Das Ding mit der U-Untersuchung

Ich bin ein kleiner U-Untersuchungsschisser. Wenn es nach mir ginge und ich meine innersten Triebe rauslassen würde, dann würde ich googeln was meine Kinder bei jeder dieser Untersuchungen machen müssen. Danach würde ich dann vermutlich diese Dinge mit ihnen üben damit sie bei dem Test ja nicht „durchfallen“.

Eigentlich krank, oder? Durchfallen. Es sind noch immer meine Kinder. Sie können einiges besser und anderes schlechter, anderes noch gar nicht. Wie vermutlich alle anderen Kinder dieser Welt auch. Das macht sie ja nicht besser oder schlechter. Sie sind immer die besten Kinder der Welt.

U7a, U-Untersuchung

Ich bin nervöser als Motti.

Bei den U-Untersuchungen mit „wiegen, messen, in die Augen schauen„, hatte ich diesen innerlichen Stress auch noch nicht. Der kam eigentlich erst, als die Zwillinge zur Frühgeborenennachsorge mussten (was eine verdammt gute Sache ist!) und dort wird geschaut ob sie sich Altersgerecht entwickeln oder ob es irgendwo Defizite gibt. (Gab es nie.)  Aber da war er halt, dieser Erwartungsdruck meinerseits das sie das bitte möglichst „bestehen“ sollen. Völliger irrationaler Blödsinn und trotzdem war ich immer aufgeregt ob sie das denn schaffen würden, die Anforderungen die an sie gestellt werden.

Ich mache mir den Druck selbst

Das gleiche erlebe ich jetzt grade bei Motti, dies ist die erste U-Untersuchung bei der sie mehr können muss als „Anwesend sein“.  Dieser innere Druck meinerseits ist vermutlich der Tatsache geschuldet das sie eben nicht in den Kindergarten gehen. Ich denke mir bei den Aufgabenstellungen immer „Und was ist wenn sie irgendwas davon im Kindergarten hätte lernen müssen, was bei uns zu Hause noch gar kein Thema war?“ In dem Sinne sind wir dann zur Zeit wohl „Freilerner“. Es gibt keinen ausgeklügelten Plan bei uns wann sie was lernen müssen, sondern wir folgen einfach ihren Interessen.

Im Moment erkunden wir die Meere, denn Motti und die Zwillinge interessieren sich grade für jegliche Art von Wasserbewohnern. Rochen sind grade ganz spannend und so lerne ich auch nebenbei noch etwas über diese possierlichen Wassertiere.  Ob das ihr irgendwie in der Untersuchung helfen wird? Ich weiß es nicht. Im Dinge ausschneiden ist sie noch nicht so gut, da hat sie bisher aber auch kein Interesse dran. Dafür kann sie die Buchstaben A-F, M, O, I, L, R, T schreiben (und bestimmt welche die ich grade vergessen habe). Sie kennt fast alle Farben und viele verschiedene Tierarten. Kennt Kreise und Vierecke und Dreiecke. Sie kann also schon eine ganze Menge, hoffen wir mal das es für den Kinder TÜV nachher reicht.

Diese Untersuchungen halte ich im übrigen für richtig, ich war bis zu dem Punkt „können müssen“ auch ganz entspannt damit. Jetzt allerdings habe ich das Gefühl durch den Makel „Nicht im Kindergarten!!!einself!“ anderen beweisen zu müssen das mein Kind nur deswegen eben nicht zurückgeblieben, ungebildet und doof ist.

Offenbar ein ganz klassischer Fall von „It’s me – not you.“

Ich bräuchte dann was für meine Nerven. Dem Kind gehts gut und sie freut sich sogar auf heute Nachmittag. Ihre Mama dagegen fühlt sich wie vor der mündlichen Prüfung.

 

By | 2017-06-25T17:03:04+00:00 2. Februar 2016|Categories: Ich schreibe|2 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

2 Comments

  1. diana 2. Februar 2016 at 22:24 - Reply

    Ich verstehe dich da gut.Dasselbe ging mir am Anfang mit dem Pandagirl durch den Kopf aber das legte sich nach einer Weile,weil da einfach kein Defizit war und ist.
    Sie ist in ihrer Entwicklung sehr weit gegenüber andern Gleichaltrigen.
    Das Pandagirl kann auch noch nicht richtig mit der Schere umgehen.Was solls dafür kann sie so ziemlich jede Spinne und jeden Käfer bestimmen und ihre Lebensräume benennen.
    Ich stresse mich da nicht mehr denn was ich von anderen kindern sehe die in den Kindergarten gehen haut mich nicht vom Hocker.

  2. Kerstin 3. Februar 2016 at 10:33 - Reply

    Hallo Katharina!
    Durch viele Umwege bin ich kürzlich auf deinen Blog gestoßen und wollte Dir eh schon schreiben, dass er und Du:-) mir sehr gut gefallt und ich jetzt sicher öfter vorbei komme.
    Mein Kleiner ist ungefähr so alt wie Motti ( vermutlich etwas jünger, da er Heiligabend „seufz“ 2012 geboren wurde)und hatte vor kurzem die U7a. Da brauchst du dir wirklich gar keinen Kopf zu machen: ich bin mir sicher , dass Motti es mit Bravour meistern wird. Nichts von dem, was sie können sollen, hat etwas mit “ Kindergartenwissen“ zu tun. Und wenn du einen guten Kinderarzt hadt, weiß auch er/sue, dass Kinder nun mal individuell sind und nicht zeitgleich jeden Entwicklungsschritt nehmen. Ich habe – Gott sei Dank- einen sehr guten Arzt, was für mich immer wichtig war, da mein Grosser leichte autistische Züge hat und in den Jahren zwischen 3 und 5 immer etwas hinterher hinkte, gerade was die Motorik betrifft. Dadurch habe ich gelernt, das viele Dinge trotzdem eben irgendwann von alleine kommen und er dadurch kein schlechteres Kind ist. Kindergarten übrigens hin oder her in den meine Beide gehen.
    Wann es kritisch werden könnte ist die Vorschulzeit. Da werden deine Kinder dann plötzlich von vielen fremden Personen bewertet und es gibt eine völlig überzogene Erwartungshaltung, was die Kinder können sollen, BEVOR sie in die Schule kommen…ich rege mich da gerade aktuell tierisch drüber auf ( mein Grosser kommt im Sommer in die Schule) und so wie ich dich lese, kann ich mir vorstellen, dass du da später genauso drüber denkst. Da könnte ich dir echt Geschichten erzählen…
    LG Kerstin

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