Mein Kind ist doch kein Streichelzoo

Ein älterer, dicklicher Mann sitzt auf einer Bank in einem Möbelhaus. Glatze, aber ein Schnurrbart der dem von Horst Lichter in nichts nachsteht.

Entschuldigen Sie bitte?„,  spreche ich ihn höflich an. „Dürfte ich vielleicht einmal ihren Bart zwirbeln?„. Der Mann starrt mich irritiert an. Bis eben hatte er doch noch ganz entspannt auf der Bank gesessen und nun spricht ihn diese Frau an die doch offenbar eins an der Waffel hat. „Was wollen Sie?„.

Ein paar Minuten zuvor:

Marc, die Kinder und ich stehen an der Futtermeile des Möbelhauses und genießen verschiedene Speisen. Die Kinder sitzen im Einkaufswagen und kauen ihre Donuts. Wir unterhalten uns alle. Sehr angemessen und leise. Von irgendwo hinter uns kommt ein Mann daher (besagter oben beschriebener Mann) und wuschelt im Vorbeigehen durch Wawis blonde Löckchen.  Ich kann es nicht ganz fassen und verschlucke mich fast an meinen Pommes. Wawi schaut als würde sie gerne anfangen zu weinen.  In meinem Gehirn fängt es an zu rattern. Der hat doch nicht grade im Vorbeigehen einfach mal drübergestreichelt?

Ich fasse doch auch nicht einfach fremde Menschen an

Mein Kind ist doch kein Streichelzoo„ENTSCHULDIGEN SIE? MEIN KIND IST KEIN STREICHELZOO!“, rufe ich dem Mann hinterher der unbeeindruckt weitergeht. Manchmal ist es nicht besonders vorteilhaft eine hohe Mädchenstimme zu haben.  Marc und ich kauen unser Essen zu Ende und ärgeren uns das mal wieder jemand einfach seine Grabbelhände an unsere Kinder gelegt hat.  Ich finde das geht einfach nicht. Sowas macht man nicht. Niemals. Ich grabbel doch auch anderen Menschen nicht einfach….

Momentmal? Sitzt der Herr da nicht grade auf der Bank und starrt in die Luft? Ich grinse. Auf dem Weg nach draußen nehme ich allen Mut zusammen, biege samt Einkaufswagen zu dem Mann ab und sage:

Entschuldigen Sie bitte? Dürfte ich vielleicht mal kurz ihren Bart zwirbeln?

Was? Meinen Bart zwirbeln wollen Sie?

Ja!„, antworte ich. „Denn genau das haben Sie doch grade bei meiner Tochter gemacht. Ihr einfach in den Haaren rumgewuschelt.

Ich hab das nur ganz liebevoll gemeint.“ , verteidigt sich der Wuschel.

Ja. Ich meine das auch ganz liebevoll. Darf ich also?

Der Mann weicht ein bisschen zurück. „Sehen Sie?“ sage ich, „So fühlt sich das an.
Mein Kind ist kein Streichelzoo, wo jeder mal drüberwuscheln darf. Egal wer was wie gemeint hat. Was ist denn mit so komischen Sachen wie Würde und Achtung vor dem Körper anderer? Was passiert vielleicht in meinem Kind wenn ich als Mutter sie da nicht verteidige? Sagt sie dann irgendwann auch zu allem gar nichts und lässt es geschehen? Wo hört „niedliches Wuscheln“ auf und wo beginnt Belästigung?

Ist euch das auch schon einmal passiert? Wie habt ihr reagiert?

By | 2017-03-14T14:45:09+00:00 17. Dezember 2015|Categories: Familienleben, Ich schreibe, Zwillinge|Tags: |27 Comments
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About the Author:

Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

27 Comments

  1. Frida Mercury 17. Dezember 2015 at 20:17 - Reply

    Geilo! I love it! Ich wünschte ich wär so cool gewesen das ist uns mit der Großen auch oft passiert, meist Leute die vorbeigegangen sind und weg waren se! Gehts noch??

  2. Bärchenmama 17. Dezember 2015 at 20:39 - Reply

    Deine Reaktion ist der Wahnsinn! Ich hasse es auch, wenn Menschen, die wir gar nicht kennen meine Tochter anfassen, vor allem, weil sie Berührungen im Gesicht überhaupt nicht leiden kann und sofort schreit. Das erschreckt die Leute, vor allem Rentner dann immer sehr! Und sorgt vielleicht dafür, dass sie es nicht wieder tun!

  3. daniela 17. Dezember 2015 at 21:03 - Reply

    Oh du sprichst mir aus der Seele. Wir hatten ein ähnliches Erlebnis im Aufzug. Ich konnte gar nicht weg. Mir geht es aber wie dir, ich kann es nicht leiden. Und mein Kind wollte es anscheinend auch nicht. Als der nette Herr dann ausstieg und an mir vorbeiging, wuschelte ich auch durch seine Haare. Der Blick war dann super. 🙂

    • Inga 17. Dezember 2015 at 22:19 - Reply

      Sehr gut, dass da das bei ihm auch gemacht hast. Ich hoffe, das hat ihn so erschrocken, dass er Kinder nun in Ruhe lässt.

    • Katarina 18. Dezember 2015 at 13:20 - Reply

      Sehr gut das du zurückgewuschelt hast. Ich finde ja solange sich unsere Kinder noch nicht selbst verteidigen können, müssen wir das für sie machen.

  4. Sabine Schneider 17. Dezember 2015 at 21:32 - Reply

    Ich findebes bei uns im Dorf nicht schlimm weil jeder jeden kennt und auch die Kinder jeden kennen. Aber bei Wildfremden Menschen muss es nicht sein. Ein nettes Lächeln würde dich auch reichen

    • Alicja Parks 18. Dezember 2015 at 02:34 - Reply

      genau da liegt aber die Gefahr – die Grenzen der Kinder sollten IMMER und von ALLEN gewahrt werden, auch das „Anstandsküsschen“ für Oma oder den Onkel ist potenziell gefährlich, weil dann die koerperlichen Grenzen gar nicht als solche wahnrgenommen werden, die Kinder denken, in einigen Situationen oder bei einigen Leuten soll man halt still halten, es hinnehmen und fertig. Das ist aber komplett falsch, Kinder sollten in der Sicherheit aufwachsen, IMMER und ZU JEDEM fest nein sagen zu können, wann immer sie sich unwohl fühlen oder wenn Grenzen überschritten werden und wo diese liegen, bestimmt das Kind, nicht wir.

      • Katarina 18. Dezember 2015 at 13:32 - Reply

        Liebe Alicja,
        genauso wie du sehe ich das auch. Daher gibt es bei uns auch keine Anstands-Küsschen oder Umarmungen oder was auch immer. Selbst für uns Eltern nicht. Wenn sie nicht wollen dann müssen wir das respektieren.

        Wobei die meisten Menschen ja nicht mal fragen ob sie irgendwas wollen, sondern gleich losgrabbeln. (Wer würde auf die Frage von völlig Fremden: Darf ich mal Ihrem Kind die Haare streicheln? Auch mit „Ja“antworten?)

  5. Inga 17. Dezember 2015 at 22:17 - Reply

    Argh, bei sowas kann ich so richtig ausflippen. Musste das letztens vor mir an der Supermarktkasse beobachten und die Eltern schien es nicht gestört zu haben…ich musste mich echt zusammenreißen, mich nicht einzumischen.
    Bei meinem Babysitterkind hat es tatsächlich mal eine alte Frau gewagt, ihm über die Wange zu streicheln. Da war ich so wütend, da hab ich durch den ganzen Bus gebrüllt was der Frau denn einfiele und das sie das gefälligst nie nie nie nie wieder wagen soll, das sei übergriffig und absolut nicht okay. Die hat sich richtig erschrocken und die anderen im Bus gaben mir Recht. Unglaublich, dass Menschen sowas tun.
    Ich war danach mit den Nerven total am Ende, aber auch sehr stolz auf mich.
    Ich finde es richtig gut, dass du den Mann darauf angesprochen hast. Ja, die meinen das nicht böse, aber sowas geht einfach nicht.

    • Katarina 18. Dezember 2015 at 20:29 - Reply

      Das finde ich super liebe Inga, toll wie du dich für dein Babysitterkind eingesetzt hast.

  6. Sari 18. Dezember 2015 at 10:13 - Reply

    Muah, solche Menschen habe ich ja gefressen. Meine Mut-Reaktion dazu war mal in einem Bus, als eine alte Frau einfach in den Kinderwagen reingrabschte. Ich fuhr sie entsetzt an und griff dann einfach in ihre Tasche, was sie sehr schockierte, woraufhin ich meinte: „Sehen sie…sie mögen das genauso wenig, wenn ich einfach ihre Sachen angrabsche!“

    • Katarina 18. Dezember 2015 at 13:19 - Reply

      Super Reaktion Sari!

      Ich frag mich ja echt immer was sich die Leute da denken? Oder ob sie überhaupt denken?

  7. Marmeladenschuh 18. Dezember 2015 at 16:49 - Reply

    Super! Ich kenne das gut, meine Tochter ist auch so ein blond-gelockter Rauschgoldengel. Für viele scheint das ein Freifahrtschein zu sein. Und sie hat das von klein auf gehasst und bekommt da von mir Rückendeckung. Ich habe kein Problem damit, Leute darauf hinzuweisen, dass sie gefälligst ihre Hände bei sich behalten sollen. Meine Tochter soll wissen, dass nur sie alleine über ihren Körper bestimmen darf… das fängt da an.
    Die Leute meinen das zwar nicht böse – im Gegenteil. Man könnte ja auch sagen, schön, dass mal jemand kinderlieb ist und verzückt von meiner Tochter. Doch anfassen geht halt zu weit, das muss man klar machen…

    Eine Kinderwagensituation wie Sari sie beschreibt, habe ich mal mit Anfang 20 erlebt. Damals hatte ich noch keine Kinder und fand die Mutter voll doof, die den armen alten Mann angeschnauzt hat. Der war voll geschockt und er hat mir leid getan. Heute sehe ich das etwas anders. Aber ich denke, es kommt darauf an, WIE man das jemanden klar macht. Deine Reation war echt super!!!

    • Katarina 18. Dezember 2015 at 20:31 - Reply

      Da bin ich ganz bei dir. Verzückt aufjauchzen und mit Blicken dahinschmelzen. Mit den Kindern schäkern und Quatsch machen ohne sie anzufassen, alles okay. Aber anfassen eben nicht.
      DONT TOUCH THIS 😉

  8. Anna von tepetua 18. Dezember 2015 at 18:39 - Reply

    Du cool Sau! Ich hoffe, dass ich in so einer Situation ähnlich lässig regaieren kann. Bin hellauf begeistert.
    LG Anna

    • Katarina 18. Dezember 2015 at 20:28 - Reply

      Hallo Anna,
      ja die coole Sau mit den weichsten Knien der Welt. Man hatte ich Muffensausen.

  9. Franziska 19. Dezember 2015 at 15:15 - Reply

    Oh mann! Mir passiert sowas ständig! Hab zwillingsjungs (2) und noch ein baby hinterher (5monate).
    Deine Reaktion find ich super! Und mutig!!
    Ich zittere ja dann immer vor wut-und finde man wird dann schnell auch als hysterische Mutter hingestellt.
    Besonders tragisch find ich die Küsse meiner Schwiegermutter auf den Mund der Kinder. Und ich trau mich fast nicht, was zu sagen…

  10. #Lieblinks der Woche | 19. Dezember 2015 at 23:58 - Reply

    […] Die „Blogprinzessin“ regt sich über fremde Menschen auf, die ihrem Kind einfach über den Kopf streicheln – zu Recht, wie ich finde. Ihre Reaktion ist einfach wunderbar und absolut nachahmenswert. “Mein Kind ist doch kein Streichelzoo!” […]

  11. JesSi Ca 20. Dezember 2015 at 01:22 - Reply

    Baby mir ist ja was soo ähnliches passiert. Ich hab es 2014 schon mal mit viel Tamtam verbloggt und nein, ich weiß nicht heute nicht woher ich diesen Mut hatte, aber wir Mütter können mehr wie wir von uns selber denken – Väter sicherlich auch, die reden nur weniger davon – oder höre ich Stimmen??? 🙂

    Richtig richtig geile Aktion und Deine vier Herzis haben sicherlich auch gut aus der Wäsche geguckt…. ach was wünschte ich mir gerade ein Bild vom Gesucht des Mannes…. jajajajaja, nächstes Mal mit Handy in der Hand bitte 🙂 😀 🙂

    http://feiersun.de/blogging/distanzlosigkeit-kommentar-zum-herzmutter-post/

    Ich drück Euch alle ganz fest und bin traurig, dass wir uns in diesem Jahr wohl nicht mehr sehen… oder?!?!
    Aber dann knutsch mir alle
    JesSi Ca

  12. Lila 20. Dezember 2015 at 23:26 - Reply

    hey. Ich finde deine Reaktion wirklich richtig richtig stark!
    Ich habe das lange Zeit genau so gesehen, wie die meisten von euch. Ich bin so oft innerlich und manchmal auch lautstark ausgerastet in diesen Situationen.
    Mittlerweile sehe ich das immer noch ähnlich, aber etwas anders und das kam so:
    Zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat waren wir mit Kleini in Südostasien und jede_ r(wirklich!) hat ihn angefasst, in die Wangen gekniffen, fotografiert, Süßigkeiten zugesteckt, auf den Arm genommen, etc. Hier absolute NoGos. HEURIKA, das war mal ein Kulturschock! Aber so was von. Na klar, völlig andere Kultur, anderer Umgang mit Kindern, viel höherer Stellenwert von Kindern, und in vielen Regionen (meist abseits der Touristenpfade) haben die Menschen schlicht noch nie ein weißes, blondes, blauäugiges Kind gesehen. Und diese Attribute sind dort einfach mal Schönheitsideale genau wie hier schlank und braungebrannt.Rational weiß und verstehe ich das alles, aber damit emotional umzugehen….. puh. Nach spätestens 2 Tagen war klar, entweder wir fliegen sofort nach Europa zurück ODER wir müssen da jetzt alle zusammen mal einen Weg finden, damit zu leben.
    Wir sind geblieben.
    Und wie habe ich das gemacht?
    Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, welche Grenze wird in welcher Situation überschritten? Meine oder die meines Kindes? Wenn Fall Eins eingetreten ist,wenn sich mein Kind unwohl fühlt oder wie bei dir oben geschrieben, es fast oder tatsächlich weint, dann ist der Fall völlig klar. Dann liegt es in der Verantwortung der Eltern /Bezugspersonen einzugreifen, das Kind zu schützen und „zu übersetzen“.
    Manchmal passiert es eben auch, dass es das Kind gar nicht weiter stört, es vielleicht sogar mag. Was ist denn dann? Evtl. ist es unter Umständen meine Grenze die die überschritten wird. Versteht mich nicht falsch, dass ist natürlich auch absolut nicht in Ordnung!!!!! Aber wir sind groß, können reflektieren, Kompromisse schließen etc und auch mal Menschen am Bart zwirbeln:)
    Also mich hat diese Reise auf jeden Fall nachdenklich gemacht….

    so und nun meine letze „Touchie“Geschichte:
    Im Supermarkt, Kind eh schon müde und genervt und die Verkäuferin steuert auf ihn zu. Kind signalisiert mit Körpersprache, dass er kein Bock hat, ich übersetze noch schnell:“Bitte nicht anfassen“ und Verkäuferin wuschelt trotzdem über die Mütze. AHHHHHHHHHHHH. Ich weiß nicht mehr wer fassungsloser ist, er oder ich!
    kind.“ mama, Guck was die Mütze macht, wahhhuuuhha heul, schrei, guck was die mütze macht, kreisch, heul, gebrüll, GUCK WAS DIE MÜTZE MACHT!!!!!!!!!!Nein!!!!“
    Ich:“ Na toll, sie ärgern und ich muß trösten, etwas unfair oder?!!“
    Und das schlimmste: Kind hast Mütze und wehe die rutscht oder verändert sich. na doll und das bei der Kälte. Vielen dank.
    Mittlerweile sage ich das selbe, was ich auf Hunderunde auch immer sage:“ Vorsicht, der beißt!!…… wenn es ihm zu aufdringlich wird“
    Stimmt zwar gar nicht, aber es ist ungehör wirksam und ich würde es völlig in Ordnung finden, wenn er es in diesen Situation vorkommt.

  13. Katrin 21. Dezember 2015 at 20:41 - Reply

    Ich kenne das auch! Nicht nur bei kleinen Kindern wird das gemacht. auch bei Hunden. Je kleiner, desto schamloser sind die Leute. Mein Hund band ich immer bei Aldi, direkt neben der Tür fest. Ich stehe an der Kasse und sehe, wie eine ältere Dame meinem Hund eine Wiener gibt. Ich gehen schleunigst draus – lasse die an der Kasse stehen und sage freundlich aber bestimmt zu der Dame, dass sie meinem Hund bitte kein Fressen geben soll.
    „Aber der ist doch so lieb!“
    ich habe daraufhin nichts gesagt. Die Dame ist weiter gezogen. Aber am liebsten hätte ich gesagt: „Ich zeig Ihnen gleich wie lieb ICH bin, wenn jemand meint, er müsse einen fremden Hund anfassen UND in Abwesenheit des Kindes füttern!“
    Das gleiche hatte ich vor 2 Jahren mit meiner 3 jährigen Tochter. Wir stehen im Bus. Es ist voll und ein älteren Ehepaar sitzt direkt hinter uns. Meine Tochter und die Oma nehmen Kontakt auf und sie steckt meinem Mädchen heimlich einen Bonbon in die Hand. Ich sehe, wie meine Tochter versucht den Bonbon aufzumachen. Ich frage sie woher sie den hat und sie zeigt auf die Frau. Ich spreche jedoch nicht die Frau an sondern teile laut -für die alte Frau zu hören, meiner Tochter mit, dass sie niemals Essen von fremden Leuten annehmen darf. ich sagte, „Vielleicht ist der Bonbon vergiftet“. Leider war sie noch zu jung um das zu verstehen. sie beharrte darauf dass der nicht vergiftet ist. Die Frau entschuldige sich dafür. Und dann habe ich ihr das noch mal im erwachsenen Ton erklärt dass sie nicht einfach etwas schenken darf, wenn sie mich als Mutter erst zu fragen hat.

    Ich persönlich vermittle meinem Kind „Dein Körper ist dein Tempel und nur du entscheidest ob und wo und wann dich jemand anfassen darf! Wie soll das Kind begreifen, dass zb. eine alte Frau sie streicheln darf, aber ein stattlicher Mann nicht? Wie soll das Kind verstehen, dass es sich wehren darf, wenn ihm das unangenehm ist, wenn die Eltern nichts dagegen tun, wenn Fremde sie berühren? So bringt man seinem Kind doch nur bei, still zu halten und zu ertragen auch wenn man das vielleicht unangenehm findet. = ggf keine Gegenwehr bei echten körperlichen Übergriffen.

    Fazit: Mund aufmachen! Lasst euch das nicht gefallen, nur weil ihr höflich bleiben wollt!

  14. […] „Mein Kind ist doch kein Streichelzoo“ beschreibt die Blogprinzessin ein Phänomen, das wohl viele Eltern kennen. Und sie gibt auch […]

  15. Svenja 20. März 2016 at 18:09 - Reply

    Puh, das haben wir oft…..Lene hat blonde Locken bis zum Rücken, was wohl einladend wirkt😩?!
    Das schlimmste Erlebnis war bislang im Saunabereich eines öffentlichen Schwimmbades in unserer Stadt:
    Wir waren zu 4. zum ersten Mal dort und wollten mal testen, ob die Kinder das gut finden könnten-mein Mann liebt Saunieren.
    Lilypsilon (6) fand es gut und sauste mit ihrem Papa zwischen den verschiedenen Gängen hin und her, Lene (4) war so semibegeistert und wollte auf keinen Fall mal kurz in die Dampfsauna. Ich wollte sie gerade zu nem kurzen Reinschnupperen animieren, tätschelt sie doch nicht ein älterer (auch nackter) Herr an der Schulter und spricht sie an, wie schön er es fände, dass sie da sei😳🙄😒😡☠…..
    Ich war leider nicht so schnell in meiner Reaktion, schwankte zwischen „Najaaaa, der Opa wollte halt nett sein und hat einfach selbst Enkelkinder, die er selbstverständlich antätschelt.“ und “ Aaaaaah, warum tascht der alte Greis mein nackiges Kind an?!“…..
    Wir sind uns bis heute unsicher, ob wir da überzogen irritiert waren oder es einfach total daneben war.

    • Katarina 20. März 2016 at 20:18 - Reply

      Liebe Svenja,
      ohja das müssen die Haare sein die so einladend wirken…
      Was die Sauna angeht: Also ich würde da mit den Kindern nicht mehr hingehen, aber das ist mein Bauchgefühl. Uaaargs.

  16. yvi 22. März 2016 at 19:10 - Reply

    Hallo.
    Ich lese erst seit kurzem hier mit. Und dieses Thema macht mich echt immer rasend. Wenn Wildfremde meinen Sohn anfassen. Die meisten wollen ja auch noch direkt ins Gesicht grabschen. Ich finde es top, wenn die Eltern da gleich reagieren. Fand es schon in der Schwangerschaft schlimm, wenn mir einfach der Bauch gestreichelt wurde.
    wünsche euch und euren Lieben alles Gute

  17. Teilzeitmutter 29. Mai 2016 at 16:01 - Reply

    Oh wie cool. Das hätte ich mir selbst nicht getraut, obwohl ich solche Übergriffe (von Fremden) total daneben und respektlos finde. Auch wenn sie meistens lieb gemeint sind. Ich bin mit einem Iraner verheiratet und in seinem Kulturkreis werden Babys und kleine Kinder mit einer Selbstverständlichkeit geherzt und geknuddelt – dass einem als auf Distanz bedachter Nordeuropäer Augen und Ohren übergehen, komischerweise fand meine Maus diese „attacken“ von Iranern sogar gut. Kniff ihr ein Deutscher vorsichtig in die Wangen gab’s Geheul. Ich versuche mein Kind vor solchen Tatschereien zu schützen, bei persischen Bekannten drück ich aber schon mal ein Auge zu. Solange sie ok damit zu sein scheint. Ihre Art ist aber auch irgendwie anders. Das ist schwer zu beschreiben. Anfangs fand ich das aber ganz schön gewöhnungsbefürftig…

  18. Twinsees 22. April 2017 at 16:15 - Reply

    Musste sowohl schmunzeln, als auch nachdenken.. Wahre Worte!

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