My Little Pony

Jeden Tag reiten Reiter auf ihren Ponys und Pferden an unserem Haus, unserem Garten und natürlich auch an meinem Büro vorbei. Wenn man bei uns also keine Lust mehr hat Kühe anzuschauen, dann blickt man einfach in die entgegengesetzte Richtung und kann fast immer Pferde und Ponys sehen. Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich an Sonnentagen besser als an Regentagen, aber grundsätzlich recht hoch. Seit wir im Mai eingezogen sind, sind also schon etwa 129843724 Ponys und Reiter an unserem Haus vorbeigezuckelt.

Versucht das mal zu verheimlichen!

Mama was ist das? Ist das ein Pony? Neiiin, das ist ein sehr großer Hund. Seht ihr? Ihr wärt auch nicht überzeugt.  Also haben wir es gleich gelassen und beschlossen die Kinder einzuweihen. Das da, liebe Mädchen, das da sind Pferde und Ponys.

Natürlich dauert es nur 29,5 Sekunden bis Motti einfiel dass sie in unserem Urlaub in St. Peter Ording auch schon einmal auf einem Pony geritten ist. Sie schlussfolgerte:

„Mama, ich will ein Pferd. Besser noch, Mami, ein kleines Pferd. Weil ich bin ja auch klein.“

Okay, wir dachten wir hätten noch etwas Zeit, aber offenbar kann man die „Unser Haus ist aber zu klein für ein Pony“ Diskussion auch schon mit 3 Jahren starten. Ich redete mir also wochenlang den Mund fusselig wieso wir eben KEIN Pony halten können, Mottis Plan, wie wann und wo das Pony essen und schlafen kann und ausgeritten wird, wurde dagegen immer ausgefeilter.  Sie plante dass  ihr Pony im Kinderzimmer schlafen könnte, dass sie und ihre Schwestern für diesen edle Zweck generös natürlich zu den Eltern ins Elternbett umziehen würden, dass man dem Pony Gras füttern müsste und es tagsüber in den Garten könnte. Natürlich würde Motti es reiten und knuddeln und liebhaben wie kein anderes Pony dieser Welt und natürlich wäre sie die allerbeste Pferdemotti.

Sie schlug  morgens die Augen auf und sagte „Ich möchte ein Pony“, sie spielte den ganzen Tag über Pony mit ihren Schwestern und ihren Kuscheltieren, hörte nur noch ihre heißgeliebten „Bibi und Tina“ Hörspiele.  Vom Anschauen der Serie „My Little Pony“ auf Netflix konnte ich sie bisher erfolgreich abhalten, aber für weitere Ablenkungsmanöver reichten meine Kräfte nicht.  Der Papa hörte (wenn er denn zu Hause war) nur noch Ponyponyponypony Pony und natürlich verlangte sie Abends das Ponybuch als einzig mögliche Option der Gutenachtgeschichten.

Diagnose: Schwer ponyverliebt. Pferdemädchen.

pony, blogprinzessin

Das schlimme ist: Ich konnte es ihr gar nicht übel nehmen. Ich bin ja als Kind selber geritten. Gut, ich war etwas älter als Motti, aber geträumt vom Reiten habe ich vermutlich auch schon in Mottis Alter. Ich erinnere mich zumindest sehr gut daran dass es mir ähnlich ging wie ihr.

pony, blogprinzessin

Dann hörte ich von dieser anderen Elternbloggerin und dass ihre Tochter Mia (kaum älter als Motti) ein eigenes Pflegepony hätte. Kleiner Donner. Ich fing an zu googeln. „Reitbeteiligung Hamburg“. Dann „Pflegepferd“ und wurde fündig. Da suchte doch tatsächlich eine Frau eine Pflegebeteiligung für ihr Pony. 1,20m Stockmaß, kinderlieb und vor allem suchte sie ganz explizit Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren (und deren Eltern). Der Deal: Mithilfe der Eltern im Stall. Kostenloses geführtes Ponyreiten für die Kinder. Das alles im Nachbarort.

Ich schickte dem Mann vorsichtig eine Whats App mit der Anzeige (und rechnete damit dass er mir gehörig den Kopf waschen würde.) So nach dem Motto „Das reicht in ein paar Jahren auch noch“.  Aber falsch gedacht. Marc sagte nämlich einfach: „Och schreib die doch mal an.“ Hm. Meine Mutter meinte auch „Ach Motti hat doch völlig recht, der Garten ist doch groß genug für ein Pferd. ;-).“

Also schrieb ich die Ponybesitzerin mal an, ob denn die Anzeige noch aktuell wäre. Am Geburtstag des Mannes bekamen wir dann die Antwort: Ja, das sei noch aktuell, und ob wir denn heute noch Lust hätten das Pony mal kennenzulernen. Ich besprach mich kurz mit dem Mann, der sagte: Klar! Mal ehrlich, ist das nicht der weltbeste Mann und Papa, wenn er an seinem Geburtstag statt Kuchen zu essen und sich den Bauch vollzustopfend lieber mit seiner Frau und den Kindern auf einer Weide rumsteht?

Das erste Treffen verlief dann auch ganz gut, putzen und helfen war Motti noch nicht ganz geheuer. Das hätte mich auch gewundert, sie schaut sich immer  lieber erst mal an wie  andere Menschen Dinge machen, und dann macht sie es irgendwann nach. So als ob sie erstmal alle Informationen zu dem Thema aufsaugen muss, und wenn sie es dann quasi in der Theorie kann, dann legt sie in der Praxis los.

pony, blogprinzessin

Nachdem Motti also in der Theorie Hufe ausgekratzt hat (in der Praxis war das dann doch eher Mami) und das Pony geputzt hat (Bürste hat sie wie ein Profi gehalten und auch ein paar mal gebürstet), war es dann soweit. Voltigiergurt und Decke ans Pony geschnallt und schwupp die wupp saß Motti auch schon oben und hielt sich gut mit Händen und Beinen fest. Motti strahlte. „Ich reite Mami! Schau mal ich reite!“, und Mami, Besitzerin, Papa und Motti zuckelten über die Wiese. Im Schritt, aber das war egal. „Mami ich bin im Himmel!“ jauchzte es vom Ponyrücken.

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Oder in unserem Fall auf dem Rücken eines gutmütigen 31 Jahre alten Ponys.

By | 2017-06-25T17:03:09+00:00 16. Oktober 2015|Categories: Ich schreibe|5 Comments

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Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

5 Kommentare

  1. Limettchen am 16. Oktober 2015 um 22:58 Uhr- Antworten

    Hallo Pony! *Wink*

    Schön dich kennenzulernen. Also so halb… 😛

  2. Nicole am 17. Oktober 2015 um 11:15 Uhr- Antworten

    Wie süß!
    Und? Macht ihr es weiter?
    Mal sehen wie das bei uns so wird. Das Sommerkind hat bisher kein großes Interesse an Pferden, wir sind ja oft im Tierpark mit Arabergestüt.

    Liebe Grüße
    Nicole

  3. Kristina am 17. Oktober 2015 um 12:00 Uhr- Antworten

    Ach wie süß! Die Lösung mit dem Pflegepony ist ja wirklich perfekt.

    Liebe Grüße Kristina

  4. Sabrina am 19. Oktober 2015 um 19:23 Uhr- Antworten

    Eure Gegend klingt ja malerisch für Kinder. Die Lösung mit dem Pflegepony ist nicht schlecht.

  5. Inga am 21. Oktober 2015 um 01:05 Uhr- Antworten

    Das ist für das Alter wirklich eine gute Lösung. Ein kleiner Tipp von mir -falls es nicht die Reitleherin schon gesagt hat- macht diese kleine schwarze Kappe unter dem Kinn ab, die kann bei Stürzen wegen ungünstiger Kräfteübertragung zu Kieferverletzungen führen.
    Wenn sie weiter machen will: Tchibo Prozente in der Grindelallee hat noch Sicherheitsreitwesten, reduziert auf knapp 13 Euro. Wenn du mir ihre Größe verrätst, schau ich nächste Woche mal nach, es gab noch zwei unterschiedliche Kindergrößen.

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