6 Fragen an …. eine PR-Beraterin

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich stelle Menschen, die beruflich irgendwas machen, immer die gleichen 6 Fragen um mehr über ihre Berufe und den Menschen zu erfahren. Dieses mal mit Tomma. Sie ist PR-Beraterin und Inhaberin der Kommunikations-Agentur „Rabach Kommunikation“ in Hamburg.

Tomma Rabach von Rabach Kommunikation

Bildrechte: Christoph Niemann

Liebe Tomma  wie bist Du auf die Idee gekommen, das beruflich zu machen, was Du machst?

Als ich mich 2012 mit meiner Kommunikationsagentur selbständig gemacht habe, war es mein Ziel, eine Agentur zu gründen, die von Mitarbeitern, Kunden, Journalisten und Bloggern geschätzt und als zuverlässiger Partner auf Augenhöhe wahrgenommen wird. Eine Agentur, die ein Zeichen gegen die leider häufig der Realität entsprechenden Vorurteile der Agenturbranche setzt. Ich selbst habe erlebt, dass in den meisten Agenturen am Ende des Tages vor allem der Profit zählt. Dass es täglich um „höher, schneller, weiter, besser“ etc. geht. Es herrscht ein großer Konkurrenzkampf und so wundert es nicht, dass Außendarstellung und Realität in vielen Fällen nicht übereinstimmen. Diese Unternehmenskultur geht meiner Meinung nach am Ende des Tages auf Kosten und die Gesundheit der Mitarbeiter. Das wollte ich bewusst anders machen und damit ein Zeichen auch innerhalb der Branche setzen. Das umzusetzen ist eine tägliche Herausforderung. Aber eine, die sich lohnt!

Mir ging und geht es vielmehr darum, ein Team aufzubauen, das jeden Tag mit Freude ins Büro kommt. Das sich gegenseitig inspiriert, motiviert und fördert – aber auch fordert. Ein Team, das Impulse setzt und mit Herz und Köpfchen die Projekte meistert. Das geht für mich nur unter drei Voraussetzungen: Wenn das Team für Marken und Themen arbeitet, die jeden einzelnen auch privat begeistern und wenn der Teamgedanke und damit die sozialen Fähigkeiten der Kollegen in der Auswahl der Mitarbeiter an erster Stelle stehen. Dieser Anspruch bedeutet in der Konsequenz aber auch, dass die Gewinnmaximierung der Agentur nicht an erster Stelle stehen darf.

Zur PR bin ich bereits vor 20 Jahren gekommen: Während der Schulzeit habe ich für das Jugendmagazin „heftig“ der Lübecker Nachrichten geschrieben und so früh einen Einblick in den Journalismus bekommen. Durch diese Arbeit war ich relativ schnell auch mit Pressesprechern von Unternehmen und Managern von Künstlern im Kontakt. Und diese Seite des Schreibtisches hat mich noch viel mehr fasziniert. Die strategische Planung von Kommunikationsmaßnahmen, die Macht von Worten und die Herausforderungen in einem starken Wettbewerbsumfeld mit Themen zu überzeugen und so am Markenaufbau und der Imagearbeit verschiedener, auch internationaler Marken beteiligt zu sein, reizt mich bis heute. Insbesondere, weil sich die Medien (siehe die aktuelle Bedeutung von Blogs ☺) stark verändern und sich damit auch die Anforderungen an den Job in den vergangenen Jahren stark gewandelt haben.

Wie wird man PR-Berater/in?

Es gibt viele Wege in die PR. Ich habe beispielsweise Kommunikations-Management studiert und parallel ein Fernstudium zur PR-Beraterin mit Abschluss bei der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DRPG) absolviert. Je nach Themenschwerpunkt ist es aber ebenso zielführend, z. B. Ökotrophologie zu studieren, um später in der Food-PR zu arbeiten. Ob Agentur oder Unternehmen – Start nach dem Studium ist stets ein Volontariat oder ein Traineeship, das zwischen 12 und 18 Monaten dauert. Absolut empfehlenswert ist es, sich bereits im Vorfeld durch Praktika, studentische Mitarbeit o. ä. einen Einblick zu verschaffen.

Welche Fragen werden dir im Job am häufigsten gestellt?

„Ach, du machst was mit Werbung?“ oder „Und was machst du dann mit Bloggern?“ sind zwei der beliebtesten Fragen 😉 Branchenfremden den Unterschied zwischen PR und Werbung zu erklären, ist eine Wissenschaft für sich.

Was hat Dich als „Agenturchefin“  am meisten überrascht?

Überrascht ist nicht ganz das richtige Wort – vielmehr macht es mich stolz zu sehen, dass meine Vorstellung einer Agentur, die Art der Führung und damit einhergehend meine mir gesetzten Ziele schon seit mittlerweile viereinhalb Jahren aufgehen und wir jedes Jahr weiter wachsen. Ich nehme unseren Erfolg nicht für selbstverständlich und freue mich sehr, dass wir den Luxus leben können, für Marken, Produkte und Themen zu arbeiten, die uns auch privat begeistern. Stolz bin ich vor allem auf mein Team: sieben festangestellte Powerfrauen, die jeden Tag mit Herz und Köpfchen dabei sind. Daher verwundert mich mittlerweile auch die Geschwindigkeit nicht mehr, in der wir uns entwickeln.

Überrascht hat mich meine Nominierung für den Emotion.Award in der Kategorie „Frauen in Führung“. Das ist eine unglaubliche Bestätigung für mich als Agenturchefin und Motivation, weiterhin an meine beruflichen Ziele zu glauben – allen Herausforderungen zum Trotz. Denn die gibt es natürlich auch als Agenturinhaberin.

Was ist Dein absolutes Must-have für ein cooles Blog (beruflich/privat)?

Ein absolutes Must-Have ist für mich eine Leidenschaft des Bloggers für seine/ihre Themen. Sowohl die Inhalte als auch die Aufmachung des Blogs sollten persönlich sein und damit glaubwürdig. Das steigert meiner Meinung nach auch die Interaktion des Bloggers mit seinen Lesern. Als Privatperson mag ich bei Blogs einen guten Mix aus persönlichen Erfahrungen, Tipps und Tricks sowie Empfehlungen. Das gepaart mit einer großen Portion Optimismus und Humor, und der Eigenschaft, auch über sich selbst lachen zu können, wenn mal etwas nicht so läuft – das macht für mich einen Blog lesenswert.

Welchen Tipp möchtest du Menschen mitgeben die auch mit dem Gedanken spielen das zu machen was du machst?

Ich empfehle, möglichst früh PR- und Redaktionsluft zu schnuppern: durch Praktika, Studium, studentische Mitarbeit etc. Beide Seiten sind wichtig, um ein Verständnis für den Beruf zu entwickeln.

Social-Media-Affinität und eigene -aktivität sind absolute Must-Haves. Ebenso wie die Neugierde, neueste Apps, Kommunikationskanäle etc. auszuprobieren, um sich selbst ein Bild zu machen. Dazu eine große Portion Lust auf Kundenberatung, gepaart mit lösungsorientierter Denke, den steten Blick über den Tellerrand, Freude am Telefonieren und keine Scheu vor Tagen, die so ganz anders laufen als geplant – und schon steht einem vielfältigen und spannenden Beruf kaum noch etwas im Wege.

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By | 2017-06-25T17:02:56+00:00 21. April 2016|Categories: Ich schreibe|Tags: |1 Kommentar

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

1 Kommentare

  1. […] traf ich mich mit ganz vielen Menschen (zum Beispiel mit Tomma) , einige sprachen mich an (z.B What Leo Loves oder Cuchikind) andere sprach ich an […]

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