Gestern war Pony-Mittwoch. Das bedeutet das ich alle Kinder zu meiner Mom fahre, dann wieder die Strecke zurück, rechts abbiegen, nochmal rechts und irgendwann zwischen Nichts und Am A…der Heide nach links und dann schaufel ich Pferdemist. Stundenlang.

Meistens mache ich das mit Marc zusammen aber an manchen Tagen muss er halt auch einfach Tagsüber arbeiten. Dann stehe ich alleine im Mist. Einer riesigen Menge Mist. Demnach war gestern mein Wunsch möglichst früh aufzubrechen, denn alleine im Dunkeln Pferdemist sammeln macht noch weniger Spaß als sowieso schon.

10:30 Uhr: Ich öffne meine Augen und könnte schwören das es erst 4:00 Uhr morgens ist. So wie ich mich fühle kann das einfach nicht schon morgens sein. Ich blicke auf die Uhr. ZEHN UHR DREISSIG? Die Kinder sollen eigentlich schon seit 30 Minuten bei meiner Mom sein. Raketenartig stürze ich aus dem Bett, falle beinahe über 123713 Kuscheltiere und treibe die Kids zur Eile an. Himmel! Wieso denn ausgerechnet heute?

10:32 Uhr: Ich schreibe eine Nachricht an meine Mom das wir eben erst aufgewacht sind und uns beeilen. Im Kopf überlege ich kurz ob ich die Kinder wohl mit Bananen ins Auto setzen kann, doch die Ratio sagt mir das sie ein richtiges Frühstück brauchen. Also trabe ich mit den drei Mädels die Treppe runter, helfe den kleinen beim Anziehen und zaubere nebenbei noch ein Müsli auf den Tisch.

11:00 Uhr: Die Kinder haben das Müsli -aus meiner gehetzten Sicht- SEHR SEHR langsam gegessen. Ich fege die letzten Krümel vom Tisch und bin schon mit einem Fuß im Flur, die Kinderschuhe holen. Da klingelt das Telefon.

Müll vergessen rauszustellen

11:03 Uhr: Es ist die liebe Jule vom Crafty Neighbours Club. Wir besprechen ein bisschen was und ich will grade (mit Jule am Ohr) ein paar Stinkewindeln in die Mülltonne schmeißen, als… VERDAMMTER MIST! MIST MIST STINKENDER SUPERMIST! Die Tonne hätte gestern Abend an die Straße gemusst! Die Biotonne auch! VERDAMMT! Das hatten wir doch schon einmal. Ich hechte also (wie damals) mit meinem Puschen auf die Straße…aber leider steht da nur noch die volle Biotonne unserer Nachbarn, gut immerhin kann ich unsere also noch dazustellen. Tja, Mittags ist der Müll hier halt schon durch. Jule nimmt meinen Wutausbruch gelassen hin.

Frau ärgert sich

Mist! Mist! Mist! Schon wieder vergessen den Müll rauszubringen!

11:20 Uhr: Die Kinder sitzen im Auto. Sie schauen auch nur minimal irritiert als ich mir erst Gummihandschuhe überziehe und dann die Schubkarre hole. („Was wollen wir damit bei Oma?“) Wir wollen damit gar nicht zu Oma, sondern ich will die Mülltonne leeren.

Ja, das ist so widerlich wie es klingt.

Immerhin ist Winter. Im Sommer müsste ich mich übergeben, glaube ich. Ich schaufele also Windel für Windel die 120l Tonne leer und verteile die Dinger auf Müllsäcke, welche ich in der Schubkarre staple. Irgendwann ist die Tonne leer und die Schubkarre voll.

Die Schubkarre mit dem Hausmüll schiebe ich ächzend zum Auto, fülle den Kofferraum mit Müll und als letztes ziehe ich mir die Gummihandschuhe wieder aus. Ich könnte platzen vor Ärger!

12:00 Uhr: Wir kommen endlich bei meiner Mom an -ganz Erwachsen verschweige ich natürlich den Müll in meinem Kofferraum-. Die Kinder sind erstaunlich kooperativ und ich kann schnell wieder weiter. Eigentlich würde ich jetzt zum Pony müssen, aber da ist ja noch der Müll im Kofferraum. Die kleine, stinkende Leiche meines Erwachsenenlebens.

12:30 Uhr: Ich erreiche den Recyclinghof und werde endlich meinen stinkenden Müll los. Weiter, wieder zurück…da war noch ein Date mit der Pferdescheiße.

13:00 Uhr: Endlich erreiche ich den Hof, schlüpfe in meine Reitstiefel und freue mich riesig das ich noch ein bisher ungehörtes Hörbuch auf meinem Handy habe. (Was ich genau mache wenn ich die Pferde sauber mache könnt ihr hier nachlesen: „Ich mache jetzt Sport.“  Schieben, aufsammeln, schieben, aufsammeln, schieben, aufsammeln… Irgendwann komme ich wieder in meinen Meditativen Flow und merke gar nicht wie die Zeit vergeht. Was ich allerdings merke sind meine schmerzenden Arme, denn Dank des Tauwetters schaufelt man auch eine Menge schlammigen Boden mit in die Schubkarre. Und Schlamm ist schwer. Sehr schwer.

Gegen 15:00 Uhr bin ich endlich fertig. Wahnsinn was es für einen Unterschied macht ob mein Mann mir hilft oder nicht. Beim Auto angekommen freue ich  mich wie Bolle darauf in meine normalen Stiefel zu schlüpfen. Am allerliebsten wäre mir jetzt noch eine heiße Dusche und ne Stunde pause, gibts aber nicht. Ich fahre schnell noch bei Mediamarkt ran um mir ein externes Laufwerk zu kaufen (hat mein Laptop nicht) und düse dann wieder zu meiner Mom. Die Kinder fallen mir im Treppenhaus kreischend in die Arme und meine Mom überredet mich noch einen Kaffee zu trinken.

Kaffee! Göttertrunk!

Um 17:00 Uhr wollen die Kinder eigentlich noch nicht nach Hause, aber ich möchte gerne heim. Endlich die Füße hochlegen! Zu Hause schaffe ich das zwar auch nicht, aber immerhin ist gegen 19:00Uhr Marc auch zu Hause und übernimmt das ins Bett bringen der aufgekratzten Meute.

Ich gehe duschen und falle auf die Couch. Nie wieder aufstehen!