Lasst Männer Väter sein!

 

DaddysPin

 

Schatz, wir sind schwanger„, damit fängt es meistens an. Und dann? Schauen Männer meist in die Röhre. Sie ist schwanger und abgesehen davon dass sie schwanger ist, ändert sich 40 Wochen lang erstmal nicht viel. Okay, vielleicht doch ein bisschen was… da zieht dann der erste Babykram ein und die Liebste will jetzt plötzlich dieses oder jenes oder doch das allererste Möbelstück verrückt/gestrichen/aufgebaut haben. Bei uns endete es darin dass ich im 7. Monat mit den Zwillingen dachte es wäre super JETZT (wärend der Herzallerliebste bei der Arbeit ist) eine Wand zu streichen. (War eher anstrengend als super.)

Gestern schrieb ich bei Twitter, dass ich gar nicht wüsste wie es die ganzen arbeitenden Mamas schaffen, so ohne Mittagsschlaf. Ich habe so Tage, da werde ich auch mit dem 10. Kaffee nicht wach, da hilft nur noch eins nämlich SCHLAF.

„Wieso hast du nicht gefragt wie es die ganzen arbeitenden Papas schaffen, die Nachts ja auch zum Baby rennen, morgens todmüde sind und trotzdem 10 Stunden arbeiten gehen müssen?“, fragte Mr. Strandfynd.

Ja, wieso hatte ich das eigentlich nicht gefragt? Vielleicht weil ich nicht dran gedacht habe? Weil Väter Nachts nicht aufstehen? (Stimmt wohl nicht, meiner ist das glänzende Beispiel dass er – soweit er nachts zu Hause ist – überwiegend aufsteht. Ich hab die Tagschicht und wenn Motti was will, er nachts die Babys. Eigentlich fast ein bisschen unfair. Aber pssst.)

Vielleicht habe ich es nicht gefragt, weil es so aus dem öffentlichen Auge verschwunden ist. Natürlich sind die  „Working Moms“ diejenigen die zu bedauern sind, Schlafmangel, Kindergequake und dann auch noch der Vollzeitjob mit seinen Verpflichtungen.  Zeitfenster die zu optimieren und einzuhalten sind. 30min Auto fahren, dann 20min einkaufen dann Geschäftsemails beantworten (1 Stunde), dann schnell zum gemütlichen Treffen mit der besten Freundin am Sandkasten (45 min) und wieder los…

Gut zugegeben: Es sind wirklich überwiegend die Frauen die in den ersten Lebensjahren mit der Kindererziehung betraut sind. ABER ist das nicht zu  altmodisch gedacht? Sind nicht viel mehr Väter nachts auch wach und morgens müde?

Hast du deine Frau nicht im Griff?

Wie machen die das in der Firma, zumal dort ja noch häufig erwartet wird dass die Frau alles managt und sie nachts die einzige ist die aufsteht? Schließlich ist das ja die Bestimmung einer Frau: Kinder, Familie und Haushalt.  Die Bestimmung des Mannes ist „Mache dir die Welt Untertan“ (Arbeit/Geld/Für die Familie sorgen) oder so ähnlich. 😉 Die Männer dürfen weder zugeben das sie müde sind „Alles okay tamteramtamtam.“ noch dürfen sie online jammern.

Ich habe noch nicht einmal erlebt dass Männer sich in ihrer Stammtischrunde austauschen wie unglaublich müde sie sind. Dann bekämen sie von nicht so modern eingestellten Männern vermutlich noch die Breitseite dass sie ja eine Frau haben und wieso sie die nicht im Griff hätten, die muss sich ja kümmern, das ist ja schließlich Mutterinstinkt.

 

Da kommen wir langsam dem eigentlichen Problem auf die Spur: Wir fliegen zum Mond, tauchen in die Tiefsee, haben Handys die mehr können als Computer vor 20 Jahren. Aber Väter dürfen bitte mit ihren Kindern nur was zu tun haben wollen, wenn es angenehm ist. Kinderarztbesuche? Macht Mama. Impfen? Mama. Kind ist krank? Mama.  Kind will nachts nicht schlafen? Mammmaaaaa.

Männer die in ihrer Freizeit mit den (bestens gelaunten, wohlerzogen) Kindern zu tun haben sind gute Väter. Männer die Nachts aufstehen und sich auch um unangenehmes kümmern sind keine Männer.

Sehen wir Frauen solche Männer nicht als Männer? Aber ja doch! Ich kenne keine Frau die nicht verzückt dahinschmilzt, wenn ihr ein Mann erzählt dass er gestern beim Elternabend war und morgen Waffelkuchenbecher backt, damit die Juniorliene die mit in den Kindergarten nehmen kann.

Es liegt also am allgemeinen Bild. Ein Mann macht das nicht. Der verdient Geld.

Ich frage Mr. Strandfynd wie es als „moderner Vater“ denn so ist, dass einem von der Gesellschaft sein Interesse an den Kindern abgesprochen wird, sollte es mühselig oder unangenehm werden. „Bescheuert!“, sagt er ohne sich selbst zu zensieren. Es ginge ja gar nicht darum dass er auch jammern möchte, aber es wäre schön, wenn auch Männer mal der Kinder wegen müde sein dürften oder nicht blöd geschaut würde, wenn man  sagt:“ Ich will in Elternzeit gehen.“

Wir fordern daher: Lasst die Männer doch bitte auch echte Väter sein. Nicht nur „Gute-Laune-Daddys“.

 

WorkingDad

 

Wie ist es bei euch? Stehen eure Männer nachts auf? Männer macht ihr mit, oder wollt ihr das gar nicht? Wie ist es in eurer Firma, dürfen/können da die Väter auch mal sagen das sie heute der Kinder wegen zu Hause bleiben?  Ich spreche hier den Frauen übrigens gar nicht ab, dass sie es als „Working Moms“ schwer haben, sondern ich spreche den Männern zu dass sie es auch schwer haben dürfen – wenn sie sich auch in unangenehmen Dingen einbringen.

 

 

 

By | 2017-06-25T17:03:21+00:00 6. August 2014|Categories: Familienleben, Ich schreibe|12 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

12 Kommentare

  1. Sven am 6. August 2014 um 14:54 Uhr- Antworten

    Hallo Katarina,

    ein lesenswerter Artikel, der zum (Nach-)denken anregt. Du hast wohl recht, dass es aus dem Auge des Betrachters verschwunden ist und im Allgemeinen immer angenommen wird, die Frau schafft das schon alleine.
    Schafft sie manches Mal. Genauso häufig braucht sie aber Unterstützung. Sie braucht Männer, die ihr den Rücken frei halten. Ich mag ungerne damit „prahlen“, dass ich die ersten 2,5 Jahre nahezu nachts bei den Zwillingen aufgestanden bin, um meiner Frau den Rücken freizuhalten.
    Ab und an treffe ich mich mit anderen müden Papis – nein, nicht am Stammtisch – es gibt sie, auch wenn man sie manches Mal suchen muss. Es könnten aber ruhig mehr werden.

    • Katarina am 7. August 2014 um 20:36 Uhr- Antworten

      Hallo Sven,
      Erstmal: Willkommen hier auf dem Blog ich freue mich das du hier bist.

      Ich finde gar nicht das du damit prahlst, sondern das es eigentlich schade ist das Menschen als „Prahlemenschen“ bezeichnet werden, wenn sie so etwas kundtun. Es ist verdammt nochmal eine Leistung mit mehr als einem Kind immer Nachts aufzustehen! Es ist natürlich auch eine Leistung mit einem Kind die sind ja auch nicht problemlos, ABER mit zwei/drei/ noch mehr gleichzeitig ist das eben nochmal was anderes finde ich.

      Also nein, du prahlst nicht, sondern hast das ganz wunderbar gemacht, lieber Sven! (Ja, das darfst du von jemandem aus dem Internet annehmen! 😉 )

  2. Schwedenhausfan am 6. August 2014 um 14:59 Uhr- Antworten

    Ich habe zu Hause ein ganz besonderes Exemplar, denn mein Mann und ich haben die klassischen Rollen getauscht: er kümmert sich ums Kind, ich gehe voll arbeiten. Und ja, er wurde z.T. belächelt und bestaunt. „Wie? Du machst alles? Auch den Haushalt und das volle Kinderprogramm? Mit Windeln wechseln und allem Drum und Dran?“ Ich habe mittlerweile zumindest den Eindruck, dass er anderen Männern tatsächlich glaubhaft machen konnte, wie anstrengend der Job ist. Bei manchen wird er natürlich immer noch belächelt. Aber auf die kann man pfeifen. Gegen die Müdigkeit schlafen wir übrigens häufig 2 Mal / Woche getrennt. Jeder darf einmal alleine im Gästezimmer ohne jedes Kindergequäke durch- und ausschlafen. Sehr empfehlenswert 🙂

    • Katarina am 7. August 2014 um 20:41 Uhr- Antworten

      Hallo Schwedenhausfan,
      Vermutlich war bei euch die Entscheidung wer wieder arbeiten geht, die das du deutlich mehr verdienst als dein Mann? Ach eigentlich auch egal! Ich finde es super und würde gerne solche Männer mal im echten Leben kennenlernen. Hier gibt es nur überwiegend welche die meinen Mann wie einen Exoten anstarren, eben weil er GERNE mit den Kindern hilft, soweit es ihm möglich ist.
      Der Mann einer Bekannten sagte doch glatt:“ Das zweite Kind ist ein Mädchen, bei Mädchen wechsel ich nicht die Windeln. Ich bin ein Mann.“ Und meines Wissens nach hat er bis heute nicht eine Windel gewechselt.

      Den Gästezimmertipp finde ich super 🙂

  3. SaKo von verzueckend am 6. August 2014 um 19:27 Uhr- Antworten

    Hallo!
    Wir teilen uns die meisten Aufgaben. Ich arbeite mit einer 2/3 Stelle, mein Mann arbeitet in Vollzeit. Den Haushalt haben wir uns aufgeteilt (Mehr oder weniger macht jeder eine Etage). Der Hund wird abwechselnd von uns ausgeführt, während vor allem morgens der andere sich um die Tochter kümmert. Die Nächte übernehmen wir abwechselnd, damit mindestens einer pro Nacht auch wirklich schlafen kann.
    Mein Mann ist kompletter Vater, nicht nur bei guter Laune. Er hat auch schon in Gesellschaft verkündet, dass er müde ist, oder aber ein wenig von der zahnenden Tochter genervt. Das stieß in unserem Freundeskreis auch durchweg positive Reaktionen.
    Mich stören vor allem diese „Muttirunden“ – ich habe die Erfahrung gemacht, dass dort entweder alles super ist, natürlich alle Kinder durchschlafen und der Haushalt überhaupt kein Problem ist, oder dass alles furchtbar ist und sich alle unglaublich benachteiligt fühlen.
    Ich finde es schade, dass Mütter häufig nur ein extrem können. Sicher ist bei uns bricht immer alles nur Sonnenschein, aber auch nicht nur Chaos. Und genauso sage ich es auch, wenn mich jemand fragt, in der Regel dann anhängig von der jeweiligen Tagesform. Ich möchte mich auch als Mutter nicht verstellen, vielleicht auch gerade deshalb noch weniger, sondern ich sein dürfen mit meiner Meinung, die nicht in Abhängigkeit von einer Muttirunde steht.

    Liebe Grüße,
    SaKo

    • Katarina am 7. August 2014 um 20:44 Uhr- Antworten

      Meine Erfahrung in solchen Mutti-Runden ist, dass ich meistens gar keine Lust habe zu erwähnen das ich müde/genervt/ was auch immer bin, weil dann bei uns aufm Dorf gleich wieder das tratschen losgehen würde. Wenn man sagt: Alles super, interessierts keinen mehr.

      Du und dein Mann scheinen ein super Team zu sein! Toll das es so gut klappt bei euch! Wie alt ist deine Tochter denn jetzt?

  4. Judy am 6. August 2014 um 19:33 Uhr- Antworten

    Aaahhh, so meintest Du das gestern auf Twitter. Hab ich falsch verstanden.

    Wie ich das ohne Mittagsschlaf mache? Also, ich hab noch nie in meinem Leben Mittagsschlaf gemacht, egal, wie müde ich war. Also als Erwachsene 😉 Ich kann das nicht, für mich ist das „verlorene“ Zeit, wenn ich mich am hellichten Tag hinlege. Außer natürlich, ich bin krank. Ich hab das nicht mal im Wochenbett gemacht. Von daher packe ich das schon. Zum Glück haben wir aber auch ein easy Baby, was das Schlafen betrifft. Er hat zwar immer mal wieder Phasen, in denen er schlecht einschläft, aber wenn er dann mal schläft, dann schläft er. Und wenn er doch mal aufwacht, dann holen wir ihn zu uns ins Bett, und da schläft er dann auch ohne Trata weiter. Das war praktisch von beginn an so. Von daher war ich noch nie wirklich ein „Mombie“ 😉 Was uns mittlerweile eher zu schaffen macht ist das frühe Aufstehen auch am Wochenende. Kleinkinder kennen halt nur den einen Rhythmus…

    Und klar kümmert sich der Mann auch hier. Wir wechseln uns ab. Wenn die eine Nacht ich aufgestanden bin, dann ist er das nächste Mal dran. Ganz einfach.

  5. Judy am 6. August 2014 um 19:36 Uhr- Antworten

    Btw: Klar „jammert“ der MasterChief auch über Schlafmangel. Er ist auch derjenige von uns beiden, der mehr leidet, denn er braucht sehr viel mehr Schlaf als ich (das kommt mir natürlich auch noch entgegen, dass mir Zeit meines Lebens 6 Stunden Schlaf locker gereicht haben – früher sogar 4, aber man wird ja nicht jünger… ;-)).
    Aber der MasterChief wird da nicht komisch angeguckt. Der hat viele junge Väter als Kollegen, die bejammern sich gegenseitig und haben vollstes Verständnis. Von daher kann ich das so nicht unterschreiben, dass das immer so ist.

    • Katarina am 7. August 2014 um 20:48 Uhr- Antworten

      Ich mache auch nicht immer einen Mittagsschlaf. Mir geht es da nämlich wie du, ich weiß dann in der Zeit könnte ich das das und das ungestört erledigen und dann bin ich schon wieder auf den Beinen, eben weil es so kostbar ist, wenn ich mal einen Gedanken zu Ende denken kann ohne das mir jemand rein-Mamat. XD

      Wer hier mehr schlaf braucht, weiß ich gar nicht. Aber inzwischen ist es in Nachtdienstwochen von Mr. schon so das ich ab und an ganz bewusst mit allen Mädels was unternehme damit er zu Hause mal zum schlafen kommt. Die wollen ja natürlich auch den Papa, wenn er zu Hause ist.

  6. Jörg am 22. August 2014 um 20:00 Uhr- Antworten

    Toll beschrieben und es ist tatsächlich etwas Wahres dran.

    Und Ja, ich stehe auch Nachts auf und gehe arbeiten, es bleibt ja nichts anderes übrig als alleinerziehender Vater :D.
    Es gab aber schon durchaus Zeiten in welchen ich das tatsächlich anders gesehen hatte.

    Herzliche Grüße

    Jörg

    • Katarina am 24. August 2014 um 14:44 Uhr- Antworten

      Hallo Jörg,
      alleinerziehend ist nochmal eine Kategorie schwerer als zu zweit! Ich habe höchsten Respekt vor deiner Leistung! Hut ab.

      Ja, wenn es nicht anders geht (ist ja hier bei Nachtdiensten auch so) dann geht ne ganze Menge.

      Hast du denn sonst noch Unterstützung?

  7. karin am 24. April 2015 um 08:16 Uhr- Antworten

    Hallo,

    ich würde mir manchmal wünschen mein Mann würde auch jammern. 🙂 Er steht total oft nachts auf, weil ich durch Schlafmedikamente die ich einnehmen muss, es oft gar nicht höre. Dann hat er eine unglaubliche Ausdauer nach der Arbeit mit unserer Kleinen zu spielen. Und am Wochenende mit ihr auf dem Spielplatz rum zu klettern. Und Vollzeit zu arbeiten. Ich arbeite „nur“ Halbtags und bin Nachmittags für Haushalt und Kind zuständig und fühle mich dauernd irgendwie fertig und müde.

    Ich bewundere Ihn wie er das immer so schafft und immer Ruhig und ausgeglichen ist. Und das ohne jammern.

    Aber schöner Artikel zum Nachdenken.

    Liebe Grüße

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