„Wie ist das denn nun mit Kindern mit einem so kleinen Altersunterschied?“, fragte mich letztens Jessica. Ha! Ja… Wie ist das denn eigentlich? Ich antwortete ihr dass ich über die Antwort ein bisschen nachdenken muss. Kinder

Dann habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen, dass mir diese Frage gestellt wurde und dass ich doch mal „drüber schreiben“ soll. Er verstand sofort: „Klar! Was für uns normal ist, ist für die anderen total interessant.“ Ich verstand es noch immer nicht ganz. „Was soll ich denn da schreiben?“, antwortete ich. „Ich kann doch nicht schreiben >>Mit Verständnis gegenüber den kleinen Geschwistern, z.B beim Stillen is nicht.<< ? Das interessiert doch keinen“.

Obwohl, vielleicht doch.

Was ist toll an einem geringen Altersabstand (von unter einem Jahr)?

  • Motti konnte gar nicht wirklich eifersüchtig werden, weil sie noch gar nicht genau verstanden hat dass die Babys jetzt für immer bleiben.
  • Motti musste sich keine Sorgen machen, als die Zwillinge noch auf der Neugeborenen-Intensivstation  blieben, weil sie das alles noch gar nicht verstanden hat.
  • Wir waren voll drin im Baby-Säugling-Thema und mussten uns nicht nochmal schnell zur Auffrischung YouTube Videos anschauen oder panisch unsere Hebamme befragen „Wie war das noch?“, weil wir aus dem Wickeln-Stillen-schunkeln-Neugebornen-Chichi ja grade erst seit ein paar Wochen entwachsen waren. (Obwohl: Bei den Windeln natürlich nicht.)
  • Die Nächte waren eh von Schlafmangel und „Backenzähne kommen“ geprägt, da musste man keinem wiedergewonnenen Nachtschlaf hinterherweinen.
  • Formulare! Wir hatten ja alles grade erst beantragt. Da war auch noch ganz frisch was man ungefähr wann wo beantragen muss.
  • Kinderkleidung (und zwar fast nigelnagelneue! In der aktuellen Mode!) hatten wir auch. Haben wir auch, denn noch heute tragen die Zwillinge natürlich die Kleidung von Motti weiter. Nicht alles, denn sie haben auch „eigene“ Sachen, aber ganz schön viel.
  • Inzwischen, jetzt sind die Zwillinge 2 Jahre alt und Motti 3 Jahre alt, spielen alle drei ganz viel gemeinsam.

Was ist eher ungeschickt an einem so geringen Altersabstand?

  • Die Nächte. Sie dauerten logischerweise viel länger bis sie besser wurden, als bei Kindern wo eins schon „aus dem gröbsten raus“ ist.
  • Die Kinderarzt U-Untersuchungen. Sonst geht man ja mit maximal einem Kind dahin. Wir allerdings immer mit allen dreien. Wobei das in anderen „normalen“ Großfamilien vielleicht auch mal passiert dass man mehrere Kinder am gleichen Termin hinschleppt.
  • Kosten. Ja, ein Kind kostet. Mehrere kosten auch, aber und jetzt kommt ein ABER bei denen mir Mehrlingseltern zu nicken werden: Man kommt nicht drumrum alles doppelt und dreifach zu kaufen? Ein Bobbycar? Haha. Das dachte ich auch mal. „Die können ja teilen!“, dachte ich. Jetzt haben wir drei Plastikrutscheautos. Das gleiche mit Kinderfahrrädern. Es gibt so Dinge, da hat Motti eins und dann will das nächste Kind auch eins und dann haben wir drei weil grade als wir dachten wir müssten nur zwei kaufen…HA! GROSSER FEHLER! (Den macht man nur einmal.)
  • Sie kommen alle so ziemlich gleichzeitig in irgendwelche Phasen. Motti strebt grade nach Autonomie dass die Wände wackeln und diskutiert dich auch mit drei in Grund und Boden, und fast unbemerkt schleicht sich diese Phase auch bei Nini und Wawi ein. Hinterrücks kreischen sie länger, bocken mehr und können sich plötzlich alleine Jacke und Schuhe anziehen.
  • Die Pubertät. Ich will mir das gar nicht vorstellen wie das ist mit drei Mädels die alle gleichzeitig in die Pubertät kommen. Das wird bei meinen ganz anders. Die werden total (!!!) pflegeleicht. Bestimmt. Ja?
  • Sie spielen ganz toll miteinander. Mit Buntstiften an der Tapete, mit waghalsigen Kletteraktionen, mit „Ja Nini! Das ist eine GUTE IDEE!“ (Angst.)

Ich gebe mal die Frage zurück: „Wie ist das denn mit Geschwistern mit so großem Altersabstand?