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Moritz Geburt

Hallo ihr Lieben,

Heute möchte ich euch an einem besonderen Thema teilhaben lassen. Der Geburt des kleinen Mitbewohners. Vielleicht kann ich damit einigen Mamas Mut machen, dass ein Kaiserschnitt nicht das Schlimmste ist womit eine Geburt enden kann.

21.11.2014, ein Tag nach errechnetem Entbindungstermin

0.00 Uhr: Ich gehe ins Bett, die letzten Tage waren geprägt von wenig Schlaf und einem verdrehten Schlaf­Wach­Rhythmus.

2.26 Uhr: Die Blase drückt, ab zur Toilette. Wieder im Bett kann ich nicht einschlafen, ins Wohnzimmer und Fernsehen geht nicht, der Mann ist auf dem Sofa eingeschlafen. Kein drehen oder wenden hilft, ich vertreibe mir die Zeit am Handy. Eine Freundin hat kurz nach Mitternacht entbunden, ob wir wie wir immer gejuxt haben am gleichen Tag entbinden? Noch sieht es mich danach aus. Der Bauchbewohner ist relativ ruhig, schläft wahrscheinlich.

3.25 Uhr: Ich höre ein Ploppen und kurz darauf läuft eine warme Flüssigkeit aus mir. „Blasensprung“!!!! Viel Flüssigkeit. Ich schreie durch die Wohnung nach einem Handtuch, mein Mann ist sofort wach, er ahnt vielleicht das es nur heißen kann das es jetzt los geht. Handtuch zwischen die Beine geklemmt und ab zur Toilette.

Da wir vorher alles genau besprochen haben weiß der Mann genau was zu tun ist. Letzte Sachen in die Kliniktasche packen und im Krankenhaus anrufen, ich bin etwas verunsichert denn das Fruchtwasser ist relativ blutig und schleimig, erstmal gehe ich nochmal duschen.

Die Krankenschwester am Telefon gibt Entwarnung und wir dürfen ohne Krankenwagen in die Klinik. Trotzdem bin ich wahnsinnig nervös in dem Moment, mein Mann die Ruhe selbst. Ich ziehe mir etwas Bequemes an während der Mann das Auto holt, währenddessen mache ich die letzten Bauchfotos.

4.15­4.35 Uhr: Fahrt ins Krankenhaus, so schnell haben wir die Strecke noch nie geschafft, liegt wohl an der Uhrzeit. Erste leichte Wehen machen sich bemerkbar, besonders bei Kopfsteinpflaster.

4.40 Uhr: Die Krankenschwester nimmt mich in Empfang, die Hebamme wäre informiert das ich da bin und würde gleich von Zuhause kommen. Erstmal ans CTG, nach einer gefühlten Ewigkeit kommt der Mann endlich, er musste erstmal nen Parkplatz suchen.

Muttermund maximal Fingerdurchlässig

Als die Hebamme endlich da ist untersucht sie mich. Muttermund maximal Fingerdurchlässig, dass könne alles noch etwas dauern. Nachdem sie mir eigentlich einen Zugang legen wollte, hatte aber nicht funktioniert und wurde auf später ver­ und auf die Ärztin abgeschoben, ging es aufs Zimmer.

Ab jetzt sind die Uhrzeiten eher Schätzungen bis auf wenige Male, wo ich selber auf die Uhr geschaut habe bzw die Uhrzeit genannt wurde.

Ca 5.30 Uhr: CTG im Zimmer, der Mann holt derweil die Taschen aus dem Auto und geht uns ordnungsgemäß anmelden, muss ja alles seine bürokratische Richtigkeit haben.

Wir bekommen vom freundlichen Servicepersonal Frühstück gebracht, der Mann stärkt sich, ich kann gerade nicht an Essen denken. Tigere durchs Zimmer, die Bewegung hilft gegen den Wehenschmerz. Wir werden in ein Untersuchungszimmer gebracht, es wird ein letzter Ultraschall gemacht und der Zugang wird gelegt. Laut Ultraschall wiegt der Bauchbewohner etwa 3500 Gramm, wir lassen uns mal überraschen ob das stimmt. Mein Frauenarzt hat einen Tag vorher noch auf etwa 4 Kilo getippt.

Um 8 Uhr ist Schichtwechsel der Hebamme, als ich gerade mal wieder auf Toilette bin kommt „die Neue“ um sich vorzustellen. Sie komme später wieder höre ich durch die Badtür. Ich muss gefühlt alle zehn Minuten auf Toilette, da drückt wohl jemand ordentlich auf die Blase.

Kurz darauf holt sie uns für ein erneutes CTG ab, der Bauchbewohner ist zu träge, mit Lageveränderung versuchen wir ihn zu motivieren, klappt aber nicht so gut, deshalb bekomme ich eine Infusion. Ich erzähle ihr von meinen Schlafproblemen der letzten Tage, 4,5 Stunden Schlaf an zwei Tagen ist nicht besonders viel, deshalb bekomme ich ein Medikament damit ich nochmal schlafen kann, da der Muttermund sich auch nur wenig verändert hatte.

Ca 9.00 Uhr: Aber Pustekuchen von dem Medikament werde ich richtig munter, quatsche den Mann fast zu Tode. Er ist völlig verwirrt, die Wehen werden intensiver.

10.30 Uhr: Da ich nicht schlafe sollen wir um diese Uhrzeit wieder zum CTG im Kreißsaal vorbei schauen. Der Mann hat deutlich Mitleid mit mir und massiert mir brav den unteren Rücken, dass half total gut. Fast ein bisschen Lehrerhaft belehrt er die Hebamme wie hoch doch meine Wehen schon sind. Ich habe mich total darüber amüsiert, obwohl ich etwas abgelenkt war.

Irgendwann sagte sie das sie den Arzt rufen würde

Ich kann nicht sagen wie lange ich da lag aber irgendwann sagte sie das sie den Arzt rufen würde. Noch dachte ich mir nichts dabei. Er kam schnell, stellte sich vor und war wirklich nett. Es gab zwei weitere Infusionen für mich. Was genau habe ich vergessen aber es sollten das träge Baby etwas wach machen, der kleine Mann reagierte nämlich nicht so auf die Wehen wie es zu erwarten wäre. Keine Anzeichen von Stress bei ihm, aber Wehen sind nun mal Stress. Der Arzt erklärte mir alles ganz genau, auch das wir jetzt einen Kaiserschnitt machen mussten weil er nicht sagen könne was mit dem Bauchbewohner los ist. Ich bekam einen Wehen­Hemmer gespritzt.

Ich höre den Arzt telefonieren, er erkundigt sich ob der OP frei wäre, er hätte einen notwendigen Kaiserschnitt und die anderen anstehenden Operationen müssten warten. Ich unterzeichne irgendwelche Unterlagen, am Wichtigsten war mir in dem Moment nur das wir die Placenta mit nach Hause nehmen wollen und ob das trotzdem ginge. Danach noch schnell die sexy Kompressionsstrümpfe an und das Tubetop das sich da gleich ein Mini­Baby einkuscheln kann.

Der Mann durfte in der Zeit unsere Sachen in das Familienzimmer bringen, was zu unserem Glück frei geworden war.

Im Aufzug wurde ich über die Gefahren der Spinalanästhesie aufgeklärt wobei ich ehrlich gesagt nicht richtig zugehört habe. Kennt man ja aus dem Fernsehen.

Ich wurde in den Op gebracht und liebevoll betreut

Arzt und Mann verschwinden zum umziehen, ich wurde in den Op gebracht und liebevoll betreut. Sogar nachträglich zum Geburtstag wurde mir noch gratuliert bevor ich die Hand der Hebamme beim Stechen der Nadel nur ein bisschen zu fest gedrückt hatte. Meine Arme wurden fixiert und wir warteten auf die Wirkung der Spinalanästhesie.

Irgendwann in kurz danach kam der Mann, glaube ich zumindest. Die meiste Zeit hatte ich von da an die Augen geschlossen und konzentrierte mich genau auf die Geräusche um mich.

Es wurde dreimal getestet ob alles betäubt ist bevor es dann endlich richtig los ging. Man merkt ganz deutlich das da etwas passiert, aber eben komplett Schmerzfrei.

„Der Kopf ist da“, dem folgte ein wunderschöner kräftiger Schrei bevor der Rest vom Kleinen aus mir gehoben wurde. „12.01 Uhr“ ja wichtig, fürs Protokoll und so.

Die Hebamme zeigte ihn uns kurz bevor sie zu den Kinderärzten brachte. Meine ersten Worte waren „Er hat ja gar keine Haare.“ Genau das was ich nicht wollte, zum Glück nur ein Irrtum auf den ersten Blick. Der Mann weinte ein paar Tränchen vor Stolz.

Geburtsbericht

Bildrechte: Mia S.

Minuten vergingen und kamen mir vor wie eine Ewigkeit bevor sie wieder mit ihm, dem Baby ohne Namen, zurück kam. Er wurde mir ins Top geschoben und die Hebamme bereute es nicht eine Nummer größer gewählt zu haben, mit so einem Brocken hatte sie nicht gerechnet. Die Kinderärzte waren zufrieden, warum er nicht auf die Wehen reagiert hatte war unklar, aber da es ihm jetzt gut ging egal.

Ich wurde vernäht und kam in den Aufwachraum, ich durfte erst zurück in den Kreißsaal als ich die Füße wieder bewegen konnte.

Ich lag da also ein Weilchen und unterhielt mich mit meinem Sohn und den Ärzten die immer mal wieder vorbei kamen. Als der Kleine anfing nach der Brust zu suchen legte ich ihn kurzerhand einfach schon mal an, wir wollen das Kind ja nicht vorm vollen Teller hungern lassen, schließlich hatte ich schon lange vor der Geburt Milch.

Der Mann war verschwunden und keiner der Ärzte vor Ort wusste wo er ist. Er wartete im Kreißsaal wie sich später heraus stellte.

Endlich im Kreißsaal und so richtig als Familie vereint. Absolut unbeschreiblich und wundervoll. Die Hebamme gab uns alle Zeit der Welt, half beim Anlegen und hatte viel Geduld mit uns. Schließlich hatte unser Sohn noch keinen Rufnamen, wir nahmen uns die Zeit die wir brauchten und habe für uns die absolut richtige Wahl getroffen.

Ja auch ein Kaiserschnitt kann, so spontan wie er für uns kam, wunderschön sein. Natürlich wünsche ich mir das es beim nächsten Mal auf dem ’normalen Weg‘ klappt aber ich fühlte mich von allen sehr gut betreut und umsorgt in den nächsten Tagen.

 

Danke liebe Mia für eure Geburtsgeschichte.  Mia  ist eine liebe Bloggerkollegin und bloggt auf Mia im Glück.

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By | 2017-06-25T17:02:59+00:00 11. April 2016|Categories: Geburtsbericht|0 Comments

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Artikel von Leserinnen und Lesern werden unter dem Namen „Gastautor“ gebündelt. Wer genau was geschrieben hat, steht immer im entsprechenden Beitrag.

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