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In den gängigen Frauenzeitschriften kann man ja immer wieder lesen: „Oarr…die Schauspielerin XY trägt jetzt nur noch „Mutti Style“. Für uns ein ganz klares NO-Go.“ Da muss ich dann immer ganz viel atmen damit ich nicht ausflippe. Was denn zur Hölle ist „Mutti Style“? Wieso sollte es verachtenswert und nicht tragbar sein? Sollte nicht jeder tragen können was er will? Ich wette auch ohne den „Mutti“ Faktor gibt es Frauen die eher bequeme/praktische Kleidung tragen wollen und andere die sich eben gerne 1000 Gedanken machen bevor sie das Haus verlassen. So what? Soweit ich weiß haben wir noch keine Uniformpflicht die uns allen vorschreibt wie wir in unserer Freizeit vor die Tür zu treten haben, damit es möglichst gefällig ins Auge fällt.

Mein Style vor den Kindern

Ich gestehe: Über Kleidung habe ich mir in meinem Leben vor den Kindern so gut wie keine Gedanken gemacht. Als Teenie war ich die Bohnenstange ohne Anzeichen von irgendwelchen Brüsten, da war es dann auch egal was ich trug. Tiefer Ausschnitt bei nichtexistenter Brust macht noch immer keine Brust.

Dennoch hätte ich damals dafür getötet das ich nur einen Tag lang aussehen könnte wie A („Sexy-Hexi“) oder B („Mein-Papa-ist-Zahnarzt-in-Blankenese“), bis es mir dann irgendwann herzlich egal wurde. Mit meinen Sachen war ich immer „out“ egal was grade „in“ war. Rückblickend hatte ich dann aber doch ab und zu „Trends“ im Kleiderschrank, wie die unsäglichen Plateauschuhe zum Beispiel.

Einhorn tshirt

Star Wars T-shirt für Frauen

Passenderweise änderte sich das dann auch nicht in meinem Jahr als Au-Pair oder in den Jahren danach. Ich zog an was ich cool fand und ich bin mir sicher in irgendeine Nische hätte ich am Ende doch gepasst.
Selbst 2010 (also mit 25 Jahren) war ich noch die mit den wahlweise blauen oder Zuckerwatte-Rosa farbenen Haaren. Auch Marc hat mich schon mit wild bunten Haaren geliebt, als wir zusammen kamen. Das war 2011.

Mein Style nach den Kindern

2012 und 2013 wurde ich dann Mama von 3 wunderbaren Töchtern. Nach und nach verschwanden die Comicshirts aus meinem Kleiderschrank, den Hoodie von Iron Fist (also den auf dem Bild) hatte ich seit der Schwangerschaft mit Motti nicht mehr an.

Spitzenbesatz

Irgendwie fühle ich mich inzwischen ein bisschen „zu alt“ für die Shirts. Sie sind immer noch toll, aber -und das ist vielleicht einfach nur in meinem Kopf- ich fühle mich mit ihnen mehr wie ein Teenager. In meinem Kopf bin ich durchaus ab und zu gerne nochmal 20 Jahre alt und fühle mich absolut nicht wie jemand der dieses Jahr schon 31 wird. Aber ich möchte gerne eine andere Wirkung haben als damals und fürchte das ich mit den Shirts einfach noch mehr aussehen würde, wie jemand der ich nicht mehr sein möchte. Ich möchte mich selbst in meiner Rolle als Erwachsene (und Mutter!) ernst nehmen und das geht am besten, wenn ich erstmal selbiges (für mich!!!) ausstrahle. Was nicht heißen soll, dass ich andere die Kleidung trage wie ich in meiner Jugend ,nicht ernst nehme. Das tue ich. Ich wünschte sogar ich wäre so wie sie und könnte Erwachsen wirken UND Einhornkotze-Style gleichzeitig tragen und trotzdem wirken wie die kompetente Frau die ich nach Kindererziehungstipps frage. Stattdessen wirke ich in den Keidungsstücken (in meinem Kopf) so wie jemand den man fragt wo denn der nächste Emoladen ist oder ob ich um diese Uhrzeit noch draußen sein darf. Ja, verdammt in meinem Kopf wirke ich wie ein prima Kandidat für gewisse Castingshows.

Bluse mit Spitze

Noch heute schaue ich neidvoll auf die Zahnarzttöchter dieser Welt, welche teure Perlenohrringe und Blazer mit einer solchen Selbstverständlichkeit tragen die ich niemals erreichen werde.

Ich werde immer die mit den ungebügelten Shirts und den potentiell fleckigen Hosen sein. Aber inzwischen bin ich so gut in meinem neuen ich angekommen, dass ich sagen kann: Es ist mir egal was ihr meint. Ich mag das eben so. Ich trage „praktisch und sportlich„. Die Haare trage ich endweder offen oder im klassischen Bloggerdutt. Make-up besteht bei mir meistens aus Concealer und Mascara. Ich bin, wenn man so will euer „Muddi-Style“ Albtraum liebe Zeitschriften.
Das macht jedoch nichts, denn im Gegensatz zu 90% aller Frauen auf dieser westlichen Welt mag ich mich inzwischen, ganz egal was ich trage.

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Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Muddi-Style“ von 2KindChaos.

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