder????Wenn sie dann älter werden und ihr eigenes Kinderbett sogar selbst aussuchen dürfen, ändert sich das! Unsere kleine hat sich ein Prinzessin Bett gewünscht bzw. ausgesucht: http://kindersitzgruppe24.de/kinderbett-maedchen/ und jetzt schläft sie auch gerne alleine! Natürlich dürfen aber die Kuscheltiere nicht fehlen!????

  9. Andrea Schmitt am 18. November 2016 um 17:14 Uhr- Antworten

    Ich denke, es gibt mittlerweile so viele Kinderbetten, habe alleine auf meiner eigenen Website soviele Betten gesehen, in denen die Kinder beruhigt schlafen können und vor allem, was mir sehr wichtig ist nicht herausfallen können. Klar schlafen die kleinen dann aber auch mal im richtigen Bett bzw. bei den Eltern 🙂

  10. Annna am 29. November 2016 um 20:56 Uhr- Antworten

    hey toller Blog ich denke es kommt immer etwas auf das Kind. Kinder brauchen die Nähe zu Ihren Eltern und in jungen Jahren ist es auch normal. Ein schönes Kinderbett verleitet auch zum schlafen gehen

    • Annna am 29. November 2016 um 20:57 Uhr- Antworten

      hey toller Blog ich denke es kommt immer etwas auf das Kind. Kinder brauchen die Nähe zu Ihren Eltern und in jungen Jahren ist es auch normal. Ein schönes Kinderbett verleitet auch zum schlafen gehen

  11. Nick am 30. Dezember 2016 um 17:36 Uhr- Antworten

    hi,

    woow super Artikel, denke auch das da jedes Kind anders ist. Tolle Bilder

    gruss Nick

  12. Tanja S. am 23. Januar 2017 um 17:13 Uhr- Antworten

    Hallo Katarina,

    da sprichst du wirklich ein leidiges Thema an. Ich glaube, die Ein- und Durchschlaf-Problematik (und den damit verbundenen Wunsch, endlich mal wieder selbst mehr zu schlafen) kennen wirklich alle Eltern. Und jeder geht anders damit um. Ich finde, ihr handhabt das sehr gut. Die Urinstinkte eines Babys vollkommen zu ignorieren, um es zu erziehen, halte ich auch für fragwürdig. Unsere Kinder haben beide zuerst bei uns im Beistellbett geschlafen und sind dann später ins eigene Kinderbett „umgezogen“.

    Ich finde es aber gar nicht schlimm, wenn die Kinder nachts zu den Eltern ins Bett kommen oder eben nur im elterlichen Bett einschlafen können. Sie zeigen damit meiner Meinung nach, dass sie die Nähe ihrer Eltern brauchen und ihnen die Einsamkeit Angst macht.

    Die Gewöhnung ans eigene Kinderbett war bei uns einfacher, wenn wir das Bett am Anfang in unserem Schlafzimmer hatten. So wussten die Kinder, dass wir in der Nähe sind, was ihnen beim Einschlafen geholfen hat.

    Liebe Grüße
    Tanja

  13. Zana am 13. April 2017 um 19:27 Uhr- Antworten

    Meine Tochter ist jetzt 5 Jahre alt und bei ihr hat es auch sehr lange gedauert, bis sie alleine eingeschlafen ist. Im letzten Frühjahr, da war sie knapp 5, hat es endlich geklappt.

    • Katarina am 13. April 2017 um 20:35 Uhr- Antworten

      Wie gut das es jetzt klappt und das ganz ohne Druck und Stress!

  14. Johana am 11. Juni 2017 um 13:50 Uhr- Antworten

    Also wir haben es auch von Anfang an gemacht das er in sein eigenem Bett schläft die ersten 9 Wochen bei uns im Schlafzimmer und mit 9 Wochen in sein eigenem Zimmer. Bei uns durfte er nur schlafen wenn er sehr unruhig bzw krank war.

    • Katarina am 11. Juni 2017 um 14:15 Uhr- Antworten

      Hallo Johana,
      ja so kann man es auch machen, aber ich glaube das wäre mir bei drei Babys zu viel gerenne gewesen. 😉

      Liebe Grüße,
      Katarina

  15. Mark am 6. September 2017 um 11:42 Uhr- Antworten

    Ich bin auch dafür, dass ein Kind am Anfang bei den Eltern schlafen sollte. Beste Grüße Mark

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