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ich kann nicht mehr lesen

Ich bin Buchhändlerin. Oder anders: In meinem „Vor Kinder Leben“ war ich Buchhändlerin. Nicht zu verwechseln mit Buchhalterin, Zahlen kann ich nämlich nicht so gut.

Ich arbeitete in einer kleinen inhabergeführten Buchhandlung unweit des Hamburger Rathauses und habe gelesen, gelesen, gelesen.

Gelesen habe ich eigentlich schon immer. Im Bett, beim Essen, in der Badewanne, sogar im laufen konnte ich lesen ohne dass ich irgendwo gegengerannt wäre. Ich habe im Bus gelesen, in der Bahn, in den Pausen in der Schule und manchmal auch (ja, das war nicht gut) im Unterricht, wenn eigentlich etwas ganz anderes dran war.  Mehr und mehr Bücher füllten meine Wohnung. Ich verstand den Wunsch einer Kollegin gut: Sie verhandelte mit ihrem Mann darüber, ob sie ein Bücherregal ins Badezimmer stellen dürfe. Sie durfte nicht.

Manchmal schländerten mein Mann und ich nur so zum Spaß durch die Buchhandlungen, ließen uns treiben und kauften die Bücher und Zeitschriften die uns gefiehlen. Wir kamen nach Hause, lasen sie und stellten sie ins Regal. Inzwischen kann ich nicht mehr lesen. Hilfe!?!

ich kann nicht mehr lesen

In der Schwangerschaft mit Motti las ich jedes Schwangerschaftsbuch das mir unter die Finger kam. (Komischerweise las ich nur Elternblogs im Netz, aber keine Foren. Wieso ich wohl in solchen nie gelandet bin?). Ich hatte sogar ein Buch das für jeden TAG der Schwangerschaft ein eigenes Kapitel hatte. Das muss man sich mal reinziehen! Ein Buch in dem man um auf dem laufenden zu bleiben JEDEN TAG lesen muss. (In der zweiten Schwangerschaft überblätterte ich schon immer mehrere Wochen, keine Zeit gehabt reinzuschauen). Abgesehen von „Ich bekomme ein Baby“ und „Ein Baby wie super!“ Literatur las ich in der Schwangerschaft nichts. Mein Gehirn war im Schwangerenhormonmodus und mich interessierte auch fast nichts anderes. (Hoffentlich habe ich wenigstens  – abgesehen von Kommunikation im Internet – nicht ständig darüber geredet.) Wir bekamen Motti und ein schleichender Prozess begann.

Phase 1: Wir kaufen Bücher und Zeitschriften

In dieser Phase haben wir durchaus noch Bücher und Zeitschriften (aus Papier) gekauft und häufig auch noch vollständig gelesen. Das Kind schlief, wir schauten Serien oder schliefen oder lasen eben.

Phase 2: Motti mobil!

In dieser Phase wurden die Bücher etwas weiter nach oben ins Regal gelegt (neben die Zeitschriften), und man kam vielleicht auch nicht mehr bis auf die letzte Seite. Irgendwas war immer.

Phase 3: Schwanger mit Zwillingen + Motti mobil

In der Schwangerschaft mit den Zwillingen kam ich nicht mehr dazu irgendwelche Bücher zu lesen. Zeitschriften auch nicht, denn (das ist jetzt spannend) meine bisher so geliebten Klatschzeitschriften INTERESSIERTEN mich nicht mehr. Ich wollte keine Beautytipps, ich wollte keine Modetipps („Wie Sie sich für ihn sexy anziehen in unter 300€!“).

Phase 4: Motti total mobil und Zwillinge da.

Ich las (wenn überhaupt) das einzige Buch in der gesamten Zeit: „Das große Zwillingsbuch“. Ich hatte es mir im Krankenhaus bestellt. Nachdem die Kinder da waren.

Phase 5: Motti total mobil und Zwillinge mobiler.

WAS IST LESEN?

Phase 6: Motti total mobil und die Zwillinge total mobil.

Bestenfalls komme ich dazu ein Buch/Zeitschrift in der Badewanne zu lesen. Wenn mein Mann da ist sogar ungestört, wenn nicht stehen 1-3 Kinder am Badewannenrand und schauen zu. „Mama deine Zeitung hat ganz viel Schaum auf den Kopf.„. Danke Mottilein, ich bin entzückt. Knirsch.

Ich habe regelmäßig STAPELWEISE Zeitschriften hier liegen, aus Sommer bis Winter und ich komme einfach nicht dazu sie zu lesen. Ich kann sie nicht mehr lesen, denn wenn ich mich aufs Sofa setze um sie aufzuschlagen, sitzen 3 kleine Minimenschen um mich rum/auf mir drauf oder wollen die Zeitschrift/das Buch in Fetzen reißen. Hopsen neben mir auf den Polstern,  oder noch besser: Kissenschlacht! (Ja, das können die Zwillinge auch schon. Großer Schwester sei Dank!)

Als Recherche für diesen Artikel habe ich mal auf Facebook und Twitter gefragt ob es anderen auch so geht. Ob andere auch einfach keine Zeit mehr dafür haben. Oder sie sich die Zeit nehmen und dann abbrechen müssen um den teuren Kram wohlmöglich bald zum Altpapier schleppen (ungelesen). Oder die Zeitung in Fetzen vom Boden klauben.

Mich erreichten unterschiedliche Statements. Einige (wenige) scheinen es wirklich ganz gut zu schaffen  neben ihren Kindern noch Zeitschriften oder ganze Bücher  zu lesen, den meisten jedoch ergeht es wie mir: Viel Lust, keine Zeit und kleine Kinder die sich nur zu gerne an dem gedruckten Wort vergreifen und es buchstäblich in der Luft zerreißen.

Einige andere sagen „Das geht wieder. So mit 7  Jahren, wenn die Kinder in die Schule kommen.„. Ich habe Hoffnung.

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