Dies sind ein paar Dinge die ich mir, bevor ich Kinder hatte, etwas anders vorgestellt habe:

  • Das mit dem Einschlafen. Oder Schlafen generell. Ich dachte mir vor den Kids: „Hey kein Ding, ein bisschen am Bett sitzen, vorlesen und dann Gute-Nacht-Kuss.“ Das Ding ist geritzt.

Haha! In echt (also unserem „echt“, euers kann ganz anders sein) sieht das so aus: Gute-Nacht-Geschichte wird vorgelesen, aber natürlich nur von Mama. Papa darf das höchstens mal machen wenn Mama Abends nicht da ist. Und auch dann erst nach ausgiebiger Diskussion. Am liebsten werden natürlich entweder die Geschichten ausgesucht, die alle beteiligten schon auswendig können, oder die Geschichten die am längsten sind. Vorteil aus Kindersicht: Sie sind am längsten und man kann am längsten zuhören. Außerdem muss man dann noch nicht ins Bett. Nachteil aus Elternsicht: Sie sind am längsten, man muss am längsten (langweilig) vorlesen und die Kinder sind noch nicht im Bett.

  • VOR den Kids dachte ich über das, was folgt wenn die Kinder schlafen: Yeah! Freizeit bis zum nächsten Morgen. In der Realität existiert diese Freizeit aber nur bis 23  Uhr. Dann kommt nämlich immer das erste Kind aus seinem Bett getappt und kann ganz unmöglich wieder im Kinderbett einschlafen.  Die weitere Nachtruhe MUSS im elterliche Bett erfolgen. (Oder sie schlafen gleich im Elternbett ein.) Die Sache mit dem morgens Aufwachen. Meine Erwartung: Man wird dann halt so wach, schleicht sich raus und trinkt noch nen Kaffee bevor man die Kinder weckt.

In der Realität wecken entweder die Kinder mich „Mama!! Wir wollen Frühstücken!“,  oder aber der Wecker klingelt, alle Kinder erwachen aus ihrem bis dato tiefem Schlummer und wollen „Mama! Frühstück!“.  Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist, aber meine Kinder machen die Augen auf, und egal wie früh es morgens ist, sie haben IMMER SOFORT Hunger. Immer Immer Immer! Während ich mir noch den Schlaf aus den Augen reibe, kauen sie quasi schon gedanklich ihr Müsli.

  •  Die Sache mit dem Spielen. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, dann haben wir so gut wie immer draußen gespielt oder ziemlich leise. Also so in meiner Erinnerung (meine Mom wird jetzt vermutlich laut lachen, was ich aber gar nicht nachvollziehen kann).

Im Jetzt und Hier muss ich nämlich feststellen, dass Kinder (meine!) so gut wie NIE leise spielen. Also leise im Sinne von „Ich sitze auf der Couch, lese „Krieg und Frieden“ zum 5. Mal, knabbere einen Schokoladenkeks und höre  meine Kinder leise flüstern: ‚Nicht Mami stören!‘ „.

Nichts da, meine Kinder machen in jeder wachen Minute Geräusche. Sie kreischen und plappern und kichern und weinen. Sie kommentieren ALLES was sie sehen und alles was sie sich grade vorstellen. Sie reden sogar alle drei gerne gleichzeitig, damit einem alten Erwachsenen das Zuhören auch nicht zu langweilig wird.  Schließlich ist es viel lustiger wenn alle gleichzeitig reden und dann der Erwachsene zu K1 „Ja!“, zu K2 „Nicht da runter springen!“ und zu K3 „Ich hole dir eine neue Selter“ sagt, und zwar ebenfalls gleichzeitig. Und während der Erwachsene noch spricht, entscheidet sich K1 auch dafür eine Selter haben zu wollen, K2 springt natürlich doch und tut sich weh, und K3 präzisiert, die Selter ausschließlich aus dem lila Becher zu akzeptieren.

Wenn dies dann ausdiskutiert ist, dann beginnen sie wieder zu spielen. Was ja ganz wunderbar und toll ist, und ich wende den einzigen Zaubertrick an den ich kenne um aus lauten Kindern erträglich laute Kinder zu machen. Mitspielen. Dann fällt mir nämlich gar nicht mehr auf wie laut sie eigentlich grade sind.

  •  Die Sache mit den Kindersitzen. Vor den Kindern dachte ich mir: Für Babys gibts ja diese Maxi Cosis und danach klettern die Kids einfach in die Sitze.

HAHAHAHAHAHAHAAAAA!

Kindersitz im Auto, blogprinzessinEs gibt so gut wie nichts was ich in Bezug auf Kinder aufwendiger finde als die Kinder in diese wiederspenstigen Sitze zu hieven. Denn, NEIN,  Zweijährige können in einem höher gebauten Auto wie unserem NICHT wie angenommen alleine in den Sitz klettern. Auch ihre ein Jahr ältere Schwester muss, der Enge im Auto sei dank, immer reingehoben werden. Und dann diese Enge in den Sitzen, wenn jahreszeitlich bedingt Winterjacken getragen werden. Hat sich da ein einziger Designer mal Gedanken gemacht? Soll ich meinen Kindern im Haus die Jacken anziehen und im Auto wieder aus, damit sie gut in die Sitze passen? Man muss die ja eh schon benutzerunfreundlichen Gurte der (meisten) Sitze auch noch um Kinder und Winterjacken wickeln. Nur damit den Kindern 0.023 Sekunden nachdem man losgefahren ist , in den Jacken warm wird und sie nach „ausziehen Mama“ verlangen. ARG..

 

  •  Die Sache mit der Nahrungsaufnahme. Ich hatte es oben ja schon einmal angedeutet. Es ist VÖLLIG verrückt wie viel Hunger so ein kleiner Mensch haben kann. Man macht sich das als Single ohne Kind ja gar nicht richtig bewusst. Eben noch habe ich es geschafft drei Kleinkinder unfallfrei durchs Frühstück zu bekommen, fege die Trümmer der Schlacht vom Boden auf, wische den Tisch ab, räume Müslipackungen weg, stelle die Frühstücksschüsselchen in den Spüler, und setze grade an einen Schluck aus meinem – inzwischen kalten – Kaffee zu nehmen: ZACK! steht wieder ein Kind vor mir: „Mama mein Bauch hat wieder Hunger.“.  WHAT?  Es gab doch grade erst was?

Wähähhhhä!