Lilys Geburt. Erzählt mir eure Geschichte

Geburt, Blogprinzessin

Lilys Geburt.
Für meinen ersten Geburtsbericht muss ich ein wenig ausholen… ich war im 7.Monat und ging nach wie vor Vollzeit in der Gastronomie arbeiten. Laut meinem Frauenarzt auch völlig in Ordnung… an einem Montagmorgen, zufällig mein freier Tag wachte ich mit fiesen schmerzen auf, konnte diese aber nicht zu ordnen.

Durch meine Recherche im Internet und Erfahrungsberichte von Mama wusste ich: Das sind keine Wehen… das Ende vom Lied: Ich konnte nach ein paar Stunden nicht mehr laufen vor Schmerz und meine Mama fuhr mich ins Krankenhaus. Dort ging alles recht schnell, der Grund war schnell gefunden: Nierenkoliken, Nierenstau. Nun konnte ich die schmerzen also beim Namen benennen. AUA! Ich war ziemlich neben der Spur, weiß nicht mehr alles was mir dort erzählt wurde, aber ich bekam eine Betäubung und dann wurde mir ein kleines Röhrchen in die Harnröhre geschoben, damit die Niere besser ablaufen kann. Und Antibiotika…
Durch dieses ganze Prozedere wurden vorzeitige Wehen ausgelöst, durch Wehenhemmer gestoppt und danach blieben sie auch weg… ich bekam gesagt : Arbeitsverbot ,Bettruhe und viel schonen, da das Baby doch bitte noch solange wie möglich im Bauch aushalten soll. Bitte keine Geburt jetzt!

Ab diesem Moment hatte ich also eigentlich permanent leichte bis mittelschwere Nierenschmerzen und musste immer wieder Antibiotika nehmen, musste häufiger zur Kontrolle zum Frauenarzt und auch meine Hebammen war sehr oft bei mir. Aber es war nicht eine Wehe in Sicht… die Zeit verging, ich war nebenbei noch auf Wohnungssuche und bin noch umgezogen und hatte die ganze Zeit Panik, dass meine kleine Maus früher kommen könnte. Nichts da.

Als es auf den Termin zuging sprachen meine Hebamme und mein Frauenarzt ab, dass es besser wäre einzuleiten, damit ich nicht noch länger die Nierenschmerzen ertragen muss.
Der 30.11. wäre der errechnete Termin gewesen. Am 28.11. kam ich morgens ins Krankenhaus zum einleiten, bereit für die Geburt. Oder so.

TAG EINS

Morgens, Mittags und Abends eine halbe Tablette… ich bekam am Nachmittag wehen, relativ regelmäßig, Abstände von 7-9 Minuten… aber nicht Muttermund wirksam. Am Abend nach einem letzten ctg wurde ich ins Bett geschickt „Ruhen sie sich aus, morgen früh machen wir weiter“.

TAG ZWEI

Tag 2 war eigentlich genau das selbe Spiel. Die Wehen wurden schmerzhafter. Ich bin wahnsinnig viel gelaufen, aber es tat sich nicht viel. Am Abend war der Muttermund 1cm geöffnet. Ich war müde und enttäuscht.

TAG DREI

Tag 3 startete wieder mit einer halben Tablette, am mittag bekam ich zusätzlich noch ein Gel… auch am Abend… bis zum Abend war der Muttermund auf 4cm eröffnet, ich hatte Hoffnung, dass es nun bald los gehen würde. In der Nacht hatte ich einige eigene Wehen, aber nichts dramatisches…

TAG  VIER

Tag 4 begann mit einem Besuch des Ärzte und Hebammen, die mir sagten sie würden heute gern mit einem Wehentropf arbeiten.
Sie boten mir auch an das ganze zu beenden und einen Kaiserschnitt zu machen. Ich lehnte ab, denn ich hatte Angst davor.
Also Wehentropf. Der Tag war anstrengend, schmerzhaft und frustrierend. Am Abend war der Muttermund immer noch bei 4cm. Wieder wurde mir der Kaiserschnitt angeboten, wollte ich nicht. Ich sagte aber, ich würde am nächsten Tag, wenn es weiterhin nicht vorwärts geht, meine Meinung vllt ändern.

TAG FÜNF

Am Tag  5 mittlerweile der 3.Dezember bekam ich morgens wieder den Wehentropf und eine ganz liebe Hebamme, die den Vorschlag machte eine pda zu legen. Ihre Theorie war, dass ich von den Nierenschmerzen und den letzten Tagen wehen so verkrampft wäre, dass nichts vor und zurück geht… gesagt, getan. Und Sie hatte Recht… zwar langsam öffnete sich der Muttermund immer weiter. Abends um 18 Uhr platzte die Fruchtblase und kurz darauf war der Muttermund voll geöffnet. Am Morgen war noch ein Ultraschall gemacht worden. Meiner kleinen Maus ging es gut, das war ja auch die letzten Tage immer wieder geprüft worden. Auf jeden Fall haben Sie mir gesagt dass sie ungefähr 3500g wiegen und 52cm groß sein würde. Also alles gut. Dachte ich.

Ab 19 Uhr hatte ich presswehen, aber es passierte nichts… um 21 Uhr war ich völlig erschöpft, die Ärztin kam, sprach mit der Hebammen und sagte mir dann, dass sie jetzt vorsichtshalber das op Team anrufen würde, damit die sich bereit machen. Sie sagte, wenn ich möchte, würde sie mir bei der nächsten Wehe helfen, aber es könnte weh tun. Zu diesem Zeitpunkt war mir fast alles egal. Ich wollte nur möglichst um den Kaiserschnitt herum kommen. (Total albern werden viele sagen, ich kann ja nicht mal wirklich begründen warum ich davor so eine Angst hatte. )
Nun, die nächste Presswehe kam, meine Mama, die mit dabei war hielt mich, die Ärztin drückte von außen mit vollem Gewicht auf meinen Bauch und ich presste was das Zeug hielt und da kam endlich das Köpfchen… eine weitere Presswehe und meine kleine Lily war kräftig schreiend da. ENDLICH.

Ich hatte einen Dammschnitt und wurde noch genäht. Die kleine Lily brachte 4520g auf die Waage und war 57 cm groß. Und sah aus wie ein zwei Wochen altes baby sagten die Hebammen. Ich war einfach nur froh es geschafft zu haben und sagte „Nie wieder, Lily bleibt Einzelkind“ .

Lily ist mittlerweile fast 6 Jahre alt und große Schwester der 1 Jahr alten Lina.  (Linas Geburtsbericht kommt auch noch, hätte hier aber den Rahmen gesprengt.)

Danke für eure Geschichte, Marie!

Wenn ihr auch die Geburt eures Kindes hier veröffentlichen wollt, dann schreibt mir gerne eine eMail an kat (at) blogprinzessin.de Genauere Infos findet ihr auch auf meiner Facebookseite dazu.

By | 2017-06-25T17:03:09+00:00 12. Oktober 2015|Categories: Gastbeiträge, Geburtsbericht|0 Comments

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