Matildas Geburt

Bildrechte: Offshorepapaonlinemama

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Morgens zu Zweit, am Nachmittag zu Dritt – Matildas Geburt

6:30 Uhr
Plop…
Ich sprang aus dem Bett, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Mein Bauchumfang war inzwischen auf 126 cm angewachsen. Es geht los rief ich und lief zum WC.
Was machen wir jetzt? Was soll ich jetzt machen? Ich warte darauf, dass jeden Moment die Wehen losgehen, doch es passierte nichts. Gar nichts.
Mein Mann fragte ob ich mir denn sicher sei, das es losgehe. Hallo, meine Fruchtblase ist geplatzt, natürlich geht es los.
Lass uns die Hebamme anrufen. Sie kommt vorbei, ich solle nicht Baden in der Zwischenzeit. Okay, dann warten wir halt.
Die Krankenhaustasche, ordentlich gepackt nach Anleitung von diversen Büchern und Tipps von Freundinnen, stellte ich griffbereit.
Obendrauf packte ich noch den Fotoapparat.
So, heute 3 Tage nach dem errechneten Termin ist es nun soweit. Unser Oberschätzchen Matilda kommt zur Welt.
Wir frühstückten und machten uns fertig.
Immer noch keine Wehentätigkeit, wir warteten gespannt auf die Hebamme, wie es denn nun weitergehen würde.

9:30 Uhr
Die Hebamme sagte wir müssen auf die Wehen warten und könnten unseren gewohnten Dingen nachgehen. Nur sitzen und darauf warten wäre nicht so sinnvoll, dann vergeht die Zeit nicht wirklich.
Im Spaß erwähnte ich wir können ja noch shoppen gehen. Papa Daniel, keine schlechte Idee, wir brauchen noch Lebensmittel.
Die Hebamme stimmte zu, wenn ich mich in der Lage fühlte.
Na dann los.

11:50 Uhr
Wir beluden das Auto mit unseren Einkäufen. Beim Einsteigen verspürte ich plötzlich ein ziehen im Bauch. Schatz, wenn wir zuhause sind bewaffne dich gleich mit Stift und Zettel.
Wir müssen die Abstände aufschreiben. ´Meinste jetzt geht es los?´

12:20 Uhr
Die Wehen kommen alle 10 min.

12:30 Uhr
Ich glaube jetzt ist ein guter Zeitpunkt nochmals die Hebamme anzurufen. Einfach um zu fragen, wie weiter. Der Anruf machte mir erstmal keinen Mut. Die Bereitschaftshebamme hatte Sprechstunde und Ihre Kollegin benötigt bis zu einer Stunde, eh sie bei uns sein kann. Wenn ich möchte könne ich nun wieder baden. Na super…

12:45 Uhr
´Wir müssen noch Fotos machen.´ Papa Daniel sprang vor mir hin und her mit dem Ding in der Hand und ich wusste nicht ob ich heulen oder lachen sollte. Das müssen wir doch festhalten, diesen besonderen Moment. Besonderer Moment ja, aber ich im Bademantel und mit entgleisten Gesichtszügen, definitiv nein. Es half nichts, diverse Fotos zur Erinnerung wurden geschossen. Wenn ich sie heute sehe muss ich lachen.
Nun saß ich in der Wanne, aber so richtig fand ich das auch nichts, also wieder raus. Beim Aufstehen allerdings wurde mir ein bisschen mulmig zumute. ´Schaaatz, kannst du mir helfen?´

13:15 Uhr
Ich lief hin und her in unserer Wohnung. Immer wenn eine Wehe kam, versuchte ich mit ihr zu gehen. Es klappte mehr oder weniger. Papa Daniel lief ebenfalls hin und her und fragte ob er etwas tun kann für mich. Ja, halt mich fest. Er stellte sich hinter mich, seine Arme um mich geschlungen und legte seine großen Hände auf meinen Bauch. So standen wir mitten in unserem Wohnzimmer.
Das waren so unbeschreiblich, schöne und innige Minuten. Dieses Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Liebe hatte ich noch nie so intensiv gespürt.
Doch leider hielt es auch wirklich nur für ein paar Minuten, ich wurde ein bisschen unruhig. Also weiter hin und her laufen.
Ich stützte mich zwischendurch am Schrank ab, lehnte mich an die Wand und musste doch glatt an das Geburtsprospekt der Hebamme denken. In welcher Position man sein Baby bekommen möchte. Ich hätte gern eine Geburt im Wasserbecken gehabt, doch leider bot das meine Hebamme nicht an. Und weiter hatte ich mich nicht wirklich damit beschäftigt. Doch jetzt fand ich es ungemein wichtig. Liegen möchte ich nicht. Ich bleibe einfach stehen oder hocke ich mich hin? Mein Gott, in meinem Kopf überschlugen sich die verschiedenen Positionen unterbrochen von den Wehen.
Also ruhig atmen, Ruhe bewahren und weiter. Die Wehen kamen nun alle 6-7 min.

13:50 Uhr
Es klingelte. Die Hebamme stand in der Tür, ich mittlerweile ohne Bekleidung, abgestützt mit beiden Händen an der Wand, so als möchte ich sie wegschieben. Papa Daniel irgendwo dazwischen.
Sie sah mich und sagte dass es mit dem Krankenhaus wohl nichts mehr wird. Zu Papa Daniel sagte sie er möge bitte an ihr Auto gehen und die Notfalltaschen holen. Wie, was, Notfalltaschen.
Ja ihre Frau bekommt jetzt ein Baby, sie muss sich um mich kümmern.
Mein Gott was muss das für ein Bild gewesen sein. Er schaute abwechselnd zu mir und wieder zu der Hebamme. Doch dann ging er.
Die Hebamme fragte wie es mir geht und ob ich bereits die Geburtshilfe informiert hätte.
Die sogenannte Kraamzorg. Die Geburtshilfe begleitet mich eine Woche nach der Geburt für ein paar Stunden am Tag.
Alles prima flüsterte ich und nein noch nicht. Ich kann nicht mehr sagen, warum ich bis zur Geburt nur noch flüsternd kommunizierte mit meiner Umgebung.
Papa Daniel war wieder zurück. Die Hebamme besprach mit ihm das weitere Vorgehen. So zum Beispiel, musste die Couch hergerichtet werden, für die Geburt. Handtücher, Folie…
Ich hing am Schrank wie ein Schluck Wasser und dachte doch tatsächlich, das ich mir die Einkäufe für die Krankenhaustasche sparen hätte können. Das ist verrückt, was mir alles so durch den Kopf schoss.

14:25 Uhr
Alle komplett. Hebamme, Geburtshilfe, Praktikantin der Hebamme und wir. Eine tolle Gemeinschaft.
Die Helferinnen alle Ü20, eine Ü30 Erstgebärende und ein Ü40 Papa. Dann kann es ja losgehen.
Die Hebamme bat mich zu liegen, da sie kontrollieren müsse wie weit sich der Muttermund geöffnet habe. Ich kann nicht liegen gab ich zurück. Doch meinte sie das geht. Nein, da bin ich mir sicher, ich will doch lieber stehen. Hm. Die Hebamme erklärte mir, dass es wirklich geht im Liegen und ich es doch probieren könne. Wenn nicht, kann ich auch wieder aufstehen.
4 Paar Augen schauten mich erwartungsvoll an.
Och, na gut, dann leg ich mich halt hin. Sie hatte über 100 Kinder zur Welt gebracht, sie musste es ja wissen.

14:40 Uhr
Die Hebamme meinte zu Papa Daniel er möge meinen Kopf auf meine Brust drücken. Sie hatte nicht mal zu Ende gesprochen und er drückte bereits. Da lag ich nun wie ein Marienkäfer. Total Bewegungsunfähig. Mit einem Mal überkam mich eine unendliche Müdigkeit und ich hätte am liebsten die Augen zugemacht und geschlafen. Die Hebamme sagte ich solle nicht schlafen sondern pressen. Wir schaffen das zusammen. Na klar, da bin ich mir sicher, dass wir das schaffen, doch diese Müdigkeit. Papa Daniel sagte ich mache das toll und es dauert nicht mehr lange.

15:26 Uhr
Ja, gleich hast du es geschafft, ich sehe den Kopf. Papa Daniel freute sich schon. Und wirklich, plop, da war unser kleines, großes Wunder.
4,2 kg und 52 cm groß. Wow. Wirklich geschafft.

15:35 Uhr
Die Geburtshilfe kontrollierte, ob alles in Ordnung sei mit Matilda. Die Hebamme legte bei mir nochmal Hand an für 3 kleine Stiche.
Und Papa Daniel lief in der Wohnung mit 2 Telefonen umher und informierte die Welt, dass wir es geschafft hätten. Ein ständiges Piepsen und Surren begleitet von dem ja, ja sagen von Papa Daniel lag in der Luft.
Meine Helferinnen gratulierten mir zu dieser gelungenen Geburt.

15:40 Uhr
Matilda genoss ihre ersten Schlucke sichtlich. Man, so ein kleines Wesen und weiß doch schon was es wie zu tun hat, damit es was zu essen kriegt.
Im Wohnzimmer herrschte nun großes aufräumen und ich kuschelte mit Matilda im Schlafzimmer.

15:55 Uhr
Ich besprach mit der Geburtshilfe die Zeit für den morgigen Besuch. Dann verabschiedeten wir alle.
Nicht ohne allen nochmals zu danken für ihre Hilfe.

16:00 Uhr
Es war wieder still bei uns. Die Geschäftigkeit hatte sich gelegt und wir waren stolze Eltern, die einfach nur den Anblick Ihres kleinen Schatzes genossen.

Danke liebe Nadine für eure Geburtsgeschichte.  Sie ist eine liebe Bloggerkollegin und bloggt auf OffshorePapaOnlineMama.

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Wenn auch ihr die Geburt eures Kindes hier veröffentlichen wollt, dann schreibt mir gerne eine eMail an kat (at) blogprinzessin.de Genauere Infos findet ihr auch auf meiner Facebookseite dazu.

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By | 2017-06-25T17:03:09+00:00 17. September 2015|Categories: Gastbeiträge, Geburtsbericht|0 Comments

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