Am Freitag war ich zum ersten Mal beim Barcamp in Kiel und muss sagen: Da gehe ich wieder hin. Sehr gut organisiert, nette Leute, interessante Vorträge. (Danke auch an alle Sponsoren die dafür sorgten das ich für das Barcamp rein gar nichts bezahlen musste).

blogprinzessinEin Barcamp ist eigentlich ganz einfach zu erklären: Es treffen sich ein paar Leute, stellen zusammen eine Art Stundenplan auf und jeder Teilnehmer darf, wenn er möchte einen Vortrag halten. Die Vorträge müssen nicht zu einem speziellen Thema sein oder aufeinander abgestimmt. Das einzige was entscheidet ob der Vortrag auf dem „Session Grid“ (Stundenplan) landet ist das Handzeichen der anderen ob sie Interesse haben.  So hat man dann am Ende einer Sessionvorstellungsrunde einen bunt zusammengewürfelten Stundenplan und jeder kann sich aussuchen wo er hingeht.

Ich also entschied mich zuerst zu einer Session zum Thema „Kreativ auf Knopfdruck“ zu gehen, und lernte dort von einem netten Herren aus einer Werbeagentur wie man anhand einer irgendwas Matrix ^^ zum Beispiel etwas neues zu Essen erfindet. Wie man da rangehen kann wenn der Kunde sagt: „Ich hätte gerne ein neues Eis. Macht mal.“

Die zweite Session die ich besuchte war von einem Werbefotografen (Calle Hackenberg) der uns darüber aufklärte wieso es eigentlich so viel SCHLECHTE Werbung gibt. Das eigentlich alle großen Agenturen sich gegenseitig die Ideen klauen und trotzdem für ihre vermeintlich innovativen Ideen auch noch Preise gewinnen. Er erinnerte auch daran das gute Werbung, echtes Geld kostet. Das man das aber auch bitte ausgeben soll, weil es sich langfristig eben auszahlt.

Nach der Mittagspause landete ich dann in einer Session zum Thema „Design Thinking“, ich konnte mir darunter gar nichts vorstellen, aber dank Inga weiß ich jetzt wie ich das eigentlich recht öde „Mensch ärgere dich nicht“ moderner und für meinen ausgedachten Kunden „Frank“ interessant machen kann.

Weiter ging es mit zwei Datenschutzbeauftragten aus Hamburg und Schleswig-Holstein, die uns erklärten was sie da eigentlich tun und wer verantwortlich ist wenn es heißt „Die Datenschutzbehörde Hamburg fordert Facebook auf das…“. Ich fand es in dem Zuge spannend zu lernen das ich als Privatperson eigentlich gar nicht befugt bin eine Kopie meines Personalausweises zum Zwecke der Identifikation für Facebook zu machen. Also ich darf keine Kopie machen, und Facebook darf sie eigentlich gar nicht einfordern. (Falls jemand aus der Session jetzt hier mitliest und ich das falsch Verstanden habe, korrigiert mich gerne.)

Zum Abschluss erklärte uns Calle dann noch in groben Zügen wie Werbefotografie im Food Bereich funktioniert und wieso das allermeiste Eis was wir irgendwo auf Verpackungen sehen, gar kein echtes Eis ist sondern irgendein Ersatzstoff. Und das man prinzipiell alles auf die Verpackung in superschön drucken kann, wenn man „Serviervorschlag“ auf die Packung schreibt. Dann kann das echte Produkt auch aussehen wie Hundekotze.

Am Samstag lief alles ganz anders als ich dachte.

Morgens im Auto, war ich so müde das ich am liebsten noch 238712378 Kaffee getrunken hätte. Angekommen auf dem Barcamp war ich so müde das ich eigentlich mit niemandem reden wollte. Auch nicht mit meinem Kaffee.

Ja und was dann kam, kann ich mir nur damit erklären das ich eben SO MÜDE war. Denn wenn in DEM Zustand dann während der Sessionplanung nur die Worte „Medien“, „Kinder“, „Zeitbegrenzung?“ ankommen, dann…. Ja dann geht man natürlich Richtung Mikrofon, stellt sich neben den sehr perplex schauenden Ümit und sagt sowas wie: „Hallo ich bin Elternbloggerin und finde das könnten wir auch zusammen machen. Also die Session.“ Wundersamerweise hat mich Ümit dann nicht von der Treppe geschubst sondern gesagt:“ Jo. Klar. Machen wir.“ Plötzlich hatte ich da also einen Vortrag an der Backe. Ups. Auf die typische Frage: „Wer hat denn Interesse an dem Vortrag?“ meldeten sich 40 Leute. WHAT THE FUCK. Mimimimi.

Die nächsten 10 Minuten fragte ich mich also, ob ich ganz dringend meinen eigenen Geisteszustand anzweifeln müsste. Ganz offensichtlich war ich ja verrückt geworden. Bis es plötzlich so schien als ob es einen freien Platz im Stundenplan geben würde. Ja und was mache ich da? (Bin ich irre?) Ich stelle mich natürlich nochmal vors Mikro und frage ob jemand was zu „Kinderfotos im Internet“ hören/wissen will. Und es wollen Menschen.  Ich sag euch, es ist einerseits SO COOL wenn man da oben steht und die Leute interessiert wirklich was man da vorschlägt und andererseits wünscht man sich auf nen anderen Stern. Ich kann da Daniela von Cozy & Cuddly jetzt voll nachempfinden, die am Tag zuvor eine tolle Session (hab ich vergessen zu erwähnen) zum Thema Bloggerrelations gehalten hat.

Bilder, Blogprinzessin

Hilfe ich glaube ich bin wahnsinnig geworden.

Bilder, blogprinzessinSo sieht es dann aus wenn man einen Vortrag hält. Nur das rechts und links die Menschen nicht mehr aufs Bild gepasst haben.

Ich glaube aber Ümit und ich haben das ganz gut gemacht, zumindest habe ich durchweg positives Feedback erhalten. Das ist doch nett und ich bin ein bisschen stolz auf uns.

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Und so sah das dann von der Zuhörerseite aus.  Danke Nils für das Foto.

Für mich ging es danach wieder Richtung Hamburg denn wir wollten noch den Geburtstag des Patenonkels feiern.

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(Bildrechte: Patenonkel)

Was wir dann auch ausgiebig gemacht haben, wir Erwachsenen mit Grillgut und die Kinder mit 3x 1kg Eis.

Heute am Sonntag, haben wir einfach GAR NICHTS gemacht.

bilder, blogprinzessin

Vielleicht abgesehen vom Kartoffeln ernten (etwa 2kg), haben wir wirklich gar nichts gemacht. Und auch jetzt werde ich wieder auf meinen Liegestuhl in der Sonne verschwinden. Wochenende, du warst schön.

 

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ALLTAG BEI UNS ist eine Serie auf dem Blog die Teil der Aktion „Wochenende in Bildern“ von Susanne Mierau ist.  ALLTAG BEI UNS erscheint jeden Sonntagabend und zeigt was wir am Wochenende gemacht haben.

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