6 Fragen an…eine medizinische Dokumentationsassistentin bei der Bundeswehr.

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich werde Menschen, die beruflich irgendwas machen, immer die gleichen 6 Fragen stellen um mehr über ihre Berufe und den Menschen zu erfahren. Dieses mal mit Eva. Sie arbeitet als medizinische Dokumentationsassistentin bei der Bundeswehr.

Bundeswehr

Bildrechte: Eva O.

Liebe Eva, wie bist Du auf die Idee gekommen, das beruflich zu machen, was Du machst?

Ich habe lange überlegt, was ich nach meinem Realschulabschluss machen soll… War mir aber nicht schlüssig, deswegen machte ich halt noch Abitur. Noch ein paar Jahre Jux und Tollerei und noch ein bisschen Zeit zum Überlegen. Viele wollten zur Bundeswehr und dann dachte auch ich darüber nach. Ich redete mit meiner Familie darüber, nicht alle fanden es gut, und bewarb mich…

Wie wird man medizinische Dokumentationsassistentin bei der Bundeswehr?

Man muss zu einem Einstellungstest, der ein paar Tage dauert (kann auch nur einen Tag dauern, wenn man gleich am 1. Tag raus fliegt ; ) ) und Sport, Computertests (Logik, Mathematik, Physik, Deutsch, persönliche Fragen…) und Gespräche mit Psychologen (das ist mit das Gemeinste) beinhaltet.

Den Einstellungstest hatte ich geschafft und wurde dann in die Feldwebellaufbahn eingetacktet. Das hieß unter anderem, dass ich auch eine Ausbildung über die Bundeswehr machen durfte.
Dann kommt die Grundausbildung, die 3 Monate dauert und bei der man sich öfter mal durchbeißen muss. Aber auch das ist zu schaffen, schaffen aber auch nicht alle. Danach kommen noch diverse andere Lehrgänge und dann durfte ich meine 2 jährige Ausbildung zur medizinischen Dokumentationsassistentin machen.

Nun diene ich in einem Bundeswehrkrankenhaus, muss jährlich meine soldatischen Pflichten, wie Märsche, Sport, Lehrgänge und Einsätze verrichten, und liebe meinen Beruf.

Welche Fragen werden dir im Job am häufigsten gestellt?
„Kann ich mal die Akte haben?“ *lach* Ja, das ist die meist gestellte Frage, da ich ja in einem Krankenhaus arbeite und die Ärzte ständig nach etwas fragen… hauptsächlich nach Akten. Ich darf sie dann suchen, weil sie sie „verlegt“ haben. Zwischendurch kommt auch mal die Frage nach etwas Süßem, nem Kuli (Ärzte klauen gerne Kulis 😉 ) oder Papier für den Drucker 🙂

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Was hat mich am Meisten überrascht? Hmm, da muss ich mich jetzt mal loben… dass ich alles so gut meister. Meine erste Tochter habe ich im April 2014 bekommen, 2 Monate später ist mein Freund auf Lehrgang gefahren, denn er ist auch Soldat, und kommt seitdem nur am Wochenende nach Hause (bis Juni diesen Jahres müssen wir es noch aushalten, dann haben wir es geschafft). Ich hatte große Angst, eine schlechte Mutter zu sein und weiß selbst heute manchmal nicht, ob ich alles perfekt mache. Aber es hat mich überrascht, dass alles gar nicht so schlimm ist (bei manchen Geschichten von Müttern bekommt man ja Angst bzw. denkt man sich bei manchen Aussagen von Müttern beim Geburtsvorbereitungskurs, die ihr zweites Kind kriegen „Kann man die Schwangerschaft rückgängig machen, hab’s mir gerade anders überlegt!… ach, und warum bist du nochmal schwanger!“) und hatte noch so viel Liebe übrig, dass wir im September 2015 unsere zweite Tochter bekommen haben. Nun bin ich in der Woche alleinerziehend mit 2 kleinen Mäusen und bin jeden Abend überrascht, wie perfekt der Tag war und wie eine 21 Monate junge Person so ein Chaos hinterlassen kann. In so einem Moment verschränke ich die Arme, rufe „Hex Hex!“ und hoffe darauf, dass alles aufgeräumt ist… Mist, wieder nicht geklappt!

Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Gummistiefel, um mit in die Pfützen springen zu können… Jetzt darf man wieder ohne blöd angeguckt zu werden. Und wenn se blöd gucken, dann nur, weil se eigentlich gerne mit springen möchten. 🙂

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Hört nicht auf das Geschwätz anderer, besonders nicht auf das der Kinderlosen… ich weiß, die Ratschläge sind immer die Besten, aber IHR seid jetzt Eltern und mit der Geburt hat man ganz plötzlich ein paar Gene mehr… die Ich-weiß-was-mein-Kind-braucht-Gene und die Ich-mach-instinktiv-alles-richtig- Gene.
Wenn ihr eurem Kind erst mit 5 den Schnuller entwöhnt oder ihm gar keinen gebt, macht es so… wenn ihr euer Kind (erst) mit 3 auf den Topf setzt oder schon mit 6 Monaten (so wie ich) oder gar nicht, dann macht es so… wenn ihr ein Familienbett wollt oder lieber doch das Kind ausquartiert, dann macht es so. Macht, wie ihr es für richtig haltet. Hauptsache, ihr überschüttet eure Kinder mit Liebe (bis sie sagen können „Nein, Mama!“ 😉 )Ihr seid perfekt, so wie ihr seid. Und denkt daran…

„Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.“

Danke dafür dass ich dich interviewen durfte, liebe Eva!

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Wenn ihr noch jemanden kennt, der auch gerne bei „6 Fragen an…“ mitmachen würde, dann mailt mir doch bitte (kat @ blogprinzessin.de) und sagt mir kurz was ihr macht.

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By | 2017-06-25T17:03:05+00:00 12. Januar 2016|Categories: Ich schreibe|Tags: |1 Comment

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

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