„Mama, wieso gibst du die Winterstiefel anderen Menschen?“, fragte mich Motti heute morgen als ich die alten Winterstiefel ihrer Schwestern vom vergangenen Winter ins Auto bringe um sie für Flüchtlinge zu spenden. „Weil wir die Menschen geben wollen, die sich keine Winterstiefel kaufen können.“, antworte ich. „Wieso nicht?“, fragt meine Dreijährige zurück. Ich setze mich zu ihr auf die Treppe und sage:“Motti, es kann sein das du noch zu klein dafür bist und es vielleicht nicht verstehst. Aber wir können das versuchen, ja?“ „Ja!“, antwortet sie.

„Gut!“, sage ich und fahre fort:“ Du weisst ja, das wir alle auf der Erde wohnen, richtig?“ -„JA!“ „Und auf der Erde wohnen nicht nur Menschen bei uns, hier, sondern manche wohnen auch ganz weit weg. Verstanden?“ „Ja, verstanden!“ „Dort wo die anderen Menschen wohnen, da gibt es auch Mamas und Papas und Omas und Opas und natürlich auch Kinder. Verstanden?“ „Ja, verstanden.“

„Gut, und dort wo die wohnen, da ist es grade nicht so schön wie bei uns. Hier ist es ja ziemlich schön. Und deswegen kommen die Menschen hier her. Die nennt man Flüchtlinge. Soweit verstanden?“ „Ja!“ *nickt* „Die anderen Menschen gehen also ganz lange zu Fuß, manchmal so lange, das ihre Schuhe kaputt gehen. So wie deine, wenn du ganz viel mit dem Bobbycar fährst. Schau, hier an deiner Sandale ist ja auch was kaputt. Wir geben also unsere zu kleinen Schuhe an andere Kinder die keine Schuhe mehr haben, weil ihre kaputt gegangen sind. Verstanden?“ „Ja!“ antwortet Motti und fügt hinzu: „Deine Winterstiefel kannst du ja dann auch verschenken.“

So einfach kann man seinen Kindern erklären was man da macht. Das Wort „Krieg“ muss gar nicht fallen. Versucht es mal.

Flüchtlinge, blogprinzessin

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