Erzählt mir eure Geschichte. Leos Geburt

Leos Geburt.

Der (damals noch) werdende Papa, war seit einer dreiviertel Stunde in der Arbeit. Ich war (noch) tiefenentspannt, immerhin hat sich der Blasensprung nur mit einem relativ lautem Plopp bemerkbar gemacht und noch war keine Wehentätigkeit spürbar. Vorsichtshalber habe ich dem werdenden Papa eine Nachricht geschrieben, um ihm von meinem Blasensprung und der nahenden Geburt seines erstgeborenen Sohnes zu berichten. „Brauchst dich aber nicht extra beeilen, pass besser auf beim Fahren! Ich bin mal unter der Dusche!

Wie zuvor angekündigt, habe ich mich schnell unter die Dusche begeben. Als erstgebärende Mama habe ich nämlich geglaubt, dass die Fruchtblase nach dem Blasensprung vollständig entleert ist und nicht mehr nachtröpfelt. Ich lag falsch! Durch das warme Wasser der Dusche war sie dann da, die erste Wehe.

Zweite Wehe im Abstand von 7 Minuten. Währenddessen habe ich mich angezogen und beschlossen den werdenden Papa anzurufen, immerhin sollte nun doch einmal nach Hause kommen. Mein Smartphone hat mir nämlich mitgeteilt, dass er meine Blasensprung-Nachricht noch nicht gelesen hat.

Eigentlich wollte ich das elterliche Bett noch einmal frisch beziehen, damit es bei der Ankunft aus dem Krankenhaus gut duftet und sich der neue Erdenbürger gleich wohl fühlt. Dies war dann doch nicht mehr möglich. Ich hatte schon fast keine Wehenpausen mehr.

Der werdende Papa war mittlerweile Zuhause und auf sein Drängen habe ich meine Hebamme angerufen, die noch nicht verständigt war, sich aber auch auf den Weg in die Geburtsklinik machen sollte: „Wir würden dann bald einmal losfahren, ich hatte einen Blasensprung und relativ regelmäßige Wehen, aber wir brauchen zirka eine Stunde bis ins Krankenhaus also kein Stress, bis später!„. Wahnsinn wie tiefenentspannt ich noch immer war.

An die Autofahrt ins Krankenhaus kann ich mich nur bruchteilhaft erinnern. Die meiste Zeit habe ich vor dem Beifahrersitz am Boden hockend verbracht, zirka 20 Minuten vor der Geburtsklinik hatte ich bereits einen Pressdrang.
In der Tiefgarage des Krankenhauses habe ich mich mehrere Male am Boden hingekniet, weil ich meine Wehen nicht mehr veratmen konnte und mein Drang zu Pressen immer unerträglicher wurde.
Gerade als der zweite Passant uns helfen wollte, zum Ersten habe ich noch gesagt: „Nein danke, wir brauchen keine Hilfe. Sind nur Wehen.“ stand meine Hebamme hinter mir und hat mich direkt in den Kreißsaal begleitet.
Muttermund bereits vollständig geöffnet. Zehn Minuten später war auch meine Frauenärztin da. Ich war mit meinem Kreislauf am Ende. Hatte weder gegessen noch getrunken und der Wehenhemmer, den mir meine Hebamme verabreicht hatte, damit wir mit der Entbindung aufs Eintreffen meiner Frauenärztin warten konnten, hatte genau 2 Minuten gewirkt.

Leopold war wohl nicht richtig in den Geburtskanal gerutscht und anstatt ins Becken rutschte er mit dem Kopf immer wieder gegen mein Schambein. Nach einem Dammschnitt und vieler Bemühungen meiner Frauenärztin Klein-Leo in den Geburtskanal zu locken, hat sich mein Kind nach 3 weiteren Presswehen dann doch entschieden auf die Welt zu kommen.
Meine Frauenärztin wollte noch 2 Wehen abwarten, der Anästhesist war für einen Notkaiserschnitt bereits telefonisch verständigt worden. Ich bin froh, dass sich mein Sohnemann doch noch auf natürlichem Wege, ohne Schmerzmedikation oder PDA, das Licht der Welt erblickt hat. Und die Schmerzen meiner Dammschnittnaht sind vermutlich lange nicht vergleichbar mit den Schmerzen einer Kaiserschnittnarbe.
Und ich konnte eine halbe Stunde nach der Entbindung schon das erste Mal mit dem Sohnemann und seinem Papa am Gang spazieren gehen.

Und ja es stimmt, die Geburtsschmerzen sind vergessen, sobald man sein kleines Wunder auf den Bauch gelegt bekommt. Und ja, ich möchte das alles noch ein zweites Mal erleben.
Dem frischgebackenen Papa (Klein-Leo ist ja nun auf der Welt) musste ich aber versprechen, dass ich beim nächsten Kind mit der Rettung ins Krankenhaus fahre.

blogprinzessin

Bildrechte: Bauchzwerg

Camilla ist die Mama vom kleinen Leo, wohnt in Österreich und mehr könnt ihr auf ihrem Blog Bauchzwerg über sie, Leo und den Papa lesen.

Danke für eure Geschichte!

By | 2017-06-25T17:03:09+00:00 16. September 2015|Categories: Gastbeiträge, Geburtsbericht|2 Comments

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2 Kommentare

  1. Steffi am 16. September 2015 um 12:59 Uhr- Antworten

    Na das kann ich mir vorstellen, dass Dein Mann schon ganz schöne Panik hatte, dass Ihr es nicht mehr schafft.
    Egal was wir Frauen bei so einer Geburt durchmachen, häufig ist es für die Männer noch schlimmer, das alles mitanzusehen und nichts tun zu können.

  2. GradGedacht am 16. September 2015 um 22:22 Uhr- Antworten

    Ich kann mir gut vorstellen, dass alles wieder vergessen ist, wenn man das kleine Wesen zum ersten mal erblickt!
    Ist ein tolles Gastbeitrag geworden! 🙂
    liebst, Marie

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