Interview mit einer perfekten Mutter

Hallo Susan, stell dich doch mal ein bisschen vor. Wer bist du und was machst du?

Susan:“ Hallo Katarina! Also ich heiße Susan, bin 35 Jahre alt und komme aus Hamburg Ich habe zwei Kinder: Anna-Marie (6) und Leonard (4). Ich bin verheiratet und wohne mit meinem Mann Sören in einem kleinen Haus in Harvesterhude.“

Susan, was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Susan:“ Das ist eine gute Frage *kicher* meistens stehe ich morgens vor den Kindern auf, mache am offenen Schlafzimmerfenster etwas Yoga und gehe dann ins Bad um mich fertig zu machen für den Tag. Meist steige ich schnell in die Badewanne, lasse etwas Schaum ein und schalte meine Feelgood-Soul-Safer Musik an. Nach meinem kleinen Bad gehe ich dann runter in die Küche, Sören hat den Kindern schon Frühstück gemacht und ich genehmige mir einen kleinen Kaffee und esse ein halbes No Carb Brötchen mit selbstgemachter Marmelade.

Nach dem Frühstück mit den Kindern, machen wir uns alle fertig und ich bringe die Kinder zu Fuß in die Schule und die Kita. Das ist natürlich besser für die Ökobilanz  Anna-Marie geht auf „Die Gelehrtenschule“, da war ich selbst Jahrgangsbeste. Leonard geht natürlich auch in zwei Jahren dort hin, etwas anderes können mein Mann und ich uns gar nicht vorstellen.

Nachdem ich die Kinder sicher in ihren Betreuungsorten weiß, schau ich noch auf einen Sprung in den Räumlichkeiten des Elternbeirats der Schule und der Kita vorbei. Ich bin nämlich die erste Vorsitzende musst du wissen. Ich und meine Mitarbeiterinnen planen dann das Sommerfest oder organisieren den Schüleraustausch nach Oxford oder Brighton. Beides sind sehr zauberhafte Städte. Meist ist es jetzt etwa 11 Uhr und ich mache mich auf den Weg in meine kleine Firma.

Dort angekommen Superwise ich meine Angestellten und sorge für die Buchungen für die nächsten Wochen. Wir sind nämlich auf Hochzeiten spezialisiert, die wir planen und durchführen. Meistens muss ich noch etwas mit den Floristen klären oder eine  aufgeregte Braut beruhigen. Mittags esse ich am liebsten in meine kleinen Stammcafe ein kleines Gericht, wenn das aber nicht in meinen Speiseplan passt, dann gehe ich auch gerne in die kleine Broth-Bar um die Ecke.

Um spätestens 13:00Uhr hole ich den kleinen wieder aus der Kita ab, Söri und ich wollen einfach nicht das er so viel fremdbetreut wird, weißt du? Die Kinder brauchen schließlich ihre Mutter. Ich kann glücklicherweise mit meinem erfolgreichen Weddingplanner Business die Arbeit ganz gut deligieren. Man muss auch einfach mal etwas abgeben können, weißt du?

Leonard hat dann natürlich mit den anderen Kindern in der Kita gegessen, denn NATÜRLICH wird dort nur bio und hyperallergen gekocht. Die Köchin ist zufällig eine Freundin von mir. Wir haben uns bei einer Spendengala kennengelernt. Mein Söri und ich waren geladene Gäste und über meine Freundin Gabriella habe ich dann erfahren wer die grandiosen Törtchen macht, da musste ich sie einfach für unsere Kita abwerben.

Zu Hause macht sich Leonard gleich fertig für den Pianounterricht, ich spiele selbst ganz gut und finde es wichtig wenn Kinder mit Musik aufwachsen. Nebenbei backe ich meist noch ein paar Kuchen für den Kindergeburtstag auf den die Kinder eingeladen sind, denn irgendwo wird immer gefeiert. Natrürlich kaufe ich den nicht, für die Freunde meiner Kinder ist mir das Wert noch ein klitzekleines bisschen in der Küche zu stehen.

Nachmittags kommt Anna-Marie nach Hause und macht sich gleich an die Hausaufgaben die ich betreue, ich würde sie nie unbeobachtet ihre Aufgaben machen lassen. Die Kinder schludern doch heute gerne.  Meist ist sie mit ihren Aufgaben gegen 17:00 Uhr fertig. Das passt sehr gut, denn dann geht Leonard mit Sören zum Fußballtraining und ich bringe Anna-Marie zum Reiten. Sie ist sehr begabt in der Dressur.

Abends essen wir immer um 18:30 Uhr, meist zaubere ich noch was schnelles mit einem kleinen Dessert wie hausgemachtem Tiramisu oder so. Sören verschwindet dann meist in den Hobbykeller wärend ich mich der Hausarbeit widme. Pünktlich um 22:00Uhr gehe ich dann aber auch ins Bett, ich brauche meinen Schönheitsschlaf.“

 

Wochenende in Bildern

 

Natürlich ist dieses Interview kompletter Blödsinn und ich habe es mir ausgedacht.

By | 2017-06-25T17:03:12+00:00 2. Juli 2015|Categories: Ich schreibe|28 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

28 Kommentare

  1. Marina am 2. Juli 2015 um 22:49 Uhr- Antworten

    Ach, was wär´denn die Welt ohne Supermamis!!! 😉

    • Katarina am 2. April 2016 um 18:04 Uhr- Antworten

      Langweilig und öde und man könnte nicht so schön rumspinnen 🙂

  2. Klaudia bloggt am 3. Juli 2015 um 08:14 Uhr- Antworten

    Du hast vergessen zu erwähnen, dass sie dabei jeden einzelnen Schritt, jede einzelne Mahlzeit und jeden ihrer Latte Macchiatos jeweils 50 Mal mit ihrem Smartphone fotografiert, das beste aussucht und dann alles schön sauber bearbeitet und bei Instagram online stellt, damit auch ja jede andere Mami sieht: So muss es laufen 😉

    Danke für’s zum Lachen bringen 😀

    • Katarina am 2. April 2016 um 18:01 Uhr- Antworten

      Natürlich hat sie einen kleinen (36.000 Follower) Instagram Account und probiert sich grade an Snapchat aus. Nur Söri findet das nicht so gut das sie so viel filmt. 😉

  3. Isa am 3. Juli 2015 um 09:16 Uhr- Antworten

    Das schlimme ist, von der Sorte gibt es leider einige, und ich finde es dann immer ganz schlimm wenn sie dann auf einen meiner Beiträge über unser chaotisches Familienleben auch noch antworten, mit einer Arroganz die ihres Gleichen sucht, und mir dann erzählen wollen was ich bei der Erziehung und in meinem Leben alles falsch machen.
    Solche Übermuttis sind der Grund, warum ich des öfteren öffentliche Spielplätze meide, nur um nicht angefeindet zu werden, weil mein Kind anstatt Dinkelkeksen und getrockneten Früchten auch mal die guten alten Butterkekse bekommt 😀

    • Ivi am 3. Juli 2015 um 11:19 Uhr- Antworten

      Ich schließe mich Dir an, Isa….Ich LIEBE Butterkekse und meine Kinder auch…ich ernte oft genug dafür strafende Blicke, so dass ich heutzutage schon immer frage, ob die anderen Kinder DAS überhaupt essen dürfen 😉

      • Katarina am 2. April 2016 um 18:05 Uhr- Antworten

        Wobei es bestimmt genügend gibt die das nicht dürfen, und sei es nur weil Allergisch gegen irgendwas da drin.

  4. tinted ivory am 3. Juli 2015 um 09:18 Uhr- Antworten

    Perfekt! 😀

    Beim Lesen dachte ich schon, das kann doch nicht ernst sein, so eine Supermom gibts doch gar nicht oder sie lügt sich ihren Alltag zusammen das sich sämtliche Eichenbalken biegen.
    Nach meiner zweiten Ehe habe ich nun vier Kids und einen Mann zu betreuen ^_^ und finde kaum mal eine ruhige Stunde für mich geschweigen denn, ohne Hetze irgendetwas zu erledigen. Die Uhr im Nacken ist mein ständiger Begleiter. Welche Mom kennt das nicht? Ehrenamt, Kuchen? Bullshit! Ich backe selbst, aber selbstgekauften Dr. Oetker-Pulvermischung die ich selbst (!) individualisiere mit passenden Zuckerstreuseln oder Zuckerschrift. Merkt auch fast keiner. 🙂

    Dauernd im Auto kommt dazu, den Mann zur Arbeit, die Kids zu Freunden, ins Schwimmbad, abholen, Termine ob Zahnspange oder sonstwas. Mit einem Auto nicht anders zu machen.

    Zeig mir eine Mom, die in so einer Situation entspannt morgens Yoga macht und Low Carb praktiziert.

    Sonnige Grüße, Eva

    • Katarina am 2. April 2016 um 18:06 Uhr- Antworten

      Ach die gibt es bestimmt, aber vielleicht ist sie in irgendwas anderem unperfekt.

  5. Ori am 3. Juli 2015 um 09:27 Uhr- Antworten

    du hättest noch ein paar mehr „weißt du?!“ einbauen dürfen, dann hätte ich nämlich nicht übel lust bekommen, die dame zu ihrer chill-dich-doof-mucke in der badewanne unterzuglückern! haha ^^ XD

  6. Susanne Ida Schiegl (raxn) am 3. Juli 2015 um 09:34 Uhr- Antworten

    Liebe Katarina,

    haha, so genial! Ich hab herzhaft gelacht! Danke dafür!

    Sonnige Grüße von einer Mama (vier Kinder, 1x Zwillinge), bei der es alles andere als perfekt läuft…

    Susn 🙂

  7. Bibliotheksfräulein am 3. Juli 2015 um 09:43 Uhr- Antworten

    ich lache immer noch…vielen Dank

  8. Ivi am 3. Juli 2015 um 09:56 Uhr- Antworten

    Ich habe es mir schon fast nach dem 3. Absatz gedacht, aber dennoch dachte ich immer wieder: „Du machst jetzt Witze!“….allerdings kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass es wirklich solch eine Mutter gibt. Ich bin es gott sei Dank nicht 😉

    LG Ivi

  9. Lamasus von Drei Kleine Lamas am 3. Juli 2015 um 10:37 Uhr- Antworten

    Machen wir das nicht alle so? 😉

    Schöner Artikel!

    Lamasus

  10. Lea am 3. Juli 2015 um 11:03 Uhr- Antworten

    Alleine schon als ich laß, sie geht in ruhe bade, wusste ich das es ein Witz ist 😀
    Ich habe schon ewig nicht mehr ohne Zuschauer geduscht oder sonstiges dort erledigt. Während ich, sobald ich wieder nach der Elternzeit arbeite gehe, renne ich wahrscheinlich abgehetzt von der Kita zur Arbeit, von der Arbeit zum einkaufen, Haushalt machen, Kind abholen, etc. Alleine Kaffee trinken gehen, haha 😀

    Aber es gibt leider wirklich einige die sich so darstellen, ich bezweifel aber das es bei ihnen wirklich so ist. Nur reiche Menschen können sich sowas erlauben.
    Die perfekte Mutter tut alles damit es mit ihren Mitteln dem Kind gut geht!

    • Ivi am 3. Juli 2015 um 11:11 Uhr- Antworten

      Also ich habe auch zuerst gedacht, sowas können sich nur reiche Familien leisten. Aber hey, ich durfte heute Morgen in Ruhe ALLEINE duschen….aber nur, weil sie vor Peppa Wutz „geparkt“ waren (steinigt mich jetzt wegen dem morgendlichen Tabletgucken!)…allerdings musste die Tür offenbleiben.

      Man will den Kindern & der Familie alles recht machen. Mein Mann auch. Er will es uns auch immer recht machen und vergisst sich selbst. Sicherlich muss man sich kleine Auszeiten nehmen…mach ich auch gerade…vormittags 1,5 h während der Eingewöhnungszeit im Kiga 😀

      LG

  11. Frida Mercury am 3. Juli 2015 um 11:29 Uhr- Antworten

    So denkst du also über mich… gut zu wissen 😉 Aber ich vergebe dir, da spricht ja wohl nur der Neid 😀

    • Katarina am 3. Juli 2015 um 12:51 Uhr- Antworten

      Hahaha! Wusste ichs doch das du im Blog immer nur von deinem fiktiven Chaos schreibst und eigentlich den ganzen Tag Yoga machst ^^

  12. Judith am 3. Juli 2015 um 11:43 Uhr- Antworten

    Hi Katarina,

    bin zwar bisher nur „Stiefmutter“ aber ich kann verstehen,
    dass solche Idealdarstellungen, die so tun als könne Frau alles perfekt unter einen Hut bringen und
    dabei aber auch gar nichts auf der Strecke bleiben nicht direkt Objekte Deiner Sympathie sind!

    Blöde Schnalle trifft es gut, da solche Frauen (und die gibt’s mit Sicherheit) dabei helfen anderen
    einzureden, dass frau perfekt sein müsse und zwar in allem: Beruf, Kids, Küche, Partnerschaft…

    Das ist aber ja mal recht unrealistisch! Wir könnten sicher alle viel entspannter sein wenn wir nicht
    immer in allen Bereichen Perfektion anstreben würden. Ich wäre manchmal eher für Leben im Moment,
    wenn er gerade schön aber nicht perfekt „durchgestylt“ ist und einfach mal passt.

    Schöne Idee dieses fiktive Interview!

    Auch sonst lese ich gerne mal wieder rein in Deinen Blog.

    Viel Spaß & Erfolg noch beim Bloggen.

    Judith

  13. Sarie am 3. Juli 2015 um 11:58 Uhr- Antworten

    Auf solche Frauen bin ich persönlich einfach nur neidisch.
    Während ich nichts schaffe, morgens um 7 mit dem Auto in die Kita hetze, natürlich immer mindestens 5 Minuten zu spät um 45 Minuten später mit schlechtem Gewissen in der Schule zu sitzen, weil ich meinen Sohn außer Atem einfach nur in den Gruppenraum geschoben habe um es noch rechtzeitig zu schaffen. Und nachmittags hole ich ihn um 16:00/16:30 wieder ab um zuhause zu kochen, mit der Familie zu essen und meinen kleinen dann hinzulegen, oft in großer Eile, damit er morgens ausgeruht ist und ich noch Zeit für mich finde…
    Leben andere so wie in diesem Interview.
    Okay, das ist durchaus überspitzt dargestellt aber ich kenne Muttis die anscheinend von Magie profitieren, die mir nicht zugänglich ist…
    Das frustriert einfach. Und diese Mütter sind es dann auch die sagen: „Tja, um Kinder zu haben muss man halt abgesichert sein… “ oder „das hättest du dir vorher überlegen müssen“.
    Ich liebe mein Kind und bin froh es mir nicht anders überlegt zu haben.
    Dennoch ist mein Alltag der Wahnsinn und ich weine oft in mein Kissen, weil ich niemandem gerecht werden kann. Niemandem! Nicht meinem Kind, nicht meinem Partner und schon gar nicht mir… Am allerwenigsten der Wohnung

    • Katarina am 3. Juli 2015 um 12:52 Uhr- Antworten

      Ich möchte dich jetzt gerne mal in den Arm nehmen, auch wenn es nur virtuell ist. (( ))
      Du machst das alles ganz toll! Wirklich!

      PS: Und das ich mir die Dame nur ausgedacht habe, das hast du gelesen,oder?

    • 4fachmama am 8. Juli 2015 um 15:31 Uhr- Antworten

      Liebe Sarie, ich weiß ganz genau wie du dich fühlst, mir geht es auch so. Ich hetze den ganzen Tag der Zeit hinterher und am Abend habe ich das Gefühl nichts geschafft zu haben, es bleibt immer noch soviel zu tun am Ende des Tages… Ich werde auch niemanden mehr gerecht, ga z zu schweigen von mir selbst, ich existiere eigentlich nicht mehr, ich funktioniere nur noch…

  14. Silke am 3. Juli 2015 um 13:14 Uhr- Antworten

    Und der liebe Söri zieht sich im Hobbykeller erst mal jede Menge Internet“Gymnastikfilme“ rein. Weil er das Elend der Perfektion nicht mehr ertragen kann .

  15. Luise am 3. Juli 2015 um 18:45 Uhr- Antworten

    Ich habe mich bei dem Interview gerade wirklich erschrocken. Und das, obwohl ich noch gar keine Kinder habe und deshalb auch nicht viel Ahnung vom Alltag mit Kindern. Aber SO stelle ich mir den Obermutti-Horror vor.

  16. Tam am 3. Juli 2015 um 23:49 Uhr- Antworten

    Der letzte Satz War etwas beruhigend, dass mit Ausdenken, danke

  17. Miriam am 14. August 2015 um 21:17 Uhr- Antworten

    Aber wenn all diese Frauen in ihren Wedding-Planner Büros sitzen, wer sind dann die ganzen Menschen auf dem Ise Markt??
    🙂

  18. Nur mal kurz gucken am 15. August 2015 um 20:56 Uhr- Antworten

    Großartig! 😀

  19. Dominika From Munich with Love am 2. April 2016 um 21:07 Uhr- Antworten

    Ja, und die Kinder legen sich alleine um 20.00 Uhr ins Bett und schlafen selber friedlich ein 🙂 Ich kenne all das! 😉
    Viele Grüße, Dominika

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