BONUS Erfolgreich bloggen mit Isabel Bogdan.

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Ich habe Isa offline kennengelernt. Sie hat mich online kennengelernt. Klingt kompliziert? So schwierig ist es eigentlich gar nicht.

Wie vielleicht einige von euch wissen, habe ich eine Ausbildung zur Buchhändlerin gemacht, und der Mann von Isabel war einer meiner Lehrer in der Berufsschule. Eines Tages brachte er Isa mal mit in den Unterricht, damit sie uns etwas über ihren Job erzählt. Ich fand sie sympatisch, dachte aber die ganze Zeit: Man…wieso sagt dir der Name was..aber wiesooo?

Irgendwann (zu Hause) fiel dann der Groschen! Ich las Isas Blog schon ne ganze Weile, hatte sie aber nie als DIE ISA gesehen. Ja und nun? Da kennt man die Frau seines Lehrers quasi halbprivat, was macht man denn jetzt?

Ich entschied mich erstmal inkognito weiterzulesen und zu kommentieren, nachdem dann meine Ausbildung zu Ende war, mailten wir so hin und her und irgendwann schrieb Isa:“Der Mann sagt wir kennen uns.“ (Sie schrieb natürlich seinen Namen.)

Ich gab mich zu erkennen und…seitdem sind wir befreundet.

Das Internet ist ein Dorf.

 Magst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Isabel Bogdan, wohne in Hamburg und übersetze Bücher aus dem Englischen. Neuerdings schreibe ich auch selbst ein bisschen.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich wohnte damals in Coesfeld im Münsterland, wo mir ziemlich die Decke auf den Kopf gefallen ist. Anders gesagt: es war sterbenslangweilig dort. Da habe ich angefangen, Blogs zu lesen, und wollte irgendwann gern dazugehören. Also habe ich mein eigenes Blog angefangen. Und weil ich ein, zwei Blogger kannte, die mich gleich verlinkt haben, hatte ich auch von Anfang an ein paar Leser. Das war im Januar 2005.

Gab es für dich einen „Aha-Moment“, in dem du merktest, dass aus deinem Blog mehr werden könnte?

Zwei oder drei Monate, nachdem ich angefangen hatte, gab es in Berlin eine große Bloggerparty, die „blogmich05“. Da bin ich hingefahren und habe ganz viele Leute kennengelernt, deren Blogs ich kannte. Das war supertoll. Kurz darauf sind wir nach Hamburg gezogen, und ich habe auch dort sofort Blogger kennengelernt. Inzwischen kann ich schon lange nicht mehr zwischen „virtuell“ und „real“ trennen, weil ich die allermeisten meiner Freunde aus dem Internet kenne.

Meinst du das mit „mehr“?

Verdienst du mit deinem Blog Geld? -> Wie lange hast du schon gebloggt bis es mehr als 1€/Monat war?

Ja, ich verdiene Geld damit. Hat auch nur acht Jahre gedauert, bis ich damit angefangen habe. Es gibt in meinem Blog oben rechts einen einzigen Werbeplatz, der abwechselnd von der GLS-Bank und dem Verlag Kiepenheuer und Witsch bespielt wird. Außerdem habe ich jetzt zweimal kleine Modelabels vorgestellt, deren Kleidung ich sehr gern trage, und dafür Klamotten bekommen. Dann habe ich einen Flattr-Button, der meistens zwischen 2 und 5 Euro im Monat einbringt.

Das war’s.

Ich möchte nicht mehr Werbung in meinem Blog haben, denn ich möchte nicht, dass meine Leser mir irgendwann misstrauen, wenn ich irgendwelche Produkte erwähne oder so. Ich habe bisher nur Werbung für Unternehmen gemacht, hinter denen ich auch wirklich stehe, und das soll auch so bleiben. Sämtliche Werbung auf meinem Blog habe ich selbst akquiriert, das heißt, ich bin auf die Unternehmen zugegangen, weil ich sie super finde. Nicht umgekehrt.

Meine Glaubwürdigkeit ist mir wichtiger als das Geldverdienen.

Kannst du hauptberuflich Bloggen? -> Wenn nicht, würdest du das wollen, wenn sich die Chance ergibt?

Nein. Also, contentmäßig könnte ich das schon, es gibt immer genug zu schreiben, aber finanziell sicher nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich das wollen würde, wenn es zum Selbstzweck wird und man sich alle möglichen Verpflichtungen auflädt. Ich bleibe lieber bei meinem kleinen Privatblog mit gemischten Themen, auf dem ich niemandem Rechenschaft schuldig bin und machen kann, was ich will. Wenn mich ein Unternehmen als Bloggerin anstellt, für drei-vier Artikel im Monat oder so, das würde ich sofort machen. Aber hauptberuflich eher nicht. Dazu mag ich meinen Beruf auch zu gerne.

Welchen „unfairen“ Vorteil hast/hattest du eventuell anderen Bloggern gegenüber? (z.B. die Möglichkeit, zu Hause zu bleiben und hauptberuflich zu bloggen / du hast in deiner Nische angefangen ,als es noch nicht so viele Blogs gab / kennst dich gut mit Onlinemarketing aus etc.)

Unfair? Keinen, hoffe ich.

Mein Beruf hat mit Schreiben zu tun, deswegen habe ich da Übung und man kann vermutlich einigermaßen gut lesen, was ich schreibe. Das ist vielleicht ein Vorteil. Und ja, ich arbeite zu Hause, mir guckt niemand auf die Finger, wie viel Zeit ich mit Arbeit und wie viel mit Bloggen verbringe. Allerdings sehe ich das Bloggen auch als Teil meiner Arbeit an – ich habe schon Übersetzungsaufträge bekommen, weil Lektoren mein Blog lasen, meine Präsenz auf Facebook trägt dazu bei, dass Leute meinen Namen kennen, und so weiter. Ich betrachte meine Aktivitäten im Internet also nicht nur als Zeitverplempern, sondern auch als eine Art Markenbildung.

Nenne einen Fehler, den du am Anfang gerne vermieden hättest.

Öhm, da fällt mir tatsächlich nichts ein. Etwas, das sich bei mir im Laufe des Bloggens verändert hat, ist die Sache mit meinem Namen. Ich habe angefangen als „isabo“. Wer das Blog las, wusste schnell, dass ich Übersetzerin bin, und wer die Übersetzer kennt, konnte dann schnell auf meinen Klarnamen kommen. Ich wollte aber umgekehrt nicht, dass man, wenn man meinen Klarnamen googelte, auf dem Blog landete; ich wollte nicht, dass meine Lektorinnen das lasen und so weiter. Es war mir vermutlich ein bisschen peinlich. Was für ein Quatsch!

Das hat sich mit der Zeit geändert, inzwischen denke ich: natürlich sollen sie das lesen. Man muss ja als Freiberufler ein bisschen präsent sein, das Blog ist ja meine Visitenkarte. Jetzt hat es eine eigene Domain unter meinem vollen Namen, und das ist auch prima so.

Was würdest du sagen, hat dir geholfen, mehr Besucher/Traffic auf deine Seite zu bekommen?

Beharrlichkeit. Einfach immer weitermachen, am Ball bleiben, konstant etwas abliefern.

So viele Leser habe ich aber gar nicht. Aber die, die ich habe, sind teilweise unfassbar treu, manche lesen es wirklich seit 2005. Das rührt mich sehr. Und: ich habe aus irgendeinem Grund die tollsten Leser der Welt. Ich hatte nie ein Problem mit Trollen oder Stalkern oder Unverschämtheiten oder sonstwas. Vor einiger Zeit habe ich dazu aufgerufen, schmutzige Limericks zu dichten – es kamen innerhalb kürzester Zeit über 400 Kommentare, und nicht einmal da gab es Aussetzer, ich habe keinen einzigen Beitrag wegmoderiert. Obwohl es da wirklich nahegelegen hätte, dass die Sache entgleitet. Aber irgendwie habe ich wirklich Glück mit meinen Lesern. Eher Qualität als Quantität.

Was ist die bisher coolste Sache, die sich aufgrund deines Blogs ereignet hat?

Ein Großteil meines Freundeskreises kommt inzwischen auf die ein oder andere Weise aus dem Internet. Ich habe durch das Blog ein paar Aufträge bekommen. Leute kennen meinen Namen. Das ist alles toll.

Noch toller: vor ein paar Monaten habe ich mit meinem Freund  Maximilian Buddenbohm (den ich übers Bloggen kenne) zusammen das Interviewblog >Was machen die da?  gestartet. Das macht einen Riesenspaß und kommt gut an und ist total super. Und unfassbar viel Arbeit. Wir kennen uns jetzt aber schon so lange, dass wir das super zusammen hinkriegen.

Was aber vielleicht das Tollste ist: Als Übersetzer wird man dauernd gefragt, ob man nicht auch selbst schreiben möchte. Wollte ich nie, mich hat die Frage immer sehr genervt – es klingt, als wäre Übersetzen so eine Art Schreiben zweiter Klasse, für Leute, die das „richtige“ Schreiben nicht hinkriegen oder sowas. Dabei ist Übersetzen gar nicht leichter oder schwieriger als Schreiben, sondern einfach eine andere Arbeit. Ich wollte nie selbst schreiben und war immer happy als Übersetzerin.

Und dann habe ich übers Bloggen irgendwie doch mit dem Schreiben angefangen. Jetzt mache ich beides, ich möchte auch gern noch mehr schreiben, und das wäre ohne das Bloggen vielleicht nicht so gekommen.

Wo findet man dich, wenn man jetzt mehr lesen möchte?

Auf isabelbogdan.de und auf wasmachendieda.de

isaFoto: Maximilian Buddenbohm

Wer sich für diese Reihe interessiert muss auch unbedingt mal bei dem Interview mit Maximilian Buddenbohm vorbeischauen. Oder bei dem Interview mit Sandra von Girls Guide to Blogging. Am 18.8. geht es dann regulär mit der nächsten Folge weiter, das wird Mari von Baby, Kind und Meer sein.

Desweiteren habe ich euch zusammengestellt was ich hier auf Blogprinzessin.de nutze. -> Ressourcen.

By | 2017-06-25T17:03:21+00:00 10. August 2014|Categories: Interviews|5 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

5 Comments

  1. Hanna 10. August 2014 at 22:24 - Reply

    Aus Coesfeld. Krass… Da muss ich direkt mal gucken.

  2. […] Veröffentlicht am 18 Aug 2014 – 8:00 von Katarina Fie Tweet Pin It « Vorheriger Post | […]

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