Ihr Lieben,

krank sein mit Kindern ist doch eigentlich die Hölle. Früher hätte man im Falle des Falles den Arbeitgeber informiert, und sich zum Arzt begeben. Man hätte gewartet, gehustet und erklärt:“Lieber Arzt! Offenbar bin ich krank! Schauen Sie mal: Aaaaahhhhh!“ Man hätte seinen unappetitlich rotleuchtenden Rachen dem Mediziner hingestreckt. Der Arzt hätte gesagt:“ Jo, krank! Bleiben Sie mal 3 Tage im Bett.“ und dann wäre man mit seinem gelben Schein nach Hause gewankt. Hätte sich je nach Krankheitsgrad entweder auf die Couch geworfen (dösen beim Fernsehen), oder gleich ins Bett.

Mama ist krank

Aus dem Bett wäre man dann die nächsten 3 Tage nicht mehr rausgekrochen, höchstens um die von Mama vorbeigebrachte frische Hühnersuppe in Empfang zu nehmen und sich ein bisschen betüdeln zu lassen. Man hätte viel geschlafen und noch mehr geschlafen und geschwitzt und irgendwann wäre es wieder gut gewesen.

Als Eltern dagegen merkt man irgendwann das man grade krank wird, ignoriert es aber fleißig denn das passt grade GAR NICHT (eigentlich passt es nie). Die Kinder wollen ja zum Kinderturnen, Freunde treffen oder generell irgendwie bei Laune gehalten werden. Man macht also so weiter wie bisher und denkt sich „Bitte, bitte lass mich nicht wirklich krank werden.“ Dann irgendwann wirft es einen komplett um, im Leben 0.1 wäre man zum Arzt gewackelt um sich krank schreiben zu lassen, in „The Life After Kids“ geht das leider nicht mehr. Denn selbst wenn der Arzt sich einen anschaut, man den Mund aufmacht und „Aaaaaaah“ sagt, wartet am Ende der Untersuchung nicht ein Gesundungs-Spa-Aufenthalt mit 24h Roomservice auf einen, sondern die Aussage:“Jo krank! Schonen Sie sich mal ein paar Tage.

Natürlich antwortet man dann als Eltern:“ Oki doki, Pillenschubser! Geht klärchen.“  Fährt heim und packt sich ins Bett.

AHAHAHAHHA!

Das wäre schön. Man antwortet brav:“ Aber, ich bin Mutter!“ Der Arzt nickt verständnisvoll und verschreibt einem noch eine Packung Paracetamol. Dann schleicht man mit dröhnendem Schädel und den Kindern heim. Schmeißt sich ein Schmerzmittel ein und versucht den Rest des Tages zu überstehen, während im Fernsehen eine Werbung läuft, die verkündet:“Mütter werden nicht krank.“ Stimmt nicht, werden Eltern schon, sie ignorieren es nur bis es wirklich gar nicht mehr geht.  Die absolut definitiv nicht-kranke Mutter lässt die Kinder also ein bisschen pädgogisch wertvolles im TV sehen, während sie ihren Salbeitee schlüft. Die Kinder hopsen und springen und kreischen wie immer.

Nach einem langen Tag, einem Tag der sich so lang anfühlt wie damals in der eigenen Kindheit das warten auf Weihnachten oder Silvester, kommt dann der Partner heim (außer man ist alleinerziehend, da kommt dann niemand.) . Endlich kann man ein bisschen krank sein. Morgen wird bestimmt schon alles wieder besser sein. Muss  ja.

Am nächsten Tag ist man immer noch krank, jetzt aber auch noch Mann und Kinder.  Die Eltern machen also Ching-Chang-Chong wer mehr krank ist und dementsprechend weniger Aufgaben bekommt.

Krank sein mit Kindern ist die Hölle.