Sehr geehrter Herr Makler,

ich telefonierte letztens mit Ihnen um Sie (beziehungsweise Ihr Maklerbüro) zu beauftragen für meine Familie und mich ein Haus zu finden.
Nachdem die Punkte: „Wie heißen Sie denn und was suchen Sie“ geklärt waren, fragten Sie mit wie vielen Menschen wir denn in das Haus ziehen wollen würden. Bei einem Haus zum Kauf bin ich nicht sicher, ob sie das irgendwas angeht, aber ich habe Ihnen geantwortet.

Weil ich ein höflicher Mensch bin, sagte ich: „Mit meinem Mann und unseren 3 Kindern„. Darauf sagten Sie folgendes:“Was? DREI Kinder haben Sie? Sind Sie sicher dass Sie nicht asozial sind?“ Statt Sie zu fragen ob ich bitte noch einmal Ihren Namen hören könnte, schwieg ich geschockt und konnte dann nur noch auflegen.

Ist es wirklich das was „die Menschen da draußen“ von einer Familie mit mehr als 2 Kindern denken? Eine automatische Assoziationskette, so wie Schule und „doofe Lehrer“? Oder so wie Krankenhaus und „schlechtes Essen“? Mal davon abgesehen dass wir definitiv nicht „asozial“ sind, wo leben wir denn dass man sich nur weil man ein Haus sucht (bei dem man bekanntlich die Maklerprovison (!!!) bezahlen würde) beschimpfen lassen muss? (Nein, sowas sagt man auch nicht wenn man einen schlechten Tag gehabt hat. Sowas sagt man gar nicht, wenn man professionell ist.)

Auch weiß ich gar nicht wie „asozial“ definiert wird? Ist man asozial wenn man alleinerziehend mit mehreren Kindern ist? Ist man asozial, wenn man als Student ein Kind bekommt? Ist man asozial, wenn einen das Leben verprügelt hat und man eben nicht im Eigentums-Loft wohnt sondern „nur“ in einer Mietwohnung? Macht das alle Mieter mit mehr als 2 Kindern zu „asozialen“?

Also ich für meinen Teil habe Abitur, ein Auslandsjahr in den USA gemacht, durfte als Kind zum Ballett UND zum Reiten gehen und wohnte im Hamburger Speckgürtel.

Nach der Schule kam dann eine Ausbildung (innerhalb von 1,5 statt der üblichen 3 Jahre mit guten bis sehr guten Noten abgeschlossen). Mein Mann hat ebenfalls Abitur und seine Ausbildung mit 1 bestanden. Wir wohnen in einer netten Gegend in einem der reichsten Vororte im Hamburger Speckgürtel und Menschen wie Carlo von Tiedemann treffe ich regelmässig beim Einkaufen (und früher bei der Arbeit im Kino). Das, lieber Herr Makler, ist gewiss NICHT asozial. Wie auch immer asozial definiert wird: Ich finde Ihr Verhalten unmöglich und würde nicht unbedingt weinen, wenn Sie auch mal als „asozial“ bezeichnet werden würden.

Beste Grüße,
Katarina

blogprinzessin

(Ja, ich weiß das beste wäre wohl dies dem Makler persönlich zu sagen. Aber ich weiß, wie oben erwähnt, nicht wie der Herr hieß. Es geht also hier also nur ums Luftmachen. Muss auch mal sein.)