Temper tantrums, however fun they may be to throw, rarely solve whatever problem is causing them. – Lemony Snicket.

(Trotzanfälle, egal wie viel Spaß es wohl macht sie fallen zu lassen, lösen seltenst das Problem welches Problem auch immer sie auslöst. -Frei übersetzt von mir.)

An guten Tagen, schaffen wir es durch den Tag ohne einen einzigen Trotzanfall der Kinder, und es gibt andere Tage an denen schon morgens alles auf KONTRA geschaltet scheint.

Wir haben grade ein, nein drei klitzekleine Probleme mit Trotzanfällen (eher Wutanfällen). Drei kleine Mädels, welche  mit hochrotem Kopf schreiend auf dem Fußboden liegen und alle ihre Gliedmaßen durch die Gegend schwingen und mit jeder Faser ihres kleinen Körpers „Nein!“ sagen.

blogprinzessin(Die Gang!)

Ich habe viel ausprobiert, aber keine der Verhaltensweisen meinerseits funktioniert so gut wie das bis 10 zählen. Ja, ihr dürft euch jetzt ruhig verscheißert fühlen und sagen: „Aber so etwas einfaches soll helfen?“.  -„Ja!“, sage ich, „Bei uns schon.“

Mit „Bis 10 Zählen“ meine ich allerdings nicht „Ich zähle jetzt bis 10 und wenn du dann nicht…“ sondern ganz normales zählen. Wenn eure Kinder schon die Uhr kennen, könntet ihr auch sagen: „In 10 min.“ Bei jüngeren die noch kein Gefühl für Uhrzeiten haben, würde dies nichts bringen, da es für sie keine Bedeutung hat. Zählen dagegen sorgt bestenfalls dafür das sie merken das etwas passiert, je nach Alter merken sie vielleicht sogar eine Art „Countdown“.

 

So viele Trotzanfälle entstehen einfach, weil Kinder uninformiert in eine neue Situation geworfen werden und so einen totalen Kontrollverlust erleben.

Diese neue Art  bis 10 zu zählen gibt ihnen das Gefühl Kontrolle über die Situation zu haben, denn sie können ja noch spielen bis man bei 10 angekommen ist. Es gibt keine Überraschung am Ende und sie werden auch nicht unfair (von-jetzt-auf-gleich) behandelt.

Mein „Bis 10 zählen“ nutze ich gerne wenn es darum geht das sich der aktuelle Stand gleich verändert. So könnte man das Zählen z.B einbauen, wenn die Kinder grade noch spielen, aber es gleich ins Bett gehen soll. Oder ihr zählt wenn ihr danach anfangen wollt mit dem Zähne putzen/Spielsachen wegräumen/ Jacke anziehen.

Ich habe schon häufig beobachtet (und mich selbst auch dabei ertappt) das Eltern gerne „Du darfst noch x mal schaukeln!“ oder ähnliches sagen. Am Ende des Spielplatzbesuchs sind dann alle genervt und gestresst, weil das Kind diese Anzahl herausgezögert hat und „getrödelt“ hat. Wir Erwachsenen erwarten dann ja auch meist: 1. Mal Rutschen -> zur Leiter laufen -> 2. Mal Rutschen ->zur Leiter laufen usw bis es am Ende natürlich Rutschen und sofort zu den Eltern laufen soll.

Bei dieser Methode fangen 99% der Kinder an zu trödeln und zu bummeln, und Eltern erleben es als Kontrollverlust, weil ihr Kind sie mit Trödeln und „Schau mal ein rosa Meerschweinchen“ hinhält. Die Kinder dagegen fühlen sich unfair behandelt, denn irgendwann zwischen dem 1. Mal und dem 10. Mal (vermutlich genau beim 9 Punkt Sechzehnten Mal) klemmen sich die Eltern die Kids mit den Worten „DU KOMMST JETZT SOFORT HER !“ unter den Arm. „Aber-schluchtzs-duhastdochgesagt-noch-10Mal! ZEHN MAL und das war doch erst das ACHTE MAL!“.

Bis 10 Zählen hat (und das bestimmt nicht nur bei uns) also unschlagbare Vorteile und funktioniert bei uns (fast) immer.

Habt ihr auch schon so einiges ausprobiert? Was funktioniert für euch?