Farmleben, Müllabfuhr der Abfallkalender und das Leben eben

Gestern Abend noch sah ich wie überall im Dorf die Leute ihre Bio- und Restmülltonnen an die Straße rollten. „Aha!„, dachte ich als neue Dorfbewohnerin!“ Muss wohl morgen Müllabfuhr sein. Schön dran denken das du die Tonnen noch an die Straße rollen musst! (Und dir einen Abfallkalender besorgen!)“ Dann war ich wieder zu Hause, die Kinder wollten was Essen (wieso das denn? Gab doch gestern erst was!) und der Mann kam von der Arbeit heim und dann waren die Mülltonnen auch schon vergessen. Blaue Augen, verschmitztes Lächeln, diese Grübchen…Was? Mülltonnen? Hier produziert doch niemand Müll! (Hatte ich die blauen Augen erwähnt?)

Heute Morgen schlug ich die Augen auf, bekam kleine Fingerchen in die Augen gepiekst und „Mama wir wollen runter gehen und Frühstücken“ entgegen geschmettert noch ehe ich realisierte das ich eigentlich wach bin. *Gähn*. Ich mache die Kinder fertig, setze sie an den Frühstückstisch und dann kommt eine Whats App von meinem Mann:

„Du es stehen überall in der Straße braune und graue Tonnen, ich glaube die sind dran ;-).“

Abfallkalender, blogprinzessin

Ich antworte also nonchalant das ich die natürlich noch schnell an die Straße stellen werde, werfe mir eine Jacke über den Schlafanzug den ich noch trage und hechte mit der ersten Tonne Richtung Straße.

Verdammt. Verdammt. Verdammt!

Da ist doch glatt das Müllauto am Ende der Straße zu sehen! Es fährt weiter Richtung Ende der Straße. Ich setze mit meiner Tonne zum Sprint an. (Und hoffe inbrünstig das alle Nachbarn schon bei der Arbeit sind). Die „Out of Bed“ Haare flattern im Wind, die scheißschwere Tonne scheppert über den Teer. Eine offenbar völlig irre, leicht verwirrte Frau rennt in Pyjamahosen und Schlappen dem Müllauto hinterher.

Huhu?“ „Haaaallllloooo?“ „Stohooopp!!!„, brülle ich dem orangenen Wagen hinterher. Ich rutsche mit meinen Puschen fast aus, komme ins schlingern, fange mich wieder. Scheißtonne! „STOOOP!!! Bitte, Bitte nehmen Sie meine Tonne noch mit!„, flehe ich. Der Wagen stoppt- Ich seufze erleichtert.

Ein Müllwerker vom Typ „Weihnachtsmann im Sommerjob“ stiefelt grinsend auf mich zu „Junge Frau. Hier kommt doch gleich ne Sackgasse, wo denken Sie denn das wir hinfahren?„, sein jüngerer Kollege grinst über beide Backen und nimmt mir meine Mülltonne ab. „Wir fahren doch auch wieder zurück durch diese Straße, da hätten Sie nicht rennen müssen.“ Er grinst nochmal und schaut auf meine Puschen.

Langsam setzt auch mein Verstand wieder ein und ich hoffe das mich niemand gesehen hat. Himmel hilf! Es hat mich doch hoffentlich niemand gesehen?

abfallkalender, blogprinzessin

By | 2017-06-25T17:03:13+00:00 3. Juni 2015|Categories: Ich schreibe|16 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn.
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16 Kommentare

  1. JesSi am 3. Juni 2015 um 21:35 Uhr - Antworten

    Hihi hihihi ich stelle es mir sooooo bildlich live vor und kann nicht anders als herzhaft zu lachen aber mit ganz viel Herz.

    • Katarina am 3. Juni 2015 um 21:45 Uhr - Antworten

      Hihihi du darfst auch gerne mit mir über mich lachen!

  2. Die Ilse am 3. Juni 2015 um 21:42 Uhr - Antworten

    Hahaha, es ist mittendrin schon zum totlachen, wie Du dem Müllauto hinterherrennst, aber dann setzt Du noch einen obendrauf…. ich lach mivh schepp, gleich wacht bestimmt mein Kleiner auf so prusten muss ich! Sehr beruhigend, dass andere Mamis auch so Tage haben

    • Katarina am 3. Juni 2015 um 21:46 Uhr - Antworten

      Kicher! Gern geschehen! (Und ich bin froh das es anderen auch so ergehen könnte)

  3. Anja (familiewitz) am 3. Juni 2015 um 23:40 Uhr - Antworten

    Hallo Katarina,

    ich hab mich grad totgelacht. Das war wirklich super :).

    Wir haben auch mal vergessen die große gelbe Tonne rauszustellen, Müllabfuhr war schon weg. Mein Mann hat die Tonne dann ins Auto geladen und ist mit offenem Kofferraum zu einer Straße gefahren, wo die Tonnen noch nicht geleert waren. Am Mittag haben wir sie dann wieder abgeholt. 🙂

    Liebste Grüße

    Anja

    • Katarina am 4. Juni 2015 um 14:39 Uhr - Antworten

      Ach das ist aber auch ne schöne Geschichte! Mit der Mülltonne im Kofferraum quasi der Müllabfuhr hinterherfahren. *kicher*

  4. neontrauma am 4. Juni 2015 um 08:35 Uhr - Antworten

    Haha, großartig! 😀
    Musste mir die Szene gerade bildlich vorstellen und hab mich vor Lachen fast an meinem Kaffee verschluckt. 😉

  5. Ines am 4. Juni 2015 um 16:49 Uhr - Antworten

    Willkommen im Dorfleben 🙂 wie ich das kenne!!!!!!!!!! Toll ist auch, wenn du Samstag morgens noch im Bett liegst (sieben Uhr, Kinder turnen zwar übers Bett aber was solls ich SCHLAFE!) und du hörst dann das Müllauto die Straße runterfahren,und zwar jenes, welches nur alle VIER Wochen die große blaue Papiertonne leert! Da bleibt nicht mal Zeit für Jacke oder Puschen- denn wir haben keine Sackgasse….
    DANKE für deinen Lacher 😉 Herrlich, wenn man nicht alleine damit ist….

  6. Jenny am 7. Juni 2015 um 08:50 Uhr - Antworten

    Och je, was für ne süße Geschichte! Aus dem Leben eben…wir armen gestressten Mamas!

    Viele liebe Grüße von Jenny

  7. Erwin am 8. Juni 2015 um 17:20 Uhr - Antworten

    Oh ja, das kenne ich auch. Mal schnell dem Müllwagen hinterherrennen 🙂
    Ich finde es aber beruhigend, das ich nicht der einzige bin, der sich ausschließlich an den Nachbarn orientiert, wenn Müll raus muss.

  8. Steffi am 18. August 2015 um 20:13 Uhr - Antworten

    😀

  9. Roza am 14. Februar 2016 um 18:18 Uhr - Antworten

    Hahhhhaaahhaaaa! Mein Bauch! Musste sooo herzhaft lachen:

    Essen!?!!?, gab doch gestern erst was ????….

  10. Warum bin ich so müde? - Blogprinzessin am 26. Januar 2017 um 18:10 Uhr - Antworten

    […] Müllwerker?). Die sind bei uns immer so früh dran, ein ganz fatales Problem, ich schrieb schon ein– zweimal […]

  11. […] fürchterlich findet. Ich bin auch die, die darüber schreibt wie sie mit Hauspuschen dem Müllauto hinterher rennt oder die zugibt dass überall Spielzeug rumliegt. Ich bin die, die ihre Fehlgeburt mit dem Internet […]

  12. […] als keiner schaute, gaben Marc und ich uns einen High Five. Wir haben unser Leben total im Griff, und natürlich sieht es bei uns immer so […]

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