Ich sitze auf der Toilette und möchte gerne heulen, geht aber nicht, denn unsere Badezimmertür kann man nicht zu machen..irgendwas mit dieser Gummilippe im Türrahmen glaube ich, dann müsste mal jemand die Vermieter anrufen, das  melden oder es nicht melden und in den Baumarkt gehen. Stopp nein, jemand müsste erstmal nachschauen wie dieses Dings überhaupt wirklich heißt, ob man es so einfach austauschen kann oder ob man damit den Türrahmen zerstört. Weiß ja auch keiner wie das Dings verklebt ist, oder ob überhaupt jedenfalls geht die Tür nicht zu und daher kann ich mich auch nicht heulend ins Bad einschließen. Vor der Tür heult irgendwer, wie im Augenblick alle 2 Minuten. Da die Zwillinge mehr in Zwillingssprache als in Muttersprache reden, heulen sie halt wenn ihnen was nicht passt, wenn ihre Schwester sie geärgert hat oder wenn sie ihren Puppenwagen im Kinderzimmer nicht wenden können, weil es bei jeder Bewegung gegen ein Bettchen poltert.  Ich stehe also wieder von der Toilette auf, reiße mich zusammen (Kind 3 heult) und wasche mir die Hände. Im Spiegel schaut mir eine verzweifelte Frau entgegen, hupsi das bin ja ich.

Auf dem Flur sehe ich das die Kinder den Kinderstaubsauger, welchen ich grade vor 10 min repariert hatte, wieder munter in seine Einzelteile zerlegt haben. Ich möchte schreien. Denn ich mache das ja nicht einmal am Tag, oder einmal morgens und einmal Abends sondern alle naselang. (Kind 1 brüllt Kind 2 an, ich interveniere, beide Kinder liegen kreischend auf dem Fußboden) Ich komme ins Wohnzimmer, es sieht aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, überall liegen Bücher (die des Mannes), Spielzeug (bevorzugt: Alles was man hat) und das Sofa sieht aus wie nach einem Fliegerbombenangriff. Ich bin echt nicht pingelig ABER AB UND ZU hätte ich es halt schon gerne nett in meinem Wohnzimmer, das beinhaltet auch die Kissen nicht zu einem „Hüpfeberg“ aufgetürmt zu sehen, der inzwischen schon wieder vergessen wurde. (Kind 1 kreischt weil Kind 2 sie angeschaut hat).

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(So hätte ich es gerne, vor allem länger als 2 Minuten.)

Ich widme mich also dem Kissenbergmonster (der 10min später schon wieder zerstört worden ist). Kind 3 heult weil sie lieber von der Sofalehne in den Kissenberg springen will. (Ich will heulen, weil natürlich niemand auf mich hört. Come on sie sind grade mal 1 & 2 Jahre alt).  Die Gang zieht also nun weiter in den Flur, reißt alle Schuhe aus dem Schuhschrank und will sie anprobieren. Ich mache die Ansage das alle Kinder helfen aufzuräumen, immerhin das funktioniert bei Motti und ich bin nicht ganz alleine im Chaos. Danach spielen wir alle etwas zusammen (nur unterbrochen von schreien der Zwillinge, weil sie sich um eine Angel streiten.).

Ich gehe derweil in die Küche um etwas zu kochen und möchte ausflippen, gar nicht wegen was bestimmtem, sondern weil es bei uns IMMER unordentlich aussieht, auch wenn es pikobello aufgeräumt ist. Wir haben nur einfach keinen Stauraum. Den wiederum haben wir nicht, weil bei uns in den Wänden nicht einmal ein Nagel hält. Die Betonnägel kann man mit zwei Fingern wieder aus der Wand ziehen und der Putz bröselt einem entgegen. Da dann eben Bohren denkt die frustrierte Hausfrau, und mir nichts dir nichts hat man ein Faustgroßes Loch in der Wand und kann…. ihr erratet es bestimmt…genau: den Betonspreizdübel mit der Schraube dran aus dem Beton ziehen. Ein Regal aufhängen? Unmöglich, es fällt nämlich einfach von der Wand, von beladen gar nicht zu sprechen.

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(Sie sehen eine supersuper aufgeräumte Küche. Ich weiß. Ich sehe sie auch nicht. Aber besser geht nicht)

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KAWUMMS.

Was das war? Ach nichts, das war nur der Staubsauger der hinter der Tür steht, weil wir keinen anderen Platz haben. (Hinterm Schrank steht schon das Bügelbrett.) Auf dem Balkon wäre noch eine Möglichkeit, aber da wäre mir nicht wohl. Elektrokrams und Regen. Außerdem stehen da schon die Bobbycars, eine „Sandkiste“, die leere Biokiste, Malerwerkzeug (um das hässliche Zitronenpissegelb der Vormieter verschwinden zu lassen) und weiterer Kram. Kein Platz.

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Während die Kinder nun relativ friedlich mit ihrem Duplo spielen, räumen ich Socken weg die irgendwer vor den Fernseher gelegt hat und Räume die Kinderbücher wieder an ihren Bestimmungsort. (Die Kinder streiten um Duplosteine wie mir scheint). Draußen scheint die Sonne, wir sollten eigentlich raus gehen (damit der Mann im Nebenzimmer schlafen kann, der hat nämlich Nachtdienst), drei (vier) mal anziehen die Treppen runter, in den Fahrstuhl durchs Treppenhaus und dann auf den Spielplatz. (Kind 1 buddelt, Kind 2 heult weil es draußen ist und Kind 3 läuft schnurstracks zur Straße.)

Der Immobilienmarkt ist so leer wie schon…ach was mache ich mir vor? Jedenfalls können wir inzwischen schon keine Ansprüche mehr runterschrauben, wir haben nämlich kaum noch welche. Wohnungen mit mehr als 3 Zimmern gibt es hier oben nicht. Er gibt Häuser, zum Kauf für 350.000€ aufwärts, die wir aber leider nicht haben. Häuser zur Miete? Fehlanzeige, gibt es quasi nicht in unserer Gegend und umziehen in eine andere Gegend ist keine Option, weil der Job des Mannes so speziell ist, dass er nur hier oder in Süddeutschland in 1 (!!) Einrichtung arbeiten könnte. Ich scrolle mich also durchs nichts der Anzeigen und die Kinder versuchen ein Ding der Unmöglichkeit: Bobbycarrennen auf 76 vollgestellten Quadratmetern, sie knallen alle zwei Beinlängen gegen ein Möbelstück oder gegen das „Gegnerische“ Bobbycar.

 

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(Picobello aufgeräumt!)

Ich derweil schaue auf den Balkon und denke mir: Ich habe dieses Jahr gar keine Lust ihn irgendwie „schön“ zu machen, weil ich für Blumen und Klimbim eh keinen Platz habe.

Das nennt man wohl akute Wohnungsdepression. Daher denke ich ja auch: Reiß dich zusammen. Anderen geht es noch viel schlimmer als euch. Suck it up! Stell dich nicht so an du Loser, aufm Klo heulen ist nicht drin.

Danach setze ich mich an den Laptop und überlege ob ich darüber bloggen soll, weil ich grade nichts anderes habe. Weil dieses Thema grade bei mir so omnipräsent ist. Und ich denke mir: Nee, das will doch keiner lesen. Ich verblogge es trotzdem und denke mir: Mehr Mut zum „angreifbar machen“.