Es geht Sie nichts an. Ein offener Brief.

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Liebe (ältere) Dame im Zoo,

Mein Name ist Katarina und ich bin die Mutter der niedlichen Zwillinge und der tollen großen Schwester, die Sie letztens im Zoo angesprochen haben. Eine Sache wollte ich Ihnen noch unbedingt sagen, aber sie haben mich nicht zu Wort kommen lassen.

Sie  sprachen mich einfach an, obwohl Sie sahen dass ich mit meinem Mann und den Kindern im Gespräch war. Dies war Ihnen augenscheinlich nicht bewusst als sie uns mitten im Satz unterbrachen und fragen ob die Zwillinge denn eine natürliche Geburt gewesen wären. (Nein, wobei Geburt ist Geburt finde ich, schmerzlos ist das auch nicht.) „Natürlich war sie das!“ implizierten Sie sofort und sprachen ohne Punkt und Komma weiter. Wie schmerzhaft es denn genau gewesen wäre, wie lange die Geburt gedauert habe und ob denn alles gut gegangen sei.

Mein Mann und ich starrten verlegen uns und neben uns das Schild „Großer Rundgang“ an. Wir versuchten uns freundlich zu verabschieden, aber da hatten Sie schon die Hände in unseren Kinderwagen verkrallt und plapperten ungeniert weiter. Obs denn Geburtsverletzungen gab und ob die Kinder Frühchen gewesen wären.

Ehrlich gesagt, konnten wir es gar nicht fassen. Sie wurden von Minute zu Minute distanzloser und selbst als wir langsam den Kinderwagen versuchten wegzurollen, krampften sich ihre Finger nur noch fester um den Griff.

Liebe ältere Dame,

ich verstehe das Sie das Thema bestimmt brennend interessiert. ABER es geht sie verdamte Sch…. nichts an! Egal was ich Ihnen Antworten würde.

ES GEHT SIE NICHTS AN!

Es macht mich wahnsinnig dass wir anscheinend ein Magnet für distanzlose Menschen sind. Denn Sie sind ja nicht alleine, sondern wir treffen viele Menschen die so sind wie Sie. Unsere Bankberaterin die, bevor wir uns richtig sortiert hatten, erstmal fragte wie viele Kilos ich denn in der Schwangerschaft zugenommen hätte. Oder die beiden Damen hinter mir in der Kassenschlange, die darüber philosophierten ob wir denn dem Irrglauben aufgesessen wären dass Stillen eine Verhütungsmethode wäre, oder ob wir schlicht nicht aufgepasst hätten,wie das mit dem Kinder machen funktioniert.

Ich verstehe es wirklich, das Sie alle Fragen haben.

Aber dann fragen Sie Ihren Partner, oder den Brockhaus/Wikipedia/ihren Allgemeinmediziner, oder schauen Sie in die Apotheken Umschau. Weder ich noch mein Mann MÖCHTEN uns mit Ihnen zwischen Tiergehegen im Zoo, im Supermarkt neben Margarine und KitKat oder in einer Bank zwischen Anzugträgern über Details über unsere Familienplanung im weitesten Sinne und Geburtsvorgänge im speziellen unterhalten. Es greift furchtbar ins Privatleben ein und hinterlässt einen ein bisschen überfahren und nackt.
Ich bin eine Person, die professionell eine Rampensau sein kann, aber ich bin so nicht wenn ich mit meiner Familie im Privaten unterwegs bin.

 

Liebe ältere Dame,

vielleicht wird das ganze für Sie nachvollziehbar, wenn ich Ihnen noch ein paar Fragen stelle:

Haben Sie eigentlich Probleme mit Ihrer Blase? Schaffen Sie es noch immer bis zur Toilette, oder geht auch ab und zu was daneben? Bestimmt, oder? Wie ärgerlich. Aber Sie tragen doch bestimmt Inkontinenzeinlagen? Vielleicht sind es auch schon Windeln. Welche Marke können Sie denn da empfehlen? Ist der Mann dort hinten Ihrer? Ja? Sagen Sie  mal, Sie wirken noch recht fit, haben Sie und ihr Mann noch manchmal… na Sie wissen schon? Ist das nicht merkwürdig, nach so vielen Jahren?

Ja, wir stehen mitten in einem belebten Zoo am Nachmittag, wieso schauen Sie sich denn so um? Ist doch völlig in Ordnung sowas zu fragen. Wissen Sie, ich bin Mutter und nicht meine Kinder sondern andere Menschen sorgen dafür dass meine Schamgrenze drastisch gesunken ist. Wie, auf die Fragen wollen Sie gar nicht antworten?  Zu privat sagen Sie?

Na sowas.

 

 

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By | 2017-06-25T17:03:20+00:00 10. Oktober 2014|Categories: Ich schreibe|35 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

35 Kommentare

  1. Elawen am 10. Oktober 2014 um 21:24 Uhr- Antworten

    *verneig* Danke, danke, danke! Bisher bin ich GsD um solche, äh, tiefschürfenden Gespräche *hust* drumrum gekommen, aber das was ich hier doch so immer erlebe, reicht mir schon völlig aus.
    Es muss auch definitiv an den Zwillingen hängen, heute war ich mit der Großen und nur einem Zwerg in der Stadt, da hat kein Hahn nach mir gekräht. O.o ENTSPANNUNG PUR! Ich bin ja hier im Ort nicht mal die einzigste Zwillingsmutter, eigentlich sollte man meinen, das ist langsam ein gewohnter Anblick, oder so 😉 Aber nein. Jedesmal das gleiche…

  2. Mamamulle am 10. Oktober 2014 um 21:49 Uhr- Antworten

    Oh Mann sowas würde ich ja auch abkönnen… Schrecklich!

  3. Mama Motte am 10. Oktober 2014 um 21:57 Uhr- Antworten

    Super Artikel…! Wie krass, das sie sich auch gar nicht abwimmeln ließ…

  4. Crissy am 10. Oktober 2014 um 23:05 Uhr- Antworten

    Ich muss sagen, meine Mutter war mit uns in einer ähnlichen Situatuion. Zwillinge sind faziniert und jeder meint dann erst recht bei zwei Kindern zu wissen, wie man sich verhalten soll.
    Bzgl Frühchen … passiert oft bei Zwillingsgeburten und darum fragt man gerne sehr oft zum Thema Geburt. Wobei ist doch egal, alles entwickelt sich gut … war bei mir auch so ^^

    Ich weiß von meiner Mutter, dass mein Vater ziemlich angepisst war, wenn Leute mich und mein Bruder begutachten und Weisheiten von sich gaben.

    Und diese Distanzlosigkeit wird nicht so schnell aufhören … bis zur 1.Klasse bleiben Zwillinge intressant und oft wird man angefasst und es kommen immer irgendwelche komische Fragen und erst recht die Geburtsfragen

    Auch wenn es nervig ist, sollte man sich schonmal auf die nächsten Jahre damit einstellen, dass es oft vorkommen wird … leider!

  5. Sandra am 11. Oktober 2014 um 01:23 Uhr- Antworten

    Das ist ja echt furchtbar :O Unglaublich was sich manche Menschen rausnehmen! Ja, nächstes Mal frag doch einfach das mit der Blase, das geht in die gleiche Richtung, und dann merken sie es vielleicht.

  6. neontrauma am 11. Oktober 2014 um 07:35 Uhr- Antworten

    Oha… das ist schon übelst dreist. Ich glaube, ich würde bei solchen Kommentaren nicht so ruhig bleiben können… oO

  7. Susanne am 11. Oktober 2014 um 07:46 Uhr- Antworten

    Uaaaa! Schrecklich. Kann ein bissl nachvollziehen wie entblößt du dich gefühlt hast!
    Ich selber ärgere mich bei solchen Situationen immer, dass mir in dem Augenblick nichts schlagfertiges einfällt sondern erst viel später.

  8. Herzmutter am 11. Oktober 2014 um 11:26 Uhr- Antworten

    Ist ja echt übel… dumme Fragen kenne ich aber sowas Dreistes ist mir noch nicht untergekommen. Wenn euch das öfters passiert könnt ihr ja schonmal die ein oder andre Antwort parat legen 😀

    Liebe Grüße!

  9. Heike K. am 11. Oktober 2014 um 11:29 Uhr- Antworten

    Hallo Katherina 😉

    sehr gut geschrieben, gefällt mir sehr 😉

    Konnte es beim lesen richtig nachempfinden und hoffe inständig, dass ein solches Verhalten mit Distanz betrachtet, ganz bald der Vergangenheit angehören mag. So etwas gehört sich nicht, mag niemand gerne am eigenen Leib spüren.

    LG Heike

  10. Sean am 12. Oktober 2014 um 06:37 Uhr- Antworten

    Hallo Katarina,
    wir haben keine Zwillinge, sondern zwei Töchter mit 1,5 Jahren Abstand. Etwas über die Geburten zu erzählen stört meine Frau komischerweise gar nicht. Wenn wir aber mitten an einem Familiennachmittag angesprochen werden würden, würde sie sicher auch sparsam gucken.
    Wir beobachten das Phänomenen „Plankinder“. Durch den geringen Abstand werden wir immer mal wieder gefragt, ob die Kinder geplant waren. Hallo??? Und gerade kinderlose Bekannte versuchen aufzuklären, dass man trotz Stillen schwanger werden kann. Ach, ist nicht wahr?! 😉
    Es ist schon wirklich dreist.

  11. […] die es auch schon in meiner Blogroll gibt und in dieser Woche besonders mit ihrem Post “Ein offener Brief” überzeugte (wobei Katarina immer überzeugt!!). Interessant finde ich auch den Blog der […]

  12. Hana Mond am 28. Oktober 2014 um 18:44 Uhr- Antworten

    Diese Antwort sollte man nicht nur bloggen, sondern Fremden, die solche Fragen stellen, direkt entgegnen … 🙂
    Fürs potentielle nächste Mal hat man die Antwort ja jetzt parat und muss nicht erst nach der schlagfertigen Entgegnung suchen 😀

  13. Mel am 29. Oktober 2014 um 17:39 Uhr- Antworten

    Wundervoll, man kann richtig schön rauslesen, wie du ihr das, nachdem du deine Sprache wieder gefunden hast, gerne persönlich sgen würdest. Und du hast so recht! Wir haben nur ein Kind, aber unabhängig davon kennen wir alle distanzlose Menschen. Bestes Beispiel sind die, die meinen sie könnten einfach dein Baby anfassen, weil es doch so niedlich in seinem Wagen liegt, weil es klein ist süß und weil es so toll duftet…

    Beim nächsten Mal, werden wir alle einfach ein bisschen spontan ganz erhlich sein. 😉

    LG Mel

    • Katarina am 29. Oktober 2014 um 19:04 Uhr- Antworten

      Danke Mel!

      Ja vielleicht sollte ich einfach weniger höflich und ehrlicher sein, andererseits haben es die Menschen vielleicht auch manchmal nicht so gemeint und ich würde ihnen unrecht tun….

  14. Mel am 30. Oktober 2014 um 14:41 Uhr- Antworten

    Man kann ja auch auf nette weiße ehrlich sein. 🙂 Wenn man aber immer nichts sagt, da entsteen genau solche Posts. 😉 Weil man sich ärgert und sich keine Luft machen konnte. 🙂 Sollte Post sind gut, nicht das ich das damit sagen will, aber es gibt Gründe warum man überhaupt auf die Idee kommt, das zu eine Blogthema zu machen. 😉

  15. Nadine am 12. November 2014 um 21:05 Uhr- Antworten

    Ich hatte eher einen Artikel über Privatsphäre von Kindern erwartet, als ich die Werbung für diesen Artikel sah.
    Dass man einer älteren Dame, die man live getroffen hat, nun auf diesem Wege sagen möchte, was man sich in der Realität ohne Tastatur nicht traute zu sagen, ist meiner Meinung nach wenig zielführend. Die Dame wird wohl kaum diesen Beitrag lesen.
    Stattdessen sucht sie lieber draußen den Kontakt zu echten Menschen. Vielleicht lebt sie allein, ihre Kinder sind weit weg und sie vermisst das Familienleben. Ich finde es grundsätzlich eher gut, wenn man andere Menschen anspricht und nicht erst eine Selbsthilfegruppe oder das Internet aufsucht, um Kontakte zu knüpfen.
    Nach dem Lesen des Textes frage ich mich, was denn so schwer daran ist freundlich aber bestimmt zu sagen, dass man gerne seine Ruhe haben möchte, oder persönliche Fragen nicht beantworten möchte. Wegen mir auch ein „Das geht Sie nichts an“ direkt vor Ort, anstatt diesen Gedanken so lange herunterzuschlucken bis ein „ver­damte Sch.…“ hinzukommt.
    Ich möchte gar nicht vermuten, dass die Dame vielleicht schlecht sehen konnte oder warum sie euren Distanzrahmen nicht erkannte. Man verstand scheinbar dieselbe Sprache, insofern lag es an euch zu sagen „ich möchte das nicht“.

    • Katarina am 12. November 2014 um 21:41 Uhr- Antworten

      Hallo Nadine,
      Ja, natürlich hätte ich in einer anderen Welt als idealer Mensch so reagieren können. Aber wer nicht mit uns unterwegs ist oder unser Leben lebt, hat eigentlich -auch im Internet- kein recht darüber zu entscheiden was eine richtige oder falsche Handlungsweise in der speziellen Situation war. Nonverbal müsste auch jedem klar sein, das langsames weitergehen und „wir müssen dann auch mal weiter“ sagen, DEUTLICHE Zeichen sind, das persönliche Grenzen überschritten wurden. Wenn das nicht reicht, darf ich genervt und wütend sein.

      Die Frau war bei klarem Verstand, nicht dement und ganz bestimmt ist es nicht meine Aufgabe für sie da zu sein, wenn sie einsam ist. Wenn du das anders siehst, super: Ich schicke solche Menschen dann demnächst einfach zu dir. 😉

      „Nach dem Lesen des Textes frage ich mich, was denn so schwer daran ist freund­lich aber bestimmt zu sagen, dass man gerne seine Ruhe haben möchte, oder per­sön­li­che Fragen nicht beant­wor­ten möchte.“

      Vielleicht ist es dir ganz einfach, klar deinen Standpunkt genau in so einer Situation zu vertreten. Ich kann das nicht immer, daran kann man arbeiten oder aber auch nicht.

  16. Nadine am 12. November 2014 um 23:01 Uhr- Antworten

    Liebe Katarina,

    du darfst mir glauben, dass das auch mir manchmal schwerfällt, klare Grenzen zu setzen und ich mir hinterher denke „ach hätte ich doch „dies&jenes“ gesagt“. Es gab auch schon Menschen, die mir sagten, sie befolgen gerade den Tipp ihres Psychiaters und sollen quasi im Rahmen ihrer Therapie Menschen ansprechen. Ganz blöde Situation.

    Ich denke zugleich an meine Großmutter, die seit ich sie kenne immer wieder Grenzen überschreiten konnte. Sie kann durchaus höflich sein, kennt und nutzt meistens die Worte bitte und danke und ist manchmal eher zurückhaltend, wenn es darum geht sich hilfesuchend an andere/fremde Menschen zu wenden. Manches Mal traut sie sich zum Beispiel nicht eine Verkäuferin zu fragen, wo eine Ware zu finden ist oder dem Apotheker zu sagen, dass die kleine Packung wirklich ausreicht.
    Zugleich hat sie es schon fertig gebracht, fremde Menschen ähnlich zu interviewen wie in deiner geschilderten Situation. Und glaub mir, man möchte im Boden versinken, wenn Oma anderen z.B. erklären möchte, dass sie doch eigentlich eher Oma als Mutter sein könnten. Ich griff ein, entschuldigte mich und versuchte Oma später zu erklären, dass solche Fragen in der Öffentlichkeit, gegenüber Fremden und überhaupt blöd sind. Blöd war ebenfalls, dass die Frau noch sowas sagte wie „macht nichts, solche Fragen kommen öfter“. Oma fühlte sich somit bestätigt in ihrem Handeln („andere fragen ja auch“). Es fällt mir manches Mal schwer sie so zu akzeptieren, wie sie ist. Vor allem, weil manchmal auch Alternativbeispiele wie „Oma du möchtest doch auch nicht mit Fremden über Thema x oder y sprechen“. Das ist dann ganz was anderes- oder aber „Klar, dazu kann ich sonstwas sagen…

    Nonverbale Zeichen funktionieren bei manchen Menschen nicht (immer). Damit es seltener zu Missverständnissen kommt, haben wir die Sprache, um uns damit deutlicher auszudrücken. Und auch dabei kann es Missverständnisse geben. Gerade in der älteren Generation folgt manchmal nach einem „ich muss dann eigentlich weiter“ oft noch ein ewiglanger Klatsch&Tratsch.
    Natürlich kann man nicht für alle fremden Menschen da sein, die Hilfe brauchen, einsam sind und ein Gespräch suchen. Mir ist auch klar, dass sich manche Menschen leichter abwimmeln lassen.
    Bei der geschilderten Situation bin ich mir jedoch sicher, dass die unbekannte Dame, sie ganz anders eingeschätzt hat. Ich glaube auch nicht, dass sie sich vorgenommen hat, euch in eurer Familienzeit zu stören oder ein Kräftemessen am Kinderwagengriff veranstalten wollte.

    „Aber wer nicht mit uns unter­wegs ist oder unser Leben lebt, hat eigent­lich –auch im Internet– kein recht dar­über zu ent­schei­den was eine rich­tige oder fal­sche Handlungsweise in der spe­zi­el­len Situation war. “
    Ich denke, es geht weniger um richtig oder falsch. Das ist natürlich individuell. Einer fühlt sich wohl damit jedem Fremden ein „verpiss dich“ entgegen zu schleudern, andere geben höflich Antworten und versuchen dabei anzudeuten, dass sie eigentlich nichts dazu sagen wollen.
    Ich finds immer gut, wenn Menschen klar sagen, was sie wollen, bzw. nicht wollen und dabei dennoch charismatisch sind. Hab ich einmal bei Frisör erlebt, dass ein symphatischer Mann gleich am Tresen klarstellte, er möchte keinen Smalltalk und kommt wirklich nur zum Haareschneiden.

    Was mir in der geschilderten Situation von euch einfach fehlte war eine klare Aussage, ein klares „Nein“. Ich denke, dass dadurch viele Missverständnisse vermieden werden könnten. Stattdessen lächeln wir immer freundlich, erfinden Ausreden oder beantworten gar die Fragen, die uns peinlich sind, zu persönlich etc. und wundern uns dann, dass die Gegenseite es nicht versteht.
    Wenn du deiner Bankberaterin von deiner Gewichtszunahme erzählt hast, brauchst du dich beim nächsten Mal nicht zu wundern, wenn sie sich nach anderen Kinderthemen erkundigt 😉

    • Katarina am 12. November 2014 um 23:10 Uhr- Antworten

      Moin Nadine,

      super das du mir geschrieben hast wieso du so denkst wie du denkst!
      Ich stelle mir das sehr schwierig und manchmal auch unangebracht mit deiner Großmutter vor, und trotz allem hat man sie ja lieb: Es ist ja Omi.

      Danke für deinen Gedankenanstoß, ich hoffe ich denke das nächste Mal daran wenn wieder jemand über unsere/ meine Grenzen trampelt.

      Eine Anmerkung habe ich allerdings (ohne deinen Gedanken zu der Tierpark-Dame, wiedersprechen zu wollen) :

      Die Bankberaterin, sah ich an dem Tag zum allerersten Mal. Wir waren nicht einmal Kunde bei der Bank, oder hatten vorher am Telefon mit ihr gesprochen.

      Inzwischen (es ist ja schon ein paar Monate her) glaube ich das sie vielleicht sehr überrascht war, und sie das so beschäftigt hat das es „raus musste“, entgegen jeder Etikette.

  17. Nils am 12. November 2014 um 23:07 Uhr- Antworten

    Mit den Gegenfragen vom Ende deines Beitrages musst du aber aufpassen. Bei manchen Leuten im distanzlosen Alter rennst du da offene Türen ein – die antworten dann nur zu gerne mit vielen Details.

  18. JesSi Ca am 13. November 2014 um 00:38 Uhr- Antworten

    Ich kann die Zurückhaltung bei Katarina wirklich verstehen. Ich weiß auch das ich brüllen kann wie ein Tiger, manchmal aber das Piepen einer Maus schwerer über meine Lippe kommt.
    „Was wäre wenn hätte hätte hätte“ diese Fragen hat Katarina sich ja bereits selbst gestellt und auch wenn man weiß man hätte vielleicht besser anders gehandelt beschäftigt es einen – gerade dann im so mehr und wenn nicht auf ihrem eigenem Blog? Wo soll u d kann sie sich selber Luft machen und anderen gleichzeitig saß Gefühl geben, dass es nicht nur anderen so geht?

    Wer über mein Leben urteilen möchte – der darf gerne ein Stück meines Weges gehen -ja meinen Schuhen und dann reden wir weiter. Und trotzdem beschäftigt mich die Reaktion anderer Menschen doch sehr ….

    Katazuba

  19. Sigrid am 20. Dezember 2014 um 13:26 Uhr- Antworten

    GROSSARTIG

  20. Linda Post am 20. Dezember 2014 um 17:24 Uhr- Antworten

    Hi.. klasse Text 🙂
    Ich habe zwar keine Zwillinge, aber auch ich kann etwas zum Thema Distanzlosigkeit anderer Menschen beitragen.
    Als ich hochschwanger war, haben mir andauernd wildfremde Menschen über den Babybauch gestreichelt – bei BEIDEN Schwangerschaften.. und sowohl Frauen als auch Männer…
    Gaaanz gruselig und einfach nur frech!
    Ich streichel doch auch keinem dicken Mann über seinen Bierbauch – würde mir nie einfallen !!

    Liebste Grüße – Linda

  21. Sanja am 31. Januar 2015 um 21:02 Uhr- Antworten

    Mh interessant….

    Ehrlich gesagt war ich eben beim Lesen überrascht über den Gedankenverlauf…ich hab´das so gelesen und mein Gedanke war direkt…

    Die alte Frau hat vielleicht eine Enkelin, die gerade mit Zwillingen schwanger ist oder so…da wird das Thema ja immer wieder interessant – auch bei den eigenen Müttern – und man bekommt „ein Auge“ für Familien oder Situationen, die einem gerade im eigenen Hirn herumspuken…weißt du was ich meine?!? Stell dir vor es gibt etwas, was dir plötzlich passiert, unerwartet oder längst vergessen…da siehst du jemanden, der in der gleichen Situation ist und du fragst einfach „…wie ist das eigentlich so?!? und und und…“ Vielleicht hat sie nie eigene haben können und es beschäftigt sie…keine Ahnung, vielleicht hat sie ja sogar einen Hinweis gegeben…ich bin so ein Typ, ich erkläre mir die Situationen irgendwie so, dass ich sie positiv empfinde (ich glaube da immer schön naiv an das Gute in allen Menschen hihi)…

    Ich denke die Dame hat im geringsten nicht damit gerechnet, dass Sie eure Schamgrenze ausreizt, wenn sie ein älteres Kaliber war, kennt sie so was wie die heutigen „Grenzen“ gar nicht. Meine Eltern und Familie kommen zum Beispiel vom Balkan, da ist das auch so, dass wildfremde dich auf der Straße ansprechen (natürlich duzen!!! Total normal) und sich informieren. Ich hätte wahrscheinlich kaum ein Problem mit der Situation an sich gehabt, wohl eher damit, dass kostbare Zeit verloren geht und die Kinder ungeduldig werden…

    Aber wenn die eigene Grenze erreicht ist (und das passiert eben manchmal…) dann muss man es echt sagen, nett und bestimmt eben…“entschuldigen Sie, aber wir wollen jetzt weiter!“

    Aber ich weiß wie es ist…man will ja nie jemanden an den Kopf stoßen…ich bin da leider meist auch so…danach hat man tausend Ant-/Worte(n) 🙂

    LG
    Sanja

  22. Tine am 15. März 2015 um 14:11 Uhr- Antworten

    Oh je 😀 Leute gibts. Unser Sohn ist morgen fünf Wochen alt und wir waren am Donnerstag bei Ikea. Eine ältere Dame mit ihrer erwachsenen Tochter haben uns angesprochen, – immer weider gefragt, ob denn unsere Eltern auch in der Nähe sind und helfen usw. Jaaaa, wir sehen jung aus (sind aber beide 27…), aber selbst wenn wir jung sind (und wir sehen sicherlich nicht wie 15 aus…): Sind wir nicht in der Lage auf unseren Sohn alleine aufzupassen?! Dann kam noch „Erst fünf Wochen? Ist das denn gut, dann schon hierherzukommen?!“ (Nein, deswegen machen wir das…) Außerdem wollte ich stillen und diese beiden Damen saßen uns gegenüber im Restaurant. Ja, sie mag vielleicht sehr interessiert an Kindern zu sein (war wohl früher mal Hebamme) – aber…muss sie direkt die ganze Zeit rüberstarren, während ich versuche zu stillen?!?!

    Liebe Grüße

    Tine

  23. Holger am 8. April 2015 um 14:27 Uhr- Antworten

    Hallo,
    Ja das passiert uns auch ständig, wenn wir mit unserem Baby unterwegs sind und es ist lästig diese privaten / intimen Fragen zu beantworten.
    Wenn das nächste mal wieder lästige Fragen kommen werden wir das mal probieren mit lästigen Gegenfragen 🙂
    LG

  24. Noëmi von Unsophisticated Beauty am 27. Mai 2015 um 21:14 Uhr- Antworten

    Super Artikel! Du hast völlig recht damit, verärgert zu sein!!

  25. ekiem am 27. Mai 2015 um 21:39 Uhr- Antworten

    Ich habe weder Kinder noch bin ich alt, aber der Artikel ist wirklich herrlich geschrieben! 🙂 Erstaunlich was für manche Menschen anscheinend „normal“ ist.

  26. kleckerlabor am 28. Mai 2015 um 13:39 Uhr- Antworten

    Obwohl ich keine Kinder habe, bin ich schockiert, in meinen wildeste träume ,hatte ich gedacht, das Erwachsenen sich Eltern gegenueber so dreisst verhalten und Antwort auf Fragen haben wollen, die nun wirklich Freunde und Familien angehen.

  27. Desiree am 10. August 2015 um 22:37 Uhr- Antworten

    Vielen vielen Dank. Oh es spricht mir aus tiefster Seele. Besonders schlimm jetzt seid Kind Nummer 3 da ist. Wenn andere der Meinung sind die uns gar nicht kennen das jetzt dann doch mal Schluss wäre mit Kindern.
    Liebe Grüße aus dem Westerwald
    Desiree

  28. Carotellstheworld am 2. November 2015 um 21:15 Uhr- Antworten

    Ich hab zwar weder Kinder, noch wurden mir solche Fragen schon mal gestellt. Aber ich finde diesen Beitrag echt sehr sehr gut gelungen. Hut ab! 🙂

    LG Caro

  29. Jean Parker am 23. April 2016 um 21:11 Uhr- Antworten

    Danke! Danke! Danke!
    Endlich jemand, der den Mut hat das auszusprechen, was unglaublich viele Mütter und Väter denken, sich aber keiner traut etwas zu sagen.
    Solche Fragen möchte keine Mutter und auch kein Vater beantworten, es gehört sich einfach nicht nur einmal daran zu denken so etwas zu fragen. Bei meiner allerbesten Freundin würde ich nochmal ein Auge zu drücken, aber sie würde mich auch nicht in aller Öffentlichkeit solche privaten Dinge fragen. Manche Menschen sind echt unmöglich…

    Danke für diesen tollen Artikel

  30. Kerstin am 23. April 2016 um 22:22 Uhr- Antworten

    Gut zurück geworfen, den Ball. Ja, das ist leider nicht angenehm, mir fällt in solchen Situationen auch oft nichts ein und ich bin sprachlos vor so viel Distanzlosigkeit. Bei uns geht es meistens um das Verhalten unseres großen Sohnes. Er ist Autist und benimmt sich oft nicht seinem Alter entsprechend. Man sieht ihm seine Behinderung nicht an und was wir da schon, gerade von der älteren Generation an den Kopf geknallt bekommen haben, ist echt der Hammer. Hinterher fällen mir oft tausend Sachen ein, die ich hätte sagen können… Blöd????

  31. Lenchen im Testereiwahn am 24. April 2016 um 17:54 Uhr- Antworten

    Oh weia – wie dreist ist das denn und sich dann auch noch den Kinderwagen krallen? Ich habe ja schon ein schlechtes Gewissen wenn ich heimlich beim vorbei gehen einen Blick in einen fremden Kinderwagen werfe – weil es mich ja eigentlich nix angeht. Aber sowas? Ich bin wirklich mehr als sprachlos….

  32. Flo am 22. Oktober 2016 um 22:32 Uhr- Antworten

    Alter, jetzt komm aber mal klar: In welchem Supermarkt liegt denn bitte Kitkat neben Magarine? Das würde ich gerne wissen, dass wüde mein Leben sehr vereinfachen.

    Danke!

    PS: Ist übrigens das Gleiche mit Hund.
    „Ach der ist ja lieb“
    „Nicht anfassen.“
    „Ach was!“ (Streichelt den Hund, Hund springt eventuell hoch)
    „Ach lassens nur, ist für mich okay!“
    „Für uns aber nicht!“
    „Ge ge!“
    „Wie alt ist er denn?“
    „2“
    „Achso na schee. und was ist drinnen?“
    „Keine Ahnung“
    „Wissens, ich hab auch einen Hund (gehabt) …“
    „Aha“
    „Und die Stiefschwester meiner Schwägerin 5ten Grades deren Freund kennt jemanden, der hat auch so einen ähnlichen, nur ist der braun, größer, hat blaue statt braune Augen und ist eigentlich ein Schäferhund“
    „Okay!“
    „Wartens, ich geh noch mit ihnen ein Stück. Wo müssens hin?!“
    „Da lang!“
    „Ach das muss ich auch, super!“
    ..
    ..
    ..
    😀 Willkommen im Klub!

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