Ihr Lieben,

ihr habt euch einen Artikel zum Thema „Einschlafen / Einschlafbegleitung“ gewünscht, hier kommt er nun. Die Fakten zum Thema überspringe ich mal, wer dazu mehr wissen will kann sich gerne hier einlesen „Warum Kinder nicht alleine einschlafen wollen“ oder dem sei das Buch „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt“ (Kein Affiliatelink) empfohlen.  Ich überspringe also den Teil mit den Fakten und komme zu unseren persönlichen Erfahrungen.

1. Lebensjahr Motti

In Mottis erstem Lebensjahr, also von der Geburt bis zum ersten Geburtstag hat Motti immer bei uns im Bett geschlafen, und wir lagen mit dabei. Meistens ich, weil man bei mir besser an den Haaren rumspielen konnte zum Einschlafen als bei Marc. Wir haben einfach immer so lange mit ihr auf dem Bett gelegen bis sie eingeschlafen war und haben uns dann irgendwann davongeschlichen ins Wohnzimmer und „Feierabend“ gehabt. Ich fand das kuscheln die meiste Zeit ganz toll, aber sind wir auch mal ehrlich natürlich lag ich nicht JEDEN Abend mit Engelsgeduld im Bett, denn manchmal musste ja tatsächlich noch etwas erledigt werden und ich war innerlich im Stress und hoffte das bitte bitte bitte bald eingeschlafen wird.

Gegen Ende des 1. Lebensjahrs legten wir Motti nachdem sie in unserem Bett eingeschlafen war meist in ihr Kinderbett, welches genau neben unserm Bett stand.

2. Lebensjahr Motti

Vom ersten bis zum zweiten  Geburtstag hatte ich dann irgendwann die Suppe auf, das Motti beim Einschlafkuscheln immer meine Haare gezuppelt hat. Sie hatte nämlich die Angewohnheit diese dann immer zwischen ihren Fingern zu drehen und so passierte es mir das ich -die einmal im halben Jahr- ein Glätteisen verwendet und dann auch nur mit Hitzeschutzspray von meiner Friseurin besorgt gefragt wurde was ich denn mit DEN HAAREN angestellt hätte, die wären an den Spitzen ganz Splissig und verbrannt.

Diese Feststellung und mein steifer Nacken wenn ich in der perfekten Haarzuppelpose für eine Stunde verharren musste, sorgten dafür das ich dazu überging Motti zu sagen das von dem „Gezuppel“ die Haare „krank“ würden und das wir besser Händchen halten sollten. Das akzeptierte sie auch, dennoch würde sie bis heute am liebsten einschlafen mit „zuppeln“. Ich versuchte in der Zeit so einiges: Schnuffeltuch, eine Püppi die Haare zum zuppeln hatte. Nix half außer konsequent darauf hinweisen das sie meine Hand haben könne, aber bitte nicht meine Haare. (Bis heute fummelt sie mir, wenn sie bei uns schläft, Nachts an den Haaren rum.)

An einschlafen-mit-Papi war so gut wie nicht zu denken. Ich glaube das kann ich in diesem Lebensjahr an zwei Händen abzählen und traf eigentlich nur zu wenn ich bei meiner Tagesmutterausbildung war und zwangsläufig nur Papa daheim war.

Etwa mit 1,5 Jahren stellten wir das Kinderbett erstmalig wieder ins Kinderzimmer um und dann saßen wir viele viele viele LAAAANGE Abende an Mottis Bett und ich starrte in die Dunkelheit oder in der Dunkelheit auf mein Handy. Es war zum Mäusemelken. Nicht das ich in der Zeit daran gedacht hätte einfach zu gehen und sie schreien zu lassen (außerdem war das Bettgitter eh schon raus und sie wäre mir einfach hinterhergedackelt) aber langsam hatte ich doch kein Bock mehr am Kinderbett zu sitzen. Spieluhr, Hörspiel was auch immer, nichts half. Nichts konnte Mama ersetzen. Also saß ich in der Dunkelheit und hielt Händchen. Irgendwann schlief sie immer ein. Das half, wenn ich mir sagte: Irgendwann wird sie einschlafen.

3. Lebensjahr Motti

Vom zweiten bis zum dritten Geburtstag schafften wir es immerhin das ich das Zimmer verlassen durfte und im Türrahmen stehen konnte, ohne das sich Motti beschwerte das ich nicht da war. An manchen Abenden schlief sie sogar ein während ich kurz im Bad war. Aber eigentlich schafften wir es erst kurz vor dem Umzug im Mai  das Motti es erlaubte, dass ich das Zimmer verlassen durfte.

Dann kam der Umzug. Tja…und dann saß ich Abends wieder am Kinderbett, bzw im Kinderzimmer und starrte in die Dunkelheit. Und ich kann es ja auch verstehen, neues Zimmer, neue Umgebung. Das fand ich lustigerweise gar nicht schlimm, sondern mich nervte in der Zeit nur das ich im Kinderzimmer keinen guten Sessel oder so stehen habe (soll ja auch eigentlich ein Kinderzimmer und kein „Nursery“ sein) und daher auf dem Boden oder auf dem Kindertisch saß und Rückenschmerzen bekam.  Vor einer Woche habe ich dann immer mal wieder nach der Gute-Nicht-Geschichte gesagt ich müsse noch mal auf die Toilette, oder etwas wegräumen oder oder. Das wurde mir dann immer gestattet, vorausgesetzt ich würde im Obergeschoss bleiben was ich auch immer tat.

Nachts kommt Motti eigentlich so gut wie IMMER zu uns ins Bett rübergewandert und schläft da weiter. Die Zwillinge machen das unregelmäßig. Manchmal schlafen sie ganze Nächte in ihren Betten, manchmal finde ich morgens 3 Kinder im Bett und den Mann im Kinderzimmer schlafend.

Blogprinzessin

1. Lebensjahr Zwillinge

Von Geburt bis erstem Geburtstag (also zumindest ab zu Hause) haben die Zwillinge zusammen in einem Kinderbett bei uns im Schlafzimmer mit geschlafen. Wir hatten erst versucht sie mit bei uns im Bett schlafen zu lassen, aber das klappte nicht. Normalerweise liegt man ja immer: Wand- Kind 1- Eltern 1- Kind2- Eltern2. Da wir aber mit insgesamt 3 Kindern in einem  Bett schlafen wollten, geht diese Schlafweise nicht auf. Wand – Kind1&2 -Eltern1 -Kind 3- Eltern2 ging dahingehend nicht auf das wir einfach kein gutes Gefühl dabei hatten, schließlich waren die Zwillinge noch so klein (1260gr und 1690r) Motti wäre unweigerlich auf sie drauf gerollt. Es passte hinten und vorne nicht. Also schliefen die Zwillinge nebeneinander im Kinderbett (das direkt an unserem Bett stand) ein, und Motti bei uns im Bett.

Interessanterweise waren auch beide nie für „Einschlafbegleitung“ wie wir es von Motti kannten. Während Motti beim Abendlichen kuscheln im Bett immer runterkam und sich entspannte drehten die Zwillinge auf und wurden nochmal richtig munter. In ihr Bett gelegt schliefen sie binnen Minuten ein.  Etwa mit einem halbem Jahr fingen die Zwillinge immer an sich gegenseitig in ihrem Bett wachzutreten und hatten einfach keinen Platz mehr in einem Bett. Also beschlossen wir das nun auch die Zwillinge zu Motti ins Kinderzimmer in ihre eigenen Betten umziehen würden. Mann war das komisch plötzlich kein Kinderbett mehr im Schlafzimmer stehen zu haben. So viel Platz!

2. Lebensjahr Zwillinge

Etwa mit 1,5 Jahren habe wir bei den Zwillingen die Bettgitter entfernt und auch sie konnten nun aufstehen wie sie wollten. Das führte in der ersten Woche zu einiger Verwirrung und drei Kindern (denn wenn eins geht gehen alle) im Flur. Nach dieser einen Woche (vielleicht waren es auch zwei) hatten sich aber alle an die neue Situation gewöhnt und blieben in ihren Betten. Während ich also noch immer bei Motti am Bett sitzen musste, reichte es den Zwillingen völlig zu wissen das ihr Zwilling auch mit im Zimmer ist.
blogprinzessin

einschlafen, Blogprinzessin

3. Lebensjahr Zwillinge

Die Zwillinge sind Ende Mai 2 Jahre alt geworden, daher kann ich dazu noch gar nicht so viel schreiben. ABER bisher ist es so das sie es genauso wie Motti erlauben (sie schlafen ja alle zusammen in einem Zimmer) das ich das Kinderzimmer verlasse und sie schlafen „alleine“ ein.

 

Fazit:

Ich glaube beim Thema Einschlafbegleitung gibt es nicht „DIE LÖSUNG“. Was -ich persönlich- finde das gar nicht geht ist es das Kind schreien zu lassen bis es erschöpft einschläft. Auch wenn dies gerne propagiert wird und auch (gerne in US-Serien) so „vorgelebt“ wird. Wieso das eigentlich ziemlich unnatürlich ist, das kann man in den Anfangs erwähnten Quellen nachlesen.

ABER wenn man selber das „am Bett sitzen“ nicht durchsteht ohne wahnsinnig wütend zu werden und sogar vielleicht Gefahr für das Kind besteht (und ich meine nicht „bisschen wütend“ sondern gefährlich wütend) dann denke ich ist rausgehen, vielleicht den Partner bitten zu übernehmen (wenn möglich und vorhanden und modern genug eingestellt) oder einfach mal 5 min durchschnaufen und das Kind in dem Fall weinen lassen UM SCHLIMMERES ZU VERHINDERN in Ordnung.

Ich hatte mir am Anfang (nur mit Motti) immer schlimmstes vorgestellt: „Wie soll ich denn an drei Betten gleichzeitig Händchen halten?“ nur um dann von meinen Kindern überrascht zu werden und festzustellen: Die brauchen das gar nicht. Die wollen das auch gar nicht. Die wollen ihren Zwilling und sonst ist das völlig okay so.

Anderen Eltern kann ich nur raten: Auch wenn manche Abende am Kinderbett endlos erscheinen, der Handyakku bei 3% ist und der Rücken schmerzt: Es gibt sich. Eure Kinder werden Einschlaffortschritte machen wenn ihr es am wenigsten glaubt und vor allem:

Sie sind nur einmal so klein. In ein paar Jahren werden sie nicht mehr mit euch kuscheln wollen, oder das ihr an ihrem Bett sitzt. Daran erinnere ich mich immer, wenn ich mal wieder in die Dunkelheit starre.

Alles liebe,

Katarina