5 Dinge die ich mir VOR den Kids anders vorgestellt habe

Dies sind ein paar Dinge die ich mir, bevor ich Kinder hatte, etwas anders vorgestellt habe:

  • Das mit dem Einschlafen. Oder Schlafen generell. Ich dachte mir vor den Kids: „Hey kein Ding, ein bisschen am Bett sitzen, vorlesen und dann Gute-Nacht-Kuss.“ Das Ding ist geritzt.

Haha! In echt (also unserem „echt“, euers kann ganz anders sein) sieht das so aus: Gute-Nacht-Geschichte wird vorgelesen, aber natürlich nur von Mama. Papa darf das höchstens mal machen wenn Mama Abends nicht da ist. Und auch dann erst nach ausgiebiger Diskussion. Am liebsten werden natürlich entweder die Geschichten ausgesucht, die alle beteiligten schon auswendig können, oder die Geschichten die am längsten sind. Vorteil aus Kindersicht: Sie sind am längsten und man kann am längsten zuhören. Außerdem muss man dann noch nicht ins Bett. Nachteil aus Elternsicht: Sie sind am längsten, man muss am längsten (langweilig) vorlesen und die Kinder sind noch nicht im Bett.

  • VOR den Kids dachte ich über das, was folgt wenn die Kinder schlafen: Yeah! Freizeit bis zum nächsten Morgen. In der Realität existiert diese Freizeit aber nur bis 23  Uhr. Dann kommt nämlich immer das erste Kind aus seinem Bett getappt und kann ganz unmöglich wieder im Kinderbett einschlafen.  Die weitere Nachtruhe MUSS im elterliche Bett erfolgen. (Oder sie schlafen gleich im Elternbett ein.) Die Sache mit dem morgens Aufwachen. Meine Erwartung: Man wird dann halt so wach, schleicht sich raus und trinkt noch nen Kaffee bevor man die Kinder weckt.

In der Realität wecken entweder die Kinder mich „Mama!! Wir wollen Frühstücken!“,  oder aber der Wecker klingelt, alle Kinder erwachen aus ihrem bis dato tiefem Schlummer und wollen „Mama! Frühstück!“.  Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist, aber meine Kinder machen die Augen auf, und egal wie früh es morgens ist, sie haben IMMER SOFORT Hunger. Immer Immer Immer! Während ich mir noch den Schlaf aus den Augen reibe, kauen sie quasi schon gedanklich ihr Müsli.

  •  Die Sache mit dem Spielen. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, dann haben wir so gut wie immer draußen gespielt oder ziemlich leise. Also so in meiner Erinnerung (meine Mom wird jetzt vermutlich laut lachen, was ich aber gar nicht nachvollziehen kann).

Im Jetzt und Hier muss ich nämlich feststellen, dass Kinder (meine!) so gut wie NIE leise spielen. Also leise im Sinne von „Ich sitze auf der Couch, lese „Krieg und Frieden“ zum 5. Mal, knabbere einen Schokoladenkeks und höre  meine Kinder leise flüstern: ‚Nicht Mami stören!‘ „.

Nichts da, meine Kinder machen in jeder wachen Minute Geräusche. Sie kreischen und plappern und kichern und weinen. Sie kommentieren ALLES was sie sehen und alles was sie sich grade vorstellen. Sie reden sogar alle drei gerne gleichzeitig, damit einem alten Erwachsenen das Zuhören auch nicht zu langweilig wird.  Schließlich ist es viel lustiger wenn alle gleichzeitig reden und dann der Erwachsene zu K1 „Ja!“, zu K2 „Nicht da runter springen!“ und zu K3 „Ich hole dir eine neue Selter“ sagt, und zwar ebenfalls gleichzeitig. Und während der Erwachsene noch spricht, entscheidet sich K1 auch dafür eine Selter haben zu wollen, K2 springt natürlich doch und tut sich weh, und K3 präzisiert, die Selter ausschließlich aus dem lila Becher zu akzeptieren.

Wenn dies dann ausdiskutiert ist, dann beginnen sie wieder zu spielen. Was ja ganz wunderbar und toll ist, und ich wende den einzigen Zaubertrick an den ich kenne um aus lauten Kindern erträglich laute Kinder zu machen. Mitspielen. Dann fällt mir nämlich gar nicht mehr auf wie laut sie eigentlich grade sind.

  •  Die Sache mit den Kindersitzen. Vor den Kindern dachte ich mir: Für Babys gibts ja diese Maxi Cosis und danach klettern die Kids einfach in die Sitze.

HAHAHAHAHAHAHAAAAA!

Kindersitz im Auto, blogprinzessinEs gibt so gut wie nichts was ich in Bezug auf Kinder aufwendiger finde als die Kinder in diese wiederspenstigen Sitze zu hieven. Denn, NEIN,  Zweijährige können in einem höher gebauten Auto wie unserem NICHT wie angenommen alleine in den Sitz klettern. Auch ihre ein Jahr ältere Schwester muss, der Enge im Auto sei dank, immer reingehoben werden. Und dann diese Enge in den Sitzen, wenn jahreszeitlich bedingt Winterjacken getragen werden. Hat sich da ein einziger Designer mal Gedanken gemacht? Soll ich meinen Kindern im Haus die Jacken anziehen und im Auto wieder aus, damit sie gut in die Sitze passen? Man muss die ja eh schon benutzerunfreundlichen Gurte der (meisten) Sitze auch noch um Kinder und Winterjacken wickeln. Nur damit den Kindern 0.023 Sekunden nachdem man losgefahren ist , in den Jacken warm wird und sie nach „ausziehen Mama“ verlangen. ARG..

 

  •  Die Sache mit der Nahrungsaufnahme. Ich hatte es oben ja schon einmal angedeutet. Es ist VÖLLIG verrückt wie viel Hunger so ein kleiner Mensch haben kann. Man macht sich das als Single ohne Kind ja gar nicht richtig bewusst. Eben noch habe ich es geschafft drei Kleinkinder unfallfrei durchs Frühstück zu bekommen, fege die Trümmer der Schlacht vom Boden auf, wische den Tisch ab, räume Müslipackungen weg, stelle die Frühstücksschüsselchen in den Spüler, und setze grade an einen Schluck aus meinem – inzwischen kalten – Kaffee zu nehmen: ZACK! steht wieder ein Kind vor mir: „Mama mein Bauch hat wieder Hunger.“.  WHAT?  Es gab doch grade erst was?

Wähähhhhä!

 

 

By | 2017-06-25T17:03:08+00:00 4. November 2015|Categories: Familienleben, Ich schreibe|20 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

20 Comments

  1. Janina 4. November 2015 at 21:54 - Reply

    Ja, kenne ich zu gut. Ich habe nur eins, das reicht auch.

    Aber wegen der Kindersitze: bitte niemals mit Winterjacke anschallen, die Sitze sind so nicht sicher weil der Gurt zuviel Spielraum hat. Und daher planen die Designer auch keinen Platz für Jacken ein.

    • Katarina Fiebelkorn 4. November 2015 at 21:58 - Reply

      Danke für den Tipp!
      (Ich hab den Gurt schon immer sehr sehr fest angezogen, weil ich mir das mit der Winterjacke auch schon gedacht habe.)

      Wie machen das denn andere Eltern? Ziehen wirklich alle ihren Kindern (auch wenn man es definitiv sollte) die Winterjacken aus? Was meinst du Janina?

      • Elawen 4. November 2015 at 23:00 - Reply

        Nur auf längeren Fahrten >30 min. Vorher lohnt nicht… 3kinder in jacken nötigen –>15 min. Fahrt zum Kiga I.d.R. 8 min
        Aber meine Minihexe kann in ihren Sitz klettern trotz erhöhten sitzen. Sie nimmt den Bügel zum Sitzverstellen als Trittbrett ????
        Sie ist allerdings kein Maßstab, sie kann überall klettern. Auch da, wo man es niemalsnienicht vermuten würde ????

      • Janina 5. November 2015 at 19:35 - Reply

        Wir ziehen die Jacke tatsächlich immer aus.
        Wenn es sehr kalt ist, dann gibt’s eine Kuscheldecke (die kleinen Babywolldecken passen gut dafür) über die Beine.
        Und ggf Mütze, da ja über den Kopf viel Wärme abgegeben wird.
        Beides können schon Kleinkinder nach Wunsch selbst ausziehen.

  2. Matilda 4. November 2015 at 22:31 - Reply

    Das mit den Winterjacken kann man nicht oft genug sagen. Ich bin zwar nicht Janina, aber dieser Artikel beantwortet alle Fragen 🙂
    http://www.fraumama.de/keine-winterjacken-im-auto-kinder-und-erwachsene-richtig-sichern/

  3. Carmen 4. November 2015 at 22:42 - Reply

    Alle 5 Punkte könnten genauso auch von uns stammen. Morgens Kaffee? Den schaff ich meist erst im Auto, wenn die Mädels im KiGa sind. Genauso übrigens wie das eigene Frühstück und das obwohl ich früher die war, die nie ungefrühstückt aus dem Haus ist.

    Ich hätte da übrigens noch einen 6ten Punkt: das dem jeden Kind gerecht werden. Bei uns vorallem die letzten beiden Jahre ein ganz großes Thema, die jeweilige Entscheidung soll die Kleine frustriert daneben sitzen, wenn die Große zum Sport geht oder ein Instrument lernt (weil sie selbst noch zu jung ist) oder ist es der Großen gegenüber gerecht, wenn sie wartet, bis die Kleine Schwester mitmachen darf. Mittlerweile ist auch die Kleine 3 und hat mehr Möglichkeiten. Heißt aber auch noch mehr Taxi Mama und Terminabstimmung.

    Und was das Anschnallen angeht. Nach Möglichkeit versuche ich zumindest im tiefsten Winter die dicken Jacken schon auszuziehen. Ist ja auch für uns Erwachsene bei dicken Winterjacken sicherer. Wenn es aber so richtig sauigelt oder wir doch mal etwas knapp d’ran sind, dann kann es schon passieren, dass die Jacken für die 5 Minuten zum KiGa anbleiben.

  4. Mary 5. November 2015 at 04:58 - Reply

    Ein schöner,gelungener Beitrag.Ich habe beim lesen gut geschmunzelt und bin gespannt wie es mit unserem Bauchzwerg später wird.

    Liebe Grüße
    Mary

  5. Sommerelfe 5. November 2015 at 07:12 - Reply

    Wir haben hier für den Winter immer Fleece-Jacken als Autofahrer-Jacken. Die sind warm, aber tragen nicht auf. 🙂

  6. Nicole 5. November 2015 at 19:54 - Reply

    Hey, es gibt auch ganz tolle ponchos für die kleinen zb bei zwergperten
    Grüsse

  7. Clara 5. November 2015 at 20:50 - Reply

    Boooahhh, hab ich ein Glück!! Zumindest was Punkt 2 anbelangt (Rest ist zutreffend). Meine Tochter, 2 Jahre, wacht keine Ahnung wann, morgens auf, denkt sich wohl „psst, Mama schläft noch!“, legt noch mal chillig die Beine hoch (ernsthaft!!), und kaut auf ihrem Kuschelstern rum bis die müde Mama ins Zimmer schlurft. Selbstverständlich ohne zu mucken. Keine Ahnung, warum sie das tut, der Rest des Tages ist dann nämlich alles andere als chillig….. (SO!!! Ab morgen ist alles anders!! Ich habs nämlich jetzt verschrien!!) lg, Clara

  8. Vera 6. November 2015 at 14:21 - Reply

    Hallöchen, sehr sehr lesenswerter Artikel. Wir bekommen user erstes Kind in 2 Monaten. Da können wir uns ja auf was vorbereiten! 🙂

    Liebe Grüße

  9. Biene 9. November 2015 at 14:01 - Reply

    Also bei meiner Maus ist es oftmals ähnlich wie bei Clara. Sie wird wach und dann quatscht sie mit sich und den Kuscheltieren und macht ihr Ding bis ich reinkomme. (gibt aber auch Tage/Nächte wo sie aus irgendwelchen Gründen nicht mehr in ihrem Bett bleiben möchte). Das klappt auch beim Mittagsschlaf. Noch ist sie artig und versucht auch nicht aus ihrem Bett zu klettern (haben so einen kompletten Rausfallschutz). Sie ist jetzt 2,5 Jahre. Hoffe das bleibt dann jetzt auch so 😉

    Und bezüglich der Winterjacke und den Sitzen. Also wir haben die Winterjacke bei den kurzen Strecken definitiv auch an. Das an und ausgezottel bei der enge des Autos tu ich mir auch nicht an. Wobei ich einen Kindersitz mit Fangkörper habe. Momentan passt sie da noch super rein und ist somit denke ich weiterhin gut gesichert. Wenn sie dann etwas größer ist und diesen nicht mehr benötigt, kann ich ja nochmal drüber nachdenken 😉

  10. rage 4. Dezember 2015 at 20:10 - Reply

    ist die winterjacke der neue reboarder? *duckundweg* hier haben zwei von drei eh keinen sitz mehr und der dritte macht eh was er will.

  11. SANDRA 17. Januar 2016 at 11:31 - Reply

    Sehr schön geschrieben. Habe bislang nur einen 3,5 jährigen Sohn und verstehe immer mehr warum man mit 3 Kindern überhaupt nicht arbeiten gehen muss. Wann auch 😀 Hat man oft selbst mit einem das Gefühl völlig ausgelastet zu sein! Danke für diesen tollen Text. Hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert!

  12. Victoria 18. Januar 2016 at 16:41 - Reply

    Super geschrieben, hab grad sehr gelacht. Exakt wie bei uns, vor allem mit dem Essen. Unser Sohn ist nicht satt zu bekommen, es geht den ganzen Tag gefühlt nur ums essen. Ich hab schon ernsthaft in Erwägung gezogen eine Köchin einzustellen. ( wir leben in Thailand da wäre das finanziell drin). Gott sei dank sparen wir uns gerade wenigstens die Jacken.

  13. Kathrin 2. März 2016 at 13:11 - Reply

    Bitte die dicken Jacken unbedingt ausziehen 🙂
    Stattdessen lieber Fleece- oder Wollwalkjacken oder eine Decke, die die Kinder dann weglegen können, wenn ihnen warm genug ist.

    https://www.youtube.com/watch?v=7Qy5CVGlkIE

  14. Carla 2. April 2016 at 18:17 - Reply

    Da kann ich Kathrin nur zustimmen. Besser die Jacken ausziehen.

    Für die kleinen kann man ja Einschlagdecken benutzen.

    Viele Grüße
    Carla

    • Katarina 2. April 2016 at 19:05 - Reply

      Liebe Carla,
      inzwischen haben wir dazu gelernt und lassen die Jacken aus.
      Die Einschlagdecken hatte ich mal für einen Maxi-Cosi selbst gemacht.
      DIY Einschlagdecke

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