Ich versuche produktiv in Panik zu geraten.

produktiv panik, geschwister,

Mit großem Vergnügen habe ich letze Woche den Artikel von Anja gelesen in dem es darum ging, wie toll es für ihr drittes Kind ist dass es schon vom lernen der Eltern und ausprobieren von Dingen bei den großen Geschwistern profitieren kann. Das brachte mich dazu zu überlegen was bei uns denn bei Motti noch ganz anders war als jetzt bei den Zwillingen.

 

1.  Kinderwagen oder Tragetuch/Tragegestell?

Bei Motti war uns sowas von klar, dass wie niemals einen Kinderwagen brauchen würden. Wozu denn auch? Man trägt sein Kind und wir sind da auch ganz aufgeschlossen. Bei den Zwillingen dann stellte sich die Frage nach dem tragen nur kurz. Es gibt meines Wissens nach keine geeignete Tuchbindung die für Zwillinge konzipiert ist, außer man trägt ein Kind vorne und eins auf dem Rücken und in unserem Fall dann noch eins auf der Hüfte, weil Motti noch nicht laufen konnte. Ja. Okay. Verstanden. Man muss sich halt der Situation anpassen. Ein Kind zur Zeit haben wir dennoch ab und zu getragen, allerdings nicht besonders oft. Denn wenn eins in der emeibaby Trage oder im Sling verschwunden ist, will das andere auch. Ist ja klar. Zwillinge halt.

(Mein Rücken möchte anmerken, dass Motti auch gerne getragen wurde, vorallem wenn die Kleinen in Tragetuch oder Trage verschwunden waren. Genau dann.)

 

produktiv panik, geschwister,

2.  Fallen/Stürzen/Runterfallen aus sehr geringen Höhen.

Natürlich setzen wir unsere Kinder nicht irgendeiner wirklichen Gefahr aus, aber bei Motti z.B haben wir schon panisch nach Luft gejapst wenn sie nur aufs Sofa geklettert ist oder versucht hat alleine eine Stufe zu erklimmen. Die Zwillinge hingegen hopsen mit Vergnügen mit ihrer großen Schwester auf dem Sofa herum und siehe da: Wenn man seinen Kindern etwas zutraut, dann passiert gar nicht immer was schlimmes. Was soll auch passieren bei einem Sofa das gemeingefährliche 20cm zum „runterfallen“ hat? Genau. Es kann genauso viel passieren wie überall im Leben.

 

3. Essen

Was habe ich mir Sorgen gemacht wenn Motti mal ein, zwei Tage weniger gegessen hat. Heute weiß ich: völlig normal. Sie wird schon essen wenn sie wieder Hunger hat. Sie isst heute nicht so viel und morgen desdo mehr? Machen wir Erwachsenen das nicht auch so, nur das wir es nicht akribisch beobachten?

Und sollte ich mich doch Sorgen lieber einmal mehr zum Kinderarzt gehen als zu denken „Ob ich den mit Pillepalle belästigen kann“. Hell yeah! Der ist auch für Pillepalle zuständig! Besser einmal mehr hingehen, als irgendwas zu verschleppen.

produktiv panik, geschwister,

4. Einschlafen/Durchschlafen/ Hilfe mein Kind schläft nicht da wo ich es gerne hätte.

Wir haben Motti nie gezwungen (jedes Kind kann schlafen lernen) einzuschlafen, oder im Kinderzimmer zu schlafen oder oder und siehe da: Motti schläft inzwischen gerne in ihrem Kinderbett im Kinderzimmer ein, ganz ohne Zwang und die Zwillinge? Tja, die wollen gar nicht bei uns im Familienbett liegen, sondern finden ihr eigenes Bett viel toller. Daran zu merken das sie bei uns im Bett, egal wie müde, nicht einschlafen (in ihren eigenen Betten allerdings sofort umkippen).

 

5. Dinge.

Oh mein Gott! Hat Nini da wirklich grade an dem Grashalm genagt? Bei Motti wäre ich hingestürzt ob sie ihn runtergeschluckt hat, wie weit, wie viel Grashalm und was da wohl noch so an Erde dran war. Wie viel Erde? War da auch ne Ameise bei? Hatte die Ameise grade was in der Hand? Was war das?

Jetzt denke ich: Ja, sie hat da an einem Grashalm genagt. Es war nur ein Grashalm -denn wir sind auf der Wiese vor dem Haus wo auch gestern und vorgestern und vorvorgestern nichts gefährliches war-, wir leben nicht in einer Gegend wo Grashalme per se dafür bekannt sind giftig zu sein.

Ja, nochmal genauer nachschauen, aber in Ruhe ohne Panik.

 

produktiv panik, geschwister,

Wie ist das denn bei euch? Zen- Zustand oder Hummeln im Hintern?  Seit Kind 2 und Kind 3 auf der Welt sind, bin ich im allgemeinen viel ruhiger und wenn ich in Panik gerate, dann versuche ich produktiv in Panik zu geraten (denn die Kids sind eh in der Überzahl.).

By | 2017-06-25T17:03:20+00:00 12. November 2014|Categories: Ich schreibe|7 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

7 Kommentare

  1. ina am 12. November 2014 um 15:14 Uhr- Antworten

    Haha! Man weiß nie, was die Ameise gerade in der Hand hatte! 🙂
    Made my day!
    LG ina

    • Katarina am 12. November 2014 um 22:03 Uhr- Antworten

      Wer weiß wer weiß…. 😉
      Alles gute zurück!

  2. Clara am 12. November 2014 um 21:38 Uhr- Antworten

    Also ich wurde bei Kind 1 schon nach vielleicht 10 Monaten sehr viel entspannter. So nach dem Motto: „Darfst gerne meinen Geldbeutel ausräumen, auch wenn verschluckbares Rotgeld drin ist. Hauptsache, ICH habe mal 10 Minuten RUHE!!“
    Liebe Grüße! 🙂

    • Katarina am 12. November 2014 um 22:02 Uhr- Antworten

      Sehr gut! Ich wünschte auch ich hätte viel früher damit aufgehört so einen Aufriss zu machen. 😀

  3. Astrid R am 12. November 2014 um 22:43 Uhr- Antworten

    Nachdem unser Sohn anfing sich robbend fortzubewegen und in einem unbeobachteten Moment fröhlich mit der Klobürste spielte, bin ich auch entspannter geworden. Erst war ich kurz davor den Notarzt zu rufen. Eine befreundete Kinderkrankenschwester beruhigte mich dann aber. Außer leichten Durchfall passierte nämlich nix. Klar hab ich ihm dann nicht statt Schnuller die Klobürste gereicht aber die Kleinen können ziemlich viel ab.

    Na ja und beim Klettern habe ich ihm schon immer viel zugetraut und er kann sich selbst mittlerweile ganz gut einschätzen.
    Nur in der Menge der Schokolade die er am Stück verträgt, klappt das nicht. Woher er das nur hat? 😉

  4. Jenni am 12. November 2014 um 22:50 Uhr- Antworten

    Die Ameise… kicher…
    Also ich habe drei kleinere Geschwister und hatte selbst als erstes Zwillinge, von daher war ich nie sehr angespannt. Ich wusste vieles und außerdem hatte ich einfach keine Zeit, mir zu viele Gedanken zu machen. Kinder können so viel, wenn man sie einfach lässt. Klar gibt es Grenzen, aber eine gute Portion Vertrauen in das eigene Kind (die eigenen Kinder) ist, denke ich, nicht verkehrt. Bei Zwillingen (oder mehr Kindern) kommt allerdings hinzu, dass man zu zweit auch noch auf ganz andere bekloppte Ideen kommt als nur einer alleine…;)

  5. Ivi am 13. November 2014 um 13:16 Uhr- Antworten

    Wir haben ja auch 3 Kinder in unterschiedlichen Altern (sagt man das so?)…

    große Motte = 16,5 Jahre alt = ergo: da war ich noch jung und fand das alles gar nicht so schlimm wie immer alle getan haben, ich war sehr gelassen, habe ihre Einiges zugetraut. Leider war sie diejenige, die sich weniger getraut hat

    Gummibärli = 3,5 Jahre alt = „sozusagen noch einmal 1. Kind“ = relativ entspannt umgegangen – mein Prinz eher nicht, war ja auch sein 1. Kind

    Würmchen = 1,5 Jahre alt = TURBO-Wirbelwind = da bekomme selbst ich jetzt noch manchmal Panik, weil sie VIELES anders und früher macht als die anderen beiden, wie z.B. ÜBERALL raufzuklettern…

    Soviel zu Thema: beim 3. Kind ist man entspannt 🙂 🙂 🙂

    LG Ivi

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