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Die liebe Anja schrieb einen offenen Brief an Susanne „Brief an eine gute Mutter“, der mich sehr berührte.

Wie oft denke ich mir „Hättest du nicht lieber so als so gehandelt?“, und liege dann nachts wach mit einem schlechten Gewissen. Bin ich eine gute Mutter für meine Kinder? Oder bin ich die schlechteste Mutter der Welt?

Eigentlich mache ich vieles ganz anders als ich es eigentlich geplant habe: Ich motze, schimpfe und ärgere mich. Aber am Ende ist alles vielleicht doch gar nicht so schlimm?

 

1. Es gibt Tage an denen habe ich eine Zero-Scheißelkram-Toleranz. An denen kann ich es nicht aushalten, wenn zum wiederholten Male mit Stiften die Stühle angemalt werden oder alle drei Kinder sich einen Spaß daraus machen meine Staffelboxen aus dem Regal zu rupfen und mit lautem Geschepper runterzuschmeißen.
Abends denke ich dann, ich müsste nachsichtiger sein und nicht so schnell Dinge die Spaß machen verbieten. Sie sind doch noch klein.

2. An anderen Tagen werde ich irre, weil ich keine 10 Sekunden am Stück alleine auf der Couch sitzen kann. Eins hüpft neben mir auf dem Polster, das andere zuppelt an meinem Hosenbein weil es auch auf’s Sofa will, und das dritte ist schon selbst raufgeklettert und spielt mit dem Lichtschalter. Ich wollte nur kurz IN RUHE einen Kaffee trinken.
Abends denke ich dann, ich hätte nachsichtiger sein müssen. Es macht ihnen doch so einen Spaß.

3. Manchmal werde ich laut. Das tut mir schon im Moment des Lautseins leid. Ich schimpfe, weil man nun wirklich nicht SIEBEN Holzpuzzles durch die ganze Wohnung schmeißen muss, nur weil das PENG PENG PENG der auf das Echtholzlaminat aufschlagenden Teile so super klingt.

4. Ab und an will ich nichts „selbstgekochtes“ auf meinem Schreibtisch stehen haben und auch nicht zum zehnten Mal an diesem Tag die kleinen von der Fensterbank zerren müssen damit sie nicht von selbiger hinunterstürzen. Ich bin dann müde und stelle die Möbel so dass sie ein Klettern verhindert oder zumindest fast unmöglich machen.
Abends denke ich dann, hätte ich nicht geduldiger sein müssen? Sie wollen doch ihre Fähigkeiten austesten.

schlechtesteMutterderWelt(Diesen Butten hat mir mal Reike von Sproetjes gemacht.)

Wieso haben wir alle mit der Geburt das Bedürfnis es als Mutter/ Eltern „perfekt“ zu machen? Wann haben wir denn in unserem Leben wirklich mal etwas gemacht das „perfekt“ war? Also ich bestimmt bisher nur drei Mal. Drei ganz perfekte kleine Mädels, die ich genauso liebe wie sie sind. Wild und toll und wunderbar.

Ich glaube auch gar nicht dass wir als Eltern alles perfekt machen müssen, das Leben da draußen ist auch nicht perfekt. Manchmal sogar ziemlich bescheuert, aber alles in allem ziemlich wunderbar.
Die Mädels werden aus tiefstem Herzen von mir geliebt, sie haben ein Dach über dem Kopf und eine Mama die an 99,9% der Tage wirklich gerne mit ihnen spielt, den Sandkuchen inbrünstig isst (auf jeden Fall mit Begeiterung so tut als ob), und für allen Quatsch der Welt zu haben ist.

Und wenn ich mich ertappe ungerecht reagiert zu haben, dann entschuldige ich mich bei meinen Mädels auch dafür und erkläre ihnen wieso ich so oder so gehandelt habe. Ja, auch bei Einjährigen, weil es mir wichtig ist zu zeigen dass auch Mami nicht perfekt ist. Aber dass sie sich entschuldigen kann, wenn sie allen Grund dazu hat.

„Motti Mama  doll lieb“ und das glückliche Quietschen der Zwillinge zeigen mir, dass ich damit wohl nicht ganz falsch liege.