Sind drei Kinder unter drei Jahren anstrengend oder Arbeit?

Immer mal wieder werde ich gefragt wie es denn so ist mit drei unter drei Jahren. Meistens wird angenommen das es „irre anstrengend“ oder „viel Arbeit, ne?“ ist.

Ist es irre anstrengend? Ja das ist es manchmal. Ist es „viel Arbeit?“ Nee, eigentlich nicht. Außer man empfindet Kinder generell als „Arbeit“, was ich nicht tue. Sie sind nicht „Arbeit“ aber anstrengend sind sie manchmal schon. Als Arbeit würde ich eher Wäscheberge oder Geschirrstapel oder das immer vorhandene Gefühl bezeichnen das man mal wieder den Boden wischen/staubsaugen/Kinderspielzeug wegräumen müsste.

Ich beschreibe euch heute einfach mal meinen bisherigen Tag und ihr könnt ja selbst entscheiden ob es „Arbeit“ oder nur „anstrengend“ ist.

 

Geschwisterkinder

Der WBE verlies heute morgen gegen 7:00Uhr das Haus, ab da war Motti dann auch komplett wach und ließ sich auch nicht mehr dazu überreden weiter zu schlafen. Wenn das der Fall ist, geht sie meist rüber ins Kinderzimmer und weckt ihre Schwestern (wenn diese nicht schon wach sind) und spielt so lautstark mit ihnen das ich meist rüberkommen muss und mal nachschauen, denn die beiden liegen ja noch in geschlossenen Gitterbetten und Motti schmeißt gerne mal Spielzeug in die Betten damit die Twins was zu tun haben. Gerne auch Dinge die sie besser nicht an den Kopf bekommen sollten.

Wenn wir eh alle wach sind, werden alle Kinder auf explodierte Windeln untersucht und meistens kann ich gleich morgens schon eine Maschine Wäsche anmachen. Dein (fast) tägliches Zwillingsbettbeziehen gibt dir heute…. Der nächste Weg meinerseits führt dann nach dem Wickeln und Wäsche in die Maschine schmeißen zum Waschbecken und dann wird Frühstück gemacht.

Motti frühstückt im Moment am liebsten „Müsli mit Milch, Mama!“ und die Zwillinge wollen ein Leberwurst (iiks!!) -brot. Ich will einen Kaffee und diese schreckliche Nacht vergessen, aber was solls. Während ich Brote schmiere und Müsli in die Schüssel kippe passiert vor dem Türgitter der erste Streit. Motti mag es nicht das ihre Geschwister auch schauen wollen, während also die eine geschubst wird , klettert die andere auf Mottis Stühlchen -was Motti wiederum zur Weißglut bringt- und mit einem gewalltigen Wutanfall der zweijährigen kundgetan wird.  Guten Morgen liebe Nachbarn, seid ihr auch schon alle wach….?

Während die Kinder frühstücken dudelt das Radio vor sich hin, ich schlürfe den ersten Kaffee des Tages und ignoriere das Nini Leberwurst lieber auf der Tischdecke verteilt statt sie zu essen. Motti, die eben noch „superdroßen Hunga“ hatte, ist jetzt ganz darin versunken ihren Schleichtieren zu erzählen das sie „dut geslafen“ hat und fragt ob sie noch Müsli wollen. Sie bleiben stumm, warscheinlich sind sie genauso müde wie ich.

Nach dem Frühstück suche ich die Kinderkleidung zusammen, wundere mich mal wieder darüber das wir tonnenweise Kleidung haben, aber irgendwie doch nichts mehr an den Kinderkörper passt, zum Glück ist bald Kinderkleidermarkt da gibts dann wieder einen Schwung Bodys und Schlafanzüge.
Nini bekommt heute ein rotes Shirt mit einem blauen Auto drauf an,  und eine Jeans. Wawi ein blau-grau gestreiftes Shirt mit Basketball vorne drauf und auch eine Jeans.  Motti trägt ein blau-pink gestreiftes Shirt und eine Jeans. Sehen sie nicht wieder putzig aus, meine Drillingsjungs? *Seufz*

Nachdem geklärt ist das jetzt alle Kinder ihre Jacken und Schuhe anhaben und auch anlassen (Was Nini nicht ganz einhält und daher immer wieder ihre Jacke aufmacht und dafür einen Rüffel nach dem anderen von Motti bekommt.), kann auch ich mich anziehen und wir verlassen die Wohnung.

 

Freitags ist Spielgruppen Tag

Freitags ist immer „Spielgruppen Tag“. Die Spielgruppe resultiert noch aus einer Gruppe von Frauen die sich im Delfi-Kurs kennengelernt haben, welchen ich mit Motti damals besuchte. Inzwischen ist es nur noch ein kleiner Kreis und abgesehen von einer Mama mit ihrem Jungen sind nur noch meine Mädels übrig, Alle anderen Kinder gehen inzwischen in den Kindergarten, oder werden anderesweitig betreut. Heute waren es also meine drei Mädchen, Loki (der Junge heißt eigentlich anders aber hier nenne ich ihn mal Loki) und seine Brüder, welche nur zu Hause waren weil bei uns in Schleswig-Holstein grade Herbstferien sind.
Das Spielgruppentreffen geht normalerweise so von um 10:00Uhr bis um 12:00/13:00Uhr im Prinzip haben wir ein offenes Ende, aber vor dem Mittagessen verschwinden alle wieder. Das tolle an dem Treffen ist, das meine Mädels mal „unter Kinder kommen“ und  ich finde den Austausch mit den anderen Müttern natürlich auch super.
Die Mama von Loki ist furchtbar engagiert im örtlichen Kindergarten (also einem der Kindergärten) und weiß auch sonst ne Menge was hier im Dörfli so los ist. Wo eine Schule kaputt ist, wieso die alte Schokoladenfabrik doch nicht zur Montessori Gesamtschule umgebaut wird und und und. Ich finde es immer wieder klasse und mag so „Insiderwissen“ über mein Dörfli.

Nachdem die Kinder müde gespielt sind, ziehe ich alle wieder an und in Etappen geht es zum Auto, das glücklicherweise in einer wenig befahrenen Straße steht. Die Kinder schlafen auf dem Rückweg fast ein, und vor der Haustür lacht mich ein Mann an/aus darüber das es so ulkig aussieht wie ich drei Kinder ganz alleine wieder aus dem Auto raus und zur Haustür bugsiere. Wie das aussehen kann habe ich ja schon einmal hier verbloggt.

Rein in den Fahrstuhl (Ja, Motti du darfst den Knopf drücken!), raus aus dem Fahrstuhl (Nein! Nini. Um Himmels Willen stürz dich nicht die Treppe runter!!!), Treppe rauf (Nein, nicht noch weiter nach oben krabbeln Wawi) und dann rein in die Wohnung. Ja, bitte alle durch die Tür gehen, niemand bleibt im Türrahmen stehen.  Alle Kinder Jacken und Schuhe aus und Hände waschen gehen! (Meine Ansage verhallt im nichts, macht euch da nichts vor. Hier hüpfen die ersten schon wieder mit Schuhen auf der Couch, wenn ich nicht schnell genug bin.)

Alle Kinder bekommen Nudeln mit Tomatensauce und danach fallen die Zwillinge in einen komatösen Mittagsschlaf und Motti will eine Geschichte vorgelesen bekommen. Ich lese ihr „Heule Eule“ vor und könnte eigenlich selber ein bisschen schlafen, aber da ist nichts mit Mittagschlaf bei Motti. Also halte ich sie bei Laune und schwupp-di-wupp sind auch die Zwillinge wieder wach.

Alle drei Kinder toben durchs Wohnzimmer, rutschen wie die Barbaren und wie auf ein geheimes Kommando hin, rennen alle aufs Sofa und spielen „Hoppsen“ ein Spiel was beinhaltet das man von der Sofalehne auf die Sitzfläche springen muss und alle Warnungen von mir „Loch im Kopf! Tischkante!“ werden gekonnt ignoriert. Was soll das auch bedeuten? Krankenhaus und Mausetot sind ja Begrifflichkeiten die ihnen noch gar nichts sagen.
Es wird gehopst und gekichert und ich versuche die Bande wenigstens davon abzuhalten sich weh zu tun (gelingt) und es ist so wunderbar anzusehen wie sie sich ankichern und freuen. Mein Mutterherz sprudelt über vor Freude sie so zu sehen und auch wenn ich es natürlich gerne ruhiger in der Wohnung hätte, erinnere ich mich an meine Kindheit und weiß: Das macht jetzt richtig viel Spaß!

Ein gemeinsames Lieblingsspiel haben sie alle drei Geschwister: Mamas DVDs aus dem Schrank nehmen und ordentlich schütteln und durchs Wohnzimmer schmeißen, das ist eins der tollsten Spiele.

Geschwister spielen

Inzwischen ist es 17:30Uhr und ich weiß das der allerbeste Ehemann bald nach Hause kommen wird. Der hat nämlich grade Dienstschluss.

Zwischen „nach Hause kommen wird.“ und „Der hat nämlich grade Dienstschluss“, liegen grade 5 Minuten in denen ich in Dauerschleife „Brüderlein komm tanz mit mir“ gesungen habe, mit Nini an den Händen und Motti und Wawi (auch Händchen haltend) neben mir.

Langsam merkt man, das die Müdigkeit um sich greift, die Kleinen werden quengeliger und sobald der Mann zu Hause ist, werden wir mit der Abendroutine anfangen.

Das wars dann auch für heute. Mehr passiert hier nicht. Ich wünsche euch angenehme Träume und einen ruhigen Feierabend!  War das jetzt Arbeit?

 

(Die Rechtschreibung wurde bei Veröffentlichung des Blogeintrags nur vom Rechtschreibprogramm und nicht von meinem Mann und Lektor überprüft, und daher sind Kommafehler und sonstige Rechtscheibfehler zu erwarten.)

By | 2017-06-25T17:03:20+00:00 24. Oktober 2014|Categories: Familienleben, Ich schreibe|9 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

9 Comments

  1. Herzmutter 24. Oktober 2014 at 21:14 - Reply

    Wow… ja ich finds schon krass vor allem weil du so gar keine Pause hast. Ok du hast früh Feierabend (ich erst so um halb 1 abends ärgs, dafür aber mit Mittagsschlaf) aber so komplett durchmachen ist schon heftig. Ich zieh meinen imaginären Hut vor dir 😉

    • Katarina 24. Oktober 2014 at 23:04 - Reply

      Moin Janina,
      ach so viele Hüte musst du da gar nicht ziehen, ich wäre mit deiner „etwas“ anhänglicheren Tochter vermutlich genauso oft wie du an meine Grenzen gestoßen. Ich ziehe da meinen Hut vor DIR!

      Das hier schon gegen 19:30Uhr alle schlafen haben wir aber auch erst seit drei Wochen. Vorher ging es hier gut und gerne mal bis um zehn. Was den Unterschied macht? Keine Ahnung. Ich vermute da haben sich einfach ein paar Kindersynapsen verknüpft und dann gings plötzlich.

      Halte durch! Deine Zeit wird kommen!

  2. Bella 24. Oktober 2014 at 21:19 - Reply

    Wahnsinn ja allein immer bis alle an- und ausgezogen sind und man aus dem Haus kommt und wieder richtig ankommt. Findet das ja schon mit zwei kleinen Kindern immer sehr langwierig. Die Arbeit kommt dann meistens erst wenn die Kinder im Bett sind 😉

  3. Mama notes 24. Oktober 2014 at 21:28 - Reply

    Absoluter Wahnsinn und Respekt vor Deiner Leistung! Deiner Geduld!!! Ich finde, das ist harte Arbeit, die Du da leistest. Puh! 🙂

    • Katarina 16. März 2015 at 20:18 - Reply

      Danke Sonja! (Ich komme irgendwie erst heute zum beantworten.

  4. Anke 24. Oktober 2014 at 21:58 - Reply

    Wow… Hut ab… ich habe „nur“ 2 Kinder, mit einem Altersunterschied von 19 Monaten… Das fand ich zeitweise mörder anstrengend…. Allerdings als Arbeit habe ich es auch nur empfunden, wenn beide gleichzeitig Magen-Darm oder so hatten…. 😉
    Ganz liebe Grüße
    Anke

  5. Katharina K. 28. Oktober 2014 at 14:50 - Reply

    Da erkenne ich mich selbst nur zu gut wieder: Der Aufwand, bis morgens endlich alle angezogen am Früstückstisch sitzen oder wenn der erste schon wieder die Windel voll hat, sobald man dem letzten Kind endlich Jacke und Schuhe angezogen hat – alles schon erlebt! Unsere drei Zwerge sind 3 1/4 Jahre, 2 und 10 Wochen, da geht es ähnlich zu wie bei euch.

    Kennst Du diesen Artikel? http://www.huffingtonpost.de/glennon-melton/die-fragen-die-ihre-bezie_b_4722464.html?utm_hp_ref=good

    Hab Deinen Blog gleich mal auf bloglovin aboniert – tut gut verstanden zu werden… 😉

    Lieben Gruß von Katharina zu Katarina

  6. Isa 1. Dezember 2014 at 15:54 - Reply

    Vollgepackter Tag! Und super, wie du das machst. Wann hast du Feierabend? Wann bloggst du denn? Sicherlich, wenn die Kinder im Bett sind oder? Aber das ist ja auch Vergnügen und keine „doofe“ Arbeit (nehme ich mal an). Ich drehe mich gerade auch mit meinen beiden Prinzessinnen im Kreis. Ist der eine ruhig, fängt auch schon der nächste an. So ist das immer. Aber so wird das Leben auch nicht langweilig 🙂

    Liebe Grüße
    Isa

  7. Birgit 10. September 2015 at 21:48 - Reply

    Also, wenn ich eines weiß: Dass meine beiden 4 1/2 und 6 sind, sich gut verstehen und alleine einschlafen, sauber sind, alleine essen…. zusammen spielen macht mir das Leben mit einem zusätzlichen Baby doch sehr viel einfacher.
    Es sind drei Jungs, das macht die Wäscheberge nicht eben kleiner, den Ausschuss an Kleidung (nicht nur zu klein sondern auch kaputt) größer.
    Die Kinder an sich sind auch für mich keine Arbeit- ich finde es manchmal schade, dass ich das nicht als Arbeit sehen kann. Dann hätte ich manchmal am Abend das Gefühl, etwas geschafft zu haben… Gerannt ist man ja doch…

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