Lieber M.
Ich schreibe dir einen ganz kitschigen Liebesbrief, weil morgen der Valentinstag ist, und ich finde das ist doch mal eine prima Gelegenheit einen kitschigen Brief zu schreiben.
Wir standen letztens noch im Flur und sagten „Machen wir am Valentinstag was? Nee oder?“ und einigten uns darauf das wir nichts machen wollen.

Ich liebe es das wir einfach manchmal Muffel sein können. Die „ich finde Essen gehen nicht romantisch sondern stressig Muffel“. Ich liebe es das wir uns einig sind das, das aufbammeln für einen Restaurantbesuch uns keinen Spaß macht, die Kleidung nach der verspeisten Mahlzeit zwickt und zwackt und das uns meistens das selbstgekochte eh am besten schmeckt.

Ich liebe es, dass du nach Nachtdiensten morgens nach Hause kommst und obwohl du todmüde bist, trotzdem noch mit den Kindern spielst oder dich zu irgendwelchen Aktionen „Ich muss in den Baumarkt“ deiner Frau hinreißen lässt.

Ich liebe es, dass du mir bei meinem ganzen geblogge niemals gesagt hast „Lass das!“ oder „Was für ein Blödsinn!“, sondern das du (wenn auch im Hintergrund) ein aktiver Teil meiner Bloggerkarriere bist und hilfst wo du kannst.

Ich liebe es, dass du mir morgens oft Brötchen mitbringst und Kaffee machst.

Ich finde es ganz und gar großartig, wenn wir stundenlang über die Nominierungen für die Academy Awards fachsimpeln können – dich Bundesliga, Formel 1 und sonstige Männersachen kalt lassen.

Du zuckst nicht mit der Wimper, wenn ich wieder irgendein Möbel verrückt oder angemalt habe. Wenn ich anfange Wände zu streichen und nur einen Anstrich schaffe während du im Nachtdienst bist, dann greifst du am nächsten Morgen beherzt zum Pinsel statt (zu Recht) zu schimpfen was für eine Schnapsidee das denn bitte wieder war.

Ich liebe es, dass du bei allen Dingen die das Kochen betreffen einfach so emanzipiert bist, das ich mit dem kochen nichts weiter zu tun habe als mit dir abzustimmen was wir denn essen wollen. Das ist großartig, denn ich hab einfach keinen Spaß daran. Wie gut das du es liebst.

Außerdem wechselst du ohne zu meckern die Windeln, also immer wenn du zu Hause bist und nicht arbeiten musst. Gar keine Diskussion und erst recht kein „Das musst du machen, du bist doch die Mutter und das ist quasi Mutterinstinkt!“. Es geht gar nicht darum das ich das weniger gerne mache als du, sondern darum wie sehr ich mich freue, wenn ich es nicht machen muss. Dafür übernehme ich auch gerne das „Waschmaschine machen“.

Ich liebe es, dass du es mir ermöglichst zu bloggen und zu Hause zu bleiben so lange bis ich entweder als Tagesmutter arbeite oder auch nicht. Je nachdem was das Leben für unsere Familie bereithält.

Ich liebe es, dass ich deine Frau sein darf.

blogprinzessin