Mama mag heute nicht mehr.

Vielleicht kennt das ja der eine oder andere von euch. Diese Tage an denen man nicht mehr mag. Solche, an denen man eigentlich schon morgens um zehn nicht mehr mag und die Stunden bis man abgelöst wird endlos erscheinen. Heute war so ein Tag. Aber eigentlich fing das schon alles am vorletzten Freitag an…

Mama mag nicht mehr

Vorletzten  Freitag war ich mit den drei Kids in unserer Spielgruppe, nur um nachmittags „mal eben“ und bitte „ganz schnell“ die Kinder zum Kinderarzt zu fahren, Diagnose „Hand Mund Fuß“, hochansteckend. Ich rief also beim Anziehen der Kinder noch die Nachmittagsspieldatefreundin an um schnell abzusagen. Sie hat vier eigene Kinder und noch Tageskinder, sie braucht HMF nun wirklich nicht.

Dann organisierte ich, dass meine Mom bitte am Samstag als Babysitter einspringt, damit ich zu meinem selbst organisierten Mommyblogger Headquarter gehen konnte. Was ich dann auch dankenswerterweise tat.  Am  Sonntag ging mein Mann in den Nachtdienst. Das bedeutet bei uns dass er gegen 16:30Uhr das Haus verlässt und erst am nächsten Morgen um etwa 09:00Uhr wieder zu Hause ist. Ich habe also die komplette Abendroutine alleine, und auch Nachts wenn die Kinder was wollen (nein, sie schlafen alle drei noch nicht durch, also im Sinne von abends einschlafen und morgens aufwachen, ohne Unterbrechung) bin ich die einzige die zuständig ist. Die Nachtdienste gehen immer von Sonntag bis Freitagmorgen, mit der Besonderheit dass mein Mann diesmal nicht Freitagnachmittag und Samstag komplett frei hatte, sondern nur Freitagnachmittag. Samstag wartete ein ganz normaler Tagdienst auf ihn.

Mama mag nicht mehr

Am Samstag hatte ich also tagsüber auch wieder die Kinder alleine, meine Mom kam abends zum Babysitten, denn mein Vater hatte zum Geburtstag geladen. Also Kiddies vorher „Omafein“ gemacht, die Bude ein bisschen besuchsgeputzt, mit Oma die Übergabe (was ist wo und wem gehts wie) gemacht um dann um 17:30 meinen Gatten von der Arbeit abzuholen. Von dort dann zur Location, feiern mit Verwandten (und vielen Menschen die ich nicht kannte). Dann gegen 22:30Uhr wieder heim, Oma ablösen! Kinder in die Betten sortieren. Schließlich in das eigene fallen.

Nur um am Sonntag schon wieder um 8:30Uhr die Kids startklar zu machen: Brunchen mit den Verwandten und Freunden meines Dads, die von weiter weg gekommen waren. In letzter Sekunde bemerken dass einem Kind ein Schuh fehlt, Schuh unter extremem Zeitdruck gesucht und gefunden, und dann auch wieder zu viert ins Auto. (Dankenswerterweise fuhr der Mann an dem Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit).  Ab zum Brunchen (sehr nett wars!) und danach noch weiter mit den Kids zu „Opa Sandkiste“ und die Kiddies einmal durch den Laubhaufen/Garten gejagt. Dann gegen 16:00Uhr nach Hause gefahren und um 18:00Uhr bekomme ich den Anruf vom weltbesten Ehemann, das er länger in der Firma bleiben muss und dann mit dem Fahrrad heim, vorbei am lebensrettenden Dönermann. Die Kinder schliefen schon als er daheim war.

Heute war der Akku dann eigentlich alle, aber was will man machen wenn ab 7:30Uhr alle Kinder wie wild durch ihre Betten/die Wohnung springen. Raus aus den Federn, Muttertier! Und rein in den Kinderbetüddelmodus. Vormittags mit Motti gebastelt, nachmittags mit allen Kindern (Motti lief, die Zwillinge im Kinderwagen) ins Dorf gelaufen. „Was ist das?“ „Ein Schild!“ „Was ist das?“ „Ein Baum“ „Was ist das?“ „Noch ein Baum“ „Und was das Mami?“ „Noch ein Baum.“ „Pummal Mami roter Baum“ „Jaaaa.“ „Pummal da noch ein roter Baum“. Zwillinge derweil daran gehindert das sie sich im Zwillingswagen verprügeln (hat das eigentlich irgend ein anderer Hersteller besser gelöst? Vielleicht kleine, fahrbare Gummizellen?). Geht das nur mir so? „Verprügeln“ sich nur meine im Kinderwagen? Vermutlich. 😉

Auf dem Rückweg vom Dörfli auf dem Spielplatz halt gemacht, an dem Möbelpacker grade einen Fernseher vorbeischleppten, oh wie gerne hätte ich…. „Sind das Drillinge?“ „Was? Wie? Nein. Die Große ist ein Jahr älter.“ „Achso!“.

Dann wurde es draußen zu kalt, ich fror und die Meute verlangte nach Nahrung. Also alle Kinder vom Spielplatz nach Hause „Achtung! Eine Stufe Wawi!“ „Nein, Nini du KANNST NOCH KEINE TREPPE ALLEINE STEIGEN!“ Tür auf, acht Hände waschen, vier Paar Schuhe/Jacken ausziehen. Alles wegräumen. „Mama Motti könnte was essen!“

Es ist 17:25Uhr. Ich mag nicht mehr!  Ich schicke dem Mann eine Whats App das er so schnell wie möglich nach Hause kommen soll, und stelle mich in die Küche. Drei Kinder kleben am Küchentürgitter, dahinter das Duplo-Chaos. Ich backe Zimtschnecken für meine Mama-Akkus.

Mimimi, heute mag Mama nicht mehr.

Mama mag nicht mehr

By | 2017-06-25T17:03:20+00:00 20. Oktober 2014|Categories: Familienleben|12 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn.
Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

12 Kommentare

  1. Nina am 20. Oktober 2014 um 21:05 Uhr - Antworten

    Oh – ha! Du hast jedes Recht hier einen auf mimimimi zu machen! 3 kranke Kurze mehr oder weniger allein zu bespaßen und dann auch noch den üblichen Familienkram abzuhaken –> du hast meinen vollen Respekt!
    Und nein. Nach deinem Text traue ich mich jetzt nicht mehr zu sagen, dass es mir des Öfteren schon mit Zweien so ging 😉
    Ich hoffe, du hast nun endlich etwas Ruhe und die kommende Woche wird entspannter.
    Viele Grüße, Nina

    • Katarina am 23. Oktober 2014 um 13:14 Uhr - Antworten

      Hallo Nina!
      Aber natürlich darfst du jetzt sagen das es dir mit zwei Kindern auch so ging!

      Diese Woche schein tatsächlich etwas ruhiger zu werden, ich bin gespannt was das Wochenende noch bringt.

  2. Tänni am 20. Oktober 2014 um 21:06 Uhr - Antworten

    Liebe Katarina,

    fühl Dich mal gedrückt von mir! Es ist echt bewundernswert, wie Du das mit den kleinen Zwuggeln so meisterst 🙂
    Hut ab! Du als Mama bist auch nur ein Mensch, vor allem bist Du nicht nur Mama, sondern auch noch Katarina und wenn die Reserven mal aus sind, dann ist das so. Man kann als Mama nicht immer nur funktionieren.

    Gönnst Du Dir denn ab und an mal einen Katarina-Tag? So nur für Dich und tust Dinge, die Du gerne für Dich machen möchtest? Neee? Dann wirds Zeit 😉 Gönn Dir auch mal was…

    Das ist wichtig für Dich <3

    Liebe Grüße

    Tänni

    • Katarina am 23. Oktober 2014 um 13:17 Uhr - Antworten

      Ab und zu gibt es so einen Tag tatsächlich, aber viel zu selten. Das dumme ist ja auch das ich für so einen Tag immer die Wohnung verlassen muss und dann irgendwo hin. Leider besitzen meine Eltern kein Wellness Resort, sonst wäre ich da vermutlich einmal die Woche.

      Yeah! Das klingt nach Luxus!

  3. Katrin am 20. Oktober 2014 um 21:17 Uhr - Antworten

    Liebe Blogpronzessin, der Artikel ist überragend! Weil herrlich ehrlich, erfrischend für jede Mama. Ich hab nur 2, mit 4 1/2 und 3 Jahren jedoch gerade sehr anstrengend und ich kenne diese Tage nur zu gut! Wir sind eben auch nur Menschen

    • Katarina am 23. Oktober 2014 um 13:22 Uhr - Antworten

      So von Mensch zu Mensch gehe ich mir jetzt mal einen Tee kochen! Danke!

  4. Susanne Hummel am 20. Oktober 2014 um 21:54 Uhr - Antworten

    Oh je…ich kann es dir nachfühlen…so toll es ist Mama zu sein, so froh bin ich manchmal auch arbeiten gehen zu dürfen…weit weit weg von all dem und zu wissen der Mann wird es schon schaukeln…

    Zu den Zwillingswagen…unsre mussten ab dem Tag als sie gut und sicher laufen konnten genau dies tun…da war dann keine Zeit mehr für gekloppe…

    Kopf hoch und Koch auch mal was fertiges…is doch wurscht…Hauptsache du gehst nicht unter…

    LG Susanne

    • Katarina am 23. Oktober 2014 um 13:28 Uhr - Antworten

      Huhu Susanne,

      Da haben wir noch ein kleines problem…die eine von beiden bremst noch ganz gerne mit dem Kopf wenn sie beim laufen stolpert. Und für zwei Kinder habe ich auch noch passend zwei Arme und Hände aber bei dreien? Ich will ja auch nicht immer wie ein Feldmarschall über den Fußweg blöken…ach es ist ein Dilemma.

      Zum Thema Fertigessen: Ich koche ja quasi nie, das darf der Mann machen. Aber ich weiß was du meinst!

  5. JesSi Ca am 21. Oktober 2014 um 11:22 Uhr - Antworten

    Also ich verzweifele ja schon manchmal, aber bei drei Kindern unter drei – da würde ich gerne etwas von Deine Ruhe haben, die Du am Sonntag ausgestrahlt hast!!!!!!
    Du bist so toll und wer toll ist, der darf auch mal nicht mehr wollen und auch mal nicht mehr können.
    Nicht mehr können ist ja nun eh keine Option für eine Mama, aber man darf daran auch einfach mal zweifeln….

    Ich drücke Dich ganz dolle und deine Mädels-Bande und Du, Ihr seit ein tolles Team – jedes einzelne Deiner drei Lieblingskinder!!!!!!!

    Liebste Grüße

    JesSi

    • Katarina am 23. Oktober 2014 um 13:31 Uhr - Antworten

      Ich habe Ruhe ausgestrahlt? Echt? Famos! Ich fand mich voll nervös und hibbelig…
      Meine DREI Kids liegen grade noch in ihren Mittagsschläfchen, aber ich überlege gleich mal mit den Damen auf den Spielplatz zu gehen.

      Blöderweise hat der liebe Gott vor den spaßigen Spielplatz das Mittagessen kochen gelegt. Och menno!

  6. Kerstin am 21. Oktober 2014 um 22:46 Uhr - Antworten

    Kein Wunder. Und das kennt vermutlich jede Mutter.
    Manchmal geht gefühlt gar nichts mehr und man funktioniert doch weiter. Und weiter.
    Irgendwann ist dann mal Schluss.
    Ich habe nur die Zwillinge und kann nach Wochen krank sein und zahnen gerade kaum noch kriechen.
    Und trotzdem ist morgen ein neuer Tag nach einer vermutlich schlaflosen Nacht und auch der wird irgendwann zu Ende sein.

    Es wird wieder besser werden, oder?

    • Katarina am 23. Oktober 2014 um 13:35 Uhr - Antworten

      Es ist irgendwann alles wieder gut! Das kann ich dir versichern, denn auch der letzte Zahn ist irgendwann durch und sie schlafen wieder besser. Spannend finde ich das es Rückblickend auf „schlimme Nächte“ gar nicht mehr so arg ist. Verdrängung? Oder war es wirklich nicht soooo schlimm?

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