blogprinzessinVeränderung: Alle sieben Jahre verändert sich ein Mensch grundlegend heißt es. Ob nun nach meinem 30. Geburtstag eines dieser 7 Jahre für mich angebrochen ist, weiß ich nicht. Ein bisschen fühlt es sich so an.

In einer Zeitschrift habe ich von einem Mikrobiologen gelesen, der sagte „Ich wollte einen Job ausüben den ich so toll finde, dass ich sogar dafür bezahlen würde ihn machen zu können.“.

Diese Worte haben mich berührt. Vielleicht weil ich schon ein paar Jobs gehabt habe, alle auch gerne ausgeübt habe, aber in keinem habe ich mich so zu Hause gefühlt wie in diesem. Ich mag es dass ich mir selbst einteilen kann, wann ich etwas schreibe. So kann ich jetzt an einem Sonntag um 23:00Uhr an meinem Laptop diese Zeilen tippen. Ich muss nicht darauf warten das ich mich an einem Montag wieder ins Büro setzen kann. Genauso wartet kein potentiell gruseliger Montagschef auf mich, der mir noch schnell sagen will was ich am Freitag verbockt habe. Früher, in meinen anderen Jobs ging es mir ganz häufig so, dass ich häufig WUSSTE das ich nichts falsch gemacht hatte, korrekt abgerechnet, nichts falsch bestellt wurde oder ungehaltene Kunden gemeckert hätten. Dennoch beschlich mich nach freien Tagen häufig das paranoide Gefühl, dass ganz sicher irgendwer mit mir schimpfen würde. (Hallo? Mangelndes Selbstbewusstsein?)

Jetzt ist sind die einzigen Meschen die schimpfen dürften meine Familie. Und das ist okay.
Ich mag es das ich keinen Chef habe, der mir sagt „So und so MUSST du das jetzt machen. Mache erst A, dann B dann C.“. Natürlich macht das in Gewissen Strukturen auch Sinn: Ich kann keine Bücher verkaufen, wenn ich sie nicht vorher bestellt habe. Ich kann keine neuen bestellen, wenn ich die alten nicht verkauft oder remitiert habe. Aber ich finde es ungemein erleichternd, wenn ich jetzt sagen kann: „Nee! Ich mache jetzt erst D und dann A,B und C!“

Jeder hat ja so Vorbilder bei denen er schaut was die so machen. Genauso hatte ich Blogger bei denen ich immer mal geschaut habe, ach was machen die denn so, worüber schreiben die denn. Kommt das an? Interessieren sich da Menschen dafür? Jetzt merke ich, das will ich gar nicht mehr. Ich will nicht mehr schauen was andere so machen.

Das tut mir nicht gut. Ich möchte in weniger Schubladen passen. Oder eigentlich in mehr Schubladen.

Es ist ein flimmern in meinem Bauch. Eine gespannte Erwahrtungshaltung, wie wenn man weiß das gleich etwas passiert, aber man weiß nicht genau was. Ein positives Gruselhaus. Gleich springt das Leben um die Ecke und bewirft mich mit etwas. Es könnte Konfetti sein, oder eine Ladung Kuhdung wir werden sehen.

Vielleicht ist nun also mein 7. Jahr.