6 Fragen an… eine Fotografin

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendwas machen, immer die gleichen 6 Fragen stellen um mehr über ihre Berufe und den Menschen zu erfahren. Dieses mal mit Michelle. Sie arbeitet als Fotografin und fotografiert insbesondere Hochzeiten, Babys & Kinder.

Liebe Michelle, wie bist Du auf die Idee gekommen, das beruflich zu machen, was Du machst?
Ich habe mich nie hingesetzt und beschlossen, Fotografin zu werden. Es war etwas, das sich über Jahre entwickelt hat. Das wollte ich zwar damals in der Schule schon, aber verwarf die Idee sehr bald, weil man damals noch tolle
Physiknoten gebraucht hat. Tja, dann schlug ich beruflich eine andere Linie ein, die mich zunächst ganz zufrieden machte, aber die Fotografie habe ich nebenbei als Hobby immer betrieben. Als dann die ersten Anfragen von
Freunden und deren Freunden kamen, meldete ich nebenbei mein Gewerbe an. Und als mein Herz dann mehr für die Fotografie schlug als für meinen ursprünglichen Job, habe ich lange mit meinem Mann zusammen überlegt, ob ich
den Schritt in die komplette Selbständigkeit probieren sollte. Ich glaube nicht, dass es Leute gibt, die sich hinsetzen und wirklich die Idee haben, sich mal als Fotograf zu versuchen, ohne das zuvor ausprobiert zu haben, oder nur theoretisch technisches und kein künstlerisches Verständnis haben.

Wie wird man Fotografin?
Natürlich gibt es konventionellere Wege als den meinen, Fotograf zu werden: Mit Ausbildung oder Studium. Man achtet dann sicher auf andere Dinge als jemand, der seine Erfahrungen selbst macht und sich die Technik erst selbst erarbeiteten wollte.

Es gibt also zwei Möglichkeiten:
Entweder, zuerst ist der Blick da, eine Leidenschaft und ein Hobby, das
immer mehr wächst, und man versucht sich (mit Gewerbe und nicht schwarz!) in
der wirklich hart umkämpften Branche. Vorsicht, Frustgefahr! Hobbyfotografen zu Dumpingpreisen machen einem das Leben nicht gerade einfach – auch ich war eine, die zunächst sehr günstig war und nicht verstand, dass das die Existenz derer gefährdet, die von ihrem Gehalt Krankenversicherung, Steuer,Studiomiete und co begleichen müssen.

Oder man lernt von Grund auf alles Technische, Theoretische, Licht- und Bildaufbau, Farben und das Ausrechnen von Belichtungszeiten, Buchhaltung und Preisberechnung ohne zu wissen, ob die eigenen Bilder auch wirklich Gefühle übermitteln können oder nur technisch perfekt sind. Man lernt alles: Werbe-Portrait- Architektur- Modefotografie und entscheidet sich vielleicht dann für sein Lieblingsgebiet.

Das klingt vielleicht negativer als ich es meine, aber ich fand meinen Weg dafür wirklich prima. Ich weiß, wie steinig er war, bin stolz darauf, wasich mir erarbeitet habe und kenne „gelernte“ Kollegen, die einfach seit 20 Jahren das selbe tun, ohne Leidenschaft und Ideen. Natürlich gibt es auch gelernte Kollegen, die ganz und gar großartig sind.

Welche Fragen werden dir im Job am häufigsten gestellt?
1) Wie hast du nur so viel Geduld mit Babys? – Das kann ich nicht beantworten. Ich will tolle Bilder machen, und bei Neugeborenen kommt man >ohne Geduld kein Stück weit – sie spüren jede Unsicherheit. Ich will gut sein, und gut bin ich nur, wenn ich die Bedürfnisse der Kinder bei meiner Arbeit in den Vordergrund stelle.

2) Was für eine Kamera hast du?
Das ist im Grunde schnurzpiepegal 😉 ich habe mit einer Einsteiger-Spiegelreflexkamera Bilder gemacht, die ich heute noch sehr mag. Jeder muss finden, was ihm liegt, ihm gefällt und seinen eigenen Bedürfnissen entspricht.

Oder: „Deine Kamera macht aber tolle Bilder!“ – „Ja, ich habe ihr alles beigebracht, was sie wissen muss.“

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

1) mit wie wenig Schlaf man auskommt. Und zeitgleich, dass Schlafentzug tatsächlich eine der effektivsten Foltermethoden ist.
2) Muttersein verbindet nicht automatisch. Im Gegenteil, es kann auch von einander entfernen – wenn man ganz unterschiedliche Ansichten oder Gewohnheiten an den Tag legt, die man als Nicht-Eltern vielleicht noch nicht erkennen konnte.
3) Du kannst noch so tolle Erziehung leisten. Wenn das Kind der Meinung ist, es sei witzig, andere „Kotzerbse“ zu nennen, dann hast du nahezu keine Handhabe mehr.

Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?
Geduld und die Fähigkeit, sich an die eigene Kindheit, die eigenen Gefühle als Kind zu erinnern! Und ein gut organisierter Terminkalender 😉

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Habt Geduld mit Eurem Kind. Die wenigsten Sachen macht es, weil es provozieren, ärgern oder nerven will… Und nehmt Euch Auszeiten, sei es die Badewanne am Abend. Habt Humor.

Danke das ich dich interviewen durfte, liebe Michelle!

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Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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By | 2017-03-14T17:13:16+00:00 5. Januar 2016|Categories: Ich schreibe|Tags: |2 Comments

About the Author:

Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

2 Comments

  1. Mandy 5. Januar 2016 at 20:44 - Reply

    Ach, wie süß. Eine schöne Idee das mit dem Interview und die Michelle kommt total sympathisch rüber und spricht mir in Sachen Muttersein so das ein oder andere aus der Seele. Sehr schön ♥

  2. […] Januar durfte ich zum Beispiel Michelle interviewen. Meiner Meinung nach eine der besten Baby und Kinderfotografinnen Deutschlands. Der […]

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