Vom Scheitern der Mutter am Abend

Kinderfüße im Bett mit Socken an.

„Mama ich leg mich ins große Bett, da schlaf ich auch ein. Du kannst runtergehen.“ schmettert mir Motti entgegen.

Was? Ich soll runtergehen? Feierabend haben bevor Motti im Land der Träume angekommen ist? Gut, wir waren heute viel unterwegs und Nachmittags noch beim Kinderturnen. Richtig müde wirkt sie allerdings noch nicht.

„Mama geh schon! Geh endlich runter!“, fordert Motti.

Öhm okay, dann geh ich mal. Auf dem Weg nach unten schaue ich noch kurz im Büro von Marc vorbei, frage ihn etwas zum politischen Tagesgeschehen und gehe dann ins Erdgeschoss. Unten angekommen bin ich nicht sicher was ich mit der gewonnenen Freizeit machen soll. Arbeiten? Würde ich ja gerne aber ich warte noch auf Mails. Abendbrot essen? Ist noch nicht fertig, Marc muss noch schnippeln.

Ich entscheide mich dafür, mich mit der „neuen“ (liegt hier seit Mitte Oktober) „CountryKids“ Zeitschrift in die Badewanne zu legen. Wasser läuft, Schaum ist hinzugefügt, die Wanne füllt sich.

„Haaach das fühlt sich herrlich an“, seufze ich und schlage die Zeitschrift auf. Kein Kind weit und breit. Ich lese den ersten Artikel. Ist das entspannend!!!

Es poltert vor der Badezimmertür. Die Klinke wird gedrückt. „Nanu?“, denke ich. „Was will denn Marc jetzt von mir?“.

„MAMA ICH BINS!“, schallt es durch die Tür. „Ja?“, knurre ich und möchte im Schaum versinken. „Ich kann doch nicht ohne dich einschlafen.“ lässt Prinzessin Motti verlauten.  HIMMEL! Ich selbst wünsche mir nichts mehr als 20min in der Badewanne und danach Abendessen mit meinem Mann auf der Couch, dabei „The Originals“ schauend. „Ich liege aber in der Badewanne.“, antworte ich Motti. „Macht nichts, dann warte ich auf dich“, flötet Motti freundlich unter der Tür durch.

Ich lese noch eine halbe Seite, dann steige ich aus der Wanne. Es hilft ja alles nix. Vermutlich hat Marc schon mit Engelszungen auf sie eingeredet bevor sie das Bad erreichte.

Jetzt liege ich auf meiner Bettseite und das hellwache Kind neben mir. Der Mann schnippelt unten in der Küche unser Abendessen.

Vermutlich schlafe ich glei….

By | 2017-06-25T17:03:08+00:00 6. November 2015|Categories: Ich schreibe|Tags: |2 Comments

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Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

2 Comments

  1. Kiwimama 7. November 2015 at 11:48 - Reply

    Hihi, süß geschrieben! Aber zumindest der Wille war da, das ist doch schon mal ein Anfang 😉

    • Katarina Fiebelkorn 7. November 2015 at 11:55 - Reply

      Es kann ja nur besser werden. Ich meine offenbar hat sie ja schon doch irgendwie verstanden dass man auch ohne Mama einschlafen kann. Also in der Theorie. 😉

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